In der mit Spannung erwarteten Ansprache hat US-Präsident Donald Trump eine Verschärfung des militärischen Vorgehens gegen den Iran angekündigt und zugleich erklärt, dass zentrale strategische Ziele der aktuellen Offensive nahezu erreicht seien. Der Iran soll also nun noch mehr besiegt werden.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Doug Mills
Vor einem landesweiten TV-Publikum erklärte Trump in 20 Minuten, die Vereinigten Staaten stünden „kurz vor der Vollendung“ ihrer militärischen Mission. In den vergangenen Wochen hätten die US-Streitkräfte nach seinen Worten „schnelle, entschlossene und überwältigende Erfolge“ erzielt. Militärische Einrichtungen sowie Teile der politischen und militärischen Führung des Iran seien erheblich geschwächt worden.
Gleichzeitig ließ der Präsident keinen Zweifel daran, dass die Operationen noch nicht abgeschlossen sind: Vielmehr kündigte er an, innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen werde das US-Militär den Iran „mit äußerster Härte“ treffen. Der US-Präsident wörtlich: „We’re going to hit them extremely hard over the next two to three weeks. We’re going to bring them back to the Stone Ages, where they belong.“ Also: „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen mit aller Härte angreifen. Wir werden sie in die Steinzeit zurückbomben – dorthin, wo sie hingehören.“
Trotz dieser Rhetorik betonte Trump, diplomatische Gespräche würden weiterhin geführt. Details zu möglichen Verhandlungen oder Vermittlungsbemühungen nannte er nicht. Beobachter werten diese Strategie aus militärischem Druck und diplomatischen Signalen als Versuch, den Iran doch noch zu Zugeständnissen zu bewegen.
Um Hormus sollen sich andere kümmern
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede lag auf der strategisch bedeutenden Straße von Hormus: Trump forderte Staaten, die auf Öltransporte durch diese Meerenge angewiesen sind, auf, eine aktivere Rolle bei deren Sicherung zu übernehmen. Die Wasserstraße gilt als eine der wichtigsten globalen Handelsrouten für Energie und ist seit Beginn der Spannungen verstärkt in den Fokus internationaler Sicherheitsdebatten gerückt. Der US-Präsident wörtlich: „Wir sind jetzt völlig unabhängig vom Nahen Osten, und dennoch sind wir dort, um zu helfen. Wir müssen nicht dort sein. Wir brauchen ihr Öl nicht.“
Zugleich versicherte der Präsident den Verbündeten der Vereinigten Staaten in der Golfregion uneingeschränkte Unterstützung. Namentlich nannte er dabei Israel, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait sowie Bahrain. Diese Länder würden, so Trump, weiterhin unter dem Schutz der USA stehen. Man werde nicht zulassen, dass sie durch die Entwicklungen in der Region Schaden nehmen.
Kein Wort über die NATO
Die NATO erwähnte Trump in seiner Ansprache in der Nacht auf Donnerstag (MEZ) gar nicht. Da Länder wie Spanien oder Großbritannien die USA bei ihrer Operation im Iran nicht wie erhofft unterstützen, hatte der US-Präsident den Ausstieg aus dem Verteidigungsbündnis angesprochen.
Am 28. Februar starteten die USA gemeinsam mit Israel umfangreiche Luftangriffe auf Ziele im Iran. Bereits in der Anfangsphase wurden hochrangige Vertreter der iranischen Führung, darunter auch der oberste Führer Ali Chamenei, getötet. Dieses Ereignis markierte einen tiefgreifenden Einschnitt und löste eine Welle von Gegenreaktionen aus.
Seitdem reagiert Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen, die sich gegen israelische Ziele, US-Einrichtungen sowie mehrere Staaten in der Golfregion richten. Die Lage bleibt angespannt, eine weitere Eskalation mit einer US-Bodenoffensive könnte bevorstehen. Für die Weltwirtschaft hat der Krieg mit dem Iran bereits katastrophale Folgen: Es drohen Engpässe bei Diesel, Benzin, Flüssiggas und auch bei der Helium-Versorgung sowie bei wichtigen Pharmaprodukten. Große Airlines reduzieren bereits ihre Flüge, an den Tankstellen in Deutschland oder Österreich kostet der Liter Diesel bereits über 2,20 Euro – das ist eine Preissteigerung von 70 Cent in nur drei Wochen.




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