Die Propaganda des iranischen Terrorregimes ist durch die Angriffe der Amerikaner und Israeli geschwächt. Ein wichtiger Teil der iranischen Revolutionsideologie basierte auf Bildern sowie der Möglichkeit, in muslimischen Ländern Massen mobilisieren zu können. Laut der marokkanischen Analystin Zineb Riboua verfängt das nur noch in westlichen, linken und judenhassenden Milieus.
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Wie man Licht durch Filter polarisieren kann, bis es räumlich und zeitlich gleich schwingt, kann man auch Gedanken durch verschiedene Filter immer weiter harmonisieren. Bis sie fast nicht mehr von einander zu unterscheiden sind. Aber genauso wie Licht durch die Polarisation Energie verliert, verlieren auch Gedanken mit jedem weiteren Filter immer mehr an Kraft. Will man einen freieren Blick auf das Geschehen in der Welt bekommen, lohnt es daher, Analysen und Gedanken von außerhalb des EU-Raumes, ganz speziell des deutschen, ohne ideologische Filter zu betrachten.
Hier die Zusammenfassung eines Textes der in den USA lebenden Marokkanerin Zineb Riboua, die als Analystin für den Nahen Osten, China und Russland beim Hudson-Institute arbeitet.
Der Iran ist kein gewöhnlicher Staat. Er ist ein revolutionäres System, dessen Existenz auf der permanenten Produktion von ideologischer Energie beruht. Massenaufmärsche, wie in allen linken Diktaturen, bilden dabei das Legitimatiosprinzip. Propaganda in Form eines Informationskrieges und psychologische Einflussnahme sind zentrale Funktionen des iranischen staatlichen Terrors. Mit geschätzten 700 Millionen Dollar pro Jahr soll das Regime Mediennetzwerke, politische Parteien, religiöse Institutionen und die politische Aufladung der Palästina-Frage als universellen Mobilisierungsmythos weltweit fördern. Dahinter stand die Annahme, dass sich die muslimische Welt jederzeit weltweit aktivieren lasse, wenn Teheran es will. Noch können beispielsweise Muslime weltweit mobilisiert werden, um emblematische Orte in Westeuropa betend für sich zu reklamieren.
Teherans Kalkül war klar. Militärische Aktionen sollten nicht nur Schaden anrichten, sondern Bilder erzeugen. Die wiederum sollen die notwendige emotionale Wirkung erzeugen. Im Westen funktioniert das bisher ausgezeichnet, Dank der Mainstream-Medien, die kritiklos genau diese Propaganda weiter transportierten. Weitere in Bildern gut darstellbare Möglichkeiten sind Massen auf den Straßen von Kairo bis Casablanca. Solche Proteste sollen die westlichen Regierungen unter Druck setzen, politische Kosten erzeugen und Entscheidungsprozesse beeinflussen. Doch diese Bilder werden weniger. Die Straße bleibt leer. Geld bleibt aus. Viele europäische NGOs, die den Kampf des Iran zu ihrem gemacht haben, werden das zu spüren bekommen. Die Rufe, gerade aus dieser Ecke, den Krieg jetzt zu beenden, könnte damit zu begründen sein. Aber damit fällt natürlich auch ein zentraler Pfeiler der iranischen Strategie weg.
Weitere Ursachen liegen, so Riboua, in einer Reihe fundamentaler Fehleinschätzungen seitens des iranischen Terrorregimes. Die arabischen Gesellschaften erinnern sich sehr wohl an die reale Praxis der iranischen Terrorpolitik. Die Niederschlagung des irakischen Aufstands 2019 unter Mitwirkung der Revolutionsgarden, die Zerstörung syrischer Städte wie Aleppo und Deir ez-Zor durch iranisch gestützte Kräfte. All das ist präsent im arabischen Bewusstsein. Iran steht in der Region nicht für Befreiung, sondern für Milizen, Terror, Gewalt, Tod und die Zerstörung staatlicher Ordnung.
Auch hat die iranische Ideologie selbst an innerer Substanz verloren. Die Proteste von 2019 und 2022 haben gezeigt, dass das Regime im eigenen Land keine breite Begeisterung mobilisieren kann. Ein System, das seine eigene Bevölkerung nicht mehr überzeugt, verliert zwangsläufig auch seine Ausstrahlung nach außen. Die ausbleibende Resonanz in der muslimischen Welt ist daher weniger überraschend als folgerichtig.
Hinzu kommt eine weitere gravierende Fehleinschätzung gegenüber den arabischen Regierungen. Teheran ging davon aus, dass diese unter dem Druck iranischer Aktionen passiv bleiben würden. Zwischen 2022 und 2025 wurden mehr als 300 Drohnen – und Raketenangriffe der vom Iran finanzierten Huthis auf Ziele in Saudi-Arabien und den Emiraten verübt, flankiert von politischem Druck auf Bahrain. Doch statt stiller Duldung folgte nun eine klare Reaktion. Saudi-Arabien erklärte mehrere iranische Diplomaten, darunter den Militärattaché, zu unerwünschten Personen. Ein deutliches Signal, dass die Zeit stillschweigender Akzeptanz vorbei ist.
Während die arabische Welt sich verweigert oder schweigt, ist die Unterstützung vor allem im Westen durch linke und extrem linke Kräfte ungebrochen. Der in linken Milieus verfestigte Judenhass ist an Universitäten ungebrochen. Bilder von Demonstrationen in London, Paris, Berlin und New York liefern noch die Bilder von angeblicher Solidarität mit dem vom Westen unterdrückten „globalen Süden“, die in der Region selbst ausbleiben. Es sind ausgerechnet jene Gesellschaften, die am weitesten von den realen und tödlichen Auswirkungen iranischer Politik entfernt sind, die sich für deren Narrative empfänglich zeigen. Genau dieses Milieu, dass das iranische Terrorregime im eigenen Land ohne Zögern brutalst unterdrücken und zum Schweigen bringen würde.
Der militärische Ausgang der Operation „Epic Fury“ ist, so Riboua, noch nicht abzuschätzen, politisch sähe das allerdings anders aus. Der Iran verliert gerade nicht nur Einfluss, sondern er verliert die Grundlage seines strategischen Anspruches, dass es das iranische religiöse Regime wäre, das im Namen der muslimischen Welt sprechen würde. Vier Jahrzehnte lang hat das Regime diese Rolle für sich reklamiert. Jetzt muss es erkennen, dass das außer westliche Wohlstandsverwahrloste kaum noch jemanden erreicht.






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