Tausende demonstrieren in Kanada gegen Corona-Maßnahmen

In Kanada ist aus dem Protest gegen eine Impfpflicht für LKW-Fahrer eine Demonstrationsbewegung geworden, der sich viele Menschen aus dem ganzen Land angeschlossen haben. Premierminister Trudeau soll sich an einen geheimen Ort begeben haben.

IMAGO / ZUMA Press

Am Sonntag hat in Kanada der zweite Tag der Demonstrationen gegen die Corona-Politik von Premierminister Justin Trudeau begonnen. Am Samstag waren mehrere als „Freiheitskonvois“ bezeichnete Fahrzeugketten in der Hauptstadt Ottawa angekommen. Danach waren tausende Menschen auf dem als Parliament Hill bezeichneten Parlamentsgelände zusammengekommen. In einigen Fällen waren Demonstranten tausende Kilometer angereist, um ihre Botschaft vor dem Büro des Premierministers im Stadtzentrum auf die Straße zu bringen.

"Kleine Randminderheit von Menschen"
Kanada: Trucker gegen die Impfpflicht
Die Proteste hatten als Antwort auf die Impfpflicht für Lastwagenfahrer begonnen, die aus den USA nach Kanada zurückkehrten. Die Aktion hat sich mittlerweile zu einer prinzipiellen Kundgebung gegen die Corona-Politik der Regierung entwickelt. Seit Tagen stehen bei teilweise eisigen Temperaturen kanadische Bürger am Straßenrand und bejubeln die LKW-Fahrer bei ihrer Durchfahrt im ganzen Land. An der Demonstration nehmen auch PKWs und andere private Fahrzeuge teil.

„Es geht nicht nur um die Impfstoffe“, sagte Daniel Bazinet, Inhaber von Valley Flatbed & Transportation in Nova Scotia an der Atlantikküste gegenüber Euronews. „Wo soll das alles enden? So geht es vielen Menschen.“ Bazinet ist als Binnen-Kraftfahrer nicht direkt von dem neuen Gesetz betroffen, fährt aber dennoch in einem Konvoi aus 200 Fahrzeugen mit, um sich mit anderen Demonstranten in Ottawa zu treffen.

Trucker wollen auch nach der Demo bleiben

Immer noch ist die Zahl der Demonstranten und Fahrzeuge ungeklärt. In den meisten Medien ist die Rede von einigen hundert LKWs. Anhänger der Trucker gehen dagegen von tausenden Fahrzeugen aus. Die Polizei in Ottawa hatte am Freitag mit der Ankunft von 2.000 Trucks gerechnet, mittlerweile stellen sich die Beamten auf 2.700 Fahrzeugen ein. Bei der Hauptkundgebung vor dem Parlament erwarteten die Behörden 10.000 Personen, konnten jedoch im Anschluss nicht die genaue Zahl festlegen. Vorher waren kilometerlange Fahrzeugschlangen auf die Hauptstadt zugefahren.

Die Einfahrt des „Freiheitskonvois“ stellt die städtischen Behörden derweil vor massive Probleme. Viele Straßen seien wegen der LKWs nicht mehr passierbar, das Zentrum größtenteils blockiert. Es ist nicht bekannt, wann und wo die Demonstration enden soll. Einige der Fahrer hatten angekündigt, sich nicht mehr zu bewegen, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Ein Truckbesitzer äußerte, dass er aufgrund der Blockade mindestens bis Sonntagabend festsitze, sich aber sowieso darauf einstelle, bis Dienstag zu bleiben.

Medienberichte verurteilten die „gewaltsame Sprache“ der Demonstranten und warnten vor Ausschreitungen. Flaggen der Konföderierten Staaten von Amerika, die sich im Sezessionskrieg wegen der Sklavenfrage abgespalten hatten, erregten Ärger, da sie als rassistische oder zumindest suprematistische Symbole gedeutet wurden. Beanstandet wurde zudem eine Flagge, die das Ahornblatt in der kanadischen Flagge durch ein Hakenkreuz ersetzt hatte, um Trudeaus Corona-Politik zu kritisieren.

Polizei spricht von einer friedlichen Kundgebung, Premier Trudeau bringt sich dennoch in Sicherheit

Nach Polizeiangaben blieben die Kundgebungen friedlich. Es lägen keine Berichte über Gewalt oder Verletzungen am Samstag vor. Sie plane aber am Sonntag „eine starke Präsenz“ aufrechtzuerhalten. Zu einem Vorfall kam es, als ein Konvoi auf dem Gelände des Nationalen Kriegsdenkmals seine Fahrzeuge stehen ließ. Ottawas Bürgermeister Jim Watson twitterte empört: „Auf heiligem Boden zu parken, der das Grab des unbekannten Soldaten umfasst, war ein Zeichen totaler Respektlosigkeit.“

Die Demonstranten fordern ein Ende sämtlicher Corona-Beschränkungen. Beim Protestzug erklangen Sprechchöre gegen Premier Trudeau. Mehrere Quellen – darunter der staatliche Rundfunksender CBC – berichteten, dass Trudeau und seine Familie am Wochenende an einem geheimen Ort untergebracht worden seien. Bestätigt wurde diese Meldung bisher von offizieller Seite nicht. Sicherheitsbehörden hatten davor gewarnt, dass gewalttätige Aktivisten die privaten Wohnungen von Abgeordneten belagern könnten. Trudeau hatte am Ende der Woche angekündigt, sich nach einer möglichen Infektion mit COVID-19 für ein paar Tage aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Eines von Trudeaus Kinder ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Kommentare ( 46 )

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Kassandra
8 Monate her

Hier muss auch einer zurück rudern, damit er sich nicht auf Dauer im Keller verstecken muss: „Nach Missinterpretationen stellt die Stadt gemeinsam mit der Polizei klar: „Der Einsatz der Schusswaffe zur Durchsetzung eines Versammlungsverbots ist ausgeschlossen.“ http://ostfildern.de/pm_allgemeinve…“:
https://twitter.com/ChristofBolay/status/1488152146373750794?cxt=HHwWlMC9hcOf_aYpAAAA
Ostfildern läuft übrigens heute ab 19:00 Uhr. Mal schauen, ob die Ansage des Bürgermeisters die Anzahl der Spaziergänger erhöht.
Was verstehen solche wie Trudeau oder auch er nicht, wenn es heißt: zum Wohle des Volkes?

CIVIS
8 Monate her

Seht her !

So geht´s !

Thorsten
8 Monate her

vor allem haben die Trucker die Macht mit ihren Fahrzeugen das Land lahmzulegen und die fehlenden Lieferungen werden in einigen Tagen richtige Probleme bei Lebensmitteln usw führen.
In 3 Tagen steht Trudeau politisch „an der Wand“ …

Beobachterin
8 Monate her

Die Berichterstattung ist beeindruckend! Ich habe höchsten Respekt vor den Truckern, die durch ein Land mit riesigen Abmessungen und unter eisigen Bedingungen auf Kurs bleiben.
In the spirit of freedom!

Thomas
8 Monate her

Die Hymne der kanadischen Trucker: „We aint gonna take it anymore“.
https://www.youtube.com/watch?v=CQ0ftoiIQxU

Thorsten
8 Monate her

Man stelle sich vor, wenn dies eine Aktion der „Klimahüpfer“ gewesen wäre. Das hätte ein mediales Trommelfeuer ergeben, dass „Putin“ wohl in die Ukraine einmarschieren müsste, um ein wenig Sendezeit zu bekommen 😉

Die offensichtlichen Doppelstandards der Medien sind ein echtes Problem. Insbesondere von den öffentlich-rechtlichen Medien verlange ich Objetivität.

Michael Westler
8 Monate her
Antworten an  Thorsten

Deswegen ist z.B. das linksideologische Wochenblatt der Spiegel auch unlesbar, da aus jedem Wort die Lüge trieft. Was für ein Abgang, der für die Mainstream- und damit Lügenpresse sich durch deren Coronawahrheitsverlautbarungen noch beschleunigt hat. Ein Artikel beim z.B. Spiegel ist komplett wertlos geworden, außer er wird durch zwei unabhängige, verlässliche Quellen bestätigt. Jetzt muss man sich die Fakten bei Bloggern, Vor-Ort-Berichten selber zusammensuchen. Hier kann man sich bei Tichy auch orientierend informieren, weshalb ich auch Geld überweise. Leistung und damit Faktenrecherche hat ihren Preis und wird bezahlt.

Henni
8 Monate her

Ich drücke den Menschen in Kanada und speziell in Ottawa die Daumen das sie ihre Forderungen durchbringen. Alles hängt jetzt davon ab, wer den längeren Atem hat und ob auch der Rest der Freiheitsliebenden im Land aufsteht. Politisch kann das Regime kaum eine längere „Pause“ einen längeren Stillstand im Land überleben. Was können wir von Kanada lernen? Ich wiederhole mich hier nochmal, mit einem stillen Spaziergang auf dem Bürgersteig hat das in Kanada nichts zu tun. Eher was mit echtem Aufstehen.

Last edited 8 Monate her by Henni
Kassandra
8 Monate her
Antworten an  Henni

Das scheint alles noch nicht vorbei. Bei den Kanadiern bricht der Tag an und damit erneut die Berichterstattung. Die Trucker stehen weiter in der Stadt: https://twitter.com/RadioGenova/status/1488150736512954374?cxt=HHwWjMC54brN_KYpAAAA
Und auch außerhalb scheint es Straßenblockaden zu geben: https://twitter.com/ezralevant
Bei uns waren vor Monaten schon die Demonstrationen der Landwirte sehr beeindruckend – aber das hat damals noch niemanden interessiert.

Proll27
8 Monate her

Sehe ich das richtig: Wenn es brenzlig werden könnte verlässt dieser „Regierungschef“ sein Land. Das passt in eine Zeit, in der selbst schwer angeschlagene Politiker keinen Grund zum Rücktritt mehr erkennen können, in der minderbemittelte Studienabbrecher in höchste Parteiämter vordringen und Dilettantismus auf jeder Ebene fröhliche Urständ feiert.

Kassandra
8 Monate her
Antworten an  Proll27

Rutte auch. Hier bei einer Befragung zu Schwab und wef – und der junge Mann lässt nicht locker: https://twitter.com/skifflegirl/status/1481682739594076161

Nibelung
8 Monate her

Nun muß sich der erste der westlichen Qualitätspolitiker schon vor dem Volk verstecken und das wird noch stärker werden, wenn man versucht das Volk gegen die Gesetzgebung zu knechten und konnten sie sich noch früher öffentlich umjubeln lassen, weil man ihre Politik noch irgendwie verstanden hat und auch nicht so krass gegen sie gerichtet war werden sie bald zu Gejagten werden, so wie sie es mit den Ungeimpften machen wollen, was ein Unding ist. Die werden ihr Vorhaben in dieser Gewaltform nicht durchhalten und wenn sie auf die Polizei und die Armee bauen, dann werden sie noch eine große Enttäuschung… Mehr

bandareanz
8 Monate her

Verehrte Redaktion, wir, eine Familie aus Berlin, möchten, wie bereits viele Menschen in Kanada, die Trucker bei ihrem Freiheitskonvoi mit einer Geldspende unterstützen. Wir sind der Überzeugung, dass das entschlossene und mutige Handeln der Trucker dieses Kartenhaus der Lügen und Täuschungen, wodurch die Menschen weltweit in die Dauerimpfung mit einem nur bedingt zugelassenen Medikament getrieben werden sollen, zum Einstürzen bringen wird. Unsere Frage an Sie: Wären Sie bereit, entsprechende Kontodaten zu recherchieren und auf Tichys Einblick zu veröffentlichen? Gewiss wären auch andere Leser zu einer Spende bereit – und für Sie als Redaktion dürfte es sicher keine allzu große Schwierigkeit… Mehr

Fritz Goergen
8 Monate her
Antworten an  bandareanz

Bitte verstehen Sie, dass TE kein Aktionsportal sein will und kann.

Katha
8 Monate her
Antworten an  bandareanz

Die Finanzierung des Convoys läuft über gofundme
unter dem Namen
Delta BC Rollout Jan 23

Die Ex-Frau von Justin Trudeau, Sophie Gregoire, hat übrigens 25.000 CAD gespendet – da war wohl noch eine Rechnung offen…

Last edited 8 Monate her by Katha
Kassandra
8 Monate her
Antworten an  Katha

Hier weitere Möglichkeiten, Geld zu schicken: https://action4canada.com/donate/
Insgesamt eine interessante www.