Französischer Lehrer kämpft gegen Islamismus und wird bedroht

-Seit einer Woche beherrscht er die Schlagzeilen der französischen Medien: Der Philosophielehrer Didier Lemaire kämpft gegen den fortschreitenden Islamismus in seiner Stadt. Morddrohungen und Polizeischutz sind die Folge - jetzt will er das Bildungssystem verlassen.

Screenprint: Youtube/France TV

Didier Lemaire lehrt seit 20 Jahren Philosophie an einem Gymnasium in Trappes, wenige Kilometer westlich der Hauptstadt Paris. Bisher ohne Probleme. Einem Artikel der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ zufolge stehe er jetzt aber unter Polizeischutz, „nachdem er die islamistische Bedrohung angeprangert hatte“. Lemaire erhielt Unterstützung von einigen Politikern, wie etwa von Valérie Pécresse, der Präsidentin des Regionalrats der Île de France, sowie von mehreren seiner Kollegen am Gymnasium. Sein Engagement habe ihm jedoch auch heftige Kritik und sogar eine Diffamierungsklage eingebracht.

Fortschreitende Islamisierung, nicht erst seit kurzem

„20 Jahre lang als Philosophie-Lehrer in Trappes war ich Zeuge einer immer stärker werdenden fortschreitenden kommunitaristischen Einflussnahme auf das Gewissen und den Leib“ schrieb er im vergangenen November nach dem Mord an Samuel Paty in einer in der linken Zeitschrift „L’Obs“ veröffentlichten Kolumne. Daraufhin sei er nach einer vom niederländischen Fernsehen gesendeten Reportage als „rassistisch“ und „islamophob“ stigmatisiert worden: „Die Mutter eines Schülers hat der Journalistin gesagt, dass ich ‚der zweite Samuel Paty‘ würde, wenn ich weiter über den Islam rede“, erzählte Lemaire dem Figaro. Nun treffe er Vorbereitungen, der Schulbehörde von Versailles mitzuteilen, dass er das Bildungssystem verlassen werde.

Lemaire nimmt die fortschreitende Islamisierung seiner Stadt nicht erst seit kurzem wahr. Anfang der 2000er-Jahre habe er „die Synagoge der Stadt brennen und die jüdischen Familien eine nach der anderen fortziehen gesehen“, wie das Magazin „Causeur“ einleitend zu einem Interview mit ihm schreibt. 2018 war er Mitunterzeichner eines Briefes an Präsident Emmanuel Macron, „um ihn dringend zum Handeln aufzufordern, um unsere Schüler vor dem ideologischen und sozialen Druck zu schützen, der auf ihnen lastet – ein Druck, der sie nach und nach von der nationalen Gemeinschaft entfernt“.

Er will junge muslimische Mädchen erreichen

In dem Gespräch betont Lemaire, er versuche, in seinem Unterricht junge muslimische Mädchen zu erreichen, „für die die Schule die einzige Zuflucht ist. Es ist ganz einfach: Gymnasiastinnen haben mir gegenüber eingestanden, dass ihre Familien sie nach der Rückkehr aus der Schule ‚desinfizierten‘ – das ist das Wort, das sie gebrauchten –, um sie von angeblichen Giften der Schule zu reinigen, an der man tagsüber freies Denken und Laizität übt“.

Fast 30 Jahre lang habe Lemaire sein Fach mit viel Freude gelehrt. Doch jetzt seien die notwendigen Voraussetzungen dafür nicht mehr vorhanden. Die Schüler kamen in den Unterricht und genossen „eine Freiheit, die sie zu Hause in ihrem Bezirk nicht kannten. Von daher waren sie ihm dankbar – und zugleich ist es schwierig einzuschätzen, was bei dieser Haltung authentisch und spontan, und was verlogen ist …“ Damit spielt Lemaire auf das im Islam bekannte Prinzip der „Taqiya“ an. Tatsächlich befänden sich die Schüler ja „in einer schizophrenen Lage, hin und hergerissen zwischen dem Wunsch – zumindest mental – auszubrechen, und dem gegenüber der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen, versprochenen Gehorsam. Laizität in der Schule, Scharia zu Hause. Sie stecken in einem Loyalitätskonflikt. Und ich fürchte, dass sie sich heutzutage verstellen“.


Dieser Beitrag erschien zuerst in Die Tagespost. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zur Übernahme.

Anzeige
Unterstützung
oder

Kommentare ( 118 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

118 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
MeHere
5 Monate her

Der Islam ist nicht reformierbar … zu viele Aufrufe zur Gewalt und Intolleranz – wer sich nach Europa aufmacht, will dort auf seinen Steinzeitaberglauben nicht verzichten!
Multi-Kulti ist längs gescheitert … das wissen (fast) alle Menschen mit Verstand …

Memphrite
5 Monate her

Was ist den an der „westliche“ oder besser gesagt die „amerikanische westliche“ Kultur (im Gegensatz zur abendländischen Kultur) schützenswert?
Der Gendersprech, die Klima-Apokalyptik, die Verweiblichung, der Grün-Notenbank-Sozialismus…?
Wenn ich mich zwischen der „westlich amerikanischen“ Kultur oder einem
moderaten Islam entscheiden müsste, würde ich jetzt den Islam vorziehen.

Allein wenn all die ganzen „Gender-No-Kompetenz-Weiber“ unter dem Kopftuch verschwinden würden, könnte Wissenschaft und Wirtschaft wieder auf-blühen.
Die Asiaten werden dem „Westen“ sowieso bald hinwegfegen.

AlNamrood
5 Monate her
Antworten an  Memphrite

Sie glauben ernsthaft der Islam würde die Wissenschaft unterstützen?

D. Ilbert
5 Monate her

Daß Moslems all diejenigen bedrohen, die es wagen deren Glauben zu kritisieren, ist ja nichts Neues. Weder in Frankreich noch sonstwo auf der Welt. Was ich wirklich erstaunlich finde ist der Erstveröffentlicher dieses Artikels. Dies ist schon der 2.Artikel diese Woche, der mit freundlicher Genehmigung seitens „Die Tagespost“ hier bei TE zu Datei gebracht wurde. Diese Wochenzeitschrift hat eine längere katholische Tradition und scheut sich nicht, die Probleme, die der Islam mit sich bringt, zu benennen. Soll ich jetzt mal unken? Würde die nicht vom noch immer mächtigen Opus Dei geschützt, Wikipedia vermutet Opus Dei Mitglieder in den Reihen der… Mehr

RA.Dobke
5 Monate her

Stop, bitte! Das Problem ist nicht nur der Islamismus, das Problem ist die schleichende Islamisierung im Sinne einer Unterwanderung unserer Gesellschaft und Kultur durch wachsende muslimisch geprägte Anteile in unserer Gesellschaft. Das führt zum Zerbrechen der bestehenden guten Strukturen einen christlich- humanistisch geprägten Abendlandes. Erst durch Invasion aus Nordafrika, denn auch durch Belagerung und Unterminierung Wiens. Nun wird unterminiert mit wachsenden Bevölkerungsanteil der Muslimen und punktuell in Schwerpunkten findetschon so etwas wie Übernahme der gesellschaftlichen Strukturen statt. Ein freies Deutschland und eine „freie EU“ können und sollen dagegenhalten: Eine staatliche Religionsbehörde aus z.B. der Türkei arbeitet in unserer Gesellschaft und… Mehr

Sonny
5 Monate her

Unsere Politiker werden abgeschirmt, genießen Personenschutz und gepanzerte Fahrzeuge, ihre Häuser werden auf Steuerzahlerkosten „rundum“ gesichert und auch in jeglicher, anderer Hinsicht besonders geschützt. Der „normale“ Mensch ist ein wesentlich leichteres Ziel für Islamisten, sei es nun durch die täglichen Beleidigungen, Verächtlichmachungen, Bedrohungen oder sogar für Anschläge auf Leib und Leben. Wenn ein radikaler Moslem beschließt, seiner Religion genüge zu tun und die Nichtgläubigen auszurotten, wen wird er sich wohl als Ziel aussuchen? Es ist nicht überraschend, dass die Damen und Herren im Elfenbeinturm die Bedrohungen gering schätzen. Sie fühlen sie nicht, sie sind meistens nicht direkt betroffen und auch… Mehr

Askold Morgenschein
5 Monate her

Ganz ehrlich, was ist denn diese ach-so-tolle “westliche Kultur” die es noch zu schützen gibt? Ewiges Rumgefeiere ohne Grund? Dieter Bohlen und Dschungelcamp gucken? Gendersprech? Entwertung der Familie und totale Unterwerfung gegenüber dem Staat und all seinen Gesetzen? Hook-up Kultur, Individualismus und dann zunehmende Vereinsamung? Täterschutz und “Rehabilitation” statt Opferschutz und Gerechtigkeit? Vollfinanzierung von Faulenzern? Hörigkeit gegenüber „Experten“ und „der Politik“? Alles auf Kosten der paar Leute, die tatsächlich noch hart arbeiten und bescheiden ein selbstsuffizientes Leben leben, das sich um Familie und Genügsamkeit dreht? Die moderne „westliche Kultur“ widert mich ehrlich gesagt hundert mal mehr an, als es der… Mehr

RA.Dobke
5 Monate her
Antworten an  Askold Morgenschein

Ich finde es traurig, wie Sie das Leben in Deutschland empfinden. Wir leben nicht auf Kosten von ein paar Leuten, die noch „hart“ arbeiten. Die Masse der Menschen arbeitet in diesem Lande fremdbestimmt und ordentlich und es gibt einige wenige, die das schändlichst mißbrauchen! Wollen Sie Namen? Frau Kladden und deren Familie Quandt z.B.! Hugo Boss ist auch so eine schillernde „Familie“ / Firma, die ihren Reichtum auf die unseigste Zeit in Deutschland stützt. Vergessen wir dabei auch nicht die Familien Porsche und Piech.Wenn Sie die Exesse in Deutschland anprangern, dann bitte dort , wo es angezeigt ist. Dazu gehören… Mehr

Hoffnungslos
5 Monate her
Antworten an  Askold Morgenschein

Na, dann treten Sie doch gleich zum Islam über. Da sagt man Ihnen dann ganz genau, was Sie zu denken und zu tun haben und wo es lang zu gehen hat. Ziehen Sie doch in ein islamisches Land und leben Sie dort glücklich und zufrieden. Mit den europäischen Freiheiten können Sie ja leider nichts anfangen.

giesemann
5 Monate her

Je mehr sie sich ertappt fühlen, desto mehr werden sie um sich schlagen. Gebt dem Islamofaschismus keine Chance. Es war ohnehin ein viel zu weiter Weg von „Islam heißt Frieden“ bis heute. Taqiyya wirkt immer weniger und das ist gut so.

LadyGrilka55
5 Monate her

Spätestens Anfang der 2000er-Jahre, z.T. aber auch schon inden 1990er-Jahren, wurde es auch in Deutschland immer deutlicher, wohin die Reise gehen würde. Nur wollte das niemand hören. Jetzt tragen wir die Konsequenzen und müssen hoffen, dass noch etwas zu retten ist.

francomacorisano
5 Monate her

Lehrerinnen haben auch bei uns allergrößte Probleme mit moslemischen Schülern, da die Frauen nicht respektieren. Hier gegen Frauenfeindlichkeit vorzugehen wäre wichtiger, als Gendersternchen und Neusprech!

Hoffnungslos
5 Monate her
Antworten an  francomacorisano

Wohl wahr! Aber unsere politisch korrekte Damenliga der Dauergedemütigten übersieht lieber die realen Gefahren für Mädchen und Frauen.