Schleuserring in Wien zerschlagen: 100.000 Asyl-Kunden brachten eine Milliarde Euro

Ein Handy-Shop im Wiener Bezirk Ottakring war die Konzern-Zentrale der afghanisch-syrisch-tschetschenischen Asyl-Bande: In mehr als drei Jahren haben 800 Täter 100.000 Zuwanderer über die Balkan-Route nach Österreich und Deutschland gebracht. Die Kunden zahlten 10.000 bis 20.000 Euro.

IMAGO

Der Schlepper-Konzern der Migranten konnte bereits mehr als drei Jahre irrwitzige Summen an der von ihm organiserten Massenzuwanderung verdienen und mit 1.000 verschiedenen Fahrzeugen seit 2023 zehntausende Migranten illegal einschleusen. Dass auch diese illegal eingewanderten Sozialgeld-Empfänger die Steuerzahler vermutlich noch jahrelang weitere Millarden Euro kosten, wurde bei der aktuellen Pressekonferenz des österreichischen Inneministers zur „Operation Ancora“ nicht groß thematisiert: Die anwesenden Medien sollen über den Erfolg der Zerschlagung der organisierten Asyl-Kriminalität berichten – dass die Zuwanderer aber jahrelang ungehindert ihr Milliarden-Geschäft abwickeln konnten, wurde nur kurz erwähnt.

130 Verhaftungen in Österreich

Nach Angaben der österreichischen Behörden bestand das Schleusernetzwerk aus 800 Mitgliedern, 130 Tatverdächtige sind bereits verhaftet worden: Die Organisation war in vier Hierarchieebenen aufgebaut – ähnlich wie ein Konzern mit Management, mittlerer Führungsebene und operativen Kräften.

An der Spitze soll der syrische Al-Sarawi-Clan stehen, die zentrale Führungsebene koordinierte demnach die Organisation der Schleusungen, die Finanzströme und die Rekrutierung von Fahrern.

Darunter arbeiteten mehrere Teilorganisationen, die jeweils bestimmte Regionen oder Routen kontrollierten. Die Ermittler identifizierten mehrere Gruppen, die unter anderem von Wien, Budapest, Burgas in Bulgarien sowie Subotica in Serbien aus operierten.

Die mittlere Ebene bestand aus sogenannten Teamleitern. Insgesamt sollen mindestens 16 dieser Koordinatoren aktiv gewesen sein. Sie fungierten als Bindeglied zwischen der Führung und den Fahrern. Jeder Teamleiter organisierte laut Polizei bis zu 80 Fahrer.

Die Lenker der Asyl-Transporte waren meist junge Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Viele von ihnen stammten aus wirtschaftlich schwächeren Regionen Osteuropas – etwa aus Moldau, Rumänien, Georgien oder der Ukraine.
Rekrutiert wurden sie häufig über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste. Dort lockten Schleuser mit schnellen Geldverdiensten. Die Fahrer übernahmen anschließend die gefährlichen Transporte von Migranten über Grenzen hinweg.

Dabei wurden häufig leistungsstarke Autos eingesetzt, um Polizeikontrollen zu entgehen. Laut Ermittlern änderte das Netzwerk Ende 2023 seine Strategie: Statt Kleintransportern nutzten die Täter zunehmend PS-starke Pkw, die schneller und unauffälliger waren. Teilweise wurden bis zu 16 Menschen in einem einzigen Fahrzeug transportiert.

Eine Milliarde Euro Umsatz

Die meisten Migranten wurden nach Erkenntnissen der Ermittler über die sogenannte Balkanroute nach Mitteleuropa gebracht. Ausgangspunkt war häufig die Türkei. Von dort aus führten die Routen über mehrere Länder Südosteuropas bis nach Österreich und schließlich nach Deutschland. Die Preise für diese gefährlichen Reisen waren hoch: Migranten mussten zwischen 10.000 und 20.000 Euro bezahlen, um nach Westeuropa gebracht zu werden.

Die Zahlung ging häufig über ein informelles Treuhandsystem: Das Geld wurde im Voraus auf eine Art Zwischenkonto eingezahlt. Erst wenn der Migrant sein Ziel erreichte, wurde der vereinbarte Betrag an die Schleuser ausgezahlt. Nach Schätzungen des österreichischen Innenministeriums könnten so über die Jahre Einnahmen von einer Milliarde Euro zusammengekommen sein.

Im Mai 2025 erfolgte schließlich ein entscheidender Schlag gegen das Netzwerk: Spezialkräfte der Polizei nahmen mehrere Hauptverdächtige fest. Bei Hausdurchsuchungen wurden auch Waffen, Drogen sowie Beweismittel sichergestellt. Einige der Festgenommenen haben laut Staatsanwaltschaft bereits Geständnisse abgelegt.

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