Bei Maischberger: Von Rehaugen und aufgespritzten Lippen

Die CDU kämpft um Ansehen und um Standhaltung ihrer Regierung. Dafür muss Philipp Amthor (CDU) bei Maischberger Kevin Kühnert (SPD) schöne Rehaugen machen. Feministin Alice Schwarzer denkt dagegen gar nicht daran, nach den Regeln des ÖRR zu spielen.

Screenprint ARD / Sandra Maischberger

Die CDU verkraftet ihre Niederlage in Baden-Württemberg nur bedingt. Sie wirft den Grünen unentwegt eine „Schmutzkampagne“ vor. Ganz „miese Verlierer“ urteilen die drei Kommentatoren bei Maischberger am Mittwochabend. Alle sind sich einig, dass die CDU schon lange ihre sinkenden Umfragewerte selbst verschuldet hat.

Zurückzuführen ist das alles auf den Kanzler Merz, welcher seine Versprechen nicht einhält. Die Chefreporterin von Freiheit bei Welt, Anna Schneider nimmt Merz aber dann doch ein wenig in Schutz, immerhin hat Merz „die SPD am Bein“ und durch die undemokratische Brandmauer wird es die CDU auch in Zukunft nicht schaffen eine Partei der Mitte zu sein.

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Der Kabarettist und Autor Florian Schroeder, sowie der Autor und Moderator Klaus Brinkbäumer sehen das wie gewohnt gar nicht so. Nur das Problem mit der SPD ist unbestreitbar. Denn um die SPD steht es noch schlimmer, mit einem historisch schlechten Ergebnis von 5,5 Prozent. Schroeder sieht das Problem darin, dass die „SPD die Partei der Bürgergeldempfänger“ geworden ist.

Und wie aus dem Bilderbuch sitzen im Anschluss zwei Vertreter dieser beiden desaströsen Parteien in der Talkrunde mit Sandra Maischberger. Der eine eher resigniert und der andere noch energiegeladen, kommen sich freundschaftlich näher. Kevin Kühnert der ehemaliger SPD-Generalsekretär und Philipp Amthor, der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung von der CDU kommen diesmal mit einem echten Plauderstündchen davon. Auf Kühnert Ausstieg aus der Politik, betont Amthor sogar wiederholt, wie sehr er Kühnert schätzte. Und auch als es um das eben genannte Bürgergeld geht, sind sich die beiden plötzlich einig – Maischberger schaut dagegen ganz schön dumm aus der Wäsche.

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Sie fragt Kühnert wiederholt: „Unter anderem ist da darin die Regelung, dass wenn du dreimal den Termin beim Amt verpasst hast, bekommst du zwar noch eine Anhörung, aber im Zweifel wirst du auf Null gekürzt. Ist das wirklich sozial gerecht und kann man das als SPD-Mensch so verkaufen?“ Kühnert antwortet zur Befriedigung seines Sitznachbars, dass es darum gehe „einen realistischen Weg in Arbeit zurückzuschaffen.“ Maischberger hat sichtlich eine andere Antwort erwartet und löscht den Funken zwischen den beiden mit dem nächsten Thema.

Kanzler Merz hat am politischen Aschermittwoch mehr Leistung gefordert und weniger „vier-Tage Woche und Lifestyle“. Ob sich Kühnert, welcher ebenso nur eine vier-Tage Woche habe, angesprochen fühlen. Kühnert zuckt lässig mit den Schultern und verteidigt sich „Nein, natürlich nicht. Weil ich daneben freiberuflich andere Projekte mache. Das ist der einzige Grund, weshalb ich mir da ein bisschen Freiraum genommen habe. Und ich erlaube mir den Hinweis, ich habe in den letzten Jahren, in der Politik ein paar Überstunden schon für die nächsten Jahre angesammelt. Aber Spaß beiseite.“ Ja, Spaß beiseite Überstunden in der Politik stehen nicht automatisch für Arbeit.

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Kühnert führt weiter aus, dass das übergeordnete Ziel für die Gesellschaft nicht klar definiert ist. Amthor schmunzelt ganz glückselig zu Kühnert: „Kevin Kühnert wird ja noch zum Wirtschaftsliberalen!“ Amthor geht weiter auf die Lifestyle-Debatte ein und gerade als Maischberger einhaken möchte, beschwichtigt er: „Ja Frau Maischberger, Selbstkritik der CDU.“ Maischberger reagiert mit einem langgezogenem „Ahh“.

Noch dicker kommt es, als Maischberger auf die hohen Steuern auf Energie zu sprechen kommt. Sie fragt, ob nun nicht der Zeitpunkt für eine Steuerentlastung wäre. Natürlich sind sich da die beiden schnell einig. Kühnert protestiert, dass die hohen Preise nicht die Schuld der Politik seien. Auch Amthor wehrt sich vehement gegen „Steuergeschenke“, diese würden nur zu „Mitnahmeeffekte bei den Mineralöl-Konzernen“ führen. Die Regierung müsste nun „erstmal darüber nachdenken und beobachten“. Aber keine Angst der Mitnahmeeffekt der Politik, wird gut investiert.

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Es schließt sich der Kreis wieder. Trump ist mit seinem Angriff auf den Iran an der misslichen Lage schuld, kommt Brinkbäumer zum Schluss: „Das ist die korrupteste Regierung, die die USA seit langem hatte, wahrscheinlich ist es die korrupteste, die sie je hatten.“ Auch die AfD bekommt ihren Senf ab: „Es ist eine Partei, die das gesamte System in die Luft jagen will.“ Und wieder muss Anna Schneider vor der vorschnellen Faschismus-Titulierung warnen – aber für Brinkbäumer ist jede Hilfe zu spät.

Neben Anna Schneider nimmt auch die Emma-Herausgeberin und Feministin Alice Schwarzer kein Blatt vor den Mund, wenn es um Hysterie in Deutschland geht. Im Interview mit Maischberger soll sie Stellung beziehen zu Alice Weidel. Genau genommen, wurde sie gefragt, ob Frauen sich ein Vorbild an einer zukünftigen Kanzlerin Weidel nehmen sollten. Diesen „Skandal“ nennt sie eine „alberne Skandalisierung“. Aber Maischberger lässt nicht locker: „Das war eigentlich nur eine einfache Frage, wie du zur AfD stehst.“

Schwarzer ist sichtlich genervt und würgt Maischberger ab: „Was soll ich jetzt sagen. Soll ich mich distanzieren? Ist doch selbstverständlich.“ Auch Schwarzers Ansicht über den modernen Feminismus, widerspricht Maischberger. Dass die Gesellschaft keine Männer braucht, Influencerinnen mit aufgespritzten Lippen emanzipiert sind oder dass im Iran gegen die Verschleierung gekämpft wird und in Europa für das Recht des Kopftuchs – „alles Quatsch“.

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Kommentare ( 31 )

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HansKarl70
1 Monat her

Soll das jetzt der Nachwuchs sein der die Deutschen nun erwartet? Na dann prost Mahlzeit.

Dellson
1 Monat her

Können Wahlen die seit Jahren einseitig, vorgegebene politische Ausrichtung ändern? Kann der ÖRR durch Wahlen mit dem gezeigtem Wählervotum zu einschneidenden Reformen gezwungen werden? Wer diese Fragen mit nein beantwortet, bestätigt das wir in keiner wirklichen Demokratie, der Herrschaft des Mehrheitswillens der Wähler leben!
Und das wäre ein klarer Verfassungsbruch entgegen Grundgesetz Art 20 GG! „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“
Jede Relativierung und Aufweichung dagegen zeigt nur die verinnerlichte Betonwand der eingerichteten verstandenen Selbstverständlichkeit der eigenen Rolle!

November Man
1 Monat her

Ist das nicht der Brinkbäumer der selbst einige Skandale an der Backe hat. Der Begriff „Brinkbäumer Skandal“ bezieht sich im medialen Kontext meist auf zwei zentrale Themenkomplexe um den Journalisten Klaus Brinkbäumer: seine Rolle im „Relotius-Skandal beim Spiegel“ sowie die Kritik an seinen Bezüge beim MDR nach seinem auf Drängen des MDR-Intendanten geschehen Rücktritt im Mai 2024 als Programmdirektor, behielt er aber seinen Vertrag als Programmdirektor bis Januar 2026. Programmdirektor Brinkbäumer tritt zurück – und behält aber seinen Vertrag. Laut MDR-Geschäftsbericht erhielt Brinkbäumer 2022 Bezüge in Höhe von knapp 220.000 Euro, hinzu kamen eine Aufwandsentschädigung und Sachbezüge im Wert von… Mehr

MartinKienzle
1 Monat her

Diese sogenannten „Talkshows“ des Besatzerkonstruktes BRD (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab 3:25) dienen lediglich zur Erheiterung des Deutschen Volkes: Sogenannte „Volksvertreter“, die wir Deutschen (noch) bezahlen müssen, äußern wirre Gedanken, die mit unserem Vaterland mitnichten in Verbindung stehen, das folgerichtig ist, da jene keineswegs unser Volk als Bezugsrahmen nehmen (Konrad Adenauer: Wir sind keine Mandanten des deutschen Volkes, wir haben den Auftrag von den Alliierten.“ https://www.thepioneer.de/originals/thepioneer-briefing-business-class-edition/briefings/der-anti-fuehrer-staat), das wir wiederum zum Anlass nehmen sollten, die BRD gedanklich an unserem Volk wie ein Wassertropfen auf einem Lotusblatt abperlen zu lassen, um sodann unsere vielfältige Kultur wiederzuentdecken, die selbige seit 1949 alltäglich negiert!

alter weisser Mann
1 Monat her

Beide Flitzpiepen aus der Politik sind sich natürlich einig, dass Energiesteuern nicht gesenkt werden können/dürfen/sollen. Wo kämen wir denn dann hin! Am Ende müsste man politisch dann was gegen die Mitnahmeeffekte der Konzerne tun.

Radikaler Demokrat
1 Monat her

Wann geben der Kevin und der Philipp sich das Ja-Wort? Getraut von Frank-Spalter, als Trauzeugen fungieren die Bärbel und der Friedel, gefeiert wird mit 5.000 Gästen zwei Wochen lang auf Sylt, und der Steuerzahler finanziert die gesamte Party.

Kontra
1 Monat her

„alles Quatsch“, besser kann man diesen ÖRR Müll wohl nicht auf den Punkt bringen. Schneider? Ach herje, der linke möchte gern „Kabarettist“!

verblichene Rose
1 Monat her

Kennen Sie den?:
„Du hast mir doch gestern 10€ geliehen, oder?“
„Ja.“
„Die will ich jetzt zurück haben!“

verblichene Rose
1 Monat her

…Alle sind sich einig, dass die CDU schon lange ihre sinkenden Umfragewerte selbst verschuldet hat… Es klingt zwar ein wenig durch, aber ohne die cDU in Schutz nehmen zu wollen, sollte hier glasklar sPD und nicht cDU stehen! Und um es noch deutlicher zu sagen, werden die „sinkenden Sterne“ beider Parteien gerade durch das Baden Württembergische Wahlergebnis komplett bagatellisiert. Man hat sich dort nämlich sozusagen von der Traufe in die Mega-Traufe gewählt. Wen interessieren da noch die Wahl-Prozentzahlen ehemaliger „Volksparteien“? PS: Gerade ist mir Frau Schwarzer ein wenig sympathischer geworden und dann verliess sie doch wieder der Mut. Schade! Aber… Mehr

Delegro
1 Monat her

Und jetzt taucht wieder der Call-Center-Boy Kevin auf. Und bleibt aber auch nicht`s erspart. Aber Amthor und Kühnert passen gut zusammen. Verkörpern Sie doch beide alles, was man an Politikern hassen kann. Wie weit ist Amthor den mit der Digitalisierung und Staatsmodernisierung? Vorwärts nimmer, rückwärts immer?

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Delegro

Amthor hat eine Gabe, um die ich ihn fast beneide.
Denn wahrscheinlich ist der Staat bereits bei Zettel und Bleistift angekommen, was er freilich als Modernisierung des Staates „verkauft“ hat. Was eigentlich gar nicht schlimm wäre, denn vieles funktioniert ohne Computer tatsächlich immer noch deutlich besser.
Nein, die Staatsbediensteten fragten ihn bereits, wieviel Mbits der Bleistift downloaden und ob man damit auch Candy-Crush spielen kann.
Machen Sie einfach mal den Test und rufen Sie bei einer Behörde an. Sie werden sich (überhaupt nicht!) wundern… 😴