Menschenfischer: Italien erschwert Arbeit der sogenannten Seenotretter

Seenotrettung im Mittelmeer schafft buchstäblich die Lebensgefahr, aus der sie dann sogenannte Flüchtlinge befreit. Italien macht da nicht mehr mit, und kann sich der stillschweigenden Zustimmung der EU-Partner gewiss sein. Nur nicht von der deutschen Zuwanderungslobby.

FEDERICO SCOPPA/AFP/Getty Images

Kann man es als Entschuldigung geltend machen, dass die etablierte Politik es ebenso sehen würde, wenn Zeitungen in Deutschland berichten: „Italien kriminalisiert Seenotrettung“ oder „Italien will Migranten-Rettung bestrafen“?

Nein, kann man nicht. Oder nur dann, wenn man sich als Journalist davon verabschiedet hat, bei der Wahrheit zu bleiben. Oder wenn man als Medienvertreter mit einer gehörigen Portion Opportunismus ausgestattet ist und diesen Blick auf die Welt durch die schmierige Brille einer politischen Ideologie mit Wahrheit verwechselt.

Die Rede ist von einer absichtsvollen Missdeutung einer Maßnahme der italienischen Regierung, die gerade ein Dekret verabschiedet hat, dass privaten Schiffen, die unerlaubt in italienische Hoheitsgewässer fahren, mit Strafen zwischen 10.000 und 50.000 Euro belegen soll. Von Rettungsschiffen von deutschen und anderen Nichtregierungsorganisationen ist da nicht die Rede.

Natürlich: Diese Maßnahme zielt zweifellos darauf ab, eben diesen Organisationen ihre Menschentransporte vor der libyschen Küste nach Europa deutlich schwerer zu machen. Aber die Italiener haben die beste Grundlage, die man dafür nur haben kann: Dann nämlich, wenn die Zahl der Toten von 2017 bis 2018 deutlich zurückgegangen ist – bis annährend eintausend Opfer weniger berichtet sogar der UNHCR.

Nun berichtet der UNHCR auch davon, dass das Verhältnis zwischen erfolgreichen Menschentransfers von Nordafrika nach Europa und Ertrunkenen sich verändert hätte. Soweit, dass heute anteilig mehr Menschen sterben – mit Betonung auf „anteilig“! Aber was sind das für zynische Zahlenspiele, wenn die Wahrheit unumstößlich sagt: Weniger Schiffe der Nichtregierungsorganisationen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch weniger Tote im Mittelmeer? Denn welche anderen Faktoren sollten hier maßgeblich sein? Nichts anderes sagen die Zahlen des UNHCR 2017 gegenüber 2018, als in 2018 deutlich weniger Schiffe Passagiere von sich absichtvoll in Seenot gebrachten Schlauchbooten herunter aufgenommen hatten.

Aber die Denkverweigerung einer Reihe von Redakteuren von früher Leitmedien genannten Zeitungen, es bei der schlichten Wahrheit zu belassen, ist noch umfassender, wenn zeitgleich mit der Verabschiedung des besagten Dekrets bekannt wird, dass sich 75 aus ihrer selbstgewählten Seenot gerettete Migranten in einem tunesischen Hafen weigern, von Bord ihres Rettungsschiffes zu gehen, weil sie ein anderes Ziel hatten: Weil sie nach Europa wollten. Schon diese 75 Menschen sind der Beweis dafür, was von dieser Seenotrettung tatsächlich zu halten ist: Wie muss so ein Journalist gestrickt sein, wenn es ihm so schwer fällt, eins und eins zusammenzuzählen, auf das Naheliegende zu kommen und diese Seenotfälle als das zu betrachten, was sie zunächst einmal sind: Eine Aktion, hin zu einer erzwungenen Hilfsmaßnahme. Oder schlicht und einfach: Nötigung.

Die Verhältnisse in Libyen seien schrecklich? Wer würde das in Zweifel ziehen? Aber dann muss es doch für die internationale Staatengemeinschaft darum gehen, diese Verhältnisse endlich zu beenden. Notfalls militärisch. Da sind schon für viel weniger Gründe Grenzen überschritten und Machthaber und Gewaltverbrecher ihrer Positionen mit militärischer Gewalt enthoben worden.

Es darf sogar davon ausgegangen werden, dass die Maßnahmen der Italiener bei verschiedenen weiteren Mitgliedstaaten der EU auf volle Zustimmung stoßen. Denn wenn sich einmal herumgesprochen hat, dass diese Route geschlossen ist, dann werden auch diese vielfältigen Wanderbewegungen aus dem afrikanischen Kontinent Richtung nordafrikanische Küste ins Stocken geraten. Und dann besteht erst die Möglichkeit, vor Ort Hilfsmaßnahmen für Menschen in Not wirken zu lassen. Darin sind sich ja auch die überwiegende Anzahl aller Stimmen einig.

Keine Einigkeit besteht weiterhin darin, diesen Nichtregierungsorganisationen ggf. zu danken für ihre bisherige Arbeit, sie aber nun zu bitten, endlich die internationale Staatengemeinschaft ihre Arbeit machen zu lassen. Und weiter müssen diese Organisationen in aller Schärfe darauf hingewiesen werden, welche unkalkulierbaren Risiken ihr Angebot birgt, welche Pull-Faktoren hier entstehen. Auch sollten diese Organisationen nun endlich ihre multiplen Kampagnen einstellen, einfache Sachverhalte zu verdrehen und so Menschenleben zu gefährden.

Gebot der Stunde muss sein, dass die Staatengemeinschaft endlich einer ihrer aktuell wichtigsten Aufgabe gerecht wird und in Nordafrika für Ordnung sorgt. Oder mindestens sofort alles dafür unternimmt, solche Lager in Nordafrika weiter auszubauen, die vom UNHCR versorgt werden und von denen aus die Menschen dann geordnet wieder in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Dorthin, wo weitere Hilfsmaßnahmen langfristig Perspektiven für ein Auskommen vor Ort ermöglichen. Menschengerecht.

Italiens Maßnahmen sind da ein erster Schritt. Und wer das bereits zynisch findet, der hat möglicherweise schon das Denken eingestellt zugunsten einer Ideologie, die in letzter Instanz Menschenleben kosten könnte.

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Kommentare ( 44 )

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44 Kommentare auf "Menschenfischer: Italien erschwert Arbeit der sogenannten Seenotretter"

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Alles völlig richtig… Unzweifelhaft geht es hier um Ideologisches Tun und nicht um ein Humanitäres, wie das Video von einem Klardenker bewiesen hat, der sich auf einem NGO Boot verdingt hatte und dann filmte, wie der Kapitän erst quasi auf Lauer lag, dann nach einem Funkspruch zielstrebig einen Punkt vor der Küste ansteuerte, und, oh Wunder ein völlig überladenes Schlauchboot fand , die Ladung bestehend aus überwiegend jungen schwarzen Männern, die unverholen zugaben, nach Europa zu wollen, und dafür bezahlt zu haben…. So weit, so klar. Unklar ist der Verbleib des Videos, dass nicht mehr auffindbar ist im Netz, das… Mehr

Die NGO´s sind meist Fanatiker, die ihre Ziele bzw ihr Weltbild mit allen Mitteln vorantreiben.
Ich habe NGOs in Kambodscha beobachtet (damals unterstützt von radikalen christlichen Organisationen) und heute sind es NGOs im Mittelmeer (jetzt mit grünem Menschenretter-Flair).
Es sind Menschen, die sich über jedes Gesetz hinwegsetzen und wer das macht, der soll auch die Folgen tragen : Strafe und Vernichtung ihrer Waffen (=Schiffe).

Diese Seenotretter töten mit ihren Aktionen tausende Menschen im Mittelmeer. Sie sind hochkriminelle Schlepperbanden und gehören ins Gefängnis.

Heute Fr. grad beim ARTE Journal um 19:20h (Das Magazin mit (hahaha….) weltoffenen und europäi Blick Großer Jammer-Bericht über Italien und deren hier im Artikel genannten Verschärfungen. HINZU wurde hier über eine „Sichere Hafen Konferenz“ in Berlin berichtet wo sich insg 12 Städte u. Länder dazu bekennen und fordern das sie azs dem Meer gerettete „Flüchtlinge“aufnehmen dürfen/wollen. Und Berlin hätte sich nun zumind für ein Gespräch bereit erklärt. 2) WEITERHIN auch ein Jammer-Bericht aus Irak weil dort eine Spezial-Einheit(Falcons) durch Undercover-Leute aufgeflogene IS-Mitglieder festnimmmt ubd un den Knast steckt. DOCH ANSTATT z.B über deren moglichen Taten zu berichten, wird über… Mehr
Zitat: „,dass sich 75 aus ihrer selbstgewählten Seenot gerettete Migranten in einem tunesischen Hafen weigern, von Bord ihres Rettungsschiffes zu gehen, weil sie ein anderes Ziel hatten: Weil sie nach Europa wollten. Schon diese 75 Menschen sind der Beweis dafür, was von dieser Seenotrettung tatsächlich zu halten ist“ >VON WEGEN ‚kein #Asyl-Tourismus“! Ähm, hier möchte ich dann doch auch nochmal an folgenden Artikel erinnern welcher (auch) mehr als deutlich zeigt UM WAS es bei dem „Schwarzen Gold“ aus Afrika wirklich geht: „Rettet uns bloß nicht!“ „Flüchtlinge“aus #Libyen wollen NICHT von #Maltas Küstenwache gerettet werde SONDERN von der ital KüWa. SO… Mehr

Diese NGOs betreiben SCHLEPPEREI und keine Seenotrettung. Die Beteiligten sind STRAFTÄTER und als solche hart zu verfolgen und zu bestrafen.

RICHTIG! – Und weil es sich hier um Straftaten u. Straftäter handelt, IST u. MUß AUCHvnoch zusätzlich deren Tatwerkzeug von der Jolle bis zum Schiff beschlagnahmt u. vernichtet werden!

Ausgezeichneter Artikel ! Vielen Dank ! Ich vermute, den Vertretern der NRO ist es vollkommen bewußt, daß sie den Job der professionellen Schlepper zu einem erfolgreichen Ende bringen ! Insofern muß ich diesen Menschen unterstellen, daß sie versteckt unter der Maske des rettenden Gutmenschen andere, weitere Ziele verfolgen. Aus meiner Sicht besteht das strategische Ziel dieser Fürsprecher der NRO darin, Europa mit so vielen Afrikanern und Arabern wie möglich zu fluten, damit sich langfristig die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend ändern. Insofern unterstütze ich das italienische Vorgehen ausdrücklich ! Vor dem Ertrinken zu retten ist nobel und notwendig, den Job der Schlepper… Mehr

Wenn die Verhältnisse in Libyen so schrecklich sind, warum zieht es dann Zehntausende aus ganz Afrika freiwillig dorthin? Jeder weiß es, weil ihnen nach Erreichen eines NGO-Schlepperboots die Aussicht auf eine lebenslange Vollversorgung einschließlich der nachfolgenden Familie dieses Risiko incl. der Kosten dies allemal wert ist. Selbsernannte Gutmenschen lehnen dieses Argument vehement als zynisch und natürlich menschenfeindlich ab. Diese möchte ich darauf hinweisen, daß jedes Jahr Tausende ebenso große Risiken und Strapazen akzeptieren und noch viel mehr Geld nur für das zweifelhafte Vergnügen ausgeben, einige Minuten auf einem hohen Berg zu stehen.

GUT GESAGT! – Und hinzu kommt doch auch noch, dass das“ Schwarze Gold“ dann zB auch noch bei Interviews großkotzig herumposaunt „das es ihnen egal ist wenn sie auf dem Weg hierher sterben sollten“.

Deshalb, bzw auch deshalb, ist es daher auch mir mehr als egal was den GOLDjungen/frauen in Libyen oder sonstwo passiert und wenn sie ertrinken sollten.

WER SICH in Gefahr begibt kommt eben darin um….. .

Eintypischer Fall für Sprachpanscherer und Kultürbereicherer: Es sind „Schlepper“ da es kriminell ist, ein Fischer dagegen hält sich an Gesetze und liefert mit seiner schweren Arbeit leckeren Fisch.

Sollen die NGOs nach Afrika gehen und dort ihre Mission, den Menschen zu helfen, umsetzen. Das ist der Hebel für die Verbesserung der Lebensbedingungen. Nicht das Export-/ Import-Schleppergeschäftsmodell mit angeschlossener Asyl- und Sozialindustrie, auch wenn es sich davon so wunderbar parasitär auf Kosten anderer leben lässt.

Die NGO sind kleine eitle Selbstdarsteller, die sich gerne als Held in der Retterrolle sehen wollen. In der Realität werden Menschen quasi illegal nach Europa geschleust, dort abgeladen und ihrem Schicksal überlassen. Wo ist denn da die vielbeschworene Humanität.
Man müsste die NGO’s verpflichten, die ‚Geretteten‘ weiter zu versorgen und zu begleiten bis zu einem Bescheid der Asylbehörde und zwar verbindlich als Bürge, der Haftbar zu machen ist für Vergehen seiner ‚Schützlinge‘.
Bei einer solchen Gesetzeslage wäre der Spuk schnell vorbei……

Natürlich entgegen der zu verordnen versuchte PC: Afrika war nie friedlich. Afrika ist strukturiert in Clans und Stämmen, die haben bis heute meist noch keine Besitztitel! Sie haben keine Staaten in unserem Sinn entwickelt – abgesehen von ein paar, wie Ägypten, umgrenzt von Wüste und Meer. Sie können 3-4-mal im Jahr ernten, und das hat Folgen(!) – ganz böse -, dass sie keine Vorratshaltung entwickeln mussten mit allem Drum und Dran. Die Lebensbedingungen lassen sich nicht einfach verbessern, weil die unsägliche Fruchtbarkeit von bis 7,6 (Fertilität) jeden Fortschritt in einen Rückschritt verwandelt. Nigeria ist nicht zu helfen, über 200 Mio.,… Mehr

Afrika ist ja pro Forma die Wiege der Menschheit. Aber offensichtlich hat sich hier in den letzten 30.000 Jahren seit Beginn der Völkerwanderung nichts weiterentwickelt. Archaische Strukturen, Steinzeitliche Sitten und Gebräuche,
dazu permanent kriegerische Auseinandersetzungen egal ob es um Religion,
Land, Geld, Wasser,Waffen oder einfach nur um Macht geht.
Prognose: Afrika wird sich selbst zerstören aufgund der o.a. Punkte in Verbindung mit der Fertilitätsrate.
siehe Bevölkerungsentwicklung Afrika vs. Europa – ist Selbsterklärend
Wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht mit Untergehen…

Zitat: „Das mit der Verbesserung der Lebensumstände sagt sich so leicht, aber es gehören zwei Seiten dazu,“ > Sehr richtig gesagt; „es gehören zwei Seiten dazu“. Doch egal ob zB das „Schwarze Gold“ aus Afrika oder die muslim „Fachkräfte“, von denwn iat mwiner Meinung nichts tu erwarten solange die ihr jetziges Denken u. Handeln haben. DESHALB bin ich auch absolut davon überzeugt das wenn hier in Deutschland zB nach 1945 eine dieser afrikan. oder muslim Kulturen gewohnt hätten, dass diese dann NICHT dieses Land so aufgebaut und erschaffen hätten wie Deutschland dann schon sehr schnell geworden ist. Statt dessen hätten… Mehr