Klaus-Rüdiger Mai storniert Publikation bei Suhrkamp

Für Klaus-Rüdiger Mai ist Suhrkamp vorbei. Er zieht seine mit dem Verlag besprochene Publikationsabsicht zurück.

© Olivier Favre

Aus gegebenem Anlass und nach reiflichem Überlegen habe ich dem Verleger des Suhrkamp Verlages, Thomas Spaar, folgende e-mail geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Sparr,

nach der Entgleisung des Verlages in Sachen Uwe Tellkamp scheint der vormals renommierte Suhrkamp Verlag sich zu einem Parteiverlag zu entwickeln. Linkes Denken mag sich darin ausdrücken, liberales hingegen nicht, denn dieses Denken findet sich in dem Voltaire zugeschriebenen Apercu: ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich werde alles tun, damit sie Ihre Meinung frei äußern (und publizieren) können. Sie haben sich gegen die Vielfalt und für die politische Einfalt entschieden. Ich sehe nicht und glaube auch nicht, wie ein kritischer Essay, wie ich ihn projektiert habe, bei Ihnen erscheinen kann. Ich ziehe hiermit meinen Vorschlag zurück. Er wird andernorts und mit mehr Recht erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Rüdiger Mai

Anmerkung der Redaktion:

Klaus-Rüdiger Mai ist Autor bei Tichys Einblick.

Seine jüngsten Beiträge finden Sie hier.

Vom Autor erscheint am 5. April 2018 die Streitschrift: „Geht der Kirche der Glaube aus?“

Hier ein Beitrag des Autors in der NZZ.

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Kommentare ( 76 )

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Danke für Ihren Schritt in die richtige Richtung! Der Mainstream muss sich zwischenzeitlich immer häufiger winden und wenden um dem gemeinen Konsumenten das Gesicht des Ostdeutschen Wutbürgers zu vermitteln. Die Maske fällt endlich!

Danke für Ihren Mut!! Deutschland ist doch noch nicht ganz verlkoren!!

Vielen Dank für Ihren Mut, dies zu tun!

Danke auch für den Link zum NZZ-Artikel „Der Tag, an dem ich Ostdeutscher wurde“. Lesenswert!

Hervorragend – das ist die Sprache, die diese Leute verstehen. Appeasement hilft gar nicht.

Ich habe mir die Debatte eben auf YouTube angeschaut. Ein Verlag der wegen der Wahrnehmung eines Grundrechts einen Autor derart maßregelt, dem sollten die Autoren massenhaft davonlaufen. Allerdings zeigt es auch, daß Herr Tellkamp zu 100% recht hat, wenn er mangelnde Durchsetzung der Meinungsfreiheit anprangert.

Suhrkamp unter Schorr geht aus dem heimischen Regal, neue Bücher bleiben draußen. So macht man das. Quasi eine Bücherverbrennung, ohne Feuer. Andere Autoren mögen nun ihrs machen. Zum Beispiel Suhrkamp aussparen und das in der Klappe anmerken.

Interessant wäre die Position von Tellkamp. Hat er die vertragliche Option, den Verlag kurzfristig zu verlassen und gegebenenfalls bei einem anderen vielleicht sogar großen Verlag zu veröffentlichen, der ihm ähnliche Konditionen in der Außenkommunikation bietet? Damit meine ich jetzt natürlich ausdrücklich nicht die diffamierende Distanzierung eines Verlages von seinem Autor. Ist das für ihn eine reale Option? Im Übrigen plädiere ich dafür, endlich die Marktmacht gegen solchen Tugendterror zu nutzen, der seinen Ursprung als Ausgrenzungsstrategie mit allem Mitteln auf der Mikro- und Metaebene in der postzaristischen Bolschiwiki hat. Real sind Verlage ohnehin immer mehr von ihren wenigen Bestseller Autoren wirtschaftlich… Mehr

„“Sie haben sich gegen die Vielfalt und für die politische Einfalt entschieden.““

Einfach Klasse, dieser Autor.
Ich wünschte mir noch viel mehr solcher mutiger Intellektueller.

Anläßlich der Insolvenz des Verlages Suhrkamp würde ich eine richtig große Party zelebrieren!