Jetzt bestätigt auch ARD-Korrespondent: Trump lag mit Bedenken bei Briefwahl richtig

Trump beanstandet seit längerem, dass die Briefwahl in den USA nicht sicher sei. In Deutschland wurde ihm deshalb stets vorgeworfen, er plane, Leute vom Wählen abzuhalten und die Demokratie zu beschädigen. Als TE auf diese Probleme hingewiesen hat, ernteten wir Kritik.

shutterstock/B. Clapp

Am 22. September erschien auf TE ein längerer Artikel zur Wahlsicherheit in den USA, insbesondere zum Thema Briefwahl. Zu der Zeit wurden die Sorgen rund um die Wahlsicherheit von vielen deutschen Medien noch als Verschwörungstheorie abgetan. Jetzt hat das fehlerhafte Wahlsystem den Leiter des Washingtoner ARD-Studios Stefan Niemann getroffen, der an seine Washingtoner Adresse gleich drei Briefwahlstimmzettel zugesandt bekommen hat, obwohl er in den USA überhaupt nicht wählen darf – schon gar nicht drei mal. Auf Twitter teilte er ein Bild davon:

Mit dem Universal Mail-in Voting System werden Stimmzettel direkt an alle im Wahlregister gemeldeten Personen geschickt – mit unübersehbaren Folgen. Im Fall des ARD-Korrespondenten kamen sowohl für ehemalige Bewohner als auch für bereits verstorbene Bürger Stimmzettel an – also genau die angesprochenen Probleme mit den oft fehlerhaften Wahlregistern. Niemann ist nicht der einzige, viele Bewohner der Bundeshauptstadt Washington D.C. berichteten von falsch versandten Stimmzetteln:

Der Wahlausschuss des District of Columbia bittet, alle falsch angekommenen Stimmzettel zurückzusenden. Wieviele dieser Bitte nachkommen und wieviele einfach doppelt und dreifach wählen, sei dahingestellt. Wahlentscheidend ist Washington zwar nicht – der Bundesdistrikt hat noch nie für einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt – aber das zeigt beispielhaft die Probleme mit dem Briefwahlsystem, insbesondere wenn Briefwahlunterlagen nicht angefordert werden müssen, sondern automatisch an jeden versendet werden.

Noch brisanter ist die Lage in Ohio, einem möglicherweise wahlentscheidenden Swing-State: dort sind nun fast 50.000 fehlerhafte Stimmzettel verschickt worden. Das erklärte der Wahlausschuss des betroffenen Franklin County, das bemerkenswerter Weise den Slogan “Wo der Staat gut arbeitet” hat.

Heft 11-2020
Tichys Einblick 11-2020: Wieviel DDR steckt heute in Deutschland?
Bereits vor einigen Wochen hat der amerikanische Justizminister Bill Barr vor den Problemen mit der Briefwahl gewarnt. Nochmal zur Erinnerung: Zwischen 2012-2018 sind mehr als 28 Millionen Briefwahl-Stimmzettel verloren gegangen. Eine überparteiliche Kommission unter Leitung des ehemaligen demokratischen Präsidenten Jimmy Carter befand 2005, dass die Briefwahl sehr anfällig für Wahlfälschungen sei.

Deshalb hält es Justizminister Barr für unverantwortlich jetzt per Universal Mail-In Voting Stimmzettel an alle Personen auf den Wahllisten zu versenden, und bevorzugt stattdessen, dass Wähler die Briefwahlunterlagen zumindest beantragen müssen.


Sebastian Thormann (20) ist Autor des Jugendmagazins Apollo News

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Kommentare ( 26 )

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Silverager
8 Tage her

Vermute ich richtig, wenn ich fast glaube, dass die nächsten Bundestagswahlen „wegen Corona“ ausschließlich als Briefwahl durchgeführt werden sollen?
Dann hätte der Regierungsblock noch eine fettere Mehrheit.

Old-Man
13 Tage her

So ist das mit der Briefwahl,niemand weis ob seine Wahlpost auch wirklich angekommen ist,oder ob sie beim Empfänger nicht gegen einen Kuvert mit genehmen Inhalt ausgetauscht wurde. Schon vor über zwanzig Jahren machte ein inzwischen verstorbener alter Bekannter von mir den Test,er wählte im Kuvert NPD,aber in der Stimmliste nach der Wahl konnte er in der Zeitung keinen NPD Wähler in seinem Stimmbezirk feststellen,seit dem ging er nur noch persönlich zur Wahl,blieb auch zur Kontrolle des auszählens vor Ort,aber es müssen sehr gewitzte Leute am Werk sein,denn in den zwölf Jahren bis zu seinem Tod tauchte seine NPD Stimme nie… Mehr

Altchemnitzer
13 Tage her

Auch in Sachsen sind die Briewahlergebnisse völlig anders, als die Ergebnisse der Präsenzwahl. Dies hängt meines Wissens aber nicht mit der Zählweise zusammen. Was geschieht mit den eingegangenen Briefwahlunterlagen über Nacht? Weiterhin lassen sich bei einer Wahlbeteiligung unter 100% leicht zusätzliche Abstimmungen einschleusen.

Alfons Kuchlbacher
13 Tage her

Hallo Herr Thorman, vielleicht wäre auch ein Artikel zum „ballot harvesting“ interessant: https://www.youtube.com/watch?v=MV7oDl8yDZk&t=333s

Manfred_Hbg
13 Tage her

Zitat: „Jetzt hat das fehlerhafte Wahlsystem den Leiter des Washingtoner ARD-Studios Stefan Niemann getroffen, der an seine Washingtoner Adresse gleich drei Briefwahlstimmzettel zugesandt bekommen hat, obwohl er in den USA überhaupt nicht wählen darf“ > Och, dat is all ken Problem. Ist doch nur ein Einzelfall.(Zynism/Iro off). Ich zumindest traue selbst auch hier in Deutschland der Briefwahl nicht mehr wirklich. Wobei dies dann jedoch weniger an unsere Post und mehr an der auszählenden Seite liegt. Denn wenn bspw selbst schon im Bundestag ein Herr Präsi Schäuble der Meinung und Auffassung ist, dass er die ihm (auch) anvertraute Post nur nach… Mehr

Aufgewachter
13 Tage her

Bei einer Briefwahl entscheidet in erster Linie wer zählt…

keinerda
14 Tage her

Als „Nachbar“ zu Praesident Trump kann icht nicht verstehen, dass ein Amerikaner/in ueberhaupt Biden/Harris waehlt. Von Biden/Harris oder besser Harris/Biden ist nichts zu erwarten ausser :
Sozialismus…….(Bernie Sanders)
Steuererhoehung
Veraenderung der Grundgesetze
Abschaffung von National – Stolz
Veraenderung der Gesellschaft
und vieles mehr…….siehe das Beispiel Deutschland

Meine Voraussage : TRUMP/PENCE…….304…….biden/harris :…..234

Manfred_Hbg
13 Tage her
Antworten an  keinerda

Na, HOFFENTLICH trifft Ihre Voraussage zu. Ich fände es gut 🙂

Andreas S.
14 Tage her

Es erschien mir zu unglaublich, um wahr zu sein. Also fragte ich einen Freund in den USA. Und was antwortet der mir: „Meine Schwägerin hat auch 2 x Post bekommen, obwohl ihr Mann vor 2 Jahren verstorben ist.“
Da kann man Trump bashen wie man will – in dem Punkt hat er wohl nicht unrecht.
Stattdessen ununterbrochen Propaganda im ÖR – anstatt sich mal mit den Fehlleistungen aus Berlin zu beschäftigen.

Manfred_Hbg
13 Tage her
Antworten an  Andreas S.

Zitat: „Stattdessen ununterbrochen Propaganda im ÖR – anstatt sich mal mit den Fehlleistungen aus Berlin zu beschäftigen.“

> Tja, SO sind sie halt, die deutschen Qualitätsmedien und unser ARD/ZDF Staatsfunk: immer sehr VIELfältig informativ, fast bis zur Selbstaufgabe aufklärerisch am rechechieren und absolut objektiv. (Iro/Sark off)

Dr_Dolittle
14 Tage her

Das gibt es auch hier in Deutschland. Die Briefwahlergebnisse weichen seit 20 Jahren regelmäßig und statistisch sigbnifikant von den Urnenwahlergebnissen ab (vgl. Beitrag von Prof. wagschal in der FQAZ von April 2018). Schröder hatte i der bekannten Eelefantenrunde nach Urnenwahlergebnissen tatsächlich gewonnen, aber dieBriefwahlergebnisse haben das gekippt. Entscheidend ist wer zählt….

Waehler 21
14 Tage her

Genau der Punkt! Auch wenn man jemanden nicht mag, ist nicht alles Quatsch was er sagt.
Die Fähigkeit der deutschen Medien Argumente abzuwägen, ist kaum mehr existent.
Nur noch Ideologie wird gesendet!
Gab es in dieser Sache reumütige Einsicht? Bisher nichts davon mitbekommen. Aber abgebucht von meinen Konto haben diese Leute von ÖRR!

Kassandra
14 Tage her
Antworten an  Waehler 21

Der erste Schritt könnte sein, die Einzugsermächtigung zu streichen und im Anschluss die Gebühren bar zu zahlen: https://www.rundfunkbeitrag.de/buergerinnen_und_buerger/formulare/aendern/index_ger.html
Machen wir es den Anstalten nicht zu leicht. Manche schreiben sogar, dass sie aus Gewissensgründen gar nicht mehr für das, was da irritierend gesendet wird, zahlen wollen.