Kein Ende des Krieges im Nahen Osten – und Europa droht eine Energiekrise. Aber niemand weiß genau, wie viel Treibstoff tatsächlich noch vorhanden ist. Die EU scheitert daran, ihre eigenen Treibstoff-Vorräte konkret zu erfassen.
picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Thomas Hess
Der Auslöser der beunruhigenden Entwicklung ist der fortgesetzte Krieg gegen den Iran, der nicht nur die globalen Energiemärkte erschüttert, sondern auch Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen offenlegt. Besonders kritisch wird die Lage durch die weitere Sperre der Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Öl und Gas weltweit. Sollte die Blockade nicht aufgehoben werden, drohen massive Versorgungsunterbrechungen. Bereits jetzt beziffert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die zusätzlichen Energiekosten für die EU auf 500 Millionen Euro pro Tag.
Während Fluggesellschaften bereits tausende Verbindungen streichen und Regierungen ihre Bürger zum Energiesparen aufrufen, zeigt sich hinter den Kulissen ein strukturelles Problem: Es fehlen verlässliche Daten, berichtet dazu aktuell Politico. Zwar sind staatliche Öl- und Gasreserven weitgehend dokumentiert, doch ein Großteil der tatsächlichen Bestände liegt in privaten Lagern – und somit fehlen wichtige Inforamtionen. Unternehmen sind nämlich nicht verpflichtet, ihre Vorräte offenzulegen, und viele tun dies auch bewusst nicht.
Diese Informationslücken bereiten auch politischen Entscheidungsträgern zunehmend Sorgen: Bei einem hochrangigen Treffen drängten Vertreter aus Belgien, den Niederlanden und Spanien auf ein besser koordiniertes Monitoring der Kraftstoffbestände. Besonders raffinierte Produkte wie Diesel oder Kerosin bereiten Probleme: Sie lagern in komplexen, dezentralen Netzwerken, also von Hafentanks über Pipelines bis hin zu Flughäfen. Eine zentrale Erfassung ist somit nicht möglich.
Ein hochrangiger Beamter eines europäischen Energieministeriums brachte es gegenüber Politico auf den Punkt: „Unser Wissen darüber, was tatsächlich im Umlauf ist oder wohin es transportiert wird, ist äußerst begrenzt.“ Diese Unsicherheit könnte im Ernstfall fatale Folgen haben – etwa wenn politische Entscheidungen auf unvollständigen Daten basieren müssen.
Veraltete Daten von Eurostat
Zwar liefert Eurostat regelmäßig Zahlen zu Energiebeständen, doch diese sind oft veraltet. Die letzten umfassenden Daten stammen aus dem Januar. Damals erfüllten die meisten EU-Staaten noch die Vorgabe, Reserven für mindestens 90 Tage vorzuhalten. Doch wie sich die Lage seit Beginn des Iran-Konflikts entwickelt hat, ist weitgehend unklar.
Ein weiteres Problem: Selbst internationale Organisationen wie die International Energy Agency sind nicht ausreichend informiert. Zwar koordinierte die IEA kürzlich die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl, doch auch ihre Daten basieren größtenteils auf freiwilligen Angaben der Mitgliedstaaten und Unternehmen.
Besonders schwer zu erfassen sind Bestände von Flugtreibstoff. Diese lagern häufig in speziellen Tanksystemen und werden fast ausschließlich durch freiwillige Angaben der Industrie dokumentiert. Entsprechend groß ist die Unsicherheit – speziell in einem Sektor, der besonders sensibel auf Versorgungsengpässe reagiert.
Die Krise kommt, das Ausmaß ist aber nur zu erahnen
Die Europäische Kommission hat das Problem nun erkannt und arbeitet an einer Lösung; Ein neues „Fuel Observatory“ soll künftig Produktion, Importe, Exporte und Lagerbestände genauer erfassen. Ziel ist ein System, das mit der umfassenden Datenerhebung der USA vergleichbar ist. Doch konkrete Details stehen noch aus. „Wir wollen einen besseren Überblick über die Lage bekommen“, erklärte dazu Kommissionssprecherin Anna-Kaisa Itkoneno. „Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, wie genau das funktionieren wird.“
Bis dahin bleibt Europa in einer heiklen Lage: steigende Preise, unsichere Lieferketten und dazu ein Energiesystem, dessen tatsächlicher Zustand nur unvollständig bekannt ist. Die Krise rollt auf uns zu, das Ausmaß lässt sich aber nur erahnen.


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Kein Treibstoff mehr, wäre ein Grund zuhause zu bleiben, denn das ist dann höhere Gewalt, ausschließlich durch die Politik verursacht und deswegen wird es immer noch soviel geben, daß dieses Argument nicht zieht, wenn auch über höhere Preise zu Lasten des Arbeitnehmers und daran partizipiert der Staat immer und ist nie müde, sich eine neue Steuererhöhung auszudenken, damit es dem Lastenesel nicht zu wohl wird. Wer immer noch nicht kapiert hat, was uns Sozialisten aller Art seit gut zwanzig Jahren eingebrockt haben, der wird vermutlich in der Zukunft auch nicht gescheiter und wenn sich die Schwarzen durch falsches Handeln selbst… Mehr
Wenn es denn „nur“ Sprit wäre… Vom Golf kommt aber weitaus mehr, z.B. Helium, Wasserstoff, Schwefel, Kunststoff-Granulat, Kunststoffgrundprodukte, Medikamentengrundstoffe, Dünger, etc. pp. Die gesamte Industrieproduktion und auch die landwirtschaftliche Produktion hängen von diesen Stoffen ab. Egal ob Computerchips, Medikamente, Reifenproduktion (Schwefel), Chemieprodukte, Antibiotika, Dünger … einfach alles. Dank der Globalisierung – und noch schlimmer, dank des grünen Klimawahns und der grünen Überregulierung – haben wir große Teile der Produktion von (chemischen) Grundstoffen ins Ausland ausgelagert, in diesem Fall an den Golf. Unsere CO2 Bilanz oder Flüsse bleiben dabei sauber – das „gute Gewissen“ ist gesichert. Und nun bekommen wir dafür… Mehr
https://table.media/ceo/news/strasse-von-hormus-was-die-blockade-wirtschaftlich-bedeutet: Nur fünf Prozent der Rohölexporte aus den Ländern um den Persischen Golf gehen nach Europa. „Nach den Berechnungen der Außenhandelsexperten liegt der Anteil der Importe aus Iran und den Nachbarstaaten, der über die Straße von Hormus in die EU geliefert wird, bei rund zwei Prozent der gesamten Extra-EU-Importe. Bei Rohöl- und Flüssiggas sind die Anteile mit 6,2 bzw. 8,7 Prozent dagegen deutlich höher.“, vgl. ifo. Wieso also greift die EU in Krisen immer zu Mitteln der Kontrolle? Hätte es nicht andere Möglichkeiten gegeben? Was will sie denn tun, wenn sie die Mengen hat? Kontrollieren und planen? Immer Richtung demokratischer… Mehr
Ich war letzte Woche in den USA. Da habe ich für 4.10$ pro Gallone getankt in einem Bundesstaat mit relativ hohen Spritpreisen. Also pro Liter ca. 90 Euro Cent.
Hier in Kanada kostet der Liter Benzin momentan umgerechnet 1,03€. Höchstand war 1,19€ vor 2 Wochen.
Von der Energiekrise ist in Nordamerika absolut gar nichts zu spüren. Die lachen sich über die Europäer einfach kaputt.
Ich bin gerade in Japan. Die Tankstellen verlangen hier für ihre Produktpalette zwischen 160¥ und 180¥. Also 90ct bis maximal 1€ pro Liter.
Das ist so ungefähr der gleiche Preis wie beim Besuch vor 2 Jahren, ein paar Yen rauf oder runter.
Es ist in der Tat ein Problem der sozialistischen EU
Wenn es angeblich nicht genug Sprit gäbe, würde der Liter schon längst mindestens 20 Euro kosten….!
Ich phantasiere jetzt mal: Da die EU sich einen Namen damit gemacht hat, Daten für planwirtschaftliche, enteignungsgleiche und zensorische Zwecke zu missbrauchen, werden Private ihr wahrheitsgemäße Daten nicht geben wollen. Kein Wunder, dass die EU (und Organisationen, die ihr zuspielen) keine solchen Daten hat.
Wissen tue ich dies nicht. Ich selbst aber würde der EU (und anderen staatlichen Stellen) Informationen nur ungern geben, aus reinem Misstrauen.
Allgemein: Es ist ein bekanntes Problem von Planwirtschaften (DDR’ler wissen das), dass die Entscheider keine Informationen haben, weil alle lügen.
> Der Auslöser der beunruhigenden Entwicklung ist der fortgesetzte Krieg gegen den Iran, der nicht nur die globalen Energiemärkte erschüttert, sondern auch Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen offenlegt. Abhängigkeit von US-kontrollierten Importen – >>> wenn man sich in diese Abhängigkeit treiben lässt…: <<< > „… Ein zentraler Punkt der Analyse ist die systematische Entkoppelung Europas von russischer Energie. Was lange als „Verschwörungstheorie“ abgetan wurde, erweist sich bei Berletic als präzise implementierte Strategie. Durch die Zerstörung von Nord Stream und den erzwungenen Umstieg auf teures US-LNG (Flüssigerdgas) wurde Europa in eine totale Abhängigkeit von Washington getrieben. … Dies dient nicht nur… Mehr
Wir leisten uns eine internationale Energieagentur (von der ich bis vor wenigen Wochen noch nie etwas gehört habe) und wissen angeblich nicht annährend wie viel Öl- und Kerosinreserven in Europa vorhanden sind? Sollen wir das glauben? Keine schöne Modellrechnungen wie bei Corona? In meiner Glaskugel kann ich sehen, dass just zu Ferienbeginn der Sprit -quasi von heute auf morgen- alle sein wird und Urlaubsflüge gestrichen werden müssen. Diese Nummer wird als erstes gezündet bevor wir auch nicht mehr (voll-) tanken können. Bin gespannt ob meine Glaskugel Recht behält.
die EU weis genau wieviel Vorräte Sie hat…aber wenn man das veröffentlichen würde, könnte man die Bürger nicht gängeln. Es geht bei den ganzen Konflikten in der Ukraine, im Iran nur um Angst-Erzeugen, als Folge die Menschen besser kontrollieren zu können und um die Umverteilung des Geldes: Raus aus der Tasche der Menschen, rein in die Tasche der Konzerne (siehe das BEWUSST so gemachte Benzinpreis Gesetz). All dies gehört zur Agenda2030, wöfür weltweit ALLE Staaten in der UN unterschrieben haben!! AGENDA2030 ist das Stichwort!!!
Unsere Sorgen sind noch lange nicht die Sorgen der EU.
Uschis Privatflieger wird immer genug Kerosin haben, egal was passiert. Da funktionieren die Bürokraten ganz hervorragend.