Die Umlage-Rente durch Kapital-Rente flicken – Reform ist das keine

Die Regierung ist eine Nichtregierungskoalition. Mit Steuergeld finanzierte Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind Regierungsorganisationen (RO). Die von ihnen organisierte Zivilgesellschaft ist eine uniforme. Reform meint Deform.

Heute legt die Alterssicherungskommission ihren Bericht zur Rentenreform vor. CDU-Kanzler Friedrich Merz sagt, Veränderungen seien nötig, „damit vieles so bleiben kann, wie es ist“. Das ist die Wiederauflage von „Die Rente ist sicher“ bei Ex-CDU-Arbeitsminister Norbert Blüm. Wer heute der großen Mehrheit etwas anpreisen will, „damit vieles so bleiben kann, wie es ist“, leidet unter Wirklichkeitsverlust.

Die abschlagsfreie „Rente mit 63“ nach 45 Beitragsjahren weg, Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, mehr Beitragszahler durch Einbeziehung von Selbstständigen, Beamten und Abgeordneten sowie eine zusätzliche kapitalgedeckte Säule als Kernpunkte sagen nur eines: Mehr Leute müssen mehr zahlen, um im Alter weniger zu haben. Für das Arbeitsleben heißt das: Leistung soll sich noch weniger lohnen.

Heute vor der Präsentation der Rentenkommission und der Pressekonferenz von CDU-Merz und SPD-Bas in den Medien: Die neue Kapitalrente werde langfristig erhebliche Extra-Renten für die Versicherten generieren. Der sogenannte Eckrentner könne im Mittel nach 20 Jahren Ansparzeitraum in der Kapitalrente auf 150 Euro mehr Rente monatlich kommen, nach 45 Jahren sogar auf über 770 Euro mehr, so Kommissionsfrau Tabea Bucher-Koenen (Spiegel), Professorin und Leiterin des Forschungsbereichs „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“ am Mannheimer ZEW-Institut. Die Zumischung von Kapitaldeckung als großes Potenzial preist Kommissionsmann Jörg Rocholl, Präsident der Berliner Wirtschaftshochschule ESMT an: „Das könnte ein Durchbruch für unser Land sein.“ Zahlen sollen die neue Kapitalrente durch zusätzliche verpflichtende Rentenbeiträge in Höhe von zwei Prozent die Arbeitenden. Die Kapitalrente habe überragende makroökonomische Vorteile für das Land.   Nicht einmal die skandalöse Besteuerung der Renten schaffen sie ab. Und ihr Flickschuster: Legen Bürger die Summen, die ihr ihnen für die Kapitalflickrente abknöpfen wollt, selbst an, haben sie im Alter mehr davon. Wer die gesetzliche Rente seit dem Umstieg vom Kapitaldeckungsverfahren zum Umlageverfahren 1957 begleitet hat, reibt sich die Augen. Das gescheiterte Umlagesystem wird mit Steuerzuschüssen weitergeschleppt und durch eine neue Kapitalzusatzrente aufgestockt. Herr Merz, Ihre Verschönerungsformel kann nicht verdecken, sondern unterstreicht es unabsichtlich selbst noch: „damit vieles so bleiben kann, wie es ist“. Nichts fürchten wache Bürger mehr, als dass es so bleibt, wie es bei Ihnen und dem Rest des Parteienstaates ist.

Drei Viertel der Bundesbürger wollen Reformen, aber nur ein Viertel traut der Merz-Regierung welche zu. Die Politik sagt Reform und meint Deform. Die Politik sagt Entlasten und meint, weniger wegnehmen. Solidarisch bedeutet Umverteilen von unten nach oben.  Die Regierung ist eine Nichtregierungskoalition. Mit Steuergeld finanzierte Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind Regierungsorganisationen (RO). Die von ihnen organisierte Zivilgesellschaft ist eine uniforme. Die Chiffre „UnsereDemokratie“ sagt dem Drittel der Wähler, die nicht Rotgrünschwarzrot gewählt haben, ihr müsst draußen bleiben. Doch was bedeuten Parteinamen noch? Wo die Schwarzen grün sind und die Grünen rot? Wo die Ostpartei SED-Die Linke eine Westpartei ist und die West-Gründung AfD nirgends stärker denn als Ostpartei? Und wo sich im geschlossenen Club „UnsereDemokratie“ selbst niemand grün ist.

Kurz gesagt, der ganze Parteienstaat ist ein merkwürdiges Keinerlei, von dem nichts Gutes zu erwarten ist. Wer es sich leisten kann, sagt, lasst mich in Ruhe, ich will von eurem Mist nichts mehr hören, geht in seine Laube und macht Ferien von der veröffentlichten Meinung. Wer arbeitet, um zu leben, hat weder Zeit noch Sinn für den ganzen politmedialen Zirkus. Die sind doch alle gleich, denen geht es doch nur um sich selbst, denen kann man doch schon lange nichts mehr glauben. Sie sagen es ja selbst: „damit vieles so bleiben kann, wie es ist“.

An der Golffront sinalisiert ein Besuch von Marco Rubio großen Handlungsbedarf den arabischen Golfstaaten gegenüber, während JD Vance in der Schweiz mit den Iran-Regime-Vertretern feilscht. Rubio wird sich in den VAE, Kuwait und Bahrain für Unterstützung bei den Verhandlungen einsetzen und dafür auch den Gulf Cooperation Council treffen.

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Kommentare ( 62 )

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Wilhelm Roepke
25 Tage her

Das Hauptproblem ist das Desinteresse der Leute für Politik. Wer bei der Tageszeitung nur den Sportteil und die Todesanzeigen liest, mit dem wird halt Schlitten gefahren.

Haba Orwell
25 Tage her
Antworten an  Wilhelm Roepke

Andere Teile der gängigen Tageszeitungen informieren nicht zwingend besser – vermutlich voller Klimapanik und ähnlichen Framings? Da muss man schon vernünftige Medien nehmen.

Icarus
25 Tage her

Legt man eine durchnittliche Inflationsrate von 3% wie in den letzten 20 Jahren zugrunde, beträgt der Barwert von 150 € nach 20 Jahren nur ca. 80 € und von 770 € nach 45 Jahren nur ca. 200 €. Deshalb ist die Behauptung, daß dies ein „Durchbruch für unser Land“ wäre, nichts anderes als vorsätzliche Volksverdummung.

Last edited 25 Tage her by Icarus
Teiresias
25 Tage her

Was nicht erwirtschaftet wird, kann nicht verteilt werden.
Da kann man vorsorgen, soviel man will, auf welche Weise man will, solange die linke Politik herrscht, wird mit dem Wieselwort „Gerechtigkeit“ wegbesteuert und enteignet, daß jede Anstrengung und Initiative zunichte gemacht wird.
Es ist ganz einfach;
Kein Politikwechsel, keine Rente.
Einziger Ausweg: Politiker werden. Nur diese Pfründe sind unantastbar.

Kampfkater1969
25 Tage her

Das Problem mit der Rente ist die Politik. Solange Politiker auf die Rentenkassen zugreifen können, werden die Gelder zweckentfremdet. Es braucht eine Konstruktion, die die eingezahlten Beiträge dem direkten und indirekten Zugriff der Politik entzieht. Der norwegische Staatsfonds hat z.B. mir die Taschen gefüllt. Mit ihrem ESG-Gedöns haben sie z.B. Shellaktien auf den Markt geschmissen und für einen massiven Kursverlust gesorgt. Dies habe ich für massive Käufe genutzt und kann jetzt auf einen guten Kapitalstock sehen, der ordentlich Dividenden abwirft. Zudem stehen massige Buchgewinne im Depot. Gewinne, die dort beim Fonds der norwegischen Bürger als Verlust verbucht wurden, ohne dass… Mehr

verblichene Rose
25 Tage her

Wie viele „Säulen“ haben wir denn jetzt mittlerweile bei der Rentenversicherung? Die regulären Rentenbeiträge, die neue betriebliche 2%-(Zwangs-)Vorsorge und das Geld, das der Staat bereits auf unsere Kosten in Aktien anlegt…
Wenn das so weitergeht, kann jeder sich seine Rente gleich selber auszahlen. Und bis dahin wäre es wohl unter dem Kopfkissen am besten aufgehoben…!

Talleyrand
25 Tage her

Hoffentlich gehen nicht allzuviele Rentner den verlockenden Sirenentönen auf den Leim. 70 % vom letzten Einkommen für den Rentner! Das ist der Speck in der Rattenfalle. Schon denken viele, prima, nächstes Jahr gibts das für alle, so wie schon immer für die ach so überarbeitete und völlig verarmte Beamtenschaft. Und flugs bekommt die CDU die sehnlich erwarteten Stimmen. Dass die AFD so etwas, allerdings mit einigermaßen plausiblen Gegenfinazierungen, schon lange im Programm hat, ist schnell vergessen. Aber jedes mal, wenn Alice Weidel das vorgeschlagen hat, gabs bei den Dumpfparteien großes Protestgeschrei. Das hier dürfte aber die bekannte, diesmal reale 360… Mehr

Haba Orwell
25 Tage her

Die hiesigen Briten-Fans wird wohl nichts zur Ernüchterung bringen: >>>Storm-Shadow Angriff gegen Russland und die Folgen<<< > „… Großbritannien hat in den letzten Tagen Russland mit StormShadow Marschflugkörpern angegriffen, im Auftrag der Ukraine. Es dürfte allgemeines Wissen sein, dass ohne Satellitendaten und direkte Einflussnahme auf die Zieleingabe und die Funktion der Raketen durch Großbritannien ein Betrieb durch die Ukraine nicht möglich ist. Genau dies war von Putin als Rote Linie bezeichnet worden, und wurde als Eintritt eines NATO-Landes in den Krieg gegen Russland angesehen worden. …“ Besser ein nichtweißes Britannien als ständiges Anzünden der Welt. Darunter sind viele Inder, noch… Mehr

Nibelung
25 Tage her

Das versteht man erst wenn man die Verflechtungen der größten Aktienverwalter sieht die in direktem Zusammenhang mit unserer Politik stehen und man diese noch reicher macht, wenn man deutsche Rentner über Zwang zu zahlenden Aktionären verpflichtet, die zwangsläufig dann diese Fondgesellschaften erreichen und die Frage zum Schluß übrig bleibt wer noch davon partizipiert und mit reichlich Phantasie ausgestattet, müßten da ja schon Namen im Kopf umherschwirren, wo man nicht so lange raten muß, um darüber fündig zu werden. Im Prinzip war das der größte Coup, den man im eigenen Interesse starten konnte, wo die Milliarden nun zukünftig im Portfolio in… Mehr

investival
25 Tage her

In Sachen Altersvorsorge wäre es das dann gewesen mit Selbständigkeit für Selbtändige – für nicht wenige derer mit ein Grund selbständig = ohne Belastung und im Gegenzug reduziertem Einfluss des Staates für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen zu wollen. Das wird, linkspolitisch ja inhärent gewollt, Staatsabhänigkeiten und – historisch für nüchterne Hirne eigentlich hinreichend belegt – infolge dessen den kollektiven Niedergang weiter promovieren. – Zielführend wären, gerade auch angesichts politisch-ideologisch initiierter düsterer Perspektiven für Nichtselbständige, Anreize zu mehr Eigenverantwortung und -vorsorge; und beides auch für Staatsbedienstete. In westlichen Wettbewerber-Ländern um Kapital und Investitionen gibt’s dafür ja gute Beispiele. Ein (sozialer) Weg… Mehr

Freigeistiger
25 Tage her

Vance und Rubio versuchen nun auszubügeln, was Trump vermasselt hat. Tucker Carlson hat sich vom US-Präsidenten distanziert mit der Begründung, dass er als Vasall Netanjahus und der mächtigen Israel-Lobby in den USA handle und amerikanische Interessen vernachlässige.
Danach sieht es in der Tat aus, Trump hätte diesen Krieg nie beginnen dürfen.
Noch immer zögert Trump, die israelische Regierung bezüglich Libanon scharf zurückzupfeifen, obwohl er die Macht dazu hat. Anders ist ein Frieden aber nicht zu erreichen, Vance und Rubio wissen das.

Kassandra
25 Tage her
Antworten an  Freigeistiger

Es gibt niemals Frieden mit islamischen Ländern.
Nur Unterwerfung.
Und bis dahin Hudna.

Kraichgau
25 Tage her

ich erinnere in dem Rentenzusammenhang nur mal eben so an die US-Rentner,die durch „Kapitalrenten/Anlagerenten“ im Zuge der Bankenkrise 2008 grosse Teile ihrer Renten durch Aktienbetrug verloren haben….DAS soll die Lösung sein,die Merz bringt?????

Kraichgau
25 Tage her
Antworten an  Kraichgau

im Nachgang…klar,aus Merzen`s Warte herraus ,Blackrock bietet sicher genug total 100% sichere Fonds an,in denen die Gelder „gewinnbringend“ angelegt werden,bis zur naechsten Blase und anschliessender Korrektur gegen null..

Last edited 25 Tage her by Kraichgau
Haba Orwell
25 Tage her
Antworten an  Kraichgau

Finanzverwalter wie BlackRock müssten froh sein, noch mehr Anlagen verwalten zu dürfen. Für BlackRock wäre es sicherlich die gewünschte Lösung.

investival
25 Tage her
Antworten an  Kraichgau

Ein Renditerisiko haben Sie IMMER. [– Schon das Leben ist ein Risiko] Das ist beileibe kein Grund, an einem sichtlich nicht mehr hinreichend leistungsfähigen System festzuhalten (welches in einer veritablen Krise zudem noch schneller zusammenbräche). Es ist im Kern eine Frage der Ausgestaltung der Kapitaldeckung. Dass kann man durchaus leicht wie auch kostengünstig so hinbekommen, dass zumindest über mehr als eine mittlere Frist positive Realrenditen heraus kommen – so der Staat von planwirtschaftlichen Ideologien lässt, und überdies eine gewisse Ausgabendisziplin vorlebt; freilich (und wo man als deutscher Steuerbürger leider skeptisch sein muss). ‚Home Bias‘ oder gar Beteiligung beim eigenen Arbeitgeber… Mehr

Last edited 25 Tage her by investival