Ein Ex-Offizier und Instrukteur der DDR-Grenztruppen gibt heute als Bundespolizist Beamten Verhaltensratschläge für den Fall eines AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt. Mit seiner Biografie steht er beispielhaft für die veränderte Bundesrepublik.
IMAGO - Collage: TE
In der Augustausgabe „DP Deutsche Polizei“, der Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei (GdP), erschien vor wenigen Tagen ein Beitrag des GdP-Vizechefs Sven Hüber, der darin ganz direkt an Polizisten, vor allem Bundespolizisten, appelliert und ihnen Verhaltensratschläge für den Fall erteilt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt nach der Wahl am 6. September die Regierungsgeschäfte übernimmt.
Unter der Überschrift „Richtig Nein sagen“ nennt Hüber einen möglichen Wahlsieg der AfD eine „Machtergreifung“. Wörtlich heißt es dann: „Eine AfD-Machtergreifung entbindet keinen Beamten von seinem Eid auf den Schutz der Verfassung“. Worin genau der Verfassungskonflikt bestehen würde, führt der Autor nicht aus. Er erwähnt allerdings eine formale Grundlage, Artikel 91 Grundgesetz, der den sogenannten inneren Notstand regelt.
In seinem Text rät er nur leicht verklausuliert Polizeibeamten, Anordnungen eines möglichen AfD-Innenministers in Sachsen-Anhalt zu ignorieren oder zu hintertreiben: „Wer seinen geleisteten Eid ernst nimmt, kann gar nicht anders: No-Go mit der AfD“.
Am 13. August 2026, dem 65. Jahrestag des Mauerbaus, gibt es einen besonderen Grund, sich mit der Biografie des stellvertretenden GdP-Chefs zu befassen, der als Hauptpersonalratsvorsitzender gleichzeitig als Personalvertreter für mehr als 30.000 Bundespolizisten fungiert. Hüber, Jahrgang 1964, absolvierte von 1983 bis 1987 die Offiziershochschule der DDR-Grenztruppen „Rosa Luxemburg“, diente später als stellvertretender Kompaniechef und Stabsoffizier im Grenzregiment 33, zuständig für den Abschnitt Berlin-Treptow, außerdem als „Jugendinstrukteur“, der sich um die politisch-ideologische Schulung der Grenzsoldaten zu kümmern hatte.
Seine Laufbahn setzte Hüber nach 1990 nahtlos beim Bundesgrenzschutz fort. Den neuen Arbeitgeber kannte er schon, zumindest aus der Ferne: Hübers Diplomarbeit an der Offiziershochschule trug den Titel: „Der Bundesgrenzschutz als Instrument imperialistischer Macht- und Herrschaftssicherung“. Politisch äußerte sich der frühere Instrukteur als GdP-Funktionär häufig, und zwar immer in gleicher Richtung.
Über sich und seine Mauerschützen-Vergangenheit möchte der öffentlich hochgradig aktive Hüber allerdings lieber nichts lesen. Jahrelang führte er Verfahren gegen den Autor Roman Grafe und dessen im Siedler-Verlag publiziertes Buch „Deutsche Gerechtigkeit“ über die juristische Aufarbeitung des DDR-Grenzregimes, weil der Autor dort allgemein zugängliche Fakten über den Ex-Grenzoffizier veröffentlichte.
Hübers juristischer Feldzug gegen die Geschichtsschreibung endete erst im September 2007, als das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerde gegen das Urteil ablehnte. Zumindest auf Wikipedia versucht dieser Tage allerdings jemand, den Eintrag zu Hüber massiv umzuschreiben.
Wille, verwandt mit dem SED-Politbüromitglied Siegfried Lorenz, studierte in der DDR Jura; Ende 1986 veröffentlichte sie in der DDR-Fachzeitschrift „Neue Justiz“ einen Beitrag gemeinsam mit einem Offizier im besonderen Einsatz der Staatssicherheit zu „aktuellen Fragen des Revanchismus in der BRD“, in dem es hieß: „Im politischen und ideologischen Arsenal der aggressivsten und reaktionärsten Kräfte des Monopolkapitals nimmt der Revanchismus einen gewichtigen Platz ein“. Als ARD-Intendantin gab sie das berüchtigte „Framing-Manual“ für den Senderverbund in Auftrag.
Die niemals wirklich untergegangene DDR dürfte in den absehbaren Auseinandersetzungen nach den Landtagswahlen im Osten eine nicht unbedeutende Rolle spielen.
Die Hübers sind unter uns.








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Leute wie Hüber sind die wahren Schreibtischtäter der DDR. Dass jemand wie er nahtlos an seine Vergangenheit eine solche Karriere anknüpfen konnte, macht mich fassungslos und ich frage mich: Wer hat 1990 eigentlich wen übernommen? Und wenn ich dann die Lebensläufe von Werner D. Stuckmann und Adolf Kanter studiere, die beide für die Stasi im Westen an einflussreichen Stellen fleißig berichteten, Einfluss auf das große Geschehen nahmen und dafür dann auch beide verurteilt wurden, dann weiß ich, das war nur die Spitze des Eisbergs. Aber Leute wie Hüber – die haben zum Beispiel beim Mord an Chris Gueffroy den Abzug… Mehr
Schon Bismarck hatte zitiert: „Revolutionen werden HIER von OBEN gemacht!“
Nein, er ist bestimmt kein „Schläfer“. Hat mir neulich noch ein stolzer AntiFa-Kämpfer erzählt.
Das sind die wahren Vertreter „unserer Demokratie“. Besonders seit „Corona“ lassen sie oft geradezu leichtfertig ihre Masken fallen. Das macht sie auch ohne große DDR Vergangenheit gut sichtbar.
Die Politik mit dem Kartell – Es ist ein einziger Sauhaufen. Wenn ich dann noch lese, das die Bürger in Mecklenburg vP dieser elendigen SPD 29 % Stimmenanteil geben wollen, dann zweifle ich an dem Verstand der Ostdeutschen Wähler.
Die kommen aus einer Diktatur und wählen immer noch …..
Etwas stimmt nicht mehr in der BRD.
Der deutsche Michel war im Durchschnitt noch nie eine helle Leuchte. Hoffentlich kommen schwere Zeiten auf den leicht dämlichen aber grossfressigen Michel zu.
Sie haben noch Maischberger u. Mioska vergessen….
Da hat die Stasiratte bestimmt gestern den ganzen Tag geweint.
Wie viele dieser Stasischweine haben wir noch in der Polizei, Regierung, Justiz und in den Parteien?
Wie lange haben Rechtsstaat und Demokratie nach dem II. WK überlebt? Mit all den angeblich unbelehrbaren Ex-Nazis, die an der gesamten Gesetzgebung beteiligt waren? Und wie lange überlebt beides, nachdem die demokratischenSozialisten mit den Ex-SEDlern verstärkt wurden? Genau. Wir sitzen m. E. seit Jahren in einer Zaubervorstellung, schauen auf die Ablenkung, während wir übernommen werden oder gar schon übernommen worden sind.
Es gab bekanntlich massenhaft Wendehälse nach der Wende, wobei bei nicht wenigen der ideolgische Inhalt des Kopfes bestimmt der alte geblieben ist. Doch wo sind sie geblieben? Einige werden im Artikel genannt (Merkel nicht), gewisse Politiker der Linkspartei sind bekannt, aber da gab es die vielen IMs und andere SED-Aktive, also die große zweite Reihe. Wie viele wurden längerfristig arbeitslos, wie viele rasch wieder eingestellt wegen Personalbedarf in Verwaltung und Justiz? Welchen Einfluss konnten sie auf die Institutionen und die Politik insgesamt ausüben?
Gibt es zu diesem wichtigen Thema sozialwissenschaftliche Untersuchungen und Doktorarbeiten?
Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit.
Bei dieser Personalie gehen bei den ehemaligen Ossis jetzt alle Warnlampen an, auch bei denen, die bisher im Tiefschlaf lagen.