„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“

Bei dem biblischen Ineinander von Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit kommt der Berliner Domprediger Bodo Ramelow nicht mit. Er kennt nur die Denkbahnen seiner sozialistischen Verteilungsgleise. Arbeiten scheint für ihn nach eigenen Aussagen nur etwas für Rechtsextreme zu sein.

Screenprint via YouTube / Berliner Dom

Zum Festgottesdienst am Tag der Deutschen Einheit 2026 darf der linke Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Bodo Ramelow, die „Predigt“ im Berliner Dom halten. „Predigen“ meint eigentlich „das Wort Gottes auslegen und verkündigen“. Wenn die evangelische Kirche aber parteipolitische Ideologen auf ihre Kanzel einlädt, dann pervertiert sich Kanzelreden zur Vergewaltigung des Wortes Gottes, um die Ideologie der eigenen Partei über die Menschen auszukübeln.

Genauso kommt es dann auch: Zuerst missbraucht Ramelow die Tageslosung „Nicht was zum Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein“ (Matthäus 15,11). Natürlich benutzt Ramelow diesen Vers als Sprungbrett, um über „Hass und Hetze“, Elon Musk und die sozialen Medien zu hetzen. So kennen wir es aus der linken Ideologie-Litanei mit ihren sprachlichen Abwertungsritualen, mit denen man sich als Gutmensch fünfmal am Tag reinwäscht.

Danach instrumentalisiert Ramelow die biblische Geschichte von der Speisung der 5.000 (Johannes 6). Gegen den Textsinn kommt dabei, o Wunder, das linke Grunddogma heraus: Es ist genug da; die Menschen müssen es nur teilen und richtig verteilen. Komisch nur, dass im Sozialismus selbst auf Kuba nicht mehr genug Zucker da ist und ehemals im Staat des Dachdeckers Erich Honecker die Dachpfannen zur Mangelware wurden. Irgendwie scheint bereits im Basisdogma des „visionären Sozialismus“ der Wurm drin zu sein. Aber es hört sich doch so schön an. Erst recht, wenn diese hübschen linken Phrasen im Berliner Dom sakralisiert werden und mit hervorragender klassischer Musik als etwas „Konservatives“ gerahmt werden.

In der Bibel gehen bei der Regelung innerweltlicher Mangelprobleme Verteilungsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit Hand in Hand. So schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich leben und nichts arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie still ihrer Arbeit nachgehen und ihr eigenes Brot essen“ (2. Thessalonicher 3,10-12).

Lustigerweise zitiert Ramelow diesen Satz in seinem Kanzelgerede, ohne zu wissen, dass es ein Bibelwort ist. Ramelow ordnet diese neutestamentliche Betonung der Arbeit den Rechtsextremen zu, indem er behauptet: „Die Akteure ganz rechts predigen Hass und Härte. Es soll mehr Härte im Umgang geben (…) Die neue Härte umfasst auch die Abwertung der Schwächsten der Gesellschaft. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Ramelow scheint auch nicht zu wissen, dass durch seine Genossen Lenin und Stalin der Grundsatz „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ in der russischen Verfassung von 1918 sowie in Artikel 12 der sowjetischen Verfassung von 1936 festgeschrieben wurde: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Selbst sozialistische Atheisten und Kirchenhasser können in der Bibel ihr gefundenes Fressen finden. Allerdings zeigte die UdSSR mit ihrer Instrumentalisierung der Bibel, dass Arbeitsmoral nicht mit Bibelvers-Garnierung aufgepeppelt werden kann, solange die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen katastrophal gesetzt werden. Die beste paulinische Arbeitsmoral ersetzt keine fundierte Wirtschaftspolitik, um „Wohlstand für Alle“ (Ludwig Erhard) zu generieren.

Der Apostel Paulus ist mit seiner Leistungsmotivation als Vorbild den Christen vorangegangen. Er hat sich als Prediger nicht von der Gemeinde bezahlen lassen, geschweige denn von seiner Kirche verbeamten lassen. Selbst auf seinen Missionsreisen hat er sich als Handwerker und Zelt-Näher selber finanziert (vgl. 1. Thessalonicher 2,9 und 2. Korinther 2,17). Wenn man bedenkt, dass damals das römische Militär der Hauptabnehmer für Zelte war, dann kann man die These aufstellen, dass Paulus als selbständiger Kleinunternehmer im Umkreis der Rüstungsindustrie arbeitete um des Evangeliums willen. Paulus wollte seinen Zuhörern vermitteln, dass er nicht von Jesus Christus erzählt, um damit sein Geld zu verdienen, sondern dass ihm die Verkündigung der Frohen Botschaft ein Herzensanliegen war.

Ganz anders Ramelow. Bei seiner Pseudopredigt stellt sich die Frage: Warum sollte man überhaupt noch arbeiten, wenn doch bereits genug da ist und es nur darum geht, die Ressourcen gerechter zu (ver)teilen? Sein Essen mit seiner eigenen Hände Arbeit zu verdienen, scheint nur noch etwas für Rechtsextreme zu sein.

Dieser Polit-Gottesdienst wurde im ZDF live übertragen. Wie schon zur Coronazeit liegen im Neuen Deutschland die Helden auf dem Sofa und essen Chips, ohne arbeiten gehen zu müssen. Die Abnahme der deutschen Industrieproduktion seit 2018 korreliert mit dieser Ideologie und hat noch Luft nach unten. Ramelow und die linke evangelische Kirche „arbeiten“ daran.

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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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Simplex
12 Minuten her

Muss das Kirchengebäude nach der Entweihung durch den nihilistischen Sermom neu eingesegnet werden?

FKR
13 Minuten her

In der Verfassung der DDR war das Recht auf Arbeit festgeschrieben, in der Sozialistischen Demokratie (welch ein Widerspruch) konnte man gar nicht „nicht arbeiten“ . Sozialhilfe gab es nicht, wer nicht arbeitete, bekam keine Wohnung oder ihm wurde ein Arbeitsplatz zugewiesen, das auch schon mal in einem Asbestwerk oder in einer LPG schlimmstenfalls im Knast. Also ging man bis 12 Uhr um danach wertschöpfend zu arbeiten. Bis hier brauchen wir die Bibel als Erklärung für die mangelnde Linke Arbeitsmoral nicht. Es sind Linke wie Ramelow, die Andere für sich arbeiten lassen wollen, indirekt leben sie von einer kapitalistischen Gesellschaft.

Last edited 10 Minuten her by FKR
Michael Palusch
15 Minuten her

Spruch’s, und verabschiedete sich nach seiner Sozialismusfolklore in seinen Zweitwohnsitz im äußerst wohlhabenden Meran.

Last edited 12 Minuten her by Michael Palusch
Thomas
26 Minuten her

In der Bergpredigt hat Jesus anders gesprochen als Paulus, der Apostel der Jesus zu dessen Lebzeiten nicht gekannt hat.

Last edited 14 Minuten her by Thomas