Friedrich Merz ist bereits Stunden vor den ersten Prognosen in der CDU-Zentrale. Die Zahlen geben wenig Anlass zur Gelassenheit: In Mecklenburg-Vorpommern steht die CDU bei sechs Prozent, in Berlin drohen kräftige Verluste. Bundesweit erreicht die Union teils nur noch 18 Prozent. Für kurz nach 18 Uhr hat Merz eine Erklärung angekündigt.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Friedrich Merz kam an diesem Sonntag um 15.57 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin an. Um 17 Uhr tritt dort das komplette CDU-Präsidium zusammen, das der Bundeskanzler und Parteivorsitzende eigens für den Wahlabend einbestellt hat. In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden neue Landesparlamente gewählt, in beiden Ländern sehen die letzten Umfragen für die CDU erhebliche Verluste voraus. Zwei Wochen zuvor war die Partei in Sachsen-Anhalt von 37,1 auf 17,2 Prozent gefallen, absolut vernichtend, und hatte sämtliche zuvor gehaltenen Direktmandate verloren.
Die Fotos der Bildagenturen könnten inzwischen fast als eigenes Genre der deutschen Politik durchgehen: Friedrich Merz auf dem Rücksitz seiner Limousine, das Gesicht ernst, aufgenommen durch die Scheibe auf dem Weg zur Parteizentrale. Voll ausgeleuchtet mit Blitzlicht. Ein britischer Beobachter verglich solche Bilder jüngst sinngemäß mit einer Phase, die man aus London von schwer angeschlagenen Regierungschefs kennt, wenn sich die politische Berichterstattung zunehmend auf ihre Fahrten, ihre Gesichter hinter Autofenstern und ihre Wege zu Krisensitzungen konzentriert. Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl war genau diese Bildsprache bereits dem britischen „Guardian“ aufgefallen; dessen Europa-Liveblog hob ausdrücklich die körnigen Aufnahmen eines düster blickenden Merz auf dem Rücksitz hervor und verband sie mit dem wachsenden Druck auf den Kanzler.
In Mecklenburg-Vorpommern erreichten die Christdemokraten 2021 noch 13,3 Prozent. Die letzte ZDF-Erhebung vor der heutigen Wahl sah sie bei sechs Prozent und damit nur einen Punkt über der Sperrklausel. Es könnte also neben hochblamabel auch noch knapp für die ehemalige VolksparteiCDU werden. Die SPD kam auf 37 Prozent, die AfD auf 36 Prozent.
Berlin liefert die zweite Zahl dieses Sonntags. Bei der Wiederholungswahl 2023 holte die CDU mit konservativen Wahlversprechen 28,2 Prozent (wovon kaum bis nichts geliefert wurde) und wurde damit deutlich stärkste Kraft. In der letzten ARD-Vorwahlbefragung erreichte sie noch 20 Prozent. Die antisemitische Linke lag bei 21 Prozent, eine spätere ZDF-Erhebung sah sie bei 22 und die CDU ebenfalls bei 20 Prozent. Acht Prozentpunkte ihres damaligen Ergebnisses wären damit innerhalb von dreieinhalb Jahren verschwunden. Das Rote Rathaus, das die CDU seit 2023 besetzt, ist nach den letzten Umfragen offen.
Diese beiden Länder kommen für Merz zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Sachsen-Anhalt hatte den Maßstab bereits vorgegeben. Dort schnitt die CDU am 6. September sogar nochmal deutlich schlechter ab als in den ohnehin schon schlimmen Prognosen. Die AfD erreichte 43,8 Prozent. Von den 41 Direktwahlkreisen gewann die CDU keinen einzigen mehr; bei der vorherigen Landtagswahl hatte sie 40 davon geholt. Ministerpräsident Sven Schulze verlor sein eigenes Direktmandat. Die sehr hohe Wahlbeteiligung war ein Fest der Demokratie.
Auch bundesweit hat die Union den Abstand zu ihrem Bundestagswahlergebnis weitgehend eingebüßt. YouGov maß Mitte September 18 Prozent für CDU und CSU, INSA 19,5 Prozent, Forsa 20 Prozent. Reuters fasste die jüngsten Erhebungen mit einer Spanne von 18 bis 20 Prozent für die Union und 27 bis 29 Prozent für die AfD zusammen. Eine INSA-Erhebung kam für Merz persönlich auf 14 Prozent bei der Frage, ob er der richtige Bundeskanzler sei; 78 Prozent verneinten dies.
Vier Tage vor diesem Wahlsonntag hatten sich sämtliche acht CDU-Ministerpräsidenten mit einer gemeinsamen Erklärung hinter Merz gestellt. Naja, mehr so achtelherzig. Sie wandten sich gegen weitere Personaldebatten und kündigten an, gemeinsam mit dem Bundeskanzler an den Problemen des Landes arbeiten zu wollen. Auffällig blieb die Formulierung: Der Name Merz tauchte in dem veröffentlichten Text nicht einmal mehr auf, eine ausdrückliche Forderung, er müsse Kanzler bleiben, ebenfalls nicht. Merz ließ anschließend erklären, er begrüße die Unterstützung. Was bleibt ihm auch anderes übrig.
Die Erklärung folgte auf Tage offener Spekulation über seine Zukunft. BILD berichtete bereits am Morgen des Wahlsonntags von einer „hochnervösen“ Stimmung um den Kanzler und davon, dass Merz das gesamte Präsidium sowie die CDU-Ministerpräsidenten für den Abend in die Parteizentrale bestellt habe. Anders als bei gewöhnlichen Landtagswahlen handelt es sich um eine formelle Sitzung noch vor Schließung der Wahllokale. Der Parteichef will damit nach Darstellung der Zeitung mögliche innerparteiliche Auseinandersetzungen unmittelbar nach den ersten Prognosen auffangen.
Merz hatte nach Sachsen-Anhalt selbst von der schwersten Wahlniederlage der CDU seit Jahrzehnten gesprochen und grundlegende Veränderungen angekündigt. Einen Rücktritt schloss er allerdings aus. Seither hat sich an den bundesweiten Umfragewerten wenig verbessert, im Gegenteil, Der Unmut hat eher noch einmal zugenommen. Reuters beschreibt den Kanzler deshalb vor den beiden Wahlen als erheblich unter Druck; auch AP und die „Financial Times“ berichten über zunehmende innerparteiliche Zweifel an seiner Führung.
Noch nie ist die CDU seit Gründung der Bundesrepublik bei einer Landtagswahl aus einem Landesparlament geflogen. Sollte sie diese Schwelle im Nordosten unterschreiten, hätte die Partei damit einen historischen Präzedenzfall geschaffen. Genau deshalb richtet sich der Blick um 18 Uhr zuerst nach Schwerin – und anschließend wieder nach Berlin, ins Konrad-Adenauer-Haus, wo Friedrich Merz zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr im Auto sitzen wird. Für kurz nach 18 Uhr hat er eine Erklärung angekündigt.


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Nach Asyl-Merkel, Cum-Ex Scholz und Links-ist-vorbei-Merz ist eine kommunistische Aktivistin mit islamischen Wurzel logische Konsequenz für das Bürgermeisteramt, einer im Müll versinkenden Hauptstadt. Wer auf einen Rudy Guiliano gehofft hat, der den Müll wegräumen lies damit seine Stadt wieder lebenswert wird, bekommt jetzt einen Mamdani.
Andreas Rödder (union) als weiterer Philipp Amthor:
„Merz hat die Chance, ein auf lange Sicht bedeutender Kanzler zu werden“
.
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6aace84b708e760b5e062ac2/andreas-roedder-merz-hat-die-chance-ein-auf-lange-sicht-bedeutender-kanzler-zu-werden.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen
„Der Kanzler könne sich durch „mutige Führung“ aus seiner „existenziellen Krise“ befreien, sagt Historiker Rödder. Auch eine Minderheitsregierung müsse eine Option sein – denn eine „historische Aufgabe“ stehe an.“
Für alles weitere dort soll man zahlen.
Er wird seinen Rücktritt ankündigen
Dass er so schaut, kann ja nicht am Tanken gelegen haben.
Oder an einer „Gruenen“ Welle.
Aber warum schaut der Fahrer so vergraemt ?
Ich wünsche der CDU, daß sie wegen 10 Stimmen unter der 5 Prozenthürde bleibt und dann träume ich davon, daß eine Neuauszählung der Stimmen mit der gleichen Argumentation wie beim BSW abgeschmettert wird.
Das hat aber extrem lange gedauert – so wie die Woke Union bereits viele Jahre bloß fremde Interessen bedient. Lassen sich die Michels derart durch Kriegshysterie (davor: Plandemie-Hysterie, Klimahysterie) framen? >>>Kriegshysterie: Europas Eliten verkünden „Sicherheitskrise“ – Ablenkung vom eigenen Zusammenbruch<<<