Legalen Waffenhändlern werden die Konten gekündigt und Kredite verweigert. Rüstungskonzerne erhalten Milliardenaufträge und Stadionlogen. Die sogenannten ESG-Kriterien entlarven Deutschlands Doppelmoral bei Waffen.
picture-alliance/ ZB | Peter Förster
Deutschland hat sich neu in Waffen verliebt. Allerdings nicht in alle. Wenn sie groß sind, olivgrün und milliardenschwer, dann heißen sie jetzt Hoffnungsträger. Stehen sie dagegen im gesetzlich vorgeschriebenen Panzerschrank eines Jägers oder eines Sportschützen, dann sind sie moralisch verwerflich.
Die große Rüstungsindustrie bekommt Milliardenaufträge für Kriegsgerät und politische Rückendeckung und wird hofiert. Der kleine Fachhändler für zivile Waffen bekommt kein Bankkonto und keinen Kredit und wird geächtet.
Gesinnungsprüfung mit IBAN
Spektakuläre Brandbriefe sind gerade bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Posteingang gelandet.
Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) schildert darin, wie eine traditionsreiche Branche in den Ruin getrieben wird.
Der Verband vertritt knapp 1.800 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro. Meist sind es kleine Fachgeschäfte, Familienbetriebe und Werkstätten – also keine heimlichen Waffenkeller, sondern staatlich streng kontrollierter Mittelstand.
Es gibt inzwischen unzählige Beispiele. Existenzgründern wird das Geschäftskonto verweigert, solventen Bestandskunden werden die Konten gekündigt. Kredite platzen, Versicherer erklären die ganze Branche zum „Nichtzeichnungsrisiko“. Sogar ein Schützenverein verliert nach 23 Jahren seine Bankverbindung. Das Institut beruft sich dabei ausdrücklich auf „moralische Gesichtspunkte“.
Begründet wird das oft mit den sogenannten ESG-Kriterien. Die Abkürzung steht für „Environmental“ (Umwelt), „Social“ (Soziales) und „Governance“ (Unternehmensführung). Die Kriterien werden maßgeblich von der EU formuliert und bewerten die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Für Investoren, aber auch Banken und Versicherungen nutzen die ESG-Kriterien in ihrer Risiko-Analyse von Geschäftskunden als nicht-finanzielle Indikatoren.
Dabei betreffen die ESG-Kriterien eigentlich nur sogenannte „kontroverse Waffen“. Das sind biologische und chemische Waffen, Streumunition und Anti-Personen-Minen. Was für diese Waffen gilt, wird nun auch auf Luftgewehre und Sportpistolen angewendet.
Man fasst es nicht.
Im Ergebnis werden immer mehr Unternehmen vom Online-Zahlungsverkehr, von Kartensystemen und von Diensten wie PayPal oder Klarna ausgeschlossen. Bei manchen Betrieben ist deshalb der Absatz im Internet um 90 Prozent eingebrochen.
Die Ächtung läuft geräuschlos. Kein Gesetz wird beschlossen, kein Verbot verkündet. Völlig legalen Unternehmen wird das Konto gekündigt und der Online-Zahlungsdienst verweigert, oder die Versicherung. Oder auch alles gleichzeitig. Der finanzielle Würgegriff erledigt das betroffene Unternehmen.
Ist es das, was der Staat unter Nachhaltigkeit versteht?
Maßlose Moral
Dabei gehört der zivile Waffenhandel zu den am strengsten überwachten Branchen des Landes. Eine Waffenhandelserlaubnis setzt nachgewiesene Zuverlässigkeit, persönliche Eignung und umfangreiche Fachkunde voraus. Meldepflichtige Erwerbs- und Überlassungsvorgänge laufen über das Nationale Waffenregister. Händler prüfen Berechtigungen, Identitäten und Dokumente. Der Fachhändler ist keine Sicherheitslücke, sondern ein Kontrollposten des Rechtsstaats.
Doch wenn es um Büchsenmacher geht, zieht die Gesellschaft immer öfter ein Gesicht, als habe jemand beim Sektempfang eine Handgranate ins Büfett gelegt. VDB-Präsident Michael Blendinger sagt: „Die Erfahrung, unerwünscht zu sein, ist sehr bitter.“
Wer die zivilen Händler von Legalwaffen – also von Jagdgewehren und Schießsportausrüstung – wirtschaftlich erdrosselt, bekämpft keine Kriminalität. Kriminelle Waffenschieber beantragen sowieso nie ein Kreditkartenterminal und melden ihre Geschäfte auch nie ans Register. Steuern zahlen sie sowieso nicht – ebenso wenig wie ihre kriminelle Kundschaft. Getroffen werden ausgerechnet jene, die sich an jede Vorschrift halten: Jäger, Sportschützen, Sammler und Vereine.
Unser Staat kann Kriminelle nicht entwaffnen. Als Reaktion schikaniert er die gesetzestreuen Bürger.
Ohne Jäger wären bei uns das Wildtiermanagement und die Tierseuchenbekämpfung unmöglich. Regelmäßig jubeln wir unseren traditionell erfolgreichen Schützen bei Olympischen Spielen zu – gleichzeitig machen wir den Schießsport sukzessive unmöglich. Büchsenmacher sorgen dafür, dass Waffen sicher funktionieren und fachgerecht instandgehalten werden. Ausgerechnet sie werden mit vorgeschobenen pseudomoralischen Argumenten erdrosselt.
Kriegswaffen ja, Sportwaffen nein
Es ist, man kann das gar nicht anders sagen, eine einzige große Heuchelei.
Die EU schafft mit ihrem Programm „Readiness 2030“ gerade den Spielraum für zusätzliche Verteidigungsausgaben in Höhe von 800 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat schon 2025 klargemacht, dass ihr „Nachhaltigkeitsrahmen“ die Finanzierung von Kriegswaffenunternehmen nicht begrenzt. Investitionen in Verteidigung und Nachhaltigkeit seien grundsätzlich vereinbar. Ursula von der Leyens Laienspieltruppe warnt sogar ausdrücklich vor einer ungerechtfertigten Benachteiligung der Rüstungsbranche.
Hahaha.
Rheinmetall ist vor einiger Zeit „Champion Partner“ des Bundesligavereins Borussia Dortmund geworden. Dessen Chef Hans-Joachim Watzke erklärt: „Sicherheit und Verteidigung sind elementare Eckpfeiler unserer Demokratie.“ Der Konzern erhielt Werbeflächen und Hospitality-Rechte im Dortmunder Stadion. Der Verein spricht von einer „neuen Normalität“.
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erlaubt es mittlerweile, konventionelle Rüstungshersteller in nachhaltigen Fonds zu führen. Aber der Familienbetrieb für Jagdbedarf bekommt kein Geschäftskonto.
Ideologischer Kapitalismus
Die Verknüpfung von individuellen Moralvorstellungen und allgemeinen Geschäftsregeln ist ein protofaschistisches Konzept.
Die deutschen Büchsenmacher sind da nur das jüngste Beispiel. Inzwischen trifft es sogar Hersteller von PC-Spielen. Steam ist die weltweit größte Vertriebsplattform dafür. Kreditkartenriesen sind gerade dabei, das Unternehmen – nun ja, unter Druck zu setzen. Im Internet gibt es auch Kommentare, die das Erpressung nennen.
Die Zahlungsdienstleister drohen damit, Transaktionen für Steam zu blockieren, wenn bestimmte Spiele nicht von der Plattform entfernt werden – vor allem erotische oder sexuell explizite „Adult only“-Inhalte. Es geht also um den guten, alten Porno.
Das ist, mit Verlaub, Zensur.
Finanzinstitute maßen sich an, darüber zu entscheiden, welche Inhalte in Videospielen erlaubt sind? Auch das ist eine Aushöhlung des Rechtsstaats. Nur der darf durch Gesetze festlegen, wer ein Gewerbe betreiben darf – nicht ein paar frisch von der Uni rekrutierte, durchgeknallte Mitarbeiter in der Nachhaltigkeitsabteilung einer Bank. Auch nicht ein Versicherungsalgorithmus.
Und schon gar nicht irgendein Zeitgeist.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Zumindest bei den Waffen gehe ich jede Wette ein, dass der Hintergrund ein anderer ist: der Links-Staat hat Angst vor den eigenen Bürgern. Er hat Angst, dass sich die Bürger bewaffnen könnten und es zu bewafffneten Aufständen kommt – zumal ja Merz und Co. alles tun, die Bürger in den Ruin, in Armut und Hunger und damit Abhängigkeit zu treiben. Die wissen ganz genau, dass es sich die Leute nur bis zu einem gewissen Punkt gefallen lassen. Daher die mittlerweile exzessive Überwachung, daher die Spionage der Dienste gegen die eigene Bevölkerung, daher die extremen Waffengesetze. Es geht nicht um „Morde“… Mehr
Viele ahnen noch nicht, was bald als Arbeitslose auf sie zukommt, wenn die Bank nach dem weiteren Bedienen der Darlehen fragt.
„Sogar ein Schützenverein verliert nach 23 Jahren seine Bankverbindung. Das Institut beruft sich dabei ausdrücklich auf „moralische Gesichtspunkte“.
Und was ist, wenn die Bürger keine Bankverbindungen mehr mit deutschen Banken eingehen? Jegliche Zahlungen können auch mit Banken aus anderen europäischen Staaten bewerkstelligt werden! Für die Kreditnehmer der deutschen Banken habe ich aber keine Lösung. Hat den Vorteil, das der deutsche Finanzminister keinen großen zugriff mehr auf das Geld der Deutschen hat!
Jeden Tag findet in Deutschland mittlerweile Schießereien statt. So was gab es in dieser Häufigkeit früher, also vor 2015, nicht. Anstatt die Kriminelle, kriminellen Banden, die verbrecherischen Clans und alle anderen illegalen Waffenbesitzer zu entwaffnen und außer Landes zu bringen, will man jetzt die anständigen, seit Jahren immer wieder aufs neue, mehrfach auf ihre Zuverlässigkeit geprüften legalen Waffenbesitzer, wie Jäger und Sportschützen, entwaffnen.
Vor was haben die Linksextremisten Angst?
Finanzwirtschaft = Oligarchie = Faschismus
Wie nannte das vor kurzem ein französischer Buchautor => „liberal-woke“ Oligarchie
… ein „kaputtes“ Land …
•
Ganz nebenbei:
Ohne das Recht ist Alles ein Nichts !
Scheinbar wurde inzwischen das RECHT auf „freundliche“ wie abhängige wie vorgelagerte Organisationen „ausgelagert“. –
Der uralte traditionelle Beruf des Büchsenmacher stirbt aus. Dafür gibt es dann die kriminellen Bombenbauer und Drohnenbastler Und es werden Waffen gebaut mit denen Menschen getötet werden sollen. Statt alle hoch-kriminelle Clans auszuweisen will man ihnen ihre Schusswaffen verbieten. Die lachen sich kaputt. Im Mordfall Stade konnte man sehen wie leicht man an eine illegal Schusswaffe kommen kann. In einem Waffengeschäft hätte der Mörder nie eine Waffe bekommen. Die meisten illegalen Waffen kommen über unsere sperrangelweit geöffneten Grenzen massenhaft aus dem Balkan ins Land. Also erst Grenzen zu, bevor man legal Waffengeschäfte, bestens geschulte Jäger und Sportschützen diskriminiert.
Das ist nur der Vorgeschmack dessen was uns bevor steht, sollte die EU das faktische Aus für das Bargeld, natürlich ohne es so zu nennen, noch 2026 bescließen.
(https://norberthaering.de/news/aufklaerungsvideo-bargeld/)
Die Entwaffnung der Deutschen geht weiter. Was Mitte der 1970er Jahre anfing, wird jetzt vollendet. Wisst ihr überhaupt noch, dass man bis etwa 1975 Lang- und Kurzwaffen bis 6 mm frei bei Quelle aus dem Katalog bestellen konnte? Dann nur noch bis 4 mm. Ganz ohne Waffenschein und Waffenbesitzkarte. Dann wurde auch für 4 mm und Diabolo-Luftgewehre die Waffenbesitzkarte pflicht. Wusstet ihr, dass man noch während der bösen Nazizeit einfach so fast alle Arten von Schusswaffen besitzen durfte? Ganz ohne Ausweis und ohne Anmeldung. Erst, als man die Juden entwaffnen wollte, wurde die Anmeldung der Waffen zur Pflicht. Aber es… Mehr
Grossartiger Leserbrief!
Übrigens, wie schon angemerkt, stammt ein grosser Teil unserer „BRD“-Gesetzgebung aus der „Feder“ von NS-Juristen (ab Adenauer), so auch die Waffenhysterie (Alles regelmentieren, anmelden u. genehmigen).
Als angehender „Volksstur..mann“ im kommenden Nato-Fall trete ich wohl mit Luftgewehr und Paintball an…
Auf diese Weise kann man wunderbar ganze Branchen vernichten oder die Konkurrenz loswerden. Es kann aber auch sein, dass man eine funktionierendesbestens kontrollierte Branche in die Illegalität treibt. Dann wird plötzlich ein Moloch daraus der nicht mehr kontrollierbar wird. Ist eine Branche erst mal illegal und kriminell wird sie nicht mehr legalisierbar. Das sehen wir seit unter Lauterbach Kanabis freigegeben wurde. Diese Branche ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Jeder Rauschgifthändler hat nun genau seine max. erlaubte Menge am Körper, der Rest ist exakt portioniert griffbereit versteckt. Ein weiteres Beispiel dazu ist das Ergebnis der Prohibition in den USA. Dieses… Mehr