BioNTech bricht eine Studie mit seinem mRNA-Krebsmittel BNT122 ab. In der Behandlungsgruppe starben mehr Patienten als in der Kontrollgruppe. BioNTech verschwieg diesen Befund in der eigenen Mitteilung – erst der Partner Genentech bestätigte diesen auf Nachfrage eines US-Fachmediums.
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„Numerisches Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben“ – so klingt es, wenn Pharma-Deutsch auf einen Befund trifft, den normale Menschen erheblich einfacher formulieren würden. BioNTech hat seine Phase-2-Studie BNT122-01 mit einer individualisierten mRNA-Krebsimmuntherapie beendet. Das unabhängige Kontrollgremium hatte Unterschiede beim Gesamtüberleben festgestellt und den Abbruch empfohlen.
Welche Richtung dieses „Ungleichgewicht“ hatte, teilte BioNTech in seiner eigenen Veröffentlichung nicht mit. Der Entwicklungspartner Genentech tat es anschließend auf Nachfrage von Fierce Biotech: Im Behandlungsarm waren mehr Patienten gestorben.
Getestet wurde Autogene Cevumeran, auch BNT122 oder RO7198457 genannt. Das Präparat soll individuell auf die Tumormutationen des jeweiligen Patienten zugeschnitten werden und das Immunsystem gegen Krebszellen in Stellung bringen. Die randomisierte Studie war für rund 327 Patienten mit operiertem Darmkrebs im Hochrisiko-Stadium II oder Stadium III angelegt, bei denen nach Operation und Chemotherapie weiterhin zirkulierende Tumor-DNA im Blut nachweisbar war. Die Behandlungsgruppe erhielt bis zu 15 intravenöse Gaben der experimentellen Therapie. Die Kontrollgruppe wurde entsprechend dem bisherigen Versorgungsstandard lediglich weiter beobachtet.
Am 28. August zog BioNTech dann den Stecker. Das unabhängige Data Safety Monitoring Board hatte bei seiner jüngsten Auswertung das „numerische Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben“ festgestellt und zugleich erklärt, eine Fortsetzung werde am Ergebnis zur Wirksamkeit voraussichtlich nichts mehr ändern. Das Gremium empfahl, die Behandlung der Studienteilnehmer einzustellen und die gesamte Studie zu beenden.
Im selben Absatz versichert BioNTech, es seien „keine neuen Sicherheitssignale“ festgestellt worden. Der Leser erfährt dort allerdings nicht, dass das numerische Ungleichgewicht ausgerechnet zulasten der Patienten ausfiel, die das experimentelle Mittel erhielten. Dafür brauchte es eine Nachfrage von Journalisten beim Kooperationspartner Genentech. Dessen Sprecher bestätigte ohne das sprachliche Wattekissen aus Mainz: Es habe in dieser Patientenpopulation „mehr Todesfälle im Impfstoffarm“ gegeben.
Besonders unangenehm wird die Geschichte beim Blick zehn Monate zurück. Bereits im Oktober 2025 hatte die Studie die zuvor festgelegte Schwelle erreicht, ab der ein Erfolg als statistisch unwahrscheinlich galt. Diese statistische Futility-Schwelle bedeutet, dass die Aussichten auf das Erreichen des angestrebten Wirksamkeitsziels so gering geworden sind, dass ein Studienabbruch geprüft wird. In seinen Unterlagen für die US-Börsenaufsicht SEC schrieb BioNTech damals noch deutlicher, dass das unabhängige Kontrollgremium nach seiner Satzung aufgrund dieses Ergebnisses eine Empfehlung zum Abbruch der Studie aussprechen musste.
Die Empfehlung war nicht bindend, das Kontrollgremium hielt die vorhandenen Daten bei einer medianen Nachbeobachtung von rund neun Monaten für noch nicht ausgereift genug, um eine zuverlässige Aussage über die Wirksamkeit zu treffen. Sicherheitsbedenken sah es zu diesem Zeitpunkt nicht. BioNTech entschied daraufhin, weiterzumachen. Die Teilnehmer im Behandlungsarm erhielten die experimentelle Therapie weiter.
Zehn Monate später steht fest, wohin die nächste Auswertung führte: zum endgültigen Studienabbruch und zu der inzwischen bestätigten höheren Zahl von Todesfällen im BNT122-Arm. Wann sich dieser Unterschied beim Gesamtüberleben erstmals abzeichnete, ist öffentlich ebenso wenig bekannt wie die Frage, wie stark er ausfiel. Genau diese zeitliche Lücke macht die bislang unveröffentlichten Daten so brisant.
Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Tobias Ulbrich fordert deshalb eine vollständige Offenlegung der Überlebensdaten für beide Gruppen. Er verlangt Angaben zur Zahl und Ursache der Todesfälle, zur statistischen Größenordnung des Unterschieds und zur Nachbeobachtungsdauer. Zusätzlich will er wissen, wann die Studienteilnehmer über das Überschreiten der Futility-Grenze im Oktober 2025 informiert wurden und ob danach eine erneute Einwilligung eingeholt wurde. Ulbrich fordert außerdem eine Prüfung des Vorgangs durch das Paul-Ehrlich-Institut und die zuständigen Ethikkommissionen. Seine Forderungen sind juristische Bewertungen des Vorgangs; ein Rechtsverstoß ist damit bislang nicht festgestellt.
BioNTech muss sich außerdem entscheiden, unter welcher regulatorischen Kategorie der Abbruch erfolgt. Die europäische Verordnung über klinische Prüfungen unterscheidet ausdrücklich zwischen einem vorzeitigen Ende aus Gründen, die das Nutzen-Risiko-Verhältnis nicht betreffen, und einem Abbruch wegen einer Veränderung dieses Verhältnisses. Im zweiten Fall schreibt Artikel 38 eine entsprechende Mitteilung an die betroffenen Mitgliedstaaten vor, einschließlich der Gründe und der vorgesehenen Nachsorgemaßnahmen.
Reuters berichtete nach Bekanntwerden des Studienabbruchs von einem Kursverlust der in den USA gehandelten BioNTech-Aktie um 7,5 Prozent. Analysten bezeichneten das Signal als besorgniserregender als einen gewöhnlichen Abbruch wegen mangelnder Wirksamkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte Reuters aus der Formulierung des „numerischen Ungleichgewichts“ lediglich geschlossen, dass vermutlich mehr Todesfälle in der Behandlungsgruppe aufgetreten seien; BioNTech beantwortete die entsprechende Anfrage der Nachrichtenagentur nicht. Wenig später beseitigte Genentech gegenüber Fierce Biotech diesen letzten Zweifel.
Der Fehlschlag lässt sich medizinisch nicht ohne Weiteres auf sämtliche mRNA-Krebstherapien übertragen. BNT122 wurde hier als alleinige Immuntherapie bei einem Darmkrebstyp getestet, der als immunologisch schwer zugänglich gilt. Eine weitere Phase-2-Studie mit Autogene Cevumeran bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wird in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten fortgeführt. BioNTech erklärte ausdrücklich, dieses Programm sei von der Entscheidung zu BNT122-01 nicht betroffen.
Für BNT122-01 liegen im öffentlichen US-Studienregister bislang keine Studienergebnisse vor. Dort ist BioNTech als Sponsor und Genentech als Kooperationspartner ausgewiesen; vorgesehen waren das krankheitsfreie Überleben als primärer Endpunkt sowie das Gesamtüberleben und die Sicherheit als weitere Zielgrößen. Ausgerechnet zu jenem Endpunkt, an dem sich jetzt das Ungleichgewicht mit mehr Todesfällen im Behandlungsarm zeigte, fehlen der Öffentlichkeit weiterhin die entscheidenden Zahlen.
Für BioNTech wurde die Pandemie zum Geschäft des Jahrtausends. Der Umsatz schoss von 482 Millionen Euro im Jahr 2020 auf knapp 19 Milliarden Euro 2021, der Nettogewinn erreichte 10,3 Milliarden Euro. 2022 kamen weitere 17,3 Milliarden Euro Umsatz hinzu. Der Impfstoff wurde zum zentralen Produkt einer staatlich organisierten Massenimpfkampagne, während Deutschland bereits Verträge über Produktionskapazitäten bis 2029 abschloss. Allein für diese Pandemiebereitschaftsverträge waren 2,86 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt vorgesehen. Während der Staat weiter Milliarden für Impfstoffbeschaffung und Produktionsreserven band, landeten gewaltige Mengen bereits gekauften Impfstoffs wieder im Müll: Allein 2023 ließ der Bund rund 132 Millionen Corona-Impfdosen verschiedener Hersteller entsorgen. Bis Mitte 2025 hatte Deutschland insgesamt rund 605 Millionen Dosen für 11,8 Milliarden Euro abgenommen.
Auch Deutschland besitzt seinen eigenen Aktenbestand zerstörter Glaubwürdigkeit. Karl Lauterbach erklärte im Februar 2022 mitten in der Debatte über eine allgemeine Impfpflicht: „Die Impfungen sind halt mehr oder weniger nebenwirkungsfrei, das muss immer wieder gesagt werden.“ Dieser Satz aus dem Mund des ehemaligen Bundesgesundheitsministers, während der Staat Millionen Menschen zur Impfung drängte und über eine gesetzliche Pflicht beriet. Inzwischen weist die Bundesregierung für die Corona-Impfungen bis Ende 2024 insgesamt 350.868 gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen aus; 63.909 davon wurden nach den Kriterien des Arzneimittelgesetzes als schwerwiegend eingestuft. Lauterbachs „mehr oder weniger nebenwirkungsfrei“ war damit schon sprachlich eine Zumutung und ist angesichts der inzwischen bekannten Fälle ein Dokument jener staatlichen Katastrophenkommunikation, die aus medizinischer Unsicherheit politmediale Gewissheit machte.
Lauterbach selbst rückte inzwischen von seiner damaligen Wortwahl ab. Gegenüber dem ZDF erklärte er rückblickend, seine mehrfachen Äußerungen im Sinne von „fast nebenwirkungsfrei“ würde er heute „vorsichtiger handhaben“. Das ist eine bemerkenswert winzige Formulierung für einen bemerkenswert großen Vorgang. Die Menschen konnten 2022 ihre Entscheidung nicht nachträglich „vorsichtiger handhaben“; sie trafen sie unter dem massiven politmedialen Druck eines Landes, deren Gesundheitsminister die Risiken öffentlich auf nahezu null negierte. Wer damals Zweifel äußerte, bekam eine Phalanx aus staatliche Kampagnen, medialen und unternehmerischen Belehrungen sowie die drohende Impfpflicht um die Ohren. Jahre später steht derselbe Minister vor der Corona-Enquete des Bundestages und versichert weiterhin, kein Impfstoff sei jemals so intensiv untersucht worden. Für verloren gegangenes Vertrauen gibt es keine nachträgliche Auffrischungsimpfung.
Während der Staat Milliarden in Beschaffung und Produktionskapazitäten steckte, geriet später auch die behördliche Qualitätskontrolle der Impfstoffe unter Erklärungsdruck. 2023 wurden Laboranalysen bekannt, nach denen in untersuchten Comirnaty-Proben Rest-DNA beziehungsweise Plasmid-Sequenzen gefunden worden waren; über deren Menge und Bewertung entstand ein wissenschaftlicher Streit. Die Bundesregierung bestätigte, dass das Paul-Ehrlich-Institut bei der regulären Chargenfreigabe die Rest-DNA nicht selbst erneut im Labor bestimmte, sondern die vom Hersteller vorgelegten Messergebnisse kontrollierte. Eigene Messungen nahm das Institut erst später außerhalb der routinemäßigen Chargenprüfung an ausgewählten Proben vor. Dabei seien die Grenzwerte nicht überschritten worden; zu diesem Ergebnis kamen später auch weitere wissenschaftliche Untersuchungen. Allerdings ist durch das Unternehmen, angeschlossene Politik, „Wissenschaft“ und die Medien hier so viel Glaubwürdigkeit zerschlagen worden, dass eine Vielzahl von Menschen dem ganzen keinerlei Glauben mehr schenken.
Ausgerechnet jetzt rückt BioNTech mit seiner ursprünglich lange vor Corona entwickelten mRNA-Technologie wieder verstärkt dorthin, wo das Unternehmen einmal herkam: in die Krebsmedizin. Und dort trifft der Konzern auf eine Entwicklung, die internationale Krebsforscher zunehmend alarmiert. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sprach Ende August von einer „Explosion“ der Krebsfälle bei jungen Menschen und hob insbesondere Weichteiltumore und Darmkrebs hervor. Seine Formulierung von einer Zunahme „aller“ Krebsarten geht über die verfügbaren Daten hinaus, was anhand der negativen Erfahrung der letzten Jahre nichts heißen muss. Das amerikanische National Cancer Institute stellte für Menschen unter 50 zwischen 2010 und 2019 jedoch steigende Erkrankungsraten bei 14 Krebsarten fest, darunter Brust-, Darm-, Nieren-, Gebärmutter- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei 19 anderen Krebsarten gingen die Raten zurück.
Auch die jüngeren Zahlen geben keinen Anlass zur Entwarnung. Bei den 15- bis 39-Jährigen in den USA nahm die Rate neu diagnostizierter Krebserkrankungen zwischen 2013 und 2022 im Durchschnitt um 0,3 Prozent pro Jahr zu. Das US-Krebsinstitut hat inzwischen eine eigene Forschungsinitiative für früh auftretende Krebserkrankungen eingerichtet, weil Krebsarten, die früher überwiegend Menschen über 50 trafen, zunehmend bei jüngeren Erwachsenen auftreten. Zu den besonders beobachteten Erkrankungen gehören Darm-, Brust-, Gebärmutter-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Das Phänomen beschränkt sich auch nicht auf die USA. Das Deutsche Krebsforschungszentrum meldete im Juni 2026 nach Auswertung von mehr als 28.000 deutschen Fällen einen realen Anstieg von Darmkrebs bei jüngeren Erwachsenen. Besonders deutlich fiel er bei den 20- bis 29-Jährigen aus. Die Internationale Agentur für Krebsforschung beobachtet den Anstieg früh auftretenden Darmkrebses international seit mindestens zwei Jahrzehnten und berichtet für mehrere westliche Länder zuletzt von jährlichen Zuwachsraten um vier bis fünf Prozent. Umso weniger verträgt sich die gegenwärtige Lage mit sprachlichen Nebelkerzen, wenn ausgerechnet bei einer neuen mRNA-Krebstherapie mehr Patienten in der Behandlungsgruppe sterben und der Hersteller zunächst lediglich ein „numerisches Ungleichgewicht“ mitteilt.
Auch die Entstehung jener wissenschaftlichen Veröffentlichung, mit der die Laborhypothese zu Beginn der Pandemie öffentlich weitgehend erledigt werden sollte, sieht heute anders aus als damals vermittelt. Der Virologe Kristian Andersen schrieb im Februar 2020 an die Zeitschrift „Nature“, die Arbeit sei unter anderem von Fauci und dem damaligen NIH-Chef Francis Collins angeregt worden. Aus ihr entstand „The Proximal Origin of SARS-CoV-2“, eine der einflussreichsten Arbeiten zur These eines natürlichen Ursprungs. Fauci berief sich später selbst öffentlich auf diese Veröffentlichung. Aus einer angeblich von der Politik unabhängigen wissenschaftlichen Gewissheit war damit eine Arbeit geworden, an deren Entstehung führende staatliche Gesundheitsfunktionäre beteiligt waren und die anschließend zur Stützung der öffentlichen Linie herangezogen wurde. Der Ursprung des Virus ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Inzwischen handelt es sich längst nicht mehr nur um politische Vorwürfe. David Morens, von 2006 bis 2022 leitender Berater in Faucis Behörde NIAID, bekannte sich am 18. August 2026 vor einem Bundesgericht schuldig, gemeinsam mit anderen die US-Regierung betrogen und bundesrechtliche Transparenzvorschriften umgangen zu haben. Nach seinem eigenen Schuldeingeständnis benutzte Morens ein privates Gmail-Konto, um dienstliche Kommunikation vor Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu verbergen. Dabei ging es ausgerechnet um die Coronavirus-Forschungsförderung und um Bemühungen, eine zuvor gestrichene Förderung wiederherzustellen. Morens räumte außerdem eine Absprache über unzulässige Zuwendungen ein; Wein wurde ihm für seine intern so bezeichneten „Machenschaften hinter den Kulissen“ zugesandt. Als mögliche Gegenleistung war unter anderem ein wissenschaftlicher Kommentar vorgesehen, der für einen natürlichen Ursprung von Covid-19 argumentieren sollte.
Fauci selbst erschien am 29. Juli 2026 unter Vorladung vor dem Heimatschutzausschuss des Senats und berief sich bei mehr als 100 Fragen auf sein verfassungsmäßiges Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Wenige Wochen später tauchte ein weiteres Dokument auf: Bereits 2012 hatte Fauci einem Mitarbeiter in einer dienstlichen Nachricht über umstrittene Forschung zur künstlichen Veränderung gefährlicher Viren ausdrücklich geschrieben, die E-Mail zu löschen und anschließend auch aus dem Ordner mit den gelöschten Nachrichten zu entfernen. 2024 hatte er vor dem Kongress auf die Frage, ob er jemals eine amtliche Aufzeichnung gelöscht habe, mit Nein geantwortet. Joe Bidens vorsorgliche Begnadigung Faucis erfasst Bundesdelikte erst ab dem 1. Januar 2014; die Nachricht aus dem Jahr 2012 liegt außerhalb dieses Zeitraums. Nach Jahren, in denen abweichende Auffassungen zu Corona mit Verweis auf „die Wissenschaft“ abgefertigt wurden, liefern inzwischen Regierungsakten, Gerichtsverfahren und Faucis eigene hoch problematische Korrespondenz ausreichend Gründe, amtlich verkündete Gewissheiten nicht mehr mit der Wahrheit zu verwechseln.
Dasselbe Muster zeigt sich bei einem besonders sensiblen Thema: der Impfung Schwangerer. Im August 2026 veröffentlichte der US-Senat Nachrichten von Faucis Diensthandy aus dem Januar 2021. Darin teilte ihm John Mascola, damals Leiter des Vaccine Research Center in Faucis eigener Behörde, mit, erste Studien vermieden Impfungen im ersten Schwangerschaftsdrittel wegen möglichen Fiebers und höherer Fehlgeburtsraten. Fauci las die Nachricht und schrieb drei Minuten später an Rochelle Walensky und Vivek Murthy, die starke Immunreaktion und das Fieber nach der zweiten Dosis könnten „theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester verbunden sein“. Walensky antwortete, das sei „definitiv ein guter Punkt“, insbesondere nach der zweiten Dosis.
Wenige Tage später präsentierte Fauci der Öffentlichkeit eine völlig andere Botschaft. Am 3. Februar erklärte er, bei den bis dahin geimpften Schwangeren gebe es „keine Warnsignale“. Später versicherte er, auch bei Zehntausenden beobachteten Schwangeren gebe es keinerlei Hinweis auf eine Zunahme unerwünschter Folgen; es sei „ziemlich klar“, dass Schwangere sich impfen lassen sollten. Intern hatte Fauci kurz zuvor noch selbst ein mögliches Fehlgeburtsrisiko im ersten Schwangerschaftsdrittel infolge der starken Immunreaktion und des Fiebers nach der zweiten Dosis angesprochen. Was hinter verschlossenen Türen als konkretes Risiko diskutiert wurde, verwandelte sich vor Kameras binnen weniger Tage in eine öffentliche Entwarnung.







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