Die Bundesagentur rutscht immer tiefer in die Miesen. Im Hintergrund: mehr Arbeitslose, aber auch immer mehr und neue Aufgaben. Schon bald wird sich die Frage stellen, wie Nahles und Bas das Desaster abwenden. Die AfD fordert eine Generalrevision aller Aufgaben und Maßnahmen.
IMAGO / epd
Die Arbeitslosigkeit steigt. Die Bundesagentur für Arbeit steht vor einer immer größer werdenden Finanzlücke. Ihre Rücklagen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro musste die Bundesagentur schon letztes Jahr auflösen. Zusätzlich musste der Bund 1,4 Milliarden Euro Liquiditätshilfen dazuschießen. „Liquiditätshilfe“ – so heißt der Bundeszuschuss, der dann anfällt, wenn die Bundesagentur in die Miesen rutscht.
Das Defizit fürs laufende Jahr hat die Arbeitsagentur schon Anfang Juni, durch die Blume sprechend, korrigiert. Im turnusgemäßen Finanzbericht der Behörde hieß es da: „Es muss damit gerechnet werden, dass das Defizit 2026 bei über acht Milliarden Euro liegen könnte.“ Das entspricht einer Verdoppelung der BA-Neuschulden, denn davor ging man von nur vier Milliarden aus. Der Gesamtschuldenstand der Agentur könnte demnach Ende des Jahres bei zehn Milliarden Euro liegen. Die Liquiditätshilfen des Bundes aus dem Vorjahr sind hier schon einbezogen. Der Gesamtschuldenstand könnte schon 2030 bei 23 Milliarden Euro liegen. Ob es so schlimm kommt, das weiß man natürlich noch nicht. Aber das ist, was die BA heute berechnet. Die aktuellen Signale weisen in diese Richtung.
Eine Bundesschuldendeponie, verwaltet von Andrea Nahles
Nun fordert der Verwaltungsrat der Bundesagentur zwei Dinge von der Bundesregierung: mehr Wachstum und eine Konsolidierung des eigenen Haushalts. Aber beides ist – zumal für diese Bundesregierung – gar nicht so leicht zu stemmen.
In Nürnberg steht also eine weitere Bundesschuldendeponie herum, die alljährlich weiterwachsen darf. Und die BA kann sich gut darauf ausruhen, denn man betont: „Der Bund ist gesetzlich verpflichtet, die Zahlungsfähigkeit der Bundesagentur für Arbeit durch Liquiditätshilfen sicherzustellen, so dass deren Handlungsfähigkeit jederzeit gesichert ist.“ Ein sozialdemokratischer Traum wurde wahr für Andrea Nahles: Wirtschaften ohne jedes Risiko. Der Steuerzahler muss und wird es immer richten. Immerhin scheint festzustehen, dass ein spezielles BA-Sondervermögen zur Schließung der wachsenden BA-Finanzlücke „nicht in Planung“ ist. Aber das wäre auch nur eine Umbenennung.
Optimistische Erwartung: Das Defizit wird sinken
Bei den Prognosen für die kommenden Jahre geht man aber von einem allmählich sinkenden Jahresdefizit aus. 2027 soll es laut dem Bericht aus dem Mai bei 5,2 Milliarden Euro liegen, schon 2028 aber auf 3,0 Milliarden Euro und in den Folgejahren sogar unter diesen Betrag absinken – auf 2,6 und 2,7 Milliarden Euro. Erwartet wird also eine Entspannung am Arbeitsmarkt.
„Die Ausgaben für Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit werden im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2026 gegenüber dem Jahr 2025 voraussichtlich steigen, da die Anzahl der Leistungsbeziehenden derzeit auf höherem Niveau liegt als im Jahr 2025“, heißt es dazu lapidar in der Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Frage von Jan Feser. Die Entwicklung in den Folgejahren hänge „maßgeblich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab“.
Und dann heißt es in einer etwas schiefen Metapher: „Derzeit rechnen die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Frühjahrsprognose der Bundesregierung und aktuelle Prognosen der Wirtschaftsinstitute mit einer im Trend sinkenden Arbeitslosigkeit ab dem Jahr 2027.“ Die Eckwerte rechnen natürlich mit gar nichts. Aber man versteht, was Katja Mast, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bas-Ministerium, meinte. Nur könnten sich Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute in ihrem Optimismus durchaus irren.
Seit 2025 kümmert sich BA vermehrt um Bürgergeldbezieher
25,6 Milliarden Euro hat die Bundesagentur in diesem Jahr für Arbeitslosengeld angesetzt. Das ist fast die Hälfte der BA-Ausgaben (48,7 %). Nun fragt sich natürlich, wofür die andere Hälfte des BA-Haushalts draufgeht. Denn eigentlich ist ihre Hauptaufgabe ja, die Einzahlungen in die Arbeitslosenkasse zu verwalten und bei eintretender Arbeitslosigkeit möglichst schlackenfrei an die Bezugsberechtigten zurückzugeben. Was kostet denn noch einmal 25 Milliarden Euro? Infrage kommen hier das Personal der Bundesagentur selbst und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die bekanntlich nicht immer wahnsinnig sinnvoll sind.
Mittel- und längerfristig wird bei wachsendem Schuldenstand der Spardruck auf die Bundesagentur absehbar steigen. Und dann wird es interessant sein, wo die Arbeitsministerin ansetzt. Bei den Beitragszahlern oder bei der Verwaltung? Bei den jüngst arbeitslos Gewordenen oder bei dem unsinnigen ABM-Kropf, der mit Sicherheit nur den Anbietern der Weiterbildungsmaßnahmen hilft?
Jan Feser: „Generalrevision aller Aufgaben und Maßnahmen“ vonnöten
Auf mehrere Fragen der AfD-Fraktion weiß Katja Mast anscheinend gar keine Antwort zu geben. Darunter sind durchaus interessante Aspekte wie die Frage, welche Auswirkungen eine Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I hätte, etwa auf die Grundsicherung. In ihrer „Antwort“ doziert Mast lediglich über die aktuell bestehenden Bezugsdauern – sagt aber nichts zur Frage. Auch eine Art, Arroganz (gegenüber Fragestellern und Bürgern) mit Ignoranz zu verbinden.
Jan Feser sieht die „dramatische Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit“ als „Alarmzeichen“, das einen klaren Reformkurs verlange. Gegenüber TE sagt er: „Wenn die Rücklagen aufgebraucht sind und bis 2030 ein Finanzierungsbedarf von über 23 Milliarden Euro erwartet wird, kann ein schlichtes ‚Weiter so‘ in Krisenzeiten keine Option sein. Vielmehr braucht es eine Generalrevision aller Aufgaben und Maßnahmen der Bundesagentur.“
Dabei müsse sich die BA vor allem „wieder stärker auf ihren Kernauftrag konzentrieren: Beitragszahler absichern, Menschen zügig in Arbeit bringen und Qualifizierung dort finanzieren, wo sie nachweislich wirkt“. Maßnahmen ohne überzeugenden Nutzen und vermeidbare Bürokratie müssten dagegen auf den Prüfstand.
Eins ist Feser besonders wichtig: „Sparen darf nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen. Wer in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, muss darauf vertrauen können, dass sie im Ernstfall leistungsfähig ist. Gebot der Stunde ist also mehr Wirkung pro Euro, weniger Bürokratie und eine tragfähige Finanzierung der Arbeitslosenversicherung.“
Arbeitsministerium nennt keine konkreten Einsparmöglichkeiten
Aber zu diesem Punkt ist, was die aktuelle Bundesregierung angeht, schon fast alles in der letzten Antwort von Katja Mast gesagt. Im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode sei vereinbart, so heißt es da, „die Instrumente und Strukturen der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen und anzupassen“. Dazu „erhebt“ das Bundesministerium für Arbeit und Soziales „in einem breit angelegten Prozess die Erkenntnisse von zentralen Stakeholdern sowie von der Wissenschaft und wertet diese gemeinsam aus“. Regierungsprinzip Arbeitskreis, man kennt das schon. Am Ende wird sich zu jeder Ausgabe, sach- und versicherungsfremden Leistung ein „Stakeholder“ finden, der sie mit Klauen und Zähnen verteidigt.
Und Bärbel Bas ist bekanntlich die Schutzherrin all dieser „Stakeholder“ des deutschen Sozial- und Wohlfahrtsstaats, der nicht identisch mit den Bürgern ist, sondern in immer größerem Maße vor allem Spezialgruppen zugutekommt, die daran verdienen. Beim Transferkurzarbeitergeld bestreitet das Arbeitsministerium etwa, dass es eine versicherungsfremde Leistung sei. Damit gehört sie regulär zum BA-Haushalt und muss letztlich von den Beitragszahlern gezahlt werden.
Konkrete Einsparpotenziale, etwa auch in der Verwaltung von Arbeitsagentur und Jobcentern: Fehlanzeige. Hier wird anscheinend bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag „geprüft“, so eine weitere Antwort aus dem Bas-Ministerium. Ungeklärt bleibt auch, ob die Mehrausgaben der Bundesagentur wirklich nur durch die gewachsene Zahl der Arbeitslosen begründet sind. Das behauptet das Arbeitsministerium, aber es hat es nicht zweifelsfrei in Zahlen belegt.





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Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Agentur für Arbeit pro Mitarbeiter und Jahr eine Person vermittelt. Weiß nicht ob das stimmt, aber sollte es stimmen, dann kann man diese Institution auflösen. Denn es bedeutet nichts anderes, dass eine Person ein Jahr bezahlt wird um jemand in Arbeit zu bringen. Zahlt mir ein Jahresgehalt für jeden den ich vermittle, und ich kündige sofort meinen Job und besorge meinem Arbeitgeber eine Person die meine Arbeit übernimmt. Jede weitere Person übers Jahr gesehen ist quasi ein weiteres Jahresgehalt für mich. Ich vermute nach 2 – 3 Jahren kann ich in Rente gehen.
Genau so wie es Danisch formuliert. Der Kommunist kann Umverteilen, ein funktionierendes System zerstören, Feinde der Ideologie/Revolution aufknüpfen, Agenten einschleusen, Dumme rekrutieren, mit dem Islam koalieren, Gesellschaften spalten und nicht zuletzt Armut und Hunger schaffen. Wenn aber die Frage kommt was dann sein soll, wenn alles in Anarchie versinkt, darauf hat er keine Antwort. Wer die Frage stellt ist schon konterrevolutionär. Wer wählt so was? (Wieder Danisch)
Solange niemand der Polit-Kaste zu Verantwortung gezogen wird, wird die Verschwendung zu lasten deutscher Bürger weiter und weiter gehen.
„Der Steuerzahler haftet“
Nö. Nur der Nettosteuerzahler. Und es wird ja schließlich niemand gezwungen in dieser Deppenfraktion zu verbleiben.
Wenn die „ fähigsten Leute“ an der Spitze stehen, kann nichts rauskommen. In jedem Beruf, von Stahlarbeiter bis Arzt, muss man eine Ausbildung mit Abschluss machen. Nur in der Politik genügen große PObacken mit genügend Sitzfleisch! Das ist nicht mehr Mitanzusehen! Wann endlich bekommen kompetente und erstklassige Leute diese „ Pöstchen“!?
Agentur für Arbeit? Oder werden da eher die Unterstützt die nicht Arbeiten wollen?
Die werden ja immer Mehr und liegen denen die Arbeiten auf der Tasche. Ganz abgesehen von denen die was beruflich machen aber eigentlich nichts bringt und auch von Denen bezahlt werden muß die echt Nötiges arbeiten
Schock, schwere Not, SPD‑Frauenpower?
wurden der Nahles-Agentur zahlreiche Förderaufgaben für Bürgergeldbezieher übertragen: Genauso sieht es aus. Ich weiß von Behördenmitarbeitern, dass zum Ende des Jahres das Geld, das aus dem Haushalt noch übrig ist, auf Biegen und Brechen weg muss, damit die Zuschüsse fürs nächste Jahr nicht gekürzt werden. Und wenn dann die Regierenden immer neue Aufgaben hinzuerfinden, Projektarbeit an bestehenden Projekten verweigern, dann ist komplett Land unter bzw. Steuerzahlergeld weg Aber wenn es darum geht, dass der Rohstoffkreislauf kommt, für den alles gewogen, zertifiziert und jeder Schwund erklärt werden muss, wenn der Bürger die Arbeit leisten muss zusätzlich zum normalen Geschäftsbetrieb, dann geht… Mehr
„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen“. Ja, ja, der gute alte BB. Nur nebenbei: was will uns dieses Foto bedeuten? Wolln mal so sagen: ein verant‐ wortungsbewußtes, nennen wir es: Damen‐Kränzlein, sich ernsthaft und heftigst bemühend, den Begriff Betroffenheit neu zu definieren.
Das Land krankt an allen Ecken und Enden. Die Arbeitslosenquote ist nur ein sichtbarer Teil davon. Wo es keine Arbeit mehr gibt – weil wir ja keine Industrie wollen oder brauchen – wird auch niemand Arbeit finden.