13.500 Plakate gegen die AfD: Campact greift mit 620.000 Euro in den Wahlkampf ein

Mit über 600.000 Euro will die linke Kampagnenplattform Campact in den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eingreifen – zugunsten von SPD und Grünen. Formal ist das zulässig, demokratisch ist das nicht.

IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Mit einer Mammutaktion soll der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt verhindert werden. Die umstrittene Organisation Campact will insgesamt 620.000 Euro ausgeben, um eine AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern und betreibt damit Wahlwerbung für SPD und Grüne.

Wie der Lauterbacher Anzeiger berichtet, sollen in neun Städten rund 13.500 Plakate hängen: „AfD-Regierung verhindern – Strategisch wählen! Mit Deiner Zweitstimme SPD oder Grüne“. Die Plakate allein kosten etwa 50.000 Euro. Campact finanziert zudem Anzeigen und Postwurfsendungen.

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Wenn die Wähler nicht so abstimmen, wie es den selbsternannten Rettern der Demokratie gefällt, muss offenbar mit viel Geld nachgeholfen werden. Campact versucht nicht einmal, parteipolitische Neutralität vorzutäuschen. Geschäftsführer Felix Kolb erklärt offen, der Einzug von SPD und Grünen solle eine AfD-Regierung „äußerst unwahrscheinlich“ machen. Die Organisation nennt also ausdrücklich die Parteien, bei denen das Kreuz gesetzt werden soll.

Das Geld werde nicht an SPD und Grüne überwiesen, sondern von Campact ausgegeben. Am politischen Charakter ändert diese Konstruktion nichts. Weil die Kampagne beiden Parteien zugutekommt, meldeten SPD und Grüne bei der Bundestagsverwaltung jeweils 310.000 Euro als Großspende. Finanziert wird sie laut Campact aus dem „NoAfD-Fonds“ mit dem Geld von mehr als 75.000 Unterstützern. In dem Fonds befinden sich laut Angaben von Campact mehr als drei Millionen Euro.

Der Einsatz ist gewaltig, weil die Lage für die bisherigen Machtparteien ernst ist. In einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage erreicht die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 42 Prozent – mehr als doppelt so viel wie 2021 mit 20,8 Prozent. Eine absolute Stimmenmehrheit hätte sie damit nicht. Eine Mehrheit der Mandate wäre aber möglich, falls mehrere kleinere Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern. Da alle übrigen Parteien Koalitionen mit der AfD ausschließen, könnte die Zusammensetzung des Landtags darüber entscheiden, ob Siegmund Ministerpräsident wird.

Mit Millionen gegen die AfD
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Campact tritt damit faktisch als außerparlamentarischer Wahlkampfhelfer zweier Parteien auf. Aus einer vermeintlich zivilgesellschaftlichen Initiative wird eine Kampagnenmaschine, die den Bürgern nicht nur sagt, wen sie verhindern, sondern auch, wen sie wählen sollen. Das ist zwar formal legal und wird als Großspende ausgewiesen. Doch ausgerechnet jene, die vor Einflussnahme und der Macht des großen Geldes warnen, versuchen nun mit 620.000 Euro, das Wahlergebnis nach ihren Vorstellungen zu lenken.

Ob die Rechnung aufgeht, entscheiden am 6. September weder Campact noch seine Spender, sondern die Wähler. Die könnten diesen Versuch politischer Bevormundung anders verstehen, als von den Kampagnenmachern erhofft.



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Kommentare ( 33 )

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33 Comments
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Siggi
27 Minuten her

Ich hoffe, die Altparteien bekommen in Sachsen-Anhalt richtig einen in die Fr… Die sollen angesichts der Wahlergebnisse stehend k…

Die ganze Welt schaut auf Sachsen-Anhalt.

Siggi
7 Minuten her

Ich habe gehört, dass die für diese Plakate ein Material genomen haben, dass sich spontan selbst entzündet. Stimmt das?

Tesla
7 Minuten her

Es bleibt dabei: Die AfD benötigt mindestens 45%+x. Das halte durchaus im Bereich des Möglichen. Neben SPD und Grüne gibt es auch noch die FDP und das BSW, die um den Einzug zittern müssen. An einen Einzug der FDP glaube ich nicht (die dümpeln bei ca. 3% herum). Die Sonstigen liegen lt. Umfragen bei ca. 4%, das BSW bei 4-5%. Eine sichere Mandatsmehrheit hätte die AfD daher wohl nur bei ca. 47%+x (scheitert auch das BSW, dann können auch schon 45%+x reichen). Lt. Forsa käme die AfD im Osten insgesamt auf ca. 43%. Wenn man nun noch berücksichtigt, dass in… Mehr

Last edited 32 Sekunden her by Tesla
Adlershofer
21 Minuten her

Das Ding geht genau so aus wie die Speigel-Kampagne gegen Ulrich Siegmund. Die AfD kann sich bedanken für so viel Wahlwerbung. Leider wird die ganze Chose vom Steuerzahler bezahlt. Aber vielleicht sind die Sachsen-Anhaltiner Wähler in Mehrheit nicht so doof, wie es sich die Campact-Heini*nnen in Berlin ausmalen. Wunder gibt es immer wieder, das hat man gestern schon bei der Peronalie Sven Hüber gesehen.

hansgunther
22 Minuten her

Der „Linksstaat“ mit all seinen Protagonisten muß weg, es ist nur noch unerträglich. Was für eine miese Truppe hat sich da parallel zur Politik anfüttern lassen, beide nur Besitzstandswahrer, ohne Perspektiven, ohne wirklichen Fortschritt, ja nur zerstörerisch und destruktiv unterwegs. Das Land und seine Bürger kooperativ weichklopfen bis zur Selbstaufgabe und dabei größtmöglichen eigenen Profit machen. Alles kann im Land vor die Hunde gehen, Hauptsache, sie verbreiten ihren linken Senf und saufen Champagner mit den wirklichen Kapitalisten und ihren Bütteln der Politik. Denn die Kapitalisten und ihre Fahnenträger an allen Schaltstellen haben sich mit beiden Gruppen gegen die Bürger und… Mehr

Hairbert
26 Minuten her

Wir alle, also auch der Westen, sollten reflektieren, ob die bisherige Wahlstrategie weiterhin sinnvoll ist; und ob das Plündern der Sozialkassen, gepaart mit dem aktuellen Stadtbild, oder queere Transen auf unsere Kinder loszulassen, wirklich glücklich macht. Was hätte die bisherige „Strategie“ sonst noch zu bieten: Unterwerfung unter Brüssel, Unterwerfung unter zugereiste Forderungen, Unterwerfung der Untertanen, etc.
Da bedanke ich mich doch für den 600.000 Euro teuren Denkanstoß, sowie dem Lauterbacher Provinzblatt, der ihn dem breiteren Publikum auch im Westen zugänglich macht.

Last edited 23 Minuten her by Hairbert
voll wach
28 Minuten her

Das Campact-Geld stammt bestimmt aus den verschollenem SED Vermögen. Die Operation Antifa bzw. Kommando Sven Hüber läuft auf vollen Touren.

Siggi
6 Minuten her
Antworten an  voll wach

Egal, wo es herkommt. Wir werden es rausfinden.

Kalmus
31 Minuten her

Der Verein „Taktisch wählen“ mit Geschäftsadresse in Dresden verteilte am Tag der LTW 24 Sachsen in den Briefkästen des entsprechenden Leipziger Wahlkreises die Aufforderung, mit der Erststimme den Linke-Kandidaten zu wählen. Zweistimme egal. Der Erfolg: Die Linke kam mit 4,5% in den Landtag aufgrund der erreichten Direktmandate.

Mathias Rudek
34 Minuten her

Dieser sogenannten „Zivilgesellschaft“ wird allmählich der Boden zu heiß und nun kommen sie immer ungehemmter aus der Deckung. Ihre Kampagnen werden auf Sand laufen, weil sie nicht dazulernen. Sie sind ein behäbiges, denunziatorisches, staatlich verfettetes Unwesen, daß lediglich von der Staatskasse lebt und die versiegt immer mehr.

Hieronymus Bosch
23 Minuten her
Antworten an  Mathias Rudek

Auf Plattformen wie n-tv oder Focus wird jeden Tag aufs Neue gegen die AfD gehetzt. Man schürt planmäßig Ängste in der Bevölkerung, warnt vor desaströsen Folgen und holt dafür angebliche „Experten“, allesamt Mitläufer, mit ins gemeinsame Boot! Egal, ob Vertreter von Wirtschaftsverbänden, von den Kirchen oder von der Polizeigewerkschaft, alle sind wie elektrisert in ihrer Dauerhetze!Wie Journalisten solch ein abgefeimtes Spiel mitmachen können, ist mir unbegreiflich! Aber in diesem Land ist nicht nur der wirtschaftliche, sondern auch der moralische Verfall mittlerweile an der Tagesordnung! Und alle machen mit!

Haba Orwell
43 Minuten her

> sollen in neun Städten rund 13.500 Plakate hängen: „AfD-Regierung verhindern – Strategisch wählen! Mit Deiner Zweitstimme SPD oder Grüne“.

In West-Schland würde die Ordre vom Plakat ausreichen – mal sehen, ob es auch hier läuft.

Es gibt die SF-Komödie >>>Mom und Dad retten die Welt – Wikipedia<<< von einem Planet der Michels mit dem Imperator Todd Spengo (Jon Lovitz). Besonders teufliche Waffe dort: Eine Lichtgranate mit der Schrift „hebe mich auf“. Nachdem sie fast die gesamte Abteilung vaporisiert, ruft der letzte Michel-Soldat Verstärkung auf, bevor er die Granate Ordre-gemäß aufhebt.

Siggi
25 Minuten her
Antworten an  Haba Orwell

Der dämliche Spruch fördert die Wahl der AfD, weil jeder weiß, was dahintersteckt. Dieser Verbrecherregierung ist wohl nichts zu schade.

Die Abrechnung kommt. Lange könne die Verbrecher sich nicht mehr an der Macht halten.

Hieronymus Bosch
44 Minuten her

Angeblich kommt jeder vierte Arzt in Sasen-Anhalt aus dem Ausland! Was soll uns das sagen?

Siggi
24 Minuten her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Dass die lügen, dass sich die Balken biegen. Denen ist zum Macherhalt, was nichts anderes bedeutet, als das weitere Verhindern der Aufarbeitung des Komplettversagens, nicht zu schade. Diese Politmafia und ihre Mittäter müssen gestellt werden.