SPD zieht in den Kampf gegen Alkohol

Die Zuckersteuer soll uns bekanntlich gesünder machen. Jetzt soll auch noch das Alkohol-Angebot eingeschränkt werden. Zumindest möchten das die SPD und die Linken durchsetzen.

picture alliance/dpa | Daniel Löb

Wird Deutschland nun komplett zum Nanny-Staat? Die Sozialdemokratie unterstützt jedenfalls den Vorschlag der Vorsitzenden des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, den Alkoholverkauf an Tankstellen einzuschränken. Dazu Christos Pantazis, der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion: „Alkohol ist in Deutschland nahezu rund um die Uhr und häufig zu sehr niedrigen Preisen verfügbar.“ Diese „nahezu selbstverständliche Verfügbarkeit“ müsse man hinterfragen. „Gerade Tankstellen ermöglichen vielerorts den Kauf alkoholischer Getränke bis spät in die Nacht“. sagte Pantazis gegenüber der WELT.

Amateurhafte Steuerpläne
Klingbeil gibt dem Affen Zucker
Die Linke geht noch weiter: Ates Gürpinar, Gesundheitspolitiker der Linken-Fraktion, will Alkohol mindestens aus der „Quengelzone“ an der Kasse verbannen und den Handel mit hochprozentigen Getränken stärker in Fachgeschäfte drängen. Er meint: „Wer an Sucht verdient, muss zugleich Suchtberatung und Prävention ausbauen.“

Nach dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 trinken in Deutschland 8,6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren riskante Mengen. Etwa 2,2 Millionen erfüllen die Kriterien einer Abhängigkeit, weitere 1,7 Millionen die eines Missbrauchs. Das Statistische Bundesamt zählte 2024 knapp 14.500 Todesfälle durch ausschließlich alkoholbedingte Krankheiten. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die volkswirtschaftlichen Kosten auf 57 Milliarden Euro im Jahr. Pro Kopf liegt der Konsum bei etwa 10,6 Litern Reinalkohol – im EU-Vergleich liegt Deutschland damit weiter im oberen Drittel, auch wenn der Alkohol-Verbrauch seit Jahrzehnten sinkt.

AfD-Gesundheitssprecher Martin Sichert hält es allerdings nicht für eine Aufgabe des Staates, Bürger von jedem Lebensrisiko fernzuhalten. Er will Aufklärung statt weiterer Verbote und Strafsteuern, denn das sei parteipolitisch erwartbar. Und: Wer abhängig sei, organisiere sich den Nachschub auch ohne Aral-Shop. Wer maßvoll trinke, werde durch ein Nachtverbot an der Zapfsäule kaum gesünder, wohl aber genervter. Die Nachfrage verschiebe sich dann zu Spätis, zum Onlinehandel oder zum Vorratskauf im Discounter.

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Kommentare ( 20 )

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Arminius
13 Minuten her

Die SPD bettelt doch regelrecht darum aus allen Parlamenten raus zu fliegen.

Radikaler Demokrat
14 Minuten her

Das dürfte die SPD nochmal 1-2% kosten. Gibt es dort eigentlich noch Menschen, die auch nur einen einzigen steuerzahlenden Arbeitnehmer kennen?
Im Übrigen bin ich für eine Steuer-Steuer, also einen Aufschlag von 100% auf jede gezahlte Steuer. Letzten Monat konnte ich tatsächlich 70 € für die nächste unvorhergesehene Reparatur zurücklegen, das ist doch bestimmt nicht im Sinne vom sensiblen Lars, daß es Menschen gibt, die am Ende des Monats noch Geld übrig haben. Da muss man doch was gegen tun können…
[Siehe auch Otto: „Der Benzinpreis und seine Rechtfertigung“, auf YT zu finden]

Haba Orwell
15 Minuten her

In den hiesigen Threads wird immer wieder zitiert:

> „… Broder schrieb vor Zeiten: … „Der Unterschied zwischen Islam und Islamismus sei so wie der zwischen Alkohol und Alkoholismus.“ …“

Nach der hier vorherrschenden „Logik“ müsste Schland stark unter Alkoholismus leiden, jetzt kommt der Entzug. Ich kaufe eh nie etwas an der Tanke, zumal ich ja ohne Auto nie tanken muss. In normalen Supermärkten ist alles billiger.
So kann ich diesmal entspannt auf die Show schauen.

Franz Reinartz
19 Minuten her

Dass sog. Politiker aller Couleur massive Alkoholprobleme haben, ist ja hinlänglich bekannt. Ich meine, hat irgendwer je einen Darsteller wie im Bild den sensiblen Lars, der wöchentlich an Umfang zunimmt, gezwungen, eine Maß anzusetzen? Und solche Spritnasen kaufen ihren Stoff mal sicher nicht an der Tanke, wo er deutlich teurer als anderswo ist. Bisher unwiderlegte Gerüchte wollen sogar wissen, dass in bayrischen Festzelten wie im Bild kein Bierzwang besteht. Sogar zuckersteuerfreies Wasser mit oder ohne CO2 soll da ausgeschenkt werden. Dass die spd da Probleme hat, ist seit dem schröderschen Rülper „Hol mir mal ne Flasche Bier!“ landesweit bekannt.

Ombudsmann Wohlgemut
20 Minuten her

„Wer an Sucht verdient, muss zugleich Suchtberatung und Prävention ausbauen.“
Redet er von sich selbst, wegen Tabaksteuer etc.?

Lothar Fugmann
21 Minuten her

Wir brauchen Geld, Geld und nochmals Geld!
Also zahlt und zahlt und zahlt.
Was anderes fällt uns nicht ein.

Juri St.
22 Minuten her

Was braucht das „gemeine Volk“ auch Zucker, Alkohol und Zigaretten. Es reicht doch, wenn „die Elite“ sich damit vergnügt. Die anderen sollen gefälligst arbeiten und Steuern zahlen. Und reisen und Autofahren müssen die auch nicht. Auch da reicht es, wenn Regierungsmitglieder die Welt erkunden. Für „die einfachen Leute“ reicht es, wenn sie sich die schönen Bilder davon anschauen.

Klaus Kabel
24 Minuten her

Alkohol einschränken und dann verbieten. Das ist doch völlig logisch. Oder wer kennt ein islamisches Land, dass alkoholische Getränke ausschänkt. Der sensible Finanzminister kann schon rechnen, zumindest meint er es: Alkohlverbot = Stimmen von Muslimen.

Ohanse
25 Minuten her

Verständlich. Die SPD hat sich ihre Wähler angesehen und festgestellt: Das sind alles minderbemittelte Gestörte, die Aufsicht und Leitung dringend brauchen und die ohne Vormund nicht zurechtkommen. Ansonsten würden die ja auch nicht SPD wählen. Das sind Leute, die wollen von Bas und Klingbeil befohlen bekommen, was sie für gut und richtig halten wollen. Für einen normalen Erwachsenen ein Alptraum, für SPD-Wähler anders nicht vorstellbar. Die sind einfach saublöd.

flo
27 Minuten her

Wird Deutschland nun komplett zum Nanny-Staat? Ja. Zuckerkonsum, Alkoholverkauf, Nutzung der Medien, furchteinflößende Warnungen mit schrecklichen Bildern auf Zigarettenpackungen „Rauchen kann tödlich sein“. Wie geht es weiter. Süßigkeitenkonsum einschränken (Schokolade macht dick und fördert Diabetes), Warnung vor den Gefährdungen des Autofahrens und Nachts-in-bestimmten-Gegenden-durch-einsame-Straßen-Wandelns. Teile der Politiker, nicht nur Demokratie-leben!-Freunde, halten den erwachsenen Bundesbürger offenbar für komplett erziehungsbedürftig und leicht bis stark verdummt. Da verwundert es dann gar nicht, dass man auch das Wählen des Volkes für manchmal ziemlich defizitär hält. Und irgendwann wird dpa Klingbeil & Co. nur noch mit ungesüßtem Früchtetee in der Tasse ablichten, Prost!, als Vorbild.