Dobrindt umsorgt Asylanten: 24,5 Millionen Euro für den NGO-Komplex

Die Bundesregierung gibt weiter Millionenbeträge für eine angeblich „unabhängige“ Asylberatung aus. Das Geld geht an die üblichen Verdächtigen: Sozial- und Kirchenverbände wie AWO, Caritas und Diakonie. Eine AfD-Anfrage zeigt: Weder Nutzen noch Wirkung werden evaluiert. Ein weiteres Beispiel für den teuren Asyl-NGO-Komplex.

picture alliance/dpa | Daniel Vogl

Manchmal genügt der Name einer Sache, um relativ genau zu verstehen, was darunter zu verstehen ist. Die „behördenunabhängige Asylverfahrensberatung“ könnte so ein Ding sein. Asylbewerber – so das hehre Ziel der Maßnahme – sollen eine Beratung erhalten, die von der entscheidenden Behörde unabhängig ist. Die Bewerber sollen ganz konkret auf die Anhörung bei der zuständigen Bundesbehörde vorbereitet werden, hört man. Angeblich geht es nur um eine „korrekte Darstellung des Inhalts und des Ablaufs des Asylverfahrens“ – aber Zweifel sind erlaubt, dass sich jeder Berater so sehr zurückhält.

Was der Name vor allem sagt: Diese Beratung muss offenbar durch sogenannte „Nichtregierungsorganisationen“ (kurz NRO oder NGOs) aufgezogen werden. Denn sonst wäre der Träger ja wiederum eine Behörde. Und damit ist man auch schon beim tieferen Grund der Existenz der hier eingesetzten „NGOs“: Sie sollen eine Unabhängigkeit vortäuschen, die es im Grunde gar nicht gibt, weil es ja doch der Staat ist, der die Sache angeschafft hat und der sie auch bezahlt – mit zweistelligen Millionenbeträgen alljährlich.

Damit hat sich das Adjektiv „behördenunabhängig“ dann doch erledigt. Denn das Innenministerium übernimmt die Kosten in voller Höhe, und das, seit es der Ampel eingefallen ist, diesen behördenunabhängigen Kram zur Pflicht zu erheben. Man sieht heute, was man damals wissen konnte: Es war nur eine Finanzspritze für Rot-Grün-CDU-CSU-nahe Sozial- und Kirchenverbände. Die ursprüngliche Idee stammte übrigens von der letzten Merkel-Regierung und aus dem Jahr 2018.

Denn als Berater fanden sich natürlich Organisationen ein, die wir nur zu gut aus dem großen NGO-Asyl-Komplex kennen. Darunter ist dann etwa die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die von 2023 bis 2025 Haushaltsmittel in Höhe von 5,6 Millionen Euro erhielt; der Deutsche Caritasverband, der 14,2 Millionen Euro unter der Ampel und Schwarz-Rot bekam; außerdem das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung mit Fördermitteln von über 16 Millionen Euro; der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband bekam über zwölf Millionen Euro usw. usf.

Beratungsstellen wie diese sind das Sinnbild für den alles umfangenden Wohlfahrtsstaat, der sogar die gerade erst (illegal) Angekommenen umsorgt und sie recht bald in die eigenen Ränge integrieren will. Auf Deutsch gesagt: Die ungeladenen Gäste werden vom ersten Moment an betüddelt.

Höheres NGO-Ziel: Den Asylanten Ausreden ins Stammbuch schreiben?

Dabei gibt es durchaus auch den „Anspruch auf behördliche Rechtsauskunft“, also durch die staatlichen Stellen selbst, wie das Innenministerium (BMI) in Antwort auf Fragen aus der AfD-Fraktion feststellt. Zusätzlich dürfen also auch die Behörden selbst noch beim Anträge-Ausfüllen helfen. Das reichte aber den Maximalisierern nicht. Gewisse Tätigkeiten hat man delegiert an „nichtstaatliche“ Hände, vielleicht um etwas ähnliches durchzuführen wie in Pakistan, wo deutsche „NGOs“ Afghanen erklärten, wie sie am ehesten auf eine Einreiseliste rutschen könnten. Zum Beispiel, indem sie behaupteten, der Bruder, Vater oder Onkel, die Frau oder Base eines anderen Afghanen zu sein, oder schlicht indem sie ihre Homosexualität zu Protokoll gaben, was aber nicht allen Antragstellern letztlich gefiel.

Gleiches haben britische Rechtskanzleien für dortige Asylsucher geleistet, wie eine Recherche der BBC jüngst ergeben hat. Zehntausende Asylbewerber – etwa Pakistanis – konnten so ihren Verbleib in Großbritannien sichern. Männer holten ihre Erst- oder Zweitfrauen nach, die dann behaupteten, lesbisch zu sein. Junge Männer nahmen an „LGBT-Events“ teil und bekannten auf Social Media, dass sie nicht schwul seien. Aber auch einer Minderheit im Herkunftsland anzugehören oder Atheist zu sein, kann hier hilfreich sein.

Und all das passierte und passiert freilich genauso in Deutschland. Es war dasselbe unter Baerbock und ihren Homie-NGOs (z.B. Erik Marquardts „Kabul Luftbrücke“) in Pakistan und anderswo. Ist also auch im Bundesgebiet das eigentliche, höhere Ziel der „NGO“-Vereine, den sein wollenden Asylanten möglichst gute Ausreden ins Stammbuch zu schreiben? So wie man sie in Afghani-Pakistan selbst ihre Pässe, Geburts- und Eheurkunden ausfüllen oder durch Lichtbildsammlungen ersetzen ließ?

Unter Dobrindt erreicht das Programm einen Umfang wie nie zuvor

Was man sich aber ebenfalls denken kann: Die Finanzierung des „unabhängigen“ Beratungsprogramm geht auch in der aktuellen Legislaturperiode munter weiter. Auch ein Dobrindt ist eben nur eine schwarz-weiß-blau lackierte Nancy Faeser. 30 Millionen Euro sind auch weiterhin bis 2029 für die Asylverfahrensberatung im Gesamthaushalt vorgesehen, zehn Millionen pro Jahr, die aber frei flottierend ausgegeben werden dürfen.

In der Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD ist gar von 24,5 Millionen Euro nur für 2026 die Rede. Das lässt sich aber noch nicht genau sagen. Erst post festum wird die genaue Rechnung präsentiert – wenn das Spanferkel verspeist ist. Wie es scheint, ist damit aber ein historisches Hoch erreicht. Seit 2023 sind die Ausgaben an dieser Stelle deutlich angewachsen.

Der AfD-Abgeordnete Raimond Scheirich erläutert gegenüber TE: „Für diese behördenunabhängigen, nichtstaatlichen Beratungsstellen wurden 2023 rund 15 Millionen Euro, 2024 bereits 24 Millionen Euro, 2025 rund 23 Millionen Euro und 2026 – trotz eines historisch angespannten Bundeshaushalts – erneut über 24 Millionen Euro an Steuergeldern bereitgestellt. Pro Beratungsgespräch entstehen Kosten von rund 370 Euro.“

Außerdem habe selbst das BAMF eingeräumt, dass die Zielerfüllung der Beratungsdienste – Asylverfahren sollen dadurch effizienter und zügiger werden – gar nicht untersucht und evaluiert worden sei, so Scheirich. Die dafür notwendigen Daten würden nicht erhoben, heißt es dazu von der Regierungsbank. Die Bundesregierung erklärt sogar ausdrücklich, die entsprechenden Auswirkungen seien „nicht ermittelbar“.

Diesen Zusammenhang findet Scheirich empörend: „Mit anderen Worten: Jahr für Jahr fließen Millionenbeträge an Steuergeldern in ein Beratungsangebot außerhalb staatlicher Behörden, ohne dass dessen Nutzen nachgewiesen ist. Ob diese Gespräche das Asylverfahren tatsächlich verbessern, wirkungslos bleiben oder sogar unerwünschte Anreize setzen, kann nach eigener Aussage der zuständigen Stellen niemand belegen.“

Verbände so schön, weil so flächendeckend, so asylerfahren

Bleibt noch die Frage: Warum hat man ausgerechnet die bekannten Sozial- und Kirchenverbände für die so schöne Beratungswelt ausgewählt? Angestrebt sei demnach eine „bundesweite Flächendeckung“ bei der Asylberatung. Auch die „Trägererfahrung“ habe bei der Auswahl von Organisationen eine Rolle gespielt, so das BMI in seiner Antwort. Merke: Wer sich schon in Asylfragen auskennt, wird bevorzugt engagiert. Und das sind allerdings beste Voraussetzungen für das Wuchern des Asyl-NGO-Komplexes im Lande rund um gewisse Parteien des nominal „linken“ Spektrums.

Erst ab 2027 will Schwarz-Rot, so heißt es, die von der Ampel eingeführte unabhängige Asylberatung wieder abschaffen, was nach einem Kompromiss mit den wohlversorgten Genossen und ihren Verbandsfreunden klingt. Scheirich führt die Ankündigung auf „den politischen Druck der AfD“ zurück. Der Verewigung dieses Ausgabenpostens will er jedenfalls nicht tatenlos zuschauen: „Wir werden diesen Prozess weiterhin begleiten und uns für die Abschaffung der ‚Behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung‘ einsetzen!“ Eine Anfrage wie diese ist offenbar ein Schritt auf diesem Wege.



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Kommentare ( 18 )

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Wilhelm Rommel
32 Minuten her

So leibt und lebt er halt, der mit der sprichwörtlichen Kornschaufel durch’s Fenster gefütterte asyl-industrielle Komplex und seine Drohnenwirtschaft: Effizienz und Wirksamkeit sind dabei nachrangig – sie werden auch, weil man die ‚Ergebnisse‘ erahnen mag, gar nicht erst überprüft. Hauptsache, man übt mit den ‚Hereingeschneiten‘ die passenden ‚Geschichten aus Tausendundeiner Nacht‘ und tut ansonsten so, als täte man was! Was da für eine Sorte Leute aktiv ist, zeigt ja schon der Blick in so manch eine ‚irgendwas-mit-Mentschen-Biografie’… Derweil richten sich die ‚Gäste‘ teils darauf ein, hier lebenslange und reproduktions-intensive Schlaraffenland-Existenzen zu etablieren, teils aber auch – und das ist weitaus… Mehr

Ho.mann
36 Minuten her

„Dobrindt kann Kanzler“, so wird schon posaunt. Klar, der kennt auch die Vorgaben, die der globale Migrationspakt für die Teilnehmerländer selbstverpflichtend mit sich bringt. Ob nun Merzkel oder Dobrindt, das ist völlig egal. Die illegale Einschleusung derer, die keiner Verpflichtung und somit keiner Bringschuld unterliegen, geht bis zum großen Knall unvermindert weiter.

Noch fehlt die massive Gegenwehr der zum Austausch angedachten Zahlmeister. Aber unsere Antidemokraten in Regierungsverantwortung halten – koste es, was es wolle – selbst noch im freien Fall, auch wenn es den letzten eigenen Antidemokrat kostet, an der perversen Agenda fest.

Orlando M.
58 Minuten her

In gesunden Ländern ist Integration eine Bringschuld, ansonsten heißt es byebye. In ungesunden Ländern plündert ein kaputter Staat sein arbeitendes Volk aus, um Fremde zu integrieren.

Urbanus
59 Minuten her

Es geht hauptsächlich um die Erhaltung von Arbeitsplätzen der Asylindustrie. Die Asylindustrie, die einzige (noch) boomende Industrie Deutschlands. Es soll so weiter gehen.

Last edited 51 Minuten her by Urbanus
Privat
1 Stunde her

Es gibt Figuren, die arbeiten mit aller Kraft an der Abschaffung der deutschen Nation.

alter weisser Mann
1 Stunde her

Leute ohne jeden Asylanspruch müssen beraten werden, damit sich irgendwas findet, das ihr Bleiben rechtfertigt oder das Verfahren zumindest verzögert.
Und die Regierung unter Merz und mit Innenminister Dobrindt zahlen wie ihre Vorgänger.
Und da gibt es immer noch Leute, die setzen auf die CDU und finden, dass Dobrindt „liefert“.

Verzeihtnix
1 Stunde her

Herr Dobrindt,
ich berate Sie für die Hälfte. Der einzig wirksame Weg: Asylrecht abschaffen.
Wo kann ich meine Rechnung über 12 Millionen Euro hinschicken?

Noelender Noergler
1 Stunde her

Ich verstehe das alles nicht. Die Multibuntfetischisten sind in der Minderheit, bestimmen aber weiterhin alles, einschließlich dem weiteren Niedergang dieses einst blühenden Ländles. Und wollte Links-ist-vorbei-Merzel, der nicht straflos Lügenfritz genannt werden darf, diesen NGO-Sumpf nicht trockenlegen? Aber „nur“ die Stimmung im Land ist schlecht, ne is klar ne…

Boudicca
1 Stunde her

Vielleicht fragt die politische Elite mal einen echten Experten wie Mansour oder Abdel-Samad. Könnte helfen. Aber wie man so hört, müssen die anscheinend vor denen geschützt werden, denen die deutsche Elite so wohltätig den Alltag mit dem Geld der Anderen finanziert. Wenn man in einen löchrigen Eimer Wasser einfüllt, läuft es einfach aus und wenn man noch mehr eingießt, läuft noch mehr aus, genauso wenn man mit Eimern gefüllt mit Sonnenlicht ein dunkles Gebäude erhellen will, bleibt es dort trotzdem dunkel. In den Parteien, angeblich Zuständig für politische Bildung der Bürger, scheint doch das eine oder andere in Vergessenheit geraten… Mehr

twsan
1 Stunde her

Das ist doch nicht nur Dobrindt.

Das ist auch Söder und die gesamte Führungsriege der CSU.

Die sind nur – im Gegensatz zu den Grünen – so schlau, „Deutschland verrecke“ nicht laut auszusprechen.
Die Politik ist – gemessen an Tatsachen und nicht an Worten – die gleiche.