Starship 13: SpaceX gelingt weiterer wichtiger Testflug

Aus Fehlern lernen statt Stillstand zelebrieren. SpaceX gelingt ein weiterer erfolgreicher Testflug mit mehreren Premieren. Starship zeigt, warum der Entwicklungsansatz des Unternehmens weltweit Maßstäbe setzt.

picture alliance / Newscom | SPACEX

Es gehört zu den Besonderheiten von SpaceX, dass Rückschläge nicht vertuscht, sondern als Teil des Entwicklungsprozesses genutzt werden. Genau das zeigte auch der 13. Testflug von Starship. Nach den Problemen der vorherigen Mission gelang dem Unternehmen am 24. Juli ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum vollständig wiederverwendbaren Schwerlast-Raumschiff.

Um 18:51 Uhr Ortszeit hob Starship von der SpaceX-Startrampe in Starbase im US-Bundesstaat Texas ab. Der Start war um einen Tag verschoben worden, weil dichte Wolken eine ausreichende Beobachtung des Aufstiegs verhindert hätten. Für den eigentlichen Start stellten die Wetterbedingungen jedoch kein Hindernis dar.

Es handelte sich um den zweiten Flug der neuen Starship-V3-Version, die künftig für orbitale Missionen vorgesehen ist. Das Flugprofil entsprach weitgehend dem des vorherigen Testflugs. Gleichzeitig nutzte SpaceX die Mission, um technische Verbesserungen zu erproben, mit denen unter anderem die Triebwerksprobleme des zwölften Fluges behoben werden sollten.

Wie bereits beim vorherigen Test verzichtete SpaceX darauf, den Super-Heavy-Booster zur Startrampe zurückzuführen. Stattdessen war eine kontrollierte Wasserung im Golf von Mexiko vorgesehen. Dabei zeigte sich allerdings, dass nicht alle für das Landemanöver benötigten Raptor-Triebwerke zündeten. Der Booster traf deshalb mit höherer Geschwindigkeit als geplant auf der Wasseroberfläche auf.

Der eigentliche Höhepunkt der Mission folgte jedoch nach Erreichen des Weltraums. Erstmals setzte Starship 20 voll funktionsfähige Starlink-V3-Satelliten aus. Frühere Testflüge hatten lediglich Gewichtsattrappen transportiert.

Die Satelliten verblieben auf derselben suborbitalen Flugbahn wie Starship und absolvierten rund 20 Minuten lang verschiedene Funktionstests. Dazu gehörten das Ausfahren der Solarpaneele und Antennen sowie Kommunikationstests mit Bodenstationen und anderen Starlink-Satelliten.

SpaceX-Manager Michael Nicolls erklärte anschließend, dass mit allen Satelliten sowohl über Funkverbindungen als auch über Laserlinks erfolgreich kommuniziert worden sei. Zudem habe das Unternehmen wichtige Telemetriedaten empfangen können. Auch das Raumschiff selbst absolvierte weitere wichtige Tests. Nach dem Aussetzen der Satelliten wurde ein Raptor-Triebwerk erneut gezündet – diesmal für rund 14 Sekunden und damit deutlich länger als bei früheren Versuchen.

— SpaceX (@SpaceX) July 24, 2026

Anschließend trat Starship wieder in die Erdatmosphäre ein und wasserte etwa eine Stunde nach dem Start im Indischen Ozean. Zwar kippte das Raumschiff nach der Wasserung um, doch anders als bei früheren Missionen blieb es intakt, schwamm weiter auf der Wasseroberfläche und übertrug weiterhin Bildmaterial.

SpaceX-Sprecher Dan Huot sprach während des Livestreams von einem Traumszenario für das Team, das Daten zum Hitzeschild sammelt. Erstmals sei ein unbeschädigtes Starship im Wasser gelandet – ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des wiederverwendbaren Raumfahrzeugs.

Dem erfolgreichen Flug war allerdings eine intensive Ursachenforschung vorausgegangen. Ein erster Startversuch am 16. Juli war unmittelbar nach der Zündung der Triebwerke abgebrochen worden. Vier der insgesamt 33 Raptor-Triebwerke des Boosters hatten aufgrund von Problemen mit den Turbopumpen für flüssigen Sauerstoff nicht ordnungsgemäß gezündet. Nach Angaben von SpaceX ergaben die Untersuchungen, dass sich Feuchtigkeit in mehreren Turbopumpen angesammelt hatte.

Beim Kontakt mit dem kryogenen Treibstoff fror diese ein und führte zu einer ungewöhnlichen Rotation der Pumpen, wodurch sie verlangsamt oder vollständig blockiert wurden. Als kryogen bezeichnet man Stoffe, Prozesse und Technologien, die bei extrem niedrigen Temperaturen (unterhalb von etwa minus 150 Grad Celsius bis nahe an den absoluten Nullpunkt bei  minus 273,15 Grad Celsius) stattfinden.

Das Unternehmen ersetzte die betroffenen Triebwerke und testete sie am 22. Juli erneut auf der Startrampe. Eines der ausgebauten Raptor-Triebwerke absolvierte zusätzlich im SpaceX-Testzentrum in McGregor, Texas, erfolgreich einen vollständigen Testlauf über die gesamte vorgesehene Brenndauer.

Dan Huot betonte, dass selbst der abgebrochene Start wertvolle Erkenntnisse über Triebwerke, Treibstoffsysteme und deren Verhalten unter realen Einsatzbedingungen geliefert habe. Wie es nun weitergeht, ließ SpaceX zunächst offen. Bereits im Juni hatte Unternehmenspräsidentin Gwynne Shotwell erklärt, dass bei einem erfolgreichen Verlauf von Flug 13 möglicherweise bereits Flug 14 die erste orbitale Starship-Mission werden könnte. Flug 15 könnte anschließend den ersten Start eines Starship von Florida aus markieren.

Damit setzt SpaceX seinen ungewöhnlichen Entwicklungsansatz konsequent fort: Jeder Test liefert neue Erkenntnisse, jede Mission bringt das Unternehmen einen Schritt näher an das Ziel eines vollständig wiederverwendbaren Schwerlastsystems. Der 13. Testflug hat gezeigt, dass Starship trotz verbleibender Herausforderungen spürbare Fortschritte macht – von der erfolgreichen Satellitenaussetzung bis zur erstmals intakten Wasserung des Raumschiffs.

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