Eine NGO in Berlin führt vor, wie man die Marktwirtschaft schon auf der untersten Stufe demontiert. Mit Staatshilfe, denn Brüssel bezahlt die absurde Mischung aus Antikapitalismus und Migrationsträumerei mit Steuergeld.
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Joy Saha
Jeans sind das ultimative Symbol des Kapitalismus. Gut, Jeans und Coca-Cola. Aber Jeans noch mehr. Wenn man den Kapitalismus attackieren will, dann ist es nicht unsinnig, bei den Jeans anzufangen.
Die NGO „Circular Berlin“ ist auf die irgendwie originelle Idee gekommen, das Flicken alter Jeans staatlich subventionieren zu lassen. Kein Schreibfehler. Wenn man seine Hosen bei einer der am Programm teilnehmenden Schneidereien ausbessern lässt, wird die Hälfte von der NGO bezahlt.
Die wiederum finanziert ihre Wohltaten, man hat es geahnt, aus Fördermitteln der EU. Das Ganze sei ein Versuchsprojekt zur „Kreislaufwirtschaft“.
Kreislauf des Schreckens
„Kreislaufwirtschaft“ ist für Kapitalismusfeinde ungefähr das, was „Antizionismus“ für Judenhasser ist: eine beschönigende Umschreibung.
Die weit überwiegend von Frauen geführte NGO will „die ganze Stadt zur Kreislaufwirtschaft machen“. Das schreibt der „Tagesspiegel“. Die Zeitung hat übrigens selbst ein eher gespaltenes Verhältnis zur Marktwirtschaft, denn sie ist schon lange und chronisch defizitär. Aber das nur am Rande.
Vordergründig sollen in der Kreislaufwirtschaft Rohstoffverbrauch und Abfall reduziert werden, indem man Produkte direkt weiterverwendet (Second Hand) und defekte Geräte repariert. Das klingt erst einmal vernünftig, wird aber bei näherem Hinsehen schnell sehr unappetitlich.
Denn die Anhänger der Kreislaufwirtschaft sind fast immer gleichzeitig auch Vertreter der „Degrowth“-Ökonomie: Sie wollen die Wirtschaft schrumpfen und den Wohlstand abbauen, zugunsten des Klimas oder der Natur oder von wem oder was auch immer. Für eine strikte Kreislaufwirtschaft braucht man absolute Obergrenzen beim Ressourcenverbrauch, was quasi-totalitäre Herrschaftsstrukturen voraussetzt. Man braucht Konsumverbote, der freie Markt und die freie Wahl des Verbrauchers werden durch Langlebigkeitsvorschriften und Reparaturzwänge minimiert. Das Ziel ist nicht der individuelle Besitz von Gütern, sondern ihre gemeinschaftliche Nutzung – also das Ende des klassischen kapitalistischen Eigentums.
Kurz: Kreislaufwirtschaft wirkt wie ein harmloser, vielleicht sogar sinnvoller Begriff. In Wahrheit verpackt er radikalste Ideen in Wortwatte.
EU-Abschaffung der Marktwirtschaft
Kein Wunder, dass Kreislaufwirtschaft inzwischen zu einem absoluten Lieblingswort aller Kapitalismusfeinde aufgestiegen ist. Kein Wunder auch, dass Brüssel da im großen Stil mitmischt.
Das Reich von Königin Ursula (von der Leyen) wandelt bekanntlich auf dem ewigen französischen Irrweg der zentralistischen Planung. Echte Marktwirtschaft, wo die Marktteilnehmer ihre eigenen Entscheidungen treffen, kommt da nicht in Frage.
Den verhassten Markt nehmen die Brüsseler Staatsfetischisten in einer Zangenbewegung in den Würgegriff. Ganz oben reguliert die EU alle alten Industrien zu Tode (Auto, Chemie, Maschinenbau) – und alle neuen erst recht (Soziale Medien, KI). Ganz unten werden NGOs finanziert, um die Wirtschaft selbst auf der Ebene von kleinen Gewerbetreibenden und Selbstständigen unter staatliche Kontrolle zu bekommen.
Das subventionierte Schneiderlein
Eine dieser als NGO verkleideten Staatsagenturen ist „Circular Berlin“.
Und eine der NGO-Damen mit dem obligatorischen Problempony heißt Sarah Keller. Sie behauptet im „Tagesspiegel“, dass vielen Menschen die Reparatur ihrer Lieblingsjeans zu teuer sei. Für die Schneider wiederum seien die Preise zu niedrig, um davon leben zu können. „Diese Preislücke wollen wir überbrücken.“
Das ist auf allen Ebenen so wahnhaft, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.
Wer jemals eine kleine oder mittelgroße Schneiderei von innen gesehen hat, der weiß, dass das Ausbessern von Hosen zum absoluten Hauptgeschäft gehört. Vor allem das Ausbessern von Jeans, weil Jeans nun mal das mit Abstand häufigste Beinkleid beider Geschlechter sind – weltweit und auch bei uns. Wäre es unwirtschaftlich billig, würden die Schneider es nicht tun. Wäre es für die Kunden zu teuer, würden nicht buchstäblich Millionen Hosen jedes Jahr den Weg zum Schneider finden, um dort gestopft zu werden. Niemand hat je davon gehört, dass nur noch „die Reichen“ sich das Ausbessern von Hosen leisten könnten. Die von Frau Keller halluzinierte „Preislücke“ gibt es nicht.
Abgesehen davon: Ist das Stopfen von Hosen nicht vielleicht etwas, das man als erwachsener Mensch durchaus auch selbst erledigen kann, wenn einem die Dienstleistung beim Schneider zu teuer ist? Dann greift man eben eigenhändig zu Nadel und Schere. Wo ist das Problem, das eine staatliche Subventionierung erforderlich machen könnte (wenn die überhaupt jemals erforderlich ist)?
Es sagt viel aus über die real existierende EU, dass sie nicht etwa Nähkurse an Volkshochschulen fördert, sondern lieber Geld über Gewerbebetrieben regnen lässt.
Nähen gegen Nazis
Schließlich kommt zum Vorschein, worum es der NGO insgeheim wirklich geht.
Viele Schneidereien in Berlin, erklärt Frau Keller dem „Tagesspiegel“, hätten einen migrantischen Hintergrund. Sie bräuchten staatliche Unterstützung bei Ausbildung und Digitalisierung. „Der Reparaturservice um die Ecke gehört zur Nahversorgung.“
So macht man aus einer ökonomisch schwachsinnigen Subvention einen Akt der Willkommenskultur, der sich (Achtung, Wortspiel) nahtlos einfügt in die politisch korrekte Umerziehung des Volkes in „Unserer Demokratie“. Denn mit genau demselben Argument kann man auch staatliche Zuschüsse für Döner-Buden, Barber-Shops und Nagel-Studios rechtfertigen. Aber vielleicht kommt das ja noch. Wir wissen nicht, was den politisch korrekten und woken Kreislaufwirtschaftlern von „Circular Berlin“ noch alles so einfällt. Zunächst einmal heißt es: Bringt eure zerrissenen Hosen zum Schneider. Jeans stopfen gegen Rechts.
Keine Frage: Die EU ist ein Irrenhaus, und Deutschland ist die Zentrale. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
„Management by Jeans“
Wenn an allen wichtigen Stellen Nieten sitzen.
Meine Erfahrung ist, das „Degrowth“ gilt immer nur für Andere. Meine Frau und ich kamen einmal für zwei Jahre mit einem Polo aus. Als sich bei uns Nachwuchs einstellte, kauften wir uns einen Passat, um Kinderwagen, Windeln usw. zu transportieren. Die „Grüne“ Nachbarin stand sofort bei uns und diskutierte eine Stunde mit mir, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geganen wäre, ob es wirklich Passat sein musste oder ob nicht ein VW Golf es auch gemacht hätte, wegen des geringeren Verbrauches an Materialien und Kraftstoff. Irgendwann reichte es mir und ich ging weg. Etwa ein halbes Jahr später stand… Mehr
Ob es dann bald in China Kleidersammlungen für Deutsche gibt? Zwar werden die Klamotten dann nicht passen, aber wann hat das bei gut gemeinten Taten je gestört?