Die AfD rückt in Umfragen an die 30 Prozent, die Union, unfähig zur Kurskorrektur, fällt Richtung 20 Prozent. Merz stürzt die Partei in den Abgrund. In dieser Gemengelage verschickt die CDU vorformulierte Austrittserklärungen an AfD-Abgeordnete. Diese Aktion zeigt den geistigen Zustand einer Partei, die ihre eigene Implosion nicht mehr begreift.
picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Die CDU hat offenbar endgültig jedes Maß verloren. Während die AfD in Umfragen an die 30-Prozent-Marke heranrückt und die Union in den freien Fall übergeht, verschickt die Bundesgeschäftsstelle unter Carsten Linnemann vorformulierte Austrittserklärungen an AfD-Bundestagsabgeordnete. Wer wissen will, wie politischer Kontrollverlust aussieht, muss sich diese instinktlose Aktion ansehen. Eine einstige Volkspartei, die ihr eigenes Lager verraten, ihre Wähler abgestoßen und ihre konservative Substanz entsorgt hat, macht sich nun daran, den Gegner per Formular zu bekämpfen.
Nach Angaben von Nius erhielten alle AfD-Abgeordneten ein Schreiben der CDU, dem eine Austrittserklärung beigelegt war. Die Empfänger sollten nur noch unterschreiben. Dazu verschickte die umstrittene Partei ihre Anti-AfD-Broschüre „Abstieg für Deutschland. Keine Alternative“. Eine CDU-Sprecherin bestätigte den Versand. Alles daran ist dermaßen unterirdisch. Sowas kommt aus der Bundesgeschäftsstelle der Partei, die den Kanzler des Landes stellt, und nicht aus einer Schülerzeitung. Jeden Tag unterbietet sich die Union weiter selbst.
Der ehemalige verteidigungspolitische Sprecher der AfD, Rüdiger Lucassen, kommentiert diesen Vorgang auf X:
Was mich bei solchen PR-Aktionen der CDU umtreibt, ist nicht die Wirkung auf die AfD. Auch nicht die Wirkung auf Wähler. Da passiert rein gar nichts. Es ist die immer wieder auf’s Neue unterbotene Sicht auf den Zustand der Union. Da arbeiten tatsächlich Menschen, die so etwas für gelungene Arbeit halten. Die sagen: „Ja, das machen wir. Das ist ne super Idee.“ Irgendwelche PR-Schwätzer. Und dann gibt es politisches Spitzenpersonal, das so einen unoriginellen Scheiss absegnet. „Ja, stimmt, die Idee ist klasse.“ An sich müsste Carsten Linnemann das abgesegnet haben. Und der Schwermut, den ich für einen kleinen Moment spüre, kommt auf, wenn ich mir bewusst mache, dass die gleichen Leute Deutschland regieren. Noch.
Auch Bernd Baumann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, nennt die Aktion einen „Ausdruck absoluter Hilflosigkeit“. CDU und Friedrich Merz hätten „keine wirklichen Argumente zur Aufrechterhaltung der Brandmauer“. Game over.
In aktuellen Umfragen liegt die AfD bei 28 bzw. 29 Prozent, teils sieben Punkte vor der Union. YouGov sieht sie bei 28 Prozent, die Union bei 22. INSA meldet 29 Prozent für die AfD und nur noch 22 Prozent für CDU/CSU. Der DAWUM-Wahltrend weist die AfD bei 28,5 Prozent aus, die Union bei 22,7. Selbst das ZDF-Politbarometer sieht die AfD vor der Union. Das ist die Lage, in der die CDU nicht ihren politischen Kurs korrigiert, sondern Austrittsformulare an die in Umfragen führende Partei schickt.
Diese Aktion ist eine Kapitulationserklärung. Die CDU hat keinerlei Antwort mehr auf den Aufstieg der AfD. Sie hat nur noch administrative Ersatzhandlungen, die sich mental auf dem Niveau von Grundschülern bewegen. Sie regiert mit der SPD weiter nach links, hält die Brandmauer hoch (zu der sie niemand gezwungen hat), verliert ihr eigenes Milieu und glaubt ernsthaft, der Gegner werde sich durch eine Broschüre aus dem Konrad-Adenauer-Haus auflösen. Wer so handelt, hat nicht nur den Kontakt zum Wähler, sondern auch jeden zur politischen Wirklichkeit verloren.
Die Union steht nicht deshalb bei 22 Prozent, weil zu wenige AfD-Abgeordnete Austrittsformulare erhalten haben. Sie steht dort, weil sie ihre Wähler getäuscht und das Land in jedweder Hinsicht vor die Wand gefahren hat. Sie hat den Wechsel versprochen und die alte Politik fortgesetzt und da sogar noch einen Turbo angesetzt. Der Wähler merkt das. Die CDU offenbar nicht.
Noch einmal besonders erbärmlich ist der Ton der vorformulierten Erklärung. Die AfD-Abgeordneten sollen erklären, die CDU-Broschüre habe sie in ihrer Entscheidung bestätigt. Die CDU schreibt dem politischen Gegner also gleich noch dessen angebliche Läuterung vor. Eine Partei, die in allen Umfragen abstürzt, diktiert Abgeordneten der stärksten Kraft des Landes den Text ihres angeblichen Erwachens. Mehr Wirklichkeitsverlust geht nicht. Und das aus dem Zuständigkeitsbereich einer weiteren abgestürzten Hoffnungsfigur der CDU, Carsten Linnemann.
Diese Briefe zeigen, wie tief die Partei am linken Rand (CDU) gefallen ist.
Der Kern liegt noch tiefer. Die CDU weiß, dass ihr die AfD nicht wegen einer Kommunikationspanne gefährlich wird, sondern wegen der eigenen politischen Entleerung. Millionen Wähler laufen der Union davon, weil sie ihre Interessen dort nicht mehr vertreten sehen. Migration, innere Sicherheit, Sozialstaat, Energiepreise, Meinungsfreiheit, wirtschaftlicher Abstieg: Überall steht die CDU entweder auf der falschen Seite oder kneift vor der Konsequenz. Aus diesem Versagen entsteht der AfD-Aufstieg.
Die CDU hält sich noch für das staatstragende Zentrum, handelt aber wie eine Apparatepartei im Nervenzusammenbruch. Sie glaubt, sie könne den demokratischen Wettbewerb durch moralische Verwaltung ersetzen. Sie merkt gar nicht mehr, wie sehr sie genau diese von Linken übernommene Haltung ruiniert.
Der Schaden für die Union ist noch einmal weitaus größer, als der Nutzen jemals sein könnte. Kein AfD-Abgeordneter wird wegen dieser Aktion sein Mandat, seine Partei und seine Wähler verlassen. Aber jeder Wähler kann sehen, wie blank die CDU inzwischen dasteht. Dort gibt es keinerlei Strategie mehr, keinerlei Wende, keinen Mut zur Kurskorrektur – nicht einen Funken erkennbaren Willen, auch nur irgendwas besser für das Land und seine Leistungsträger zu machen. Dort gibt es nur noch die Hoffnung, der politische Gegner möge sich selbst erledigen, weil man ihm ein Formular geschickt hat.
Eine Kanzlerpartei, die mitten im Absturz steht, beschäftigt sich nicht mit den Gründen ihres Niedergangs, sondern mit symbolischen ultralahmen Demütigungsversuchen gegen die politische Konkurrenz. Die AfD rückt an die 30 Prozent. Die Union fällt in den Bereich einer geschrumpften Funktionärspartei. Die CDU kann nur noch mit pubertärem Müll antworten, der ihr Applaus bei linkslinkem re:publica-Publikum einbringt und ein paar Schlagzeilen in linken Medien – der ihr aber keinen einzigen Wähler bringen wird.
Linnemanns Austrittsbriefe werden als Dokument politischer Verwahrlosung hängen bleiben. Sie zeigen eine CDU, die den Machtverlust in jeder Faser spürt, aber nicht das geringste daraus lernt und daran ändert. Eine sterbende Volkspartei, die ihre eigene tiefe Krise in Briefumschläge steckt und an den Gegner adressiert.

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Urteil: nicht satisfaktionsfähig.
Aber das „c“ für „christlich“ im Parteinamen.
So es nicht seit Merkel den Halbmond symbolisiert.
Die AfD-Abgeordneten sollten diese vorformulierten Austrittserklärungen mit „CDU“ abändern und ihren Kollegen der Union überreichen!
OK, dass in der CDU nicht die hellsten Köpfe sitzen war klar, aber dass es so kleine Geister sind die da agieren erstaunt dann doch immer wieder aufs Neue. Die CDU ist am Ende….
Der nächste Schritt kann nur ein weiterer Brief an die AfD Abgeordnete sein mit der Bitte bei der nächsten Wahl nicht anzutreten.
Also ist Merz kein Unfall sondern repräsentiert zu 100% seinen Verein.
Guter Artikel, so ist das nun mal mit den Parteien (CDU/CSU/SPD), die ihre Wähler verachten, und den Feinden der Normalos eilfertig zu Diensten sind.
Die echte Demokratie bis zur Unkenntlichkeit verhunzt, und eine Wahl-Oligarchie errichtet!
Nur weiter so, und der SPD folgend, bis unter die 5%-Hürde….
Eine Alternative: die AfD und eine große Volkspartei aus allen außerparlamentarischen Kritikern!!
Dumm – peinlich – CDU. Anstatt sich Gedanken zu machen, was diese Partei in den letzten Jahren alles falsch gemacht hat, und aus welchen Gründen denen die Wähler davon laufen, kommen dann solche Bettelbriefe und Propaganda-Pamphlet an jene, die zumeist von der CDU erst zur AfD übergelaufen sind. Diese Partei pfeift aus dem letzten Loch und hat den Schuss nicht gehört (und wird ihn mit diesem Personal an der Spitze vermutlich auch nicht mehr hören). Eine (Ex-)Volkspartei ohne Volk, aber mit ganz viel Partei. Diese Partei bettelt anscheinend förmlich darum, dass noch mehr CDU-Wähler zur AfD überlaufen. Dem Wunsch kann… Mehr
Haben die Linnemänner denn wenigstens eine ordentliche Ablösesumme ausgelobt , denn umsonst ist doch nur der Tod und der kostet das Leben !
Wüst als Kanzler – und die Grünen laufen sich auch schon warm.
Das erklärt auch Merkels auffällige Aktivitäten der letzten Wochen.
Diese Parteilinken sind samt und sonders zum Ko…en.
ist doch bequemer, als sich einer Wahl zu stellen.
Das wäre nicht nur blöd, sondern vor allem unverschämt – Schwarz-Grün, ohne Wahl, und mit Wüst an der Spitze..
und da denkt man, es gäbe keine Steigerung mehr zu Merkel-Merkel-Merkel-Merkel-Scholz-Merz. 😱🤮
Ich dachte schon bei Kohl 🥬 dass die Talsohle erreicht ist.
Jetzt sind wir meilenweit selbst da drunter…
Gerade erst hatten sie doch bei der union solche Broschüre auf den Markt geworfen: https://www.cdu.de/app/uploads/2026/05/AfD_Abstieg-fuer-Deutschland_Broschuere.pdf
die Dr. Bernd Baumann hier so auseinander nimmt: https://philosophia-perennis.com/2026/05/21/cdu-broschuere-gegen-afd-jetzt-wirds-absurd/
.
Hat die union einen ganzen Stab, der sich mit nichts anderem beschäftigt als mit der Diffamierung der Alternativen? Mit allen anderen Parteien sind sie ja als Brandmaurer auf Linie!
Und dass das Pamphlet mit Hilfe von Merkels NudgingAbteilung im Kanzleramt erstellt wurde – wer denkt denn so was?
„Abstieg“ für Deuschland hatten sich übrigens, wie inzwischen sichtbar wird, ganz andere auf die Fahne geschrieben – wobei noch unklar ist, auf welche.
Die Union geht noch davon aus, dass Mitglieder der AfD Argumenten zugänglich sind? Irre.
Dieselben Mitglieder/Mandatsträger, die wissenschaftlichen Erkenntnisse nur dann zur Kenntnis nehmen, wenn sie ihnen in den Kram passen? Die nicht einmal verstehen was ein Szenario ist, das wie/warum wissenschaftlicher Methodik erst recht nicht?
Dieselben, die in einer (selbst) abgeschlossenen Parallelwelt leben, will man mit Sachargumenten erreichen?
Das spricht nicht wirklich für die CDU.
mal ganz nebenbei – gestern im ÖRR-Radio gehört:
98% des Erbschaftssteueraufkommens kommen aktuell aus dem Westen, 2% aus dem Osten.
Das „Wirtschaftswunder“ im Osten gab es nicht, obwohl inzwischen mehr als 35 Jahre ins Land gegangen sind.
Das wäre dann im Vergleich im Westen das Jahr 1980 gewesen – dem Höhepunkt des allgemeinen BRD-Wohlstands.
Ein „Wirtschaftswunder“ war für den Osten von Anfang an nicht vorgesehen.
Die CDU muß sich von diesen linken Parteifunktionären befreien und sich erneuern. Tut sie es nicht, ist ihr Untergang beschlossen. Die AfD darf mit dieser verwesenden Merkel CDU keinerlei Koalition eingehen, sonst geht sie mit unter.
Werter Popanz Linnemann. Sie haben mir eine Entscheidung abgenommen. Überlege schon länger volles AfD Mitglied zu werden. Habe noch gezögert. Jetzt trete ich ein. Danke für Ihre Unterstützung. 👌👍🫣