Wolfram Weimer macht aus Filmindustrie eine absurde Planwirtschaft

Die schwarz-rote Regierung baut die deutsche Filmindustrie zur Planwirtschaft um. Das Geld sollen neben dem Steuerzahler die Streamingdienste wie Netflix liefern. Die einzelnen Regeln lassen ein Bürokratie-Monster erwarten – und absurde Filme.

picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr

Hollywood befand sich in den 1970er Jahren in einer finanziellen Krise. In Europa gab es hingegen reichlich staatliches Geld abzugreifen. Also kamen die amerikanischen Stars, um hierzulande das Geld abzugreifen. Darunter der Heimkehrer Billy Wilder. Der Regisseur mit polnisch-österreichischen Wurzeln hatte in den 50er Jahren unzerstörbare Erfolge gefeiert wie „Zeugin der Anklage“, „Manche mögen’s heiß“ oder „Das Appartement“.

In Europa geriet Wilder mit den heimischen Stars wie Hilde Knef oder Mario Adorf aneinander. Die Darsteller des europäischen Subventionskinos waren die harten amerikanischen Bedingungen nicht gewöhnt. Sie trafen auf eine Regie-Legende, die sich 45 Jahre zuvor nichts so sehr gewünscht hatte, wie dem zweitklassigen europäischen Film zu entfliehen und nun nur wegen des Geldes zurückkam. Hört sich nicht so an, als ob dabei ein sehenswertes Werk herauskäme. Das war „Fedora“ dann auch nicht. Der Streifen aus dem Jahr 1978 ist heute zu recht vergessen. Es blieb Wilders vorletzter Film. Danach wollte ihn niemand mehr finanzieren, obwohl er es zwei weitere Jahrzehnte versuchte.

Wenn es nach Wolfram Weimer geht, produziert der deutsche Markt künftig jede Menge Filme im Stil von „Fedora“. Denn der Kulturstaatsminister will – wenn der Bundestag zustimmt – Streamingdienste wie Netflix dazu verpflichten, mindestens acht Prozent ihres deutschen Umsatzes in Deutschland zu reinvestieren. Die Staatsmedien wie die Tagesschau feiern: „Die Filmförderung wird neu aufgestellt.“

Fachdienste wie filmstarts.de sind da vorsichtiger. Sie sehen und benennen die Tücken hinter Weimers Plan, über die Staatsmedien so generös wie üblich hinwegsehen. Das fängt damit an, dass ein Dienst wie Netflix seinen deutschen Umsatz gar nicht ausweist. Filmstarts schätzt den Umsatz auf zwei Milliarden Euro. Also müsste Netflix 160 Millionen Euro in deutsche Produktionen investieren. Das wäre eine verdeckte staatliche Investition, denn diese Investitionen könnten die Dienste vom steuerpflichtigen Umsatz abziehen.

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Doch Weimers nächstes Problem: Der Kulturminister spricht zwar von Investitionen in deutsche Produktionen. Staatsmedien transportieren die Botschaft von Investitionen in deutschsprachige Filme und Serien. Doch das Europarecht verbietet es dem umstrittenen Funktionär, eine auf Deutschland begrenzte Pflicht einzuführen. Netflix könnte also genauso gut in Italien, Frankreich oder Tschechien investieren – Tschechien ist wegen seiner guten Struktur ohnehin ein beliebter Drehort. Auch für den real existierenden deutschen Film.

Bis hierhin alles klar? Keine Angst. Es wird noch komplizierter. Schließlich handelt es sich um ein Gesetz der Regierung Friedrich Merz (CDU), die permanent Bürokratie-Abbau verspricht. Also zum Popcorn greifen, im Sessel zurücklehnen und das Schauspiel genießen: Investiert Netflix acht Prozent des Umsatzes in eine deutsche Produktion, dann muss diese zu 80 Prozent auch deutschsprachig sein. Liegen die Investitionen über zwölf Prozent, entfällt diese Pflicht.

Verfilmt Netflix also „Mord im Orientexpress“ neu und hat die russische Prinzessin einen zu großen Textanteil, müsste Netflix laut Weimers Plan entweder den Text der Prinzessin kürzen oder die Investitionen erhöhen. Hört sich nach großer Kunst an, die da auf den Zuschauer wartet. Aber immerhin müsste dann ein Dutzend Finanzbeamter den jeweiligen Film schauen, um Minuten zu zählen – im deutschen Film geht das schon als Publikumserfolg durch.

Der deutsche Film ist schon jetzt ein reines Subventionsprodukt. Mit wenigen Ausnahmen linke Kopfgeburten, die kein Mensch sehen will. Dazu passt, dass Weimer die Förderung auf 250 Millionen Euro verdoppeln will. Die Schulden des „Sondervermögens“ sind schließlich da, um in die Infrastruktur zu investieren – und für Merz und Weimer gelten Staatskünstler, die ihre Unterschriften jederzeit gegen Israel abgeben, offenbar zur Infrastruktur.

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Dass der deutsche Film ein reines Subventionsprodukt ist, verschleiert die Politik. Die 250 Millionen Euro sind nur einer der zahllosen Töpfe des Bundes und der Länder, aus denen sich die deutschen Filmschaffenden nähren. Dazu kommt noch, was ARD und ZDF aus den staatlich erpressten Zwangsgebühren für die Filmschaffenden abzweigt. Am Ende gibt es in Deutschland mehr Haushalte für Filmförderung als Zuschauer.

Die Absurditäten sind auch noch nicht zu Ende. Denn Weimer hat keinerlei Strafen für Fehlverhalten vorgesehen. Weigert sich Netflix, ganz in Deutschland zu investieren oder trickst und fliegt seine Produzenten für vier Wochen an die Riviera, um das dann als Investition in den deutschen Film abzurechnen, will – das ist wirklich Weimers Regelung – sich der Kulturminister zusammen mit der Filmförderungsanstalt FFA und den Diensten zusammensetzen und nach einer Lösung suchen. Läuft dabei eine Kamera, ist das spannender als 80 Prozent dessen, was die deutschen Filmschaffenden sonst so liefern.

Weimers halbgare Lösung hat einen handfesten Hintergrund. US-Präsident Donald Trump hat den Deutschen – auch dem Staatsminister – schon klargemacht, dass er keine Steuern auf amerikanische Tech-Unternehmen duldet. Kämen die doch, würde Trump den nächsten Zollkrieg entfachen. Mit allen Folgen, die das dann auch nebenbei für die militärische und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit hätte.

Also hat Weimer eine Lösung entwickelt, bei der er die Backen aufblasen darf, um stark dazustehen – in der Hoffnung, dass die Staatsmedien ihn dabei nicht allzu kritisch anfassen. Die Tagesschau hat dazu einen Beitrag der Reihe „Mission Accomplished – warum deine Regierung immer Recht hat“ geliefert. Eine Horrorserie, die jedes Jahr in 365 Teilen läuft, und für den eigentlichen deutschen Film steht.

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Kommentare ( 20 )

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Mulle67
13 Minuten her

Ergänzung Architecton: „Das Projekt wurde von der Deutsch-Französischen Förderkommission (Projektentwicklung: 30.000 Euro), dem Deutschen Filmförderfonds (Produktionsförderung: 203.927 Euro), dem Medienboard Berlin-Brandenburg (Produktionsförderung: 100.000 Euro) und der Mitteldeutschen Medienförderung (Produktionsförderung: 200.000 Euro) finanziell unterstützt“.
(Wikipedia)

Mulle67
15 Minuten her

Darf ich den „schönen“ Film Architecton als bereits existierendes Musterbeispiel für aus Deutschland, Frankreich und der EU geförderten Film vorstellen? Im Prinzip werden 90 Minuten lang Steine, Betong, kaputte Häuser in slow Motion gezeigt. Botschaft: Beton ist schlecht. Sicher 110% korrekt nach allen Förderkriterien, Nachhaltigkeitsauflagen und antirassistischen/pro-woken Regeln produziert. Der Horror.

Michael Theren
40 Minuten her

absurde Drehbücher, grottenschlechte „Schauspieler“, moralischer Zeigefinger – deutsche Produktionen schaue ich seit Jahren nicht mehr, von Argentinien bis Korea gibt es weitaus besseres, wobei die Briten es immer noch am besten können…und seit letztem Jahr ist dort der Wokismus und das Melatoninroulette bei der Besetzung deutlich besser geworden….

Klaus Kabel
45 Minuten her

In Deutschland die ist Verlogenheit, die Würdelosigkeit und Verkommenheit eines Politikers anscheinend das Qualitätsmerkmal, mit dem man hier Karriere machen kann.

Last edited 45 Minuten her by Klaus Kabel
Diogenes
1 Stunde her

Irgendwie erinnert mich diese Entwicklung an die „soziale Struktur“ in dem ersten Teil des Film Epos’s „Der Planet der Affen“. Na ja, man muß das gesehen haben um die Struktur der Herrscher und des versklavten Volkes als Analogon verstehen zu können.

Last edited 1 Stunde her by Diogenes
Rob Roy
1 Stunde her

Und wenn die deutsche Produktion steht, müssen noch weitere Regeln befolgt werden. Zum Beispiel, ob die Vorschriften bezüglich Diversität und Parität eingehalten werden. Dass Nachhaltigkeit und Klimaneutralität beachtet werden. Dies geht von vorgeschriebenem Einsatz von E-Autos bis hin zur Prüfung, ob am Set Toilettenpapier aus Altpapier verwendet wird.
Hierzu wird ein Compliance Officer (m/w/d), den die Filmproduktion bezahlen muss, eingesetzt, der am Set herumschnüffelt und alles überprüft. Sozusagen der Politkommissar unserer Zeit.
Das klingt wie eine dystopische Satire. Aber nicht mal Ephraim Kishon und George Orwell gemeinsam hätte sich ausdenken können, was heute Wirklichkeit ist.

Otto Normal
1 Stunde her

Vollgas Richtung DDR in allen Bereichen!

Heptamer
1 Stunde her

Nicht mehr Markwirtschaft, d. h. in diesem Fall Publikumsgeschmack soll entscheiden. Sozialistische Staatsbeamte mit ideologischem Propagandaauftrag sollen die woken Ergüsse ihrer Geisteshaltung in Filme pressen. Aber dieser Mist wird genauso verpuffen wie heutiges Erziehungsfernsehen im Tatort. Allein das Deutschland, mit Kommissaren in Röcken, queeren Jugendlichen und „was auch immer“ mindestens als Kommissar ist schon lange nicht mehr zu ertragen.

Andreas1-7
1 Stunde her

Hab schon ein Drehbuch geschrieben, erhoffe mir eine Milliarde Förderung. Ubato, ein äquatorial-somalischer Klimaflüchtling klammert sich an das Fahrwerk von einem Luxusjet von einem Milliardär der über das Wochenende in Südafrika Kurzurlaub macht.Bei der Ankunft in Sylt besprüht eine kapitalismuskritische non-binäre Aktivistengruppe den Jet mit Farbe und entdeckt Ubato. Gleichzeitig grassiert eine neue Seuche welche Corona hoch drei genannt wird weil 99,9% der Erkrankten qualvoll sterben.. Subato erkrankt jedoch nicht weil er immer an Käfern aus Äqautorial-Somalia lutscht den ihm ein Stammesmedizinmann für seine Reise mitgegeben hat. Die Aktivistengruppe bringt mit Hilfe von linksgrünen Zivilgesellschaftsgruppen Subato zu einem von Migranten… Mehr

Daniel W...
47 Minuten her
Antworten an  Andreas1-7

Weltklasse!

Die Oscar-Nominierung ist jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche!

Ein Meilenstein der modernen Filmgeschichte!

Musk fuer Arme
1 Stunde her

Ich habe vor ein paar Jahren die Meisterklasse einer privaten Drehbuchschule besucht. Dabei wurde auch die Filmfinanzierung in Deutschland besprochen. Es handelt sich um ein korruptes System von Günstlingswirtschaft, das die am meißten angepassten und unreflektierten Themen und Darsteller bevorzugt. Qualität ist da fast völlig unmöglich. Wer nicht bestimmte, willkürlich vorgegebene Muster und „politisch korrekten“ Dialoge, Figuren und Szenen benutzt, bekommt keine Kohle. Dementsprechend minderwertig sind diese Machwerke und könne international nicht bestehen. Was mal als Anschubfinanzierung von Kunst gedacht war, weil es kaum reiche Produzenten in Deutschland gab, ist inzwischen zur Vorzensur für Filmwerke mutiert. Wer an den staatlichen… Mehr