Lehrern an Berliner Grundschulen soll die Arbeit künftig erleichtert werden. Das Erstellen detaillierter Zeugnis-Unternoten sei bürokratisch und zeitraubend. Auf Anweisung von CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch werden sie nun im Fach Deutsch abgeschafft. Damit entfällt ein sinnvolles Instrument der Förderdiagnostik.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Berlin betreibt unter CDU-Führung peu à peu rot-rot-grüne Schulpolitik. Die Folgen sind bekannt: In Studien über die Schulleistungen von Viertklässlern teilt sich Berlin mit Bremen im Vergleich aller 16 deutschen Länder die Rote Laterne in den Fächern Deutsch und Mathematik. Kaum anders ist es bei den Neuntklässlern. Hier hat Berlin – wiederum mit Bremen zusammen – die höchsten Anteile an Schülern, die die Mindeststandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik nicht erreichen.
All das hat mit politisch gewolltem Dumping zu tun: unabhängig von der Parteifarbe. In Berlin – aber nicht nur dort – scheinen sich Schwarze, Rote, Ultrarote und Grüne schulpolitisch mehr und mehr einig zu sein.
Kürzlich sollte in Berlin – sehr zum Gefallen von Rot und Dunkelrot – auch noch die DDR-Geschichte als Pflichtstoff aus dem Geschichtslehrplan der gymnasialen Oberstufe entfallen. Also das DDR-Unrechtssystem quasi dem Vergessen überantwortet werden. Erst im letzten Moment kam dann noch die Kehrtwende: Die DDR-Geschichte bleibt im Pflichtprogramm. Wie lange noch? Bis zu einem Regierungswechsel im Herbst 2026 zu Rot/Rot/Grün oder Rot/Schwarz/Rot oder Schwarz/Rot/Grün? Berlin ist für alles „gut“. Auch schulpolitisch.
Nun folgt urplötzlich die neueste Berliner Schul-Reform/Deform: Auf Anweisung der CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Lebens- und Tennispartnerin des „Regierenden“ Kai Wegner (CDU), soll es in den Berliner Grundschulen ab sofort, also bereits zum Zwischenzeugnis am Freitag, 30. Januar 2026, keine detaillierten Noten zu den Deutsch-Kenntnissen mehr geben. Bisher wurden den Eltern und den Kindern fünf Detailbewertungen mitgeteilt:
- „Sprechen und Zuhören“
- „Schreiben – Texte verfassen“
- „Schreiben – Rechtschreiben“
- „Sprachwissen – Sprachbewusstheit“
- „Lesen – Mit Texten und Medien umgehen“
Das entspricht weitgehend der Ausdifferenzierung der Lernziele laut Grundschullehrplan.
Nun gibt es nur noch eine Gesamtnote für Deutsch. Eine Sprecherin der Bildungssenatorin teilte dem Tagesspiegel aktuell mit, man wolle „die Leistungsbewertung auf dem Zeugnis stärker bündeln und klarer von der differenzierten, lernprozessbegleitenden Rückmeldung trennen“. Alles klar?
Die Begründung der Entscheidung freilich erstaunt: Den Lehrern soll die Arbeit bei der Zeugniserstellung erleichtert werden. Die Erstellung der Unternoten sei sehr bürokratisch und zeitraubend. Ob sich die Berliner Grundschullehrer aber aktuell über die neue Vorgabe freuen werden, bleibt fraglich. Denn eigentlich sind die Lehrer zehn Tage vor dem Zwischenzeugnis längst mit der Vorbereitung der Zeugnisse beschäftigt. Und nun heißt es aus den Schulen auch noch, dass die dafür notwendigerweise geänderten Zeugnisformulare noch nicht einmal vorliegen.
Die detaillierten Zensuren gab es in Berlin übrigens seit mehr als 50 Jahren. Pädagogischer Hintergrund der detaillierten Leistungsdokumentation war es, den Schülern differenzierte Hinweise zu geben, wo sie sich verbessern müssen. Auch die Eltern konnten nachvollziehen, wie sich die Note zusammensetzt und in welchem Bereich sie mit ihrem Kind üben sollten. Das gilt zumal für Kinder und Eltern mit migrantischem Hintergrund. So gesehen war die Ausdifferenzierung der Fertigkeiten der Kinder im Fach Deutsch ein sinnvolles Stück Förderdiagnostik.
Statt dass Berlin immer mehr Gefälligkeitspädagogik bereits in den Grundschulen betreibt, sollte man sich dort einmal fragen, ob die politischen Vorgaben nicht zu dürftig sind. Zwei Punkte seien genannt:
Berlin hat – wie Brandenburg – im Gegensatz zu den anderen 14 deutschen Ländern eine sechsjährige Grundschule. Das hat sich nicht bewährt, denn es ist für viele Schüler der dortigen 5. und 6. Klasse verlorene Zeit.
Außerdem dürfte sich Berlin einmal kritisch mit dem amtlich vorgegebenen Grundwortschatz befassen. Ein „Schatz“ ist das mit – nur – rund 700 Wörtern für die 3. und 4. Klassen wahrlich nicht.





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Zitat: „Die Begründung der Entscheidung freilich erstaunt: Den Lehrern soll die Arbeit bei der Zeugniserstellung erleichtert werden. Die Erstellung der Unternoten sei sehr bürokratisch und zeitraubend“
> Öhm, ….und das durch die Abschaffung auch dieser Benotungen die weitere Verdummung der Berliner Schüler nicht an die Öffentlichkeit kommen und zurückgehalten werden soll, hat das Vorgehen der CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch natürlich nix zu tun?
„Nun gibt es nur noch eine Gesamtnote für Deutsch. „
und das ist auch gut so.
„Auch die Eltern konnten nachvollziehen, wie sich die Note zusammensetzt und in welchem Bereich sie mit ihrem Kind üben sollten. „
sorry, aber die Mehrheit der Eltern versteht die Granularität eh nicht, spricht nur nur wenig bis gar kein deutsch mehr, geübt wird eh nicht zu Hause.
Diese Granularität diente doch nur einem Zweck: „Fördergelder“ locker machen, um Institutionen zu finanzieren, die Studienabgänger von irgendwelchen Orchideenfächern „irgendwas soziales oder so….“ zu beschäftigen.
Wenn Kinder in der Schule was lernen, dann hinterfragen sie als Erwachsene Entscheidungen von Amtsträgern. Von daher hat die BRD was aus dem Untergang der DDR gelernt. Von wegen die Deutschen lernen nicht aus ihren Fehlern.
In Zeiten von KI fähigem „Handy“ alles völlig überbewertet, incl. Grundrechenarten. Dividieren kann ohnehin weg. Und derart ins „Leben“ entlassene Folgegenerationen sind willige Folger der entsprechend ungebildeten Politdarsteller, die sich vor allem durch „nachhaltiges“ Lügen auszeichnen sollten, um „Erfolg“ zu haben.
Auf den Punkt gebracht, ich hab´s hier schon mehrfach geschrieben: Nur ein dummes Volk regiert sich gut. Das Volk darf nicht intelligenter sein als seine Politiker, die es regieren, also muss das Niveau runter, da ist noch Luft nach unten. Wieso eigentlich noch deutsch? In spätestens 50 Jahren ist ohnehin Hauptsprache arabisch.
[„BLAU-WEISS-ROTH-UNheil droht. Aus für Deutschland–„Germania esse delendam“ das alte laufende Programm gem. Hooton-Kaufman Plan..auch KEIN Lehrstoff….und unsere alten Gedichtschreiber, wie Lessing-Schiller-Goethe-Fallersleben und andere weisen Philosophen, besonders die des Sohnes von Joseph und Maria, die werden ebenso aus dem UNterricht vertrieben wie die lateinische Sprache, die aber immer noch sehr sehr grundlegend ist, nicht nur in der Sprache, sondern vor allem in der Jurisdiction. Und was die alten Caesaren und die damaligen Philosophen uns zu lehren und gleichzeitig zu warnen versuchten, auch das wird zensiert. Nicht das über uns HERRschende System hat uns zu erziehen, sondern wir lebende Wesen, Männer und Weiber,… Mehr
Bei so einer bildungsfernen Zuwanderung braucht man eben ein „nach unten offenes Bildungssystem“.
Macht sich einfach so schlecht wenn 70 Prozent der Erstklässler sitzen bleiben.
Die einzige Ressource, die Deutschland hat, seine Bildung und seine neugierigen und strebsamen Menschen, hat man erfolgreich durch Parolennachplapperer und gefühlsduselig anstatt logisch Denkenden ersetzt.
… wäre man an den Migranten wirklich interessiert, würde man alles tun, ihnen Feedback zu geben, damit sie wissen, in welcher Richtung sie unterwegs sind und wie sie ihre Zeit und Arbeit investieren sollen, um gut zu lernen.
Deutsche Politik gegenüber Migranten ist nicht von Humanität sodern von Egoismus getrieben – man will sich gut fühlen, egal was mit den Migranten passiert.
Diese Politik ist nur verbal an einer Integration interessiert. Die realen Taten sind nicht auf Integration ausgerichtet.
So ein Quatsch, wieviel „NGO“ sollen sich denn noch um die armen Fachkräfte kümmern? Die haben was zu tun, nicht wir. Ich glaubs ja nich. Mein Onkel ist in den 60er Jahren als junger Mann und ex-Ossie in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Mit der von ihnen angesprochenen Haltung wär er gar nicht reingekommen. Er mußte alles bringen, ist doch logisch. Auf ihn hat keiner gewartet.
Wo lesen Sie von den NGOs?
Mein PUnkt ist, dass Schonhaltung kein Gefallen für niemanden ist. Gerade der Asylant – nehmen wir an, ein motivierter – braucht ein Feedback, wie gut seine Bemühungen fruchten.
Eine Schulnote ist für einen durchschnittlich motivierten und anständigen Menschen ausreichend.
Oh toll … sie lügen mal wieder und senken die Standards ….
Ich werde ohnehin keinen Berliner Schulabschluss mehr als „ernsthaft“ in Betracht ziehen … failed state
Echt tragisch, wie diese Stadt mit lunksbuntdumm abgewirtschaftet hat -> freier Fall
Aus dem Artikel: „Auch die Eltern konnten nachvollziehen, wie sich die Note zusammensetzt und in welchem Bereich sie mit ihrem Kind üben sollten. Das gilt zumal für Kinder und Eltern mit migrantischem Hintergrund.“
Herr Kraus, bitte sehen Sie Realität: Migrantenkinder sind nicht für Bildung zugänglich (https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/karolina-burger-realschule-plus/ — https://www.welt.de/politik/deutschland/article693c1e4c840050c4769111b1/cottbus-grosse-angst-bei-vielen-kindern-eltern-berichten-von-gewalt-an-grundschule.html — https://www.welt.de/debatte/plus256402942/Leistungsabfall-Warum-so-viele-Eltern-Schulen-mit-hohem-Migrationsanteil-meiden.html — https://www.bild.de/regional/saarland/saarland/hilferuf-einer-schule-54182874.bild.html)!
Ja… wären Migranten für Bildung zugänglich, wären sie bereits in der Heimat ausgebildet worden… Und hätten gute Bildung in der Muttersprache gehabt. Auch und insbesondere Frauen.
Das sieht man an den Migranten aus Osteuropa: des Deutschen selten mächtig, aber gut ausgebildet und achten die Bildung. Das sind die Voraussetzungen, um Deusch zu lernen und dann berufliche Qualifikation zu erlangen.
Warum man annimt, dass Menschen ohne Bildung in der Heimat plötzlich Ambitionen in Deutschland entwickeln, ist mir schleierhaft.
Irgendwann wird es heißen: Die einzige Voraussetzung für ein Studium bzw. eine Berufsausbildung – aber auch für ein Abgeordnetenmandat – lautet „Kein Schulabschluss“!