Der Krieg mit dem Iran hat in kürzester Zeit eine Kettenreaktion ausgelöst, die von Ölfeldern über Raffinerien bis hin zu Tankerflotten und internationalen Finanzmärkten reicht: Die Ölpreise steigen so schnell wie seit Jahrzehnten nicht mehr – weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen sind zu befürchten.
IMAGO / Wolfilser
Innerhalb weniger Tage sind die Preise für amerikanisches Rohöl regelrecht explodiert. Der Referenzpreis für US-Rohöl stieg in dieser Woche um 36 Prozent auf 90,90 Dollar pro Barrel – der stärkste Anstieg seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1983. Wie das Wall Street Journal aktuell berichtet, halten zahlreiche Analysten inzwischen einen Sprung über die Marke von 100 Dollar für sehr wahrscheinlich. Sollte dieses Niveau überschritten werden, könnte dies die globale Wirtschaft deutlich belasten und sogar eine neue Rezession auslösen.
Auch an den Tankstellen macht sich die Entwicklung bemerkbar. Der durchschnittliche Dieselpreis in den USA ist innerhalb einer Woche um 51 Cent pro Gallone gestiegen, während Benzin um 32 Cent teurer wurde. Laut Schätzungen des Marktanalysten Patrick De Haan geben amerikanische Autofahrer derzeit zusammen 122 Millionen Dollar mehr pro Tag für Treibstoff aus als noch eine Woche zuvor.
Auswirkungen reichen weit über Tankstellen hinaus
Die steigenden Energiekosten betreffen nicht nur Autofahrer: Die Preissteigerungen werden bald in vielen Bereichen des Alltags spürbar sein. Flugtickets könnten deutlich teurer werden, Produktionskosten in Fabriken steigen und auch Bauprojekte könnten durch höhere Energiepreise belastet werden. Selbst Lebensmittel und Konsumgüter, die quer durch das Land transportiert werden, könnten sich verteuern.
Der Grund liegt vor allem in einer entscheidenden Entwicklung im Nahen Osten: Der Konflikt mit dem Iran hat eine der wichtigsten globalen Transportrouten für Energie stark eingeschränkt. Besonders betroffen ist die Straße von Hormus – eine strategisch entscheidende Meerenge, durch die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Angriffe mit Drohnen und Raketen sowie allein die militärische Bedrohung haben den Tankerverkehr dort massiv verlangsamt.
Der Auslöser für den weiteren Preissprung am Freitag waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump auf seinem Sozialen Netzwerk Truth Social, dass der Krieg im Nahen Osten nur mit einer „bedingungslosen Kapitulation“ des Irans enden werde. Dadurch könnte der Konflikt aber länger andauern als die von Trump ursprünglich in den Raum gestellten vier bis fünf Wochen.
Erinnerungen an frühere Energiekrisen
Die Geschwindigkeit des aktuellen Preisanstiegs erinnert an die Turbulenzen des Jahres 2022, als der russische Angriff auf die Ukraine die Rohstoffmärkte erschütterte und zu extremen Preisschwankungen führte. Zwar liegen die aktuellen Rohölpreise noch deutlich unter den damaligen Höchstständen, doch die Unsicherheit auf den Märkten wächst erneut.
US-Energieminister Chris Wright versuchte jedoch, die Lage zu relativieren. Die USA produzierten derzeit so viel Öl wie noch nie zuvor, und auch weltweit sei das Angebot grundsätzlich ausreichend. Sollten die militärischen Spannungen nur von kurzer Dauer sein, könne sich der Markt schnell wieder stabilisieren.
Märkte reagieren nervös auf militärische Eskalation
An der Wall Street sorgen die Entwicklungen im Nahen Osten bereits für starke Schwankungen: Energieunternehmen sichern sich verstärkt gegen zukünftige Preissprünge ab, indem sie Optionen auf Ölpreise kaufen. Gleichzeitig versuchen Fluggesellschaften, sich gegen steigende Kosten für Kerosin zu schützen.
Aber Schlagzeilen über neue Angriffe oder militärische Operationen würden den Markt ständig in Bewegung halten. In einem solchen Umfeld sei es schwierig, klare Marktstrategien zu verfolgen.
Viele Händler richten ihren Blick derzeit auf eine zentrale Frage: Können Tanker wieder sicher durch die Straße von Hormus fahren?
Unsicherheit über die Dauer des Konflikts
Um die Risiken zu begrenzen, kündigten US-Behörden bereits Maßnahmen an, darunter ein milliardenschweres Versicherungsprogramm, das mögliche Schäden im Tankerverkehr abdecken soll. Dennoch zweifeln viele Reedereien daran, dass solche Programme schnell genug greifen, um die Risiken eines aktiven Kriegsgebiets auszugleichen.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Tatsache, dass selbst die USA trotz ihrer hohen Ölproduktion in einigen Regionen weiterhin auf Importe angewiesen sind. Sollte der Konflikt länger andauern und Lieferungen aus dem Nahen Osten weiterhin ausfallen, könnte ein globaler Wettbewerb um Treibstoff entstehen – zwischen den Vereinigten Staaten, Europa und Asien.
Dauer des Krieges als entscheidender Faktor
Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt vor allem eine Frage: Wie lange wird der Konflikt dauern? Viele Unternehmen haben nur geringe Lagerbestände aufgebaut. Sollte der Krieg länger anhalten, könnte das ganze Versorgungssystem zunehmend unter Druck geraten. Energieexperte Mark Romaine im Wall Street Journal: „Die größte Unbekannte ist die Dauer. Niemand weiß, wie lange dieser Konflikt noch weitergehen wird.“

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Die Frage ist, kann die USA, allein die EU mit Öl und Gas versorgen? Wieviel Tankflugzeuge sind unterwegs um das Militär mit Sprit zu versorgen. Die anderen Länder kauen auf dem Zahnfleisch, denen bleibt womöglich nur über Tanker zu kapern. Wann die Ölscheichs wieder liefern können ist fraglich, angeblich liegen 3000 Schiffe im Persischen Golf fest. Die USA selber können auch nicht unbegrenzt liefern, steigende Preise im Land sind kontraproduktiv. Mit jeder zerstörten oder beschädigten Raffinerie und anderen Anlagen bei den Ölscheichs sinken die Einnahmen, so daß die versprochenen Billionen Investitionen in die USA auf die Kippe stehen. Es sieht… Mehr
Deutschland hätte es mit einer vernunftgeführten, souveränen Regierung selbst in der Hand:
Erdgas für ca 20 Jahre
Braunkohle für ca 150 Jahre
Steinkohle für ca 300 Jahre
Kali, Kupfer, Uran .. mehr als ausreichend.
Aber was wird gemacht ? Gesprengt, verhindert, verboten UND wieder gewählt wie immer.
Ob die Briefwahl die Grüne zum Sieg verholfen hat? Ich glaube die Fahrer von E-Autos der Marke BMW ua geht es noch zu gut.
Zielsetzung im Irankrieg? Den Rohöltransport nach China zu unterbinden, um China wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Mit Venezuela (Öllieferant für China) hatten die USA das gleiche Ziel und mit der Sprengung von Nordstream hat es auch für Deutschland wunderbar funktioniert. Die hohen Benzinpreise kommen nun on top. Die USA führen einen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland und China. Und das Schlimmste, die dt. Regierung unterstützt die USA dabei.
Eure Armut kotzt mich an. Wenn Ihr Euch die Spritpreise nicht mehr leisten könnt, müsst Ihr halt mit Lastenrad und Handkarren zum Einkaufen fahren. Das ist ohnehin das Endziel der Parteien, von denen Ihr regiert werden wollt und die Ihr deshalb auch am Sonntag in BaWü wieder wählen werdet.
Umso besser für mich, wenn endlich Platz auf den Straßen ist.
Wer es sich gefallen läßt, wählt Altparteien.
Was gibt es über teuren Sprit zu jammern? Die Mehrheit hat den Ukraine-Krieg gewählt. Wir könnten nachwievor billige Energie aus Rußland importieren. Aber der Wahlbürger entschied sich anders.
Nein denn das war ein fehler wie wir heute wissen. Ein guter führer macht sich nicht von einem (1) abhängig. Das wäre Trump nie passiert.
Wir sind aber nicht die USA. kleiner Unterschied oder? Die USA fördern selbst Sprit.
Stimmt nicht siehe venezuela. Ein deutscher Trump würde die kohleförderung wieder massiv fördern. Oder fracking betreiben um an unser gas zu kommen – was Trump ja auch beides macht. Man merkt das sie typisch deutsch denken und wo uns das hingebracht hat sehen wir ja.
Der seit 03.2022 gesenkte Mehrwertsteuersatz für Erdgas wird weiterhin (voraussichtlich bis Ende März 2027) auf 5% anstatt 25% gehalten und voraussichtlich auch der Mehrwertsteuersatz auf Diesel und Benzin von 25% auf 5% gesenkt werden. Nicht in Deutschland – in Kroatien, wo die Preise an den Tankstellen um ca. 16% gestiegen sind. Die Regierung unternimmt etwas, um Verbraucher und Wirtschaft zu schützen – was macht unsere?
Ganz einfach: Nächste CO2 Erhöhung folgt automatisch am 1.1.2027!
Da gibt es keine Bürokratie, nur Abzocke und trotzdem werden diese Parteien immer wieder gewählt – auch heute in BW – selbst schuld!
Ich kann es selbst nicht wirklich beurteilen, aber ich lese ständig davon, dass in anderen westlichen Ländern die Preise an den Tankstellen NICHT derartig explodiert sind wie im besten Schland aller Zeiten…. Zufall?
Sie müssen das auf die kaufkraft umrechnen. Die deutschen können mehr geld für sprit ausgeben. In anderen ländern würden die leute einfach viel weniger fahren sprich das wäre für die ölkonzerne schlecht. Hier würde das erst bei einem preis von 3 euro passieren das die leute viel weniger fahren würden.
In der Tat können die derzeit recht niedrigen Ölpreis (immer noch unter 80 Dollar pro Barrel) so nicht bleiben. Wenn der Feldzug gegen den Iran einen Erfolg hat, kontrollieren die USA 82% der Weltölförderung.
Bedeutet: China muss dann zwingend für dieses Öl in Dollar bezahlen. Das aber widerspricht der Absicht der BRICS den Dollar als Weltleitwährung abzulösen. Also werden die Chinesen das Öl dann ausschließlich in Russland kaufen. Aber dann hat Russland das Öl für Westeuropa und Mitteleuropa nicht mehr.
Genau das wird die ölpreise auf über 80 wahrscheinlich auch über 100 Dollar bringen.
Nicht vergessen, der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt. Die Empfehlung des SPD Ministers, auf Elektroautos umzustellen hilft also nicht. Diese Empfehlung erinnert fatal an Marie Antoinette, die gesagt haben soll, dass die Hungernden ebend Kuchen essen sollen, wenn sie kein Brot haben. In Frankreich kostete ihr das den Kopf. Was passiert mit dem arroganten SPD Bonzen in Deutschland? Nichts, seine Blockpartei (der grüne oder schwarze Teil davon) wird in BW morgen gewählt werden.