Zohran Mamdani beginnt seine Amtszeit mit maximaler Botschaft: Der Eid auf den Koran, dazu der Satz, man werde „die Kälte des rücksichtslosen Individualismus“ durch „die Wärme des Kollektivismus“ ersetzen. Dann noch die Aufhebung von wichtigen Verordnungen. In Zeitraffer bekommen die New Yorker eine Aussicht darauf, was sie erwartet.
picture alliance / Hans Lucas | Jason Alpert-Wisnia
New York ist Weltstadt, Einwandererstadt, Religionsmix, permanenter Ausnahmezustand. Trotzdem hat die Stadt eine gemeinsame politische Grammatik: Das Rathaus gehört allen, nicht einer Szene, nicht einer Community, nicht einem Milieu. Genau deshalb ist der Eid auf den Koran in dieser Inszenierung keine Privatfrömmigkeit, sondern Identitätspolitik mit Amtssiegel. Bild und Ablauf wurden nicht zufällig gewählt, sondern als Signal gesetzt.
Das nächste Signal kommt nicht als Symbol, sondern als Satz. Mamdanis „Wärme des Kollektivismus“ gegen die „Kälte des Individualismus“ zu ersetzen ist die Umkehrung der amerikanischen Idee. Als Kommunist, der er nun einmal ist, markiert Mamdani Freiheit als einen Defekt, der Staat wird als Heilmittel verkauft. Eben waschechter Kommunismus. Da werden sich die vielen moralbesoffenen Trans- und Hamas-supportenden Pussyhat-tragende Celebrities, die Mamdani unterstützen, doch ein Loch ins Knie freuen. Und sich wohl in Bälde schon umschauen, was genau die Differenz zwischen feuchtem Tagtraum und brutaler Wirklichkeit bedeutet.
— Fox News (@FoxNews) January 1, 2026
In den USA ist Individualismus nicht nur Lifestyle, sondern Selbstverständnis. Gerade in New York, wo diese Stadt sich täglich neu erfindet, weil Millionen Einzelne Risiken tragen: Mieten, Jobs, Schichten, Gründungen, Scheitern, Neustart. Kalt ist daran höchstens der Blick von oben, der das als unsozial abwertet und durch Verwaltung ersetzen will. Und dann liefert die Wirklichkeit gleich den ersten brutalen Kontrast, es ist fast schon Satire. Die große „Block Party“ zur öffentlichen Vereidigung Mamdanis, als Fest der neuen Ära angekündigt, endet als Kälteveranstaltung ohne Essen und ohne Toiletten, mit Absperrgittern, langen Kontrollen, frierenden Leuten, die das meiste auf Bildschirmen verfolgen.
Was wurde im Wahlkampf nicht alles „for free“ versprochen. Drinnen im Warmen sitzt ein kleinerer Bereich deutlich komfortabler. Die Anhänger in der Kälte können sich an der kommunistischen Sonne des Pathos wärmen. Da bekommen die New Yorker gleich an Tag 1 eine wunderbare Aussicht darauf, was sie in Mamdanis Amtszeit zu erwarten haben.
Parallel dazu rollt die nächste Szene durch die Debatte: Rama Duwaji, Mamdanis ebenfalls antisemitsche und Hamas-Akteure supportende Ehefrau, mit auffälligem Luxus- und Designerbezug, in Berichten explizit mit 630-Dollar-Boots und Balenciaga-Kleidung erwähnt. Sozialistische Rhetorik lebt von moralischer Überlegenheit. Sie verträgt sich schlecht mit Bildern, die Eliteästhetik transportieren. Aber die Mamdanis wären nicht die ersten und nicht die letzten, die, einmal an der Macht, diese schöne Maske sofort fallenlassen.
Und dann kommt Tag 1, der politisch entscheidende Teil. „Globalize the Intifada“-Mamdani hebt per pauschalem Schnitt zahlreiche Anordnungen seines Vorgängers Eric Adams auf, bezogen auf den Zeitraum nach dessen Indictment. Öffentlich begründet wird das als „Clean Slate“, teils auch als Abgrenzung im Namen der Arbeiterklasse. Der Streit entzündet sich daran, welche Anordnungen darunterfallen, und welche Symbolik das erzeugt. Nach Berichten wurden neun Executive Orders aufgehoben, darunter – oh Wunder – gleich mehrere mit Bezug zu Antisemitismus und Israelpolitik.
Die NY Post wird deutlicher: „Mamdanis Büro erklärte, dass die aufgehobenen Verordnungen „den Interessen der Arbeiterklasse zuwiderlaufen”, und er sagte, er sei „stolz”, sie aufzuheben. Das ist eine seltsame Art, die Verurteilung von Judenhass zu beschreiben: Eine der in den Papierkorb geworfenen Verordnungen war eine „Arbeitsdefinition“ von Antisemitismus, die „Hass gegen Juden“ verurteilt, der sich gegen Juden, Nichtjuden und „jüdische Gemeinschaftseinrichtungen und religiöse Einrichtungen“ richtet. (…) Nicht nur Juden sollten sich hier Sorgen machen, sondern alle ihre Nachbarn in der ganzen Stadt: Mit diesem Rückschritt in Sachen Bürgerrechte und der Förderung von Chaos und Hass zwinkert Mamdani den Fanatikern in seiner Anhängerschaft zu – denen, die Hamas-Stirnbänder schwenken und sich über Raketenangriffe der Hamas freuen – und lässt sie wissen, dass sein Herz bei ihnen ist.“
Konkret betrifft es die Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus, die Adams 2025 per Executive Order in der Stadtverwaltung verankern wollte. Die IHRA-Definition selbst ist international verbreitet, wird von der EU-Kommission als Arbeitsdefinition dokumentiert und ist seit Jahren auch im US-Kontext eine Referenz. Zusätzlich fällt eine Anordnung, die städtische Behörden von Boykott- oder Divestment-Schritten gegen Israel abhalten sollte, sofern kein anderer Grund als Diskriminierung dahintersteht. Damit wird eine Tür geöffnet, die in New York zwangsläufig als Einladung an BDS-nahe Aktivisten gelesen wird, ob Mamdani das so formuliert oder nicht.
Besonders heikel ist die Aufhebung einer Weisung, die die NYPD anwies, Protestbedingungen vor Gotteshäusern zu bewerten. Diese Anordnung war laut Berichten eine Reaktion auf eine hässliche Demonstrationslage vor einer Synagoge. Wer so etwas am ersten Tag abräumt, sendet ein Signal, selbst dann, wenn später etwas „neu und besser“ kommen soll.
Mamdani kontert mit den typischen Politphrasen: Hassverbrechenprävention finanzieren, Nachbarn feiern, eine „Politik der Universalität“ praktizieren. Universalität ist kein Ersatz für klare Definitionen, klare Leitplanken und sichtbare Schutzmechanik, gerade wenn gezielte Feindbilder gegen Juden nicht „universal“, sondern spezifisch funktionieren. Vor diesem Hintergrund sind auch die gelöschten Social-Media-Posts des offiziellen Bürgermeisteraccounts nicht als ein technischer Verwaltungsakt, sondern als Teil eines Musters zu bewerten: erst Bilder, dann Worte, dann Abwicklung von Leitplanken, danach Beruhigungsrhetorik. Der Eindruck verfestigt sich, dass die City Hall eine neue moralische Ordnung erzählen will, während konkrete Sicherungen verschwinden.
Die Linie ist damit erkennbar: Identitätspolitik zum Auftakt, kommunistischer Kollektivismus als Leitidee, Abgrenzung vom Vorgänger als Vorwand, und ausgerechnet beim Antisemitismus unverbindlicheres Vorgehen, das im Ungefähren bleibt und weder Schutz noch Unterstützung für jüdisches Leben in New York verheißt. Der Big Apple bekommt nicht nur einen beinharten kommunistischen Bürgermeister. New York bekommt einen Bürgermeister, der die amerikanische Freiheitsidee sprachlich abwertet und in der ersten Amtshandlung an der Stelle rüttelt, an der eine Stadt am wenigsten Experiment braucht: bei Bürgerrechten, Schutz und öffentlicher Ordnung.
Zwischendurch wird ein wenig Bodenständigkeit für die Kameras suggeriert, indem man – angeblich nahbar – zusammen mit dem Plebs U-Bahn fährt. Die Behauptung des Twitterers trifft zu – die Personenschützer, die auf vielen anderen Aufnahmen zu sehen sind, fehlen auf diesem Image-Bild.
Die Ironie ihrer Wahl haben Mamdanis Anhänger also gleich an Tag 1 zu spüren bekommen: „Wärme“ wird versprochen und gleich bei der ersten öffentlichen Bewährungsprobe friert man die eigenen Leute ein, ohne Essen, ohne Toiletten, hinter Gittern. U-Bahn fahren ja, aber natürlich mit Personenschutz – den sich kein Normalsterblicher zur Begleitung leisten kann. Was für fröhliche Aussichten.
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Der Mann hat bestimmt noch keine Nachrichten gehört. Also in Venezuela hat das Konzept nicht funktioniert und New York ist von New York keine Flugstunde entfernt.
Wer frei von frei nicht unterscheiden kann, läuft schon mal in die verkehrte Richtung. Kommunismus, Sozialismus, Ideologie und Irrationalität wird halt nicht in den Schulen gelehrt, somit bleibt dem süßen Träumen voller Raum. Nur, da Erwachen, ja das Erwachen wird halt sehr schmerzhaft sein. Also, bitte weiterträumen und ja nicht aufwachen!
Jede Form von Kollektivismus hat einen natürlichen Todfeind. Und das ist Freiheit – der Gedanken, der Rede, des Handelns. Die Basis jeder gesunden Konkurrenz. Kollektivismus muss sie bei Strafe ausschließen, sie aussondern, sie diskreditieren – sie vernichten. Am Anfang dieses Ausschlussprozesses stehen Gedanken und Rede. Weil das von Natur aus nie funktioniert, folgen die Träger von Gedanken und Rede – frei denkende und redende Menschen. Damit sie gar nicht erst dazu kommen zu handeln. Es nimmt jedesmal – wirklich jedesmal – denselben menschenfeindlichen Lauf. Kollektivismus kann sich nur durch Gewalt und Verbrechen gegen die menschliche Freiheit behaupten. Letztlich also durch… Mehr
Der Westen hat sich selber Sturmreif geschossen. Die erste Welle des Sozialismus war die implementierung des Sozialstaates, die zweite der Feminismus, die dritte der Marsch durch die Institutionen und die Feminisierung der Gesellschaft, sowie die Romantisierung der Natur. Der Geburtenrückgang gibt dem Westen den Rest, denn es ist absehbar, dass die Ausbeutung der Sozialsysteme durch Fremde und das ausbleiben von autochthonen Kindern, diesen Staat relativ rasch ruinieren werden. Das Vertrauen in den Staat ist bereits verloren, darum bemüht man in den Zeiten des selbstgeschaffene Tribalismus erneut das „Kollektiv“. Wer auf die wärme des Kollektives hofft, hat entweder die Geschichte nicht… Mehr
Die Linksintellektuelle Oberliga hat ihren neuen Helden. Sind die 68er noch den Herrn Marx, Lenin und Mao hinterhergelaufen, betet Gen-Z heute ihren neuen Heiland an, der morgen die U-Bahnen kostenlos fahren lässt, die Mieten senkt und die Reichen bestraft.
Der Amtsantritt des New Yorker Bürgermeister ruft zweierlei Kommentar hervor. Der eine wurde bereits im Artikel behandelt und lautet in den Worten Karl Poppers, wer den „Himmel auf Erden“ verspreche, erschaffe dort regelmäßig die Hölle.
Darüber hinaus war die Abwesenheit amerikanischer Flaggen auffällig, was den schon großen Anteil in den USA Geborener zeigt, die keine patriotische Beziehung zu „ihrem“ Land haben.
Wie meinen? Das sei hierzulande genauso? Wenn dem so ist, zeigt das ein weiteres Symptom der Auflösung. Erst der bürgerlichen Gesellschaft, anschließend dem des Verfassungsstaates.
New York erhält 7,5 Milliarden Bundeszuschüsse, wird Donald John Trump ordentlich zusammen streichen ❗
Was in New York gerade passiert, wurde in ganz Deutschland schon am 22. November 2005 erledigt. Dumme Schlafschafe gibt es halt nicht nur hier.
Mich wundert ein bißchen, dass Trump diesbezüglich so untätig erscheint. Zumindest agiert er nicht wie die unselige merkel und fordert, die Wahl rückgängig zu machen.
Die New Yorker wollen es so.
Denn New York ist längst keine Stadt der Amerikaner mehr. Die islamischen Kohorten führen seit mindestens 50 Jahren einen mehr oder weniger verdeckten Krieg gegen den Rest der neuen Welt. Und jetzt haben sie New York „geschafft“.
Ich habe über 30 Jahre lang sozialistisch gesteuerten Kollektivismus erlebt und das vor allem in Firmen, wo jeder einzelne ins Kollektiv integriert war und wenig Raum hatte, individuelle Entscheidungen zu treffen. Ich habe das trotzdem getan, – aus sozialistisch organisierten Organisationen ausgetreten (FDGB, DSF) und ein parteiloses Leben geführt. „Wählen“ war ich im Leben nur einmal mit 19 Jahren-heute bin ich 72. Kollektive haben die gleiche Eigenschaft wie Gruppen & Vereine, der Individualist leidet unter dem Gruppenzwang. Mit nie wieder Sozialismus verließ ich illegal die DDR und fand nach einer Weile hier nichts besseres, nur das die sozialistische Ideologie durch… Mehr
Dann musst du halt in einem armem Land leben.Da wirst du sehen,daß Geld noch viel wichtiger wird.
Wir hier hatten das Gefühl von Freiheit in etwas weiteren Grenzen – und jetzt wirds halt nicht nur mit der TransformationsAgenda sondern auch mit dem uns überkommenden Islam beträchtlich enger – und das jeden Tag.
New York geht den Weg von London & Berlin. Die gleichen Spinner, die gleichen Interessengruppen und Allianzen. Viel Spaß. Vielleicht muß irgendwann wieder einer aufräumen in dem linken Saustall, so wie es schon Rudy machen mußte.