Iran: Bei den Mullahs brennt die Hütte

Heftige Proteste in Teheran und anderen Städten füllen die Nachrichten im Internet und auch auf alten Medien. Noch ist nicht klar, wie sehr die Demonstrationen nach drei Tagen das Regime erschüttern.

screenshot/ @koshercockney x

Die Studenten der Teheraner Universität, eine wichtige Protestkraft, traten den Demonstrationen der Kaufleute und Marktbetreiber bei. Sie skandieren:
Azadi, Azadi, Azadi
 (Freiheit, Freiheit, Freiheit).

Gestern weiteten sich die Proteste auf andere Orte aus:
 Hamadan
, Qeshm, 
Karaj
, Malard
, Abbasabad, 
Kerman, 
Aqtafan. Im verpixelten Video sind rhythmische Rufe zu hören: „Tod dem Diktator, Tod dem Diktator“ (die Verpixelung erschwert es dem Regime, die Demonstranten zu identifizieren).

Der iranische Oppositionsführer Reza Pahlavi rief die Bürger auf die Straße und forderte die Sicherheitskräfte auf, die Islamische Republik im Stich zu lassen, da sich die Wirtschaftskrise des Landes verschärft. Präsident Pezeshkian droht einerseits: „Irans Antwort auf jede Aggression wird heftig ausfallen und den Feind es bereuen lassen.“ Anerderseits beauftragte er den Innenminister zum Dialog mit den Protestierenden. Der Parlamentspräsident rief auf, die wirtschaftlichen Nöte der Bevölkerung anzuhören und Lösungen zu finden.

Die Proteste und Streiks in iranischen Städten gingen am 30. Dezember 2025 weiter am dritten Tag  zeigte eine Flut von Nutzer-Videos zeigte, wie Demonstranten offen ein Ende der Islamischen Republik forderten. Während der unmittelbare Auslöser die Wirtschaftskrise des Landes war, streben die Demonstranten keine kurzfristige Erleichterung an. Ihre Botschaft ist explizit: der Sturz des islamischen Regimes.

Regierungstruppen schießen in Kermanshah über die Köpfe der Demonstranten – die lassen sich davon nicht beirren … marschieren weiter, drängen die Truppen zurück und rufen ihnen zu: „Schamlos! Schamlos!“

In einer sehr ungewöhnlichen und direkten öffentlichen Erklärung behauptete ein verifizierter persischsprachiger Account, der mit dem Mossad in Verbindung steht, israelische Agenten seien vor Ort , um das iranische Volk zu unterstützen.

Nur Stunden vor Netanjahus Treffen mit Trump in Mar-a-Lago gab es alarmierende Geheimdienstmeldungen, wonach der Iran die Entwicklung chemischer und biologischer Sprengköpfe für sein ballistisches Raketenarsenal beschleunigt.

 

 

 

TE verfolgt die Entwicklung weiter.

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Kommentare ( 45 )

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joly
1 Monat her

Gibt es ein islamisches Land das seine Islamisierung je abgeworfen hat? Selbst die Türkei ist wieder auf dem Osmanen-Trip. Nehmen wir die spanische Halbinsel und die kleinen Staaten Osteuropas: Sie alle wurden nur durch Waffengewalt vom Islam befreit. Aber heute kommt der Islam wieder und zwar sehr erfolgreich. Umvolkung durch islamische Massenmigration. Diesmal scheinen sie erfolgreicher zu sein. Oder wollen wir in Europa uns mit Mitteln a la Hitler wieder befreien? Welche Alternativen haben wir denn?

Wolfgang Richter
1 Monat her

„Bei den Mullahs brennt die Hütte“ – Echt jetzt ? Oder wieder so ein vom Westen bezahlter „Arabischer Frühling“, der am Ende nur ins Chaos unf Bürgerkrieg führt?

Reinhard Schroeter
1 Monat her
Antworten an  Wolfgang Richter

Es kommen ja angeblich weniger, da muss mal wieder nachgeholfen werden.
Auf das der Strom niemals abreißt !

Haba Orwell
1 Monat her

> Der iranische Oppositionsführer Reza Pahlavi rief die Bürger auf die Straße

Der Sohn des verhassten Diktators – genauso könnte der Westen einen Enkel Stalins nach Russland schicken wollen. Sofort merkt jeder, dass es eine Geheimdienstoperation wie der Maidan im Ukrostan ist.

Reinhard Schroeter
1 Monat her

Ob da die Hütte brennt oder eben nicht, es schadet uns nicht, das mit Distanz zu betrachten. Wir sollten endlich realisieren, dass die muslimische Welt ganz anders tickt und dort völlig andere Spielregeln gelten. Es waren die Iraner selbst, die den Schah gestützt hatten, die Mullahs heimgeholt haben und in einem Gottesstaat leben wollten. Die Konsequenzen ihres Handeln sind die ihren und nicht die unsereren. Zudem ist die muslimische Welt groß und zum Teil sehr reich. Wenn es denn jemanden außer den Iranern selber, zustehen würde, da den Brand einzudämmen oder irgendwelche zu löschen, dann dieser Welt. Der Westen hat… Mehr

Haba Orwell
1 Monat her
Antworten an  Reinhard Schroeter

> Es waren die Iraner selbst, die den Schah gestürtzt hatten.

Kapuscinski beschrieb, wie brutal die Geheimpolizei Savak des Schachs war: https://en.wikipedia.org/wiki/Shah_of_Shahs_(book) Groteske Vorstellung, dass die Iraner das alles zurück haben möchten.

Reinhard Schroeter
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Das ist sicher richtig, dennoch ist es nicht unsere Sache. Unser eigenes Land hat für unzählige unserer Landsleute eigene und fürchterliche Schrecken hervorgebracht, die wir durchmachen mussten.
Was die Iraner haben wollen oder auch nicht, ist allein ihre Angelegenheit.

joly
1 Monat her
Antworten an  Reinhard Schroeter

Jeder Regimewechsel in unserer Nachbarschaft betrifft auch uns. Direkt oder indirekt. Was der Iran seit seiner Islamisierung geleistet hat ist einfach erstaunlich. Vor allem die militärische Aufrüstung ist beeindruckend. Quasi aus dem NICHTS zum militärischen Selbstversorger; sogar von Anfang an mit an der Spitze der Entwicklung von Drohnen. Raketen von erstaunlicher Qualität. Was hier als Angriff gegen Israel gezeigt wurde, hat den Staat Israel bis ins Mark erschüttert. Der hochgelobte eiserne Dom brach zusammen. Es fehlte den Iranern nur an mehr Raketen; an ABC Waffen. Israel steht zur Disposition. Ein Schicksal wie es alle Kreuzritterstaaten erlebten ist realistisch. Das alles… Mehr

Metric
1 Monat her

Es geht den Mullahs immer öfter und immer heftiger nass rein. Ich habe über die Jahre mehrere junge Iraner kennengelernt; allen von ihnen war das System und diese ganze Fremdreligion verhasst. Bezugspunkt ist eher das alte Persien, und nach wie vor die westliche Welt. Könnte gut sein, dass ziemlich in dem Moment, wenn die ersten europäischen Staaten durch treudoofe Linke dem Islam übereignet werden, das erste „muslimische“ Land sich selbst wieder davon befreit.

Kuno.2
1 Monat her

Das muss man durchaus geopolitisch einordnen. Der Iran ist mit China und Russland verbündet und steht deshalb bei den Umsturzversuchen neben Venezuela ganz vorn auf der Agenda.

andreas donath
1 Monat her

Where are the ‘Free Palestine’ activists demanding freedom for the Iranian people?“ (letztes der hier angezeigten Videos auf ‚X‘).

Bingo! Genau diese Frage hat sich mir auch ganz spontan aufgedrängt. Die blutige Mullah-Diktatur scheint den ganzen linken Weltrettern nämlich gepflegt am Hinterteil vorbeizugehen. Klar, der Sturz der Mullah-Bande würde denen nicht ins politische Gesamtkonzept passen. Da passt indes alles, was gegen den Westen und die individuelle Freiheit geht. Linke sind grundsätzlich nur gegen Diktatur, wenn es sie selbst trifft. Ansonsten lieben sie Diktaturen.

Donostia
1 Monat her
Antworten an  andreas donath

Unser Bundespräsident gratulierte den Mullahs zum Jahrestag der Revolution. Es ist ziemlich klar auf welcher Seite unser Bundespräsident und unsere Regierung steht.

Otis.P. Driftwood
1 Monat her

Nach Wortwahl und Stil der Kommentare zu urteilen, scheinen jene Schreiber fest an der Seite der Mullahs zu stehen, wie sie früher fest hinter den Beschlüssen der Partei- und Staatsführung standen und heute am liebsten die Wiederauferstehung der UdSSR feiern würden. Hauptsache, es geht gegen den US-Imperialismus.

karlotto
1 Monat her

Na Super , da kommen ja bald 5 Millionen zu uns.

Juergen Schmidt
1 Monat her

Der Iran steht ja noch auf der Liste der USA (nach Lybien, Iran, Syrien, Libanon, Irak, Afghanistan …) der Länder die nach 9/11 mit Krieg überzogen werden sollten. Das Land soll ziemlich offensichtlich in einen US-Vasallenstaat verwandelt werden, damit auch dort ungehindert das Öl und das Gas gestohlen werden können. Außerdem ist die geopolitische Position des Landes zentral für wichtige Handelsrouten Ost-West und Nord-Süd. Und die beansprucht der Globalisten-BLOBB nunmal allein für sich, wie überall auf der Welt. Die aktuellen Unruhen sind sicher wieder von außen gezündet und geschürt, wie zahllose andere Destabilisierungsversuche in den letzten Jahren. (Wurde Frau Nuland… Mehr

Spotdrossel
1 Monat her
Antworten an  Juergen Schmidt

Auf den Gedanken, dass vor allem die jungen Menschen neben der wirtschaftlichen Ausweglosigkeit die Nase gestrichen voll haben von einem islamistischen System, dass sie brutal unterdrückt, kommen Sie nicht?
Sie erinnern mich an die SED-Kader während des Aufstandes des 17. Juni 1953 und der friedlichen Revolution 1989 in der damaligen DDR. Da sollen es ebenfalls ausländische Agenten und Provokateure gewesen sein, die das Volk „aufhetzten“.

Warte nicht auf bessre zeiten
1 Monat her
Antworten an  Spotdrossel

Na ja, ein wenig waren sie es auch. Das weiß man dank freigegebener CIA-Files auch für 1953 und für Polen 1980/81. Für Maueröffnung 1989 wird man es auch bald wissen. Aber die CIA war Katalysator, nicht Auslöser. Es ist echter Volksprotest, nun etwas von aussen geschubst 😉 wenn’s dem Guten dient, wen stört’s? Ansonsten gebe ich ihnen recht.

Haba Orwell
1 Monat her

> wenn’s dem Guten dient, wen stört’s?

Der Öl-Kontrolle, wie in Venezuela. Auch in Russland sollten die „Sanktionen“ westliche Marionetten an die Macht bringen, dort hat es irgendwie nicht geklappt.

Kuno.2
1 Monat her
Antworten an  Spotdrossel

Gehe einfach mal mit You Tube durch Teheran hindurch. Die Kamera erfasst tausende Menschen, alles in K4 guter Bildqualität. Da sieht man sehr viele Frauen ohne Schleier auf der Straße und keiner scheint sich daran zu stören.

Haba Orwell
1 Monat her
Antworten an  Spotdrossel

> Sie erinnern mich an die SED-Kader während des Aufstandes des 17. Juni 1953 und der friedlichen Revolution 1989 in der damaligen DDR.

Vergessen Sie den Maidan in Kiew 2014 nicht mit bis heute andauernden Folgen. Es heißt, die USA haben in das Projekt 5 Milliarden investiert. https://anti-spiegel.ru/2023/auf-kommando-des-cia-chefs-wie-der-ukraine-krieg-am-15-april-2014-begann/