Winzer insolvent, weil er seine Kunden gegendert ansprach

Ein Genossenschaftswinzer geht bankrott – unter anderem, weil sich seine Kundenbasis schlagartig verkleinert, als er beginnt, die Kunden zu gendern. Dazu hatte er sich von seiner Praktikantin überreden lassen. Go woke, go broke.

picture alliance/dpa | Marijan Murat
Symbolbild

Die Gendersprache ist eine hochideologische, volkspädagogisch indoktrinierende, nervig moralisierende, im Kern paranoide Sprache, die „inklusiv“ sein will. Die aber exklusiv ist, weil sie alle, die sich diesem Sprachdiktat nicht beugen, aus der selbsternannten woken Zwei-Prozent-Avantgarde ausschließt.

Die Sprache aber gehört dem Volk, nicht irgendwelchen Linguist:/I_*nnen, Professor:/I_*nnen, Lehrer:/I_*nnen, ZDF/ARD/DLF-Redakteur:/I_*nnen oder Gleichstellungsbeauftragten in Behörden, Kirchen, NGOs und Co. Die Sprache gehört auch nicht Unternehmer:/I_*nnen (Unternehmenden?), die ihre Käufer:/I_*nnen und Kund:/I_*nnen auf den rechten Weg der Gendertugend führen wollen – alle simplen Gesetze des Marktes verachtend. Merke: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Fischer bzw. den Fischenden oder den Fischer:/I_*nnen.

Ein besonders woker Winzer namens Wolfgang Bender (38) aus Bissersheim (Rheinland-Pfalz) verpasste sich nun selbst eine bittere Lektion. Nach vier Generationen ist sein Familienbetrieb nun insolvent, weil die vom jungen Bender vor rund zehn Jahren initiierte Umstellung auf eine Genossenschaft mit Öko-Weinen völlig scheiterte. U n d : Weil der Winzer seine Kundschaft mit Gendersprache vergraulte. VEB-Gedankengut der DDR und Thomas Manns dekadente Buddenbrooks lassen grüßen. Noch vor zwei Jahren hatte ihn die ARD-Tagesschau als visionären Unternehmer porträtiert, dessen Modell von kapitalistischen Zwängen befreie.

Gendersprache als Werbemittel? Winzer Bender ließ sich jedenfalls eines Tages von einer Praktikantin dazu überreden, seinen Kunden-Newsletter in Gender-Sprache zu verschicken. Er kam nach Diskussionen mit der jungen Frau zur Überzeugung, dass die Gendersprache „gerechter sei“. Folge: Der Kundenstamm schrumpfte gewaltig zusammen. Nun also die Insolvenz.

Der woke Winzer hätte es wissen können: „Go woke, go broke!“ ist mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden. Er bezeichnet die Erfahrung, die auch große Firmen bereits gemacht haben. Wer, um sich anzubiedern, allzu woke wird, muss damit rechnen, seine Kundenbasis zu vergraueln.

Get woke, go broke par excellence
Werbung soll nicht mehr verkaufen, sondern das Geschlecht ändern: der Fall Bud Light
Diese Erfahrung folgt auf den Versuch, Gewinnstreben durch woke Anleihen vom Ruch der moralischen Zwielichtigkeit reinzuwaschen: Insbesondere in den USA wurde das zum Trend, was Ross Douthat 2018 in der NYT propagierte: „The rise of woke capital“. Er meinte damit die Strategie von Konzernen, durch „Virtue Signalling“ als woke zu gelten und dies als Argument für die eigene Marke zu platzieren: Sauberer, klimaneutraler, antirassistischer Kapitalismus, gewissermaßen.

Bald war der Markt durchsetzt von „wokeness“ – auch in Deutschland: Die Drogeriekette dm produziert Podcasts „gegen Alltagsrassismus“. REWE hisst nicht nur am Christopher Street Day die Regenbogenfahne. In immer mehr Prospekten von Kosmetik-Herstellern und selbst von Discountern tauchen immer mehr schwarze „Models“ auf. Ohne „people of color“ scheint es nicht mehr zu gehen: in keinem Bild von Familie, auf keinem Foto in einem Planschbecken.

Doch die Kunden honorierten derlei Versuche häufig nicht – insbesondere dann, wenn sich die Marke geradezu verrenken muss, um woken Anforderungen zu genügen, und wenn Zielgruppe und Produkt so gar nicht zum angestrebten diversen Universum passen: Der US-Bierkonzern Anheuser-Busch engagierte 2023 zu Werbezwecken für sein „Bud Light“ ein Transgender-Model – den schwulen Influencer und Schauspieler Dylan Mulvaney, der sich auf TikTok als „Girl“ inszeniert.

Nach gewaltigen Umsatzeinbrüchen und einem sinkenden Aktienkurs – es ging wohl um Milliarden – sah sich das Unternehmen zu einer Kehrtwende gezwungen. Man bedauerte im Nachhinein, die Gesellschaft „gespalten zu haben“ und wolle doch lieber alle „bei einem Bier vereinen“. Der Sportartikelkonzern Nike warb mit einer Trans-Influencerfrau als „Botschafter(in)“ für Sport-BH und Damen-Leggins. Auch das kam nicht gut an. Der Rasierklingenhersteller Gilette hinterfragte Männlichkeit, um gegen „toxic masculinity“ anzutreten. Die Handelskette Target verlor mit ihrer „Pride-Kollektion“ in kurzer Zeit zwölf Milliarden US-Dollar seiner Marktkapitalisierung. Und auch der traditionsreichen Automarke Jaguar kam das Streben nach Wokeness teuer zu stehen.

Warnende Beispiele gibt es also genug. Der Zeitgeist ist out. Oder wie Franz Josef Strauß sagen würde: Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald ein Witwer sein.

ARD, ZDF und DLF nach wie vor auf dem Gender-Tripp – wenn auch etwas gebremst

So sehr das Exempel des woken Winzers zeigt, dass nicht einmal der deutsche Michel jegliche Indoktrination mitmacht: Dort, wo die Marktlogik nicht zum Zuge kommt, wird munter weiter gegendert. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR), mit neun Milliarden Euro jährlich auskömmlich gepampert, muss sich um seine Finanzierung nicht scheren. Und so müssen wir leider damit leben, dass absurde woke Idiotien hier weiter walten dürfen: ARD-Redakteurinnen übersetzen den angeblich sexistischen begriff „Mutter“ als „entbindende Person“, Talkmasterinnen sprechen von „GästInnen“ und „MitgliederInnen“, und angesichts der Landtagswahlen ist von „Nichtwählenden“ die Rede. Für dieses feudalistische aufgeplusterte System gilt die Regel „Go woke, go broke“ noch nicht.



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Kommentare ( 5 )

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Guzzi_Cali_2
13 Minuten her

Wenn er jetzt der ALLERERSTE gewesen wäre, der sich die Nase reinklemmt, könnte man ja noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber er ist es ja nicht und wenn man Ohren hat zu hören und zwei Gehirnzellen zum Denken, sollte man kapiert haben, daß diese Anwanzerei an JEDWEDEN Zeitgeist fast zwangsläufig zum Untergang führt. Was Kunden IMMER schätzen, ist Authentizität im Auftritt. Was im Kleinen jetzt den Winzer getroffen hat, trifft im Großen jede Menge bekannter Marken – aber offenbar müssen sich alle erstmal eine blutige Nase holen, bevor sie es einsehen.

A-Tom
16 Minuten her

😆Vermutlich haben die Kunden darauf getippt, dass im Kranzberger Kieferkrampf oder Meuchelheimer Hirnfiesling etwas drin ist, was den Winzer sein Verstand gekostet hat.

Galen
17 Minuten her

Gilt auch die CDU.Go woke, go broke.

Schmidtrotluff
20 Minuten her

Weiter so ! Die CDU geht auch gerade bankrott. Die BRD sowieso. Es werden kluge Menschen gebraucht. Die Dummen finden gerade ihren Platz.

PLP
25 Minuten her

Das erleben auch ganz andere Unternehmen. ALDI hatte auch damit angefangen und scheinbar waren die Beschwerden so groß, dass sie nach wenigen Tagen ihre TV-Werbung umgestellt hatten.
Aber mal ganz ehrlich: Welcher Unternehmer ist so blöd und hört auf das dumme Gequatsche einer ahnungslosen Praktikantin?