Handeln in der Panik-Pandemie: Mogelpackungen haben Konjunktur

In einer minuten(!)-kurzen Schaltkonferenz im Kanzleramt wurde vergangenen Mittwoch der Stillstand der deutschen Wirtschaft mal eben bis zum 10. Januar verlängert. Lockdown light? Noch eine Mogelpackung!

imago images / imagebroker

Es gab sie immer schon, doch in der heutigen Lage grenzt sie an Kriminalität: Die Mogelpackung, die perfekte Vortäuschung falscher Tatsachen. Die Mogelpackung ist neben Masken und Panik das einzige, was derzeit Konjunktur hat. Der Trick mit der großen Verpackung mit immer weniger Inhalt ist nichts anderes als die Verschleierung einer dramatischen Inflation. Und da wundert es nicht, dass die sonst so beredte Verbraucherschutz-Ministerin dazu schweigt. Zum Erhalt der Deutungshoheit in der Panik-Pandemie ist eben jedes Mittel recht. Bloß keinen Staub aufwirbeln! Und vieles rund um „Corona“ ist ja  auch nichts als pure volksverdummende Mogelpackung.

Zeit zum Lesen
"Tichys Einblick" - so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
In der veröffentlichten Corona-Debatte werden rein stimmungsmäßig und unwidersprochen Infizierte mit Todkranken gleichgesetzt, sollen „Flugzeugabstürze“ von der wahren Sterberate ablenken. Und im Handel werden nach demselben Muster Verpackungen mit einem Inhalt gleichgesetzt, der gar nicht vorhanden ist. Das Prinzip ist das Gleiche: Fake statt Wahrheit, mehr Schein als Sein, Täuschen und Tricksen, was das Zeug hält. Paradebeispiel, gerade wieder hochgekocht durch die Debatte um die Erhöhung des Rundfunkbeitrages: die Zwangsabgabe im Stile ideologischen „Framings“ Demokratiebeitrag zu nennen. Mehr Mogeln mit einer Verpackung geht nicht!

Im Kampf gegen Corona scheint jeder Kollateralschaden recht. Abgesehen von einer nachhaltigen (!) Beschädigung der Volksgesundheit allein durch die Maßnahmen der Regierenden ist die größte Katastrophe eine galoppierende Inflation, die mit allen erdenklichen Mitteln verschleiert werden soll. So steigen die Preise mindestens doppelt so stark als von der Regierung durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht, das hat der renommierte Leipziger Wirtschaftsprofessor Gunther Schnabl ermittelt. Er habe errechnet, so der Ökonom gegenüber BILD, dass die wahre Inflationsrate der vergangenen Jahre rund 1,6 Prozentpunkte höher lag als die offizielle. Jetzt dürfte der Preisanstieg deutlich über 5 Prozent liegen. Unser Geld verschwindet also immer schneller, ohne dass die Ursache sofort auffällt. Wir schlichten Bürger, eingenordet durch Politik, Propaganda und Presse, bekommen in diesen Monaten des wirtschaftlichen Niedergangs ja eine erstaunlich unkritische Bereitschaft zur Einschränkung eingeimpft. Wir sind geradezu immunisiert gegen die Frage, warum mit unserem Einkommen kein Auskommen mehr ist. Notfalls wird Nachfrage als Nazi-Denken von Verschwörungstheoretikern diffamiert. Oder wie jetzt in Bremen die Genehmigung einer Demonstration an deren Thema festgemacht.

Doch Zahlen lügen nicht!

Sprüche und Folgen
Treten Sie zurück, Herr Spahn! Sie zuerst.
Das weltbeste Olivenbrot in meiner Lieblingsbäckerei war letzte Woche plötzlich um gefühlt ein Drittel kleiner – wer liest schon von der Theke aus die winzig geschriebene Grammzahl am Regal?! Das dank originell-unbeholfener Werbung in aller Munde befindliche Seitenbacher-Müsli hatte mal 1.000 Gramm in der Tüte und kostete 3,79 Euro bei Rewe. Bis Juli 2020. Doch dann kam „Corona“ und krönte das Produkt fast unbemerkt mit einer Preissteigerung um 1.20 Euro. Und noch unbemerkter: aus 1.000 Gramm wurden in der gleichen Verpackung dank viel heißer Luft nur noch 750 Gramm. Seit Juli beträgt die reale Preissteigerung also 75,5 Prozent. Diese Beispiel-Kette kann man unbegrenzt fortsetzen, dafür lohnen in diesen langweiligen Lockdown-Zeiten Ausflüge in bekannte Supermärkte. Man vergleiche die neuen Packungen in den Geschäften mit den im Haushalt noch vorhandenen alten. Ein herrlicher Familienspaß! So bringt es eine Aldi-Süd-Weichspüler-Eigenmarke auf einen schlagartigen Preissprung von 51, 5 Prozent, kostet also jetzt mehr als das Doppelte. Der Trick: in der gefühlt gleich großen Flasche ist nur noch ein Liter statt der 1,5, die es bis Juli waren. Man kann nur noch 33 statt die bisherigen 50 Male damit waschen, muss jedoch, und diese Täuschung ist nahezu perfekt, den gleichen Preis zahlen. Man merkt also auf dem Kassenzettel die Inflationsrate nicht, die das Haushaltgeld um mehr als die Hälfte entwertet. Summa summarum: man bekommt immer weniger für sein Geld. Entweder die Qualität wird schlechter oder die Menge reduziert.

Dazu gehören auch die stetig steigenden Mieten, die explodierenden Immobilienpreise, die galoppierenden Beiträge für Krankenkasse und Rentenversicherung und all dem, was sich hinter dem Mogelpackungs-Wort Mietnebenkosten versteckt. Nun müsste man doch davon ausgehen, dass die stets beredte und um keine populistische Aktion verlegene Verbraucherschutz-Ministerin Julia Klöckner auf den Plan tritt, um die ihr von Amts wegen anvertrauten Verbraucher vor den Mogelpackungen zu schützen. Doch „Gender-gerechte“ Sprache auf Verpackungen ist da allemal wichtiger als solche Peanuts. Mit dem hübschen Nebeneffekt, dass Grausamkeiten wie Grammzahl oder Preis noch weniger zu entziffern sind. Da verwundert die peinliche Stille und das laute Schweigen doch sehr. Oder eben nicht. Denn unsere Regierenden sind nach Kräften bemüht, all die Drangsal der unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen nicht auch noch durch das Thema Inflation anzuheizen. Sie lässt es kalt, dass Bürger in Insolvenz oder Kurzarbeit oder gar plötzlichem Hartz 4 für ihr immer geringeres Einkommen zur „Belohnung“ auch immer weniger bekommen.

Lockdown light? Noch eine Mogelpackung!

5 vor 12
Wirtschaft in der Krise: Wer soll das bezahlen?
Das wäre doch jetzt der ideale Tummelplatz für Minister wie Klöckner oder Altmaier. Doch die haben bekanntlich erstmal genug Gutes getan, indem sie als Bundestagsabgeordnete beschlossen haben, dass jeder ihrer Mitarbeiter pauschal bis zu 600 Euro unter den Weihnachtsbaum gelegt bekommt. Im besten Bürokraten-Sprech wird die Sonderzahlung (die die Bundestagsmitarbeiter selbst überrascht hat) mit der „Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise“ begründet. Ach! Wo ist denn die Mehrbelastung zu finden? Das Parlament verdient doch ausgerechnet in diesen Krisenzeiten seinen Namen nicht, wo es zum wohlgefälligen Abnick-Organ des Herrenchiemsee-Duos verkommen ist. Parlament? Eine Mogelpackung! Genauso wie die Sprache, mit der uns die Lockdown-Routine verkauft wird. Ein verlogenes Neusprech von Euphemismen, die sich selbst ein Orwell nicht besser hätte ausdenken können. Apropos Routine: in einer minuten(!)-kurzen Schaltkonferenz im Kanzleramt wurde vergangenen Mittwoch der Stillstand der deutschen Wirtschaft mal eben bis zum 10. Januar verlängert. Lockdown light? Noch eine Mogelpackung!

Nur wenige, darunter auch TE, berichteten über diesen unglaublichen und klammheimlichen Vorgang, und ein Blogger schrieb hellsichtig-sarkastisch: Man hätte sich das Steuergeld sparen können, wenn man die Verwaltung des ganzen Corona-Chaos gleich der Bill-Gates-Stiftung übertragen hätte. Während Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit steigen, ganze Branchen von Pleite bedroht sind und der Normalbürger jeden Cent dreimal umdrehen muss, nehmen sich (!) unsere Politiker erstmal einen kräftigen Schluck aus der Steuer-Pulle. Auch da schützt uns Verbraucher die Verbraucherschutz-Ministerin nicht. Auch eine Mogelpackung, denn Minister heißt (aus dem Lateinischen) Diener. Doch aus den Dienern des Staates sind längst Bediener aus Kassen und von Karrieren geworden. Selbst-Bediener! Alles Menschen, bei denen die Kohle nachhaltig (!) stimmt: sichere Gehälter und Pensionen, wie es sie sonst fast nur noch bei ARD und ZDF gibt. Man schämt sich fast, wenn die Kontoauszüge kommen.


Unterstützung
oder

Kommentare ( 65 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

65 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Deutscher
10 Monate her

Keine Statistik wird jemals erfassen, wieviele wegen abgesagter OPs und freigehaltener Intensivbetten verstorben sind oder aus Verzweiflung und Depression selber Schluss gemacht haben. Die Treffen der Selbsthilfegruppen, für manche Betroffene der wichtigste Anker im „normalen Leben“, sind ja auch verboten worden.

Diese Regierung ist destruktiver als jede Naturkatastrophe.

Last edited 10 Monate her by Deutscher
Deutscher
10 Monate her

Das ist halt ein kapitalistischer Sozialismus, den wir da haben: Er vereint die Nachteile beider Seiten.

Praxistipp: Vom Waschmittel reicht die Hälfte dessen, was als Dosierung angegeben ist. Damit wird´s auch sauber.

Last edited 10 Monate her by Deutscher
Till2
10 Monate her

Durch geeignete epidemiologische Maßnahmen haben viele Länder außerhalb Europas Covid-19 völlig oder fast völlig besiegt. Wir bräuchten fähige Politiker.

Deutscher
10 Monate her
Antworten an  Till2

Das kann doch nicht sein, da sind bestimmt die Zahlen gefälscht…!
😉

Silverager
10 Monate her

Herr Hahne, Herr Hahne, Sie werden ja inzwischen zum rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker mit Aluhut. 😆
Nein, im Ernst, Hut ab für Ihre Philippika !!!

November Man
10 Monate her

Erst der Lockdown, der jetzt in den Hinterzimmer mal kurz diktatorisch und klammheimlich bis zum 10. Januar verlängert wurde.
Anschließend kommt 20121 der große Shutdown der noch weitere Millionen deutsche Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz kosten wird.
Und komischerweise sinken die Arbeitslosenzahlen.
Die haben Angst, dass wieder mal die Arbeitslosen, wie vor dem zweiten Weltkrieg, in Massen auf die Straßen gehen.
Deshalb lügen sie bei den Arbeitslosenzahlen die eigentlich Erwerbslosenzahlen heißen müssten.
So weit haben die Linksrotgrünen unser Land schon gebracht und ruiniert.
Wenn wir jetzt nicht aufpassen fliegt uns demnächst der ganze Laden um die Ohren.

Dieter Rose
10 Monate her

Sollte?!?!?

Lizzard04
10 Monate her

Ausgezeichnet! Ich warte noch immer auf eine vergleichbare Meldung im ÖR. Ach, ich Dummchen, habe wohl noch immer nicht begriffen, dass sich dort die „Neue-Schöne-Welt-Merkelspeichellecker“ mit unserer Zwangsabgabe zur systematischen Verblödung der Bürger dieses Landes verpflichtet haben. Vergessen wir übrigens nicht, dass uns ab Januar weitere Abgaben abgepresst werden. Das „Klimagesetz“ wurde ja bereits verabschiedet. Erneute Steuererhöhungen aufgrund der selbstverschuldeten CORONA-Steuerausfälle wurden bereits angekündigt, genauso wie riesige Transfersummen in Richtung EU. Aber für 1,3 Mrd. im imaginären Kampf gegen Rechts reichts dennoch! Wie lange lässt sich der Steuerzahler hierzulande noch derartig um sein Geld betrügen?

Gerro Medicus
10 Monate her

Zitat: „…nehmen sich (!) unsere Politiker erstmal einen kräftigen Schluck aus der Steuer-Pulle.“
Von den Terrormaßnahmen betroffene bürger hingegen nehmen sich – das Leben!

Stefferl
10 Monate her

Man kann da noch die stattliche Gebührenerhöhung für ARD und ZDF anfügen. Formal recht wenig. Unter 1 Euro. Hochgerechnet auf 12 Monate und 40 Mio Haushalte kommen da aber schon sehr viele Millionen zusammen. Ca eine halbe Milliarde Euro zusätzlich. Dabei bekommen die ÖR jetzt schon viele Milliarden. Und dieses Geld fließt nicht einmal in irgendeine Art von Programm. Das fließt zum großen Teil in die Taschen von Illner, Maischberger, Plasbeck, Reschke und Co. Ein übliches Verfahren dabei ist, die Sendung von der eigenen Produktionsfirma produzieren zu lassen und ZDF/ARD kauft dieses Produkt dann bei dieser ein. So können exorbitante… Mehr

Klaus H. Richardt
10 Monate her

Gute Recherche, Herr Hahne, Hyperinflation bei Billionenausgabe war zu erwarten. Aber die krummen Packungsgrössen hat vor Jahren die EU eingeführt. EU – Überflüssig und teures Billionengrab!

Gerro Medicus
10 Monate her
Antworten an  Klaus H. Richardt

Schon 2016, also 15 Jahre nach Einführung des Euro, war die Kaufkraftparität 1 DM = 1 Euro. Angefangen hatte es mal mit 1,94 DM = 1 Euro. Rechnet man das nach, so kommen wir über die 15 Jahre auf eine jährliche Inflationsrate von ca. 5%.
Es ist also noch viel schlimmer als dargestellt!