Jeder dritte Berliner Polizei-Bewerber fällt beim Deutschtest durch – fast die Hälfte hat Abitur. Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) spricht von einem „erschreckenden Abwärtstrend“. Und sie tut so, als habe das mit Berlins Schulpolitik nichts zu tun.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Weil Deutschland unter Fachkräftemangel leidet, wird das übliche politmediale Konsortium nicht müde, immer noch mehr Zuwanderung zu fordern. Ignoriert wird dabei geflissentlich, dass der eigentlich im Land vorhandene Nachwuchs in Ermangelung eines hinreichenden Bildungsstands oft gar nicht in der Lage ist, diese Lücke zu schließen. Die Hochschulen klagen über viele Studienanfänger, die studierberechtigt, aber nicht studierfähig sind. Berufsbildner berichten immer häufiger davon, dass ein erheblicher Teil der Bewerber um eine Ausbildungsstelle nicht ausbildungsfähig ist.
TE hat soeben berichtet: Laut einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes „Niedersachsenmetall“ (Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V.) beklagen fast zwei Drittel der 320 befragten Unternehmen, dass die Qualität der Bewerber um eine Ausbildungsstelle abnehme. Den Bewerbern mangele es an naturwissenschaftlichen und mathematischen Kenntnissen, zudem hätten sie Schwächen bei Sprache, Lesen und Schreiben. Die Betriebe sehen auch Defizite bei Motivation, Disziplin, Belastbarkeit sowie Defizite bei sozialen Kompetenzen, etwa bei Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit.
Frage: Schaut es beim Nachwuchs für den öffentlichen Dienst anders, womöglich besser aus?
Antwort: Nein! Jetzt wurde bekannt: Von insgesamt 10.874 Bewerbern der Jahre 2024 und 2025 für den Polizeidienst in Berlin fiel mehr als ein Drittel durch. Konkret waren es 4.271 beim Deutschtest – entsprechend 39,3 Prozent. Selbst die 6.013 Bewerber mit Abitur, Fachhochschulreife oder gar abgeschlossenem Studium (42,3 Prozent von allen Bewerbern) schnitten kaum besser ab. Hier scheiterten 1.812 Aspiranten – entsprechend fast einem Drittel (30,1 Prozent). 2025 konnten von den 1.224 Ausbildungsplätzen fast ein Drittel (konkret 288) mangels Vorqualifikation nicht besetzt werden. AfD-Bildungsexperte Tommy Tabor, der die Zahlen erfragt hatte, sagt dazu: „Wenn selbst Abiturienten Mindeststandards in Rechtschreibung und Grammatik nicht sicher beherrschen, ist das ein Armutszeugnis für das Berliner Bildungssystem.“
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (42, CDU) spricht von einem „erschreckenden Abwärtstrend“. Und sie tut so, als habe das mit Berlins Schulpolitik nichts zu tun. Günther-Wünsch sagt: „Diesen erschreckenden Abwärtstrend gibt es seit Jahren. Das bestärkt mich ganz klar in meiner Qualitätsstrategie, dass wir noch mehr Gewicht auf Deutsch und Mathematik legen müssen. Diese Basiskompetenzen muss jeder in der 10., 11., 12. Klasse beherrschen.“ Dass das CDU-regierte Berlin hier eine Trendwende zum Positiven eingeleitet hätte, ist allerdings nicht bekannt geworden.
Die Polizeipräsidentin der Hauptstadt, Barbara Slowik Meisel, behauptet, beim schlechten Abschneiden gebe es kaum Unterschiede zwischen Bewerbern mit oder ohne Migrationshintergrund. Das hatte sie Ende Januar 2026 im Innenausschuss gesagt. Boshafte Anmerkung: Das kann auch damit zu tun haben, dass sich viele Berliner Schulen dem Sprachniveau von „Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ (amtsdeutsch: ndH) mit oft weit über 50 Prozent Anteilen in einer Klasse angepasst haben. Schon seit 2019 übrigens bietet die Berliner Polizei darum Deutsch-Nachhilfekurse für ihre Auszubildenden an. Da es „grundsätzliche Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich (…) bei Rechtschreibung, Zeichensetzung und beim schriftlichen Verfassen von Texten“ gebe.
Allerdings fragt man sich auch, ob sich die Bewerber nicht in Eigeninitiative auf die Einstellungstests vorbereiten. Zumal bekannt sein müsste, dass diese Tests zwar nicht überschwer, aber auch keine gemütliche Abhakübung sind. Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) pocht auf Eigeninitiative: „Es wird von Bewerbenden erwartet, dass sie sich eigenständig auf das Auswahlverfahren vorbereiten.“ Was wiederum eine Bankrotterklärung für Jahre SPD-geführter Bildungspolitik ist.
Beispiel Diktat: Der Polizeibewerber sitzt am PC, bekommt über Kopfhörer einen Text (rund 200 Wörter) langsam vorgelesen – mit Sprechpausen nach jeweils fünf bis acht Wörtern. Für den mittleren Dienst gilt: Mehr als 14 Fehler heißt durchgefallen. Für den gehobenen Dienst liegt die Grenze bei 11 Fehlern.
Üben kann man das vorab auf YouTube mit einem Diktat-Beispiel. Der erste Satz lautet: „Mario ist seit über zehn Jahren Polizist bei der Polizei Berlin und hat in dieser Zeit viele Einsätze erlebt.“
Häufigste Fehler hier sind: Fehler in der Groß- und Kleinschreibung, etwa bei Substantivierungen (zum Beispiel „beim Suchen“ vs. „zu suchen“); die Getrennt- und Zusammenschreibung: (zum Beispiel „sachdienliche Angaben“, „unbedingt erforderlich“); Doppelkonsonanten/Vokale: (zum Beispiel „Kommando“, „bewusst“). Weiter werden häufig Fehler gemacht bei der Bestimmung der Wortart (Nomen, Verb, Adjektiv, Adverb); beim Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ); bei der Umwandlung eines Satzes in eine andere Zeitform (Tempus); beim Finden von Synonymen und passenden Konjunktionen.
Gar nicht so boshafter Rückblick: Es gab einmal eine Bildungsnation, in der das Vermitteln solcher Sprachregeln Stoff der Grundschule war.



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Es scheint kein rein sprachliches Problem zu sein. In meiner beruflichen Praxis stelle ich zunehmend fest, dass viele Leute keine etwas komplizierteren Sachverhalte mehr sprachlich präzise wiedergeben können. Dies dann unabhängig von der Sprache. Es klappt weder auf Deutsch noch auf Englisch. In meinem Umfeld geht es z. B. darum, Geschäftsprozesse sprachlich zu schildern. Viele können das nur noch in Form von Bildern. Ich schrieb oben „zunehmend“, weil ich das insbes. bei jüngeren Kollegen beobachte, obwohl ich mich normalerweise vor Generationenbashing hüte. Daher würde mich interessieren, ob man das heute in der Schule nicht mehr macht. Also Übungen wie Bildbeschreibungen,… Mehr
Wenn Diktate mit 20 Fehlern und mehr nicht als mangelhaft gekennzeichnet werden in der Schule, wie soll das dann später im Berufsleben klappen?
Und wenn dann Migranten einen Bonus wegen ihrer Bildungsferne eingeräumt wird, wird Schule zur Farce.
So unterrichtet man Schüler, deren Schreib-, Lese- und Mathekompetenz für berufliche Anforderungen mangelhaft sind.
Und so bewerben sich natürlich auch bei der Berliner Polizei immer mehr Unqualifizierte. Die Durchfallquoten sind noch immer bei rund 30%, obwohl man das Niveau bei den Einstellungstest schon arg nach unten korrigiert hat.
Übrigens bei den Durchfallquoten der Führerscheinprüfungen sieht es ähnlich aus…
Wenn die Polizei in Berlin keine Nachwuchskräfte mehr findet, muß sie es halt machen, wie die Schulen oder die Politik: Anforderungen senken, bis es paßt. Niemand soll auf dem Weg zum Abitur zurückgelassen werden. Niemand soll auf dem Weg ins Parlament zurückgelassen werden. Und niemand soll auf dem Weg in die Berliner Polizei zurückgelassen werden. Rechnen? Wozu hat man heute sein Smartphone? Deutschkenntnisse? Smartphone, Rechtschreibprogramme. Jemand kann überhaupt kein Deutsch? Kein Problem, es gibt Übersetzungsprogramme auf dem Smartphone. Wenn dann noch Polizisten und Polizistinnen Kopftuch und Kopftuchinnen oder, noch viel kultursensibler, Niqab und Niqabinnen tragen dürfen und dürfeninnen, ja dann… Mehr
Lesen, schreiben und rechnen können ist ja auch total ausgrenzend gegenüber denen, die es nicht können.
Schon Pol Pot war der Meinung, dass Bildung durch Indoktrination zu ersetzen sei und schloss alle Schulen.
Da wundere ich mich keineswegs. Alles ein Ergebnis all der zig angeblichen nur „Schulreformen“ deren egentlicher Zweck es wohl war, dem „Marsch durch die Institutionen“ zum „phantastischen“ Erfolg zu verhelfen den wir heute sehen. Ein verdummtes, also leicht von „Rattenfängern“ zu steuerndes Stimmvolk zu schaffen dem man jedenMist „verkaufen“ kann, auf dass dieses von einer ebenso dummen, aber dafür am „Privilegien-Tropf der Macht“ hängenden angeblichen Elite regiert werde. Ausführlich und im Detail nachzulesen in einem kleinen Büchlein bei Helmut Schelsky, „Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung“, Grundsatzkonflikte der Bundesrepublik Deutschland, kommentiert von Hans-Georg Maaßen. – Ursprünglich erschienen ist das Büchlein schon vor… Mehr
Ist doch nix Neues und auch nicht auf Berlin beschränkt. Schon Mitte der 1990er gab es im Homeland NRW das politische Bestreben, im Öffentlichen Dienst den Querschnitt der Bevölkerung abzubilden, also auch entsprechend viele Bewerber mit migrantischem Hintergrund einzustellen. Und weil es bei denen in Sprache und Schrift am Deutschen haperte, wurde speziell und nur für sie der Einstellungstest „CFT20“ eingeführt, „Culture-Fair-Test“ – und wofür die 20 steht, kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.
Wo ist das Problem? Die Bürger sprechen doch auch kaum noch Deutsch.
Ich habe mir die Musterlösung am Ende des verlinkten Videos angeschaut und meines Erachtens ist die Zeichensetzung beim letzten Satz ziemlich fragwürdig. So steht dort: „Für Mario ist klar, seine Arbeit als Polizist ist mehr als nur ein Job, es ist eine Berufung.“ Ich hätte statt des ersten Kommas einen Doppelpunkt erwartet. Das zweite Komma würde ich ebenfalls so setzen, aber auch einen Gedankenstrich halte ich hier für vertretbar. Weiterhin steht in der Musterlösung: „Die Verantwortung seines Berufs nimmt er ernst […]“ Hier würde ich zu seines Berufes greifen. Ob das wohl als Fehler gewertet würde? Korrekt sind beide Formen.
Die Lösung: Der Robocop.
„Ich habe Ihre Eingabe nicht verstanden. — Guten Tag!“