Manche Eltern meinen, mit der Wahl einer Privatschule für ihr Kind dem allgemeinen Bildungsdesaster zu entgehen. Allerdings sind keine Studien bekannt, denen zufolge deutsche Privatschulen in PISA oder bei TIMSS oder in den IQB-Studien besser abschneiden würden. Sie schleppen den Leistungsverfall qua politische Vorgaben ebenso mit wie die öffentlichen Schulen.
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Das Grundgesetz garantiert in Artikel 7 (Absatz 4 und 5) das Recht zur Errichtung von privaten Schulen. Darauf aufbauend hat sich überwiegend im Bereich der weiterführenden allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen ein privat getragenes Schulwesen etabliert. Träger sind die Kirchen (rund 2.000 von allen 3.800 privaten allgemeinbildenden Schulen), Vereine (zum Beispiel Montessori, Waldorf), Stiftungen, Genossenschaften oder Personengesellschaften.
Unterschieden wird zudem zwischen staatlich anerkannten und staatlich genehmigten Schulen. Die Zeugnisse der „Anerkannten“ (meist die kirchlichen) sind rechtlich den Zeugnissen der staatlichen/kommunalen Schulen gleichgestellt; die Zeugnisse der „Genehmigten“ zumeist nicht; die Schüler dieser Schulen müssen üblicherweise als „Externe“ an einer staatlichen oder kommunalen oder staatlich anerkannten Schule ihren Abschluss ablegen.
Aktuelle Lage
Die Zahl der Privatschulen in Deutschland nimmt nach wie vor leicht zu: Im Schuljahr 2024/25 gab es rund 3.800 allgemeinbildende Schulen (also ohne berufsbildende). Das war knapp jede achte allgemeinbildende Schule (12 Prozent), wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Zugleich gab es gut 29.000 öffentliche allgemeinbildende Schulen. Die Zahl der Privatschulen ist in den vergangenen zehn Jahren um 7 Prozent gestiegen: Im Schuljahr 2014/2015 hatte es knapp 3.600 Privatschulen gegeben.

Der Anteil der Privatschüler blieb im Zehn-Jahres-Vergleich jedoch weitgehend konstant: Im Schuljahr 2024/25 gingen wie seit 2014/15 im Schnitt rund 9 Prozent der Kinder und Jugendlichen, welche allgemeinbildende Schulen besuchten, auf Privatschulen. Insgesamt waren das 2024/25 rund 807.900 von insgesamt gut 8,9 Millionen Schülern allgemeinbildender Schulen, also 9,07 Prozent. Im Schuljahr 2014/15 hatten 736.900 der insgesamt 8,4 Millionen Schüler (also 8,77 Prozent) eine Privatschule besucht.
Allerdings gibt es von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede. Am höchsten war der Anteil von Privatschülern in Mecklenburg-Vorpommern: Im Schuljahr 2024/25 gingen 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen, welche dort allgemeinbildende Schulen besuchten, auf Privatschulen. Auch in Sachsen (12 Prozent) und Bayern (11 Prozent) war der Anteil der Schüler an Privatschulen vergleichsweise hoch. Am niedrigsten war er in Schleswig-Holstein (6 Prozent), Niedersachsen (6 Prozent) und Hessen (7 Prozent).
Migrantenanteile und Leistungsbilanzen der Privatschulen
Ausländische Schüler besuchen deutlich seltener eine Privatschule als deutsche. Während 4 Prozent aller ausländischen Schüler an einer allgemeinbildenden Privatschule unterrichtet wurden, lag der Anteil aller deutschen Schüler bei 10 Prozent. Dieser Unterschied dürfte zwei Gründe haben. Erstens meiden muslimisch geprägte Schüler eher die kirchlichen Schulen; diese stellen ja rund die Hälfte aller Privatschulen. Umgekehrt wählen viele Eltern – ohne es offen zu sagen – eine Privatschule, damit ihre Kinder die zum Teil extrem hohen Migrantenanteile an öffentlichen Schulen umgehen. Es gibt zudem Eltern, die etwa eine kirchlich getragene Privatschule deshalb wählen, weil sie eine dezidiert christliche Prägung für ihre Kinder haben möchten.
Manche Eltern meinen indes, mit der Wahl einer Privatschule für ihr Kind dem allgemeinen Bildungsdesaster zu entgehen. Gleichwohl sind keine Studien bekannt, denen zufolge deutsche Privatschulen in PISA oder bei TIMSS oder in den IQB-Studien besser abschneiden würden; sie werden dort auch nicht gesondert ausgewiesen. Wenn überhaupt einmal, nämlich bei PISA 2000, für die 36 daran beteiligten deutschen Privatschulen vereinzelt Leistungsvorteile ausgewiesen werden, dann war dies ein statistisches Artefakt. Denn unter diesen 36 Schulen waren 14 Realschulen und 18 Gymnasien, aber nur je zwei Hauptschulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen.
Das heißt: Die leistungsstärkeren Schulformen waren hier eindeutig überrepräsentiert. Es kam hinzu: Unter den 14 einbezogenen privaten Realschulen wiederum waren fünf leistungsstarke reine Mädchen-Realschulen. Da Mädchen in PISA vor allem mit Schwerpunkt Lesen insgesamt erheblich besser abgeschnitten haben als Jungen, war dieser Vorsprung kein Vorsprung von Privatschulen, sondern ein geschlechtsspezifischer. Kein Grund also für Legendenbildungen! Und auch kein Hoffnungsschimmer.
In anderen Ländern ist das anders, etwa in den USA, in Großbritannien oder in Frankreich. Dort schneiden Privatschulen traditionell bei allen Leistungstests eindeutig besser ab als staatliche. Verwundern muss dieses Leistungsgefälle nicht, findet an diesen Privatschulen dort doch eindeutig eine ausgeprägte soziale Selektion der Schülerschaft statt. Eltern, die sich eine solche Schule für ihr Kind leisten können, Eltern auch, die bereit sind, sich dafür zu verschulden, bilden natürlich eine andere Klientel, nämlich eine äußerst bildungsbeflissene.
Anders ausgedrückt: Deutsche Privatschulen, sollen sie nicht hinsichtlich eines Schulgeldes in der Größenordnung von 20.000 bis 30.000 Euro sozial höchstselektiv wie in Großbritannien oder Frankreich sein, sind kaum ein Beitrag zur Aufbesserung des deutschen Schulwesens. Sie schleppen den Leistungsverfall qua politische Vorgaben ebenso mit wie die öffentlichen Schulen.


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Zitat 1: „Allerdings sind keine Studien bekannt, denen zufolge deutsche Privatschulen in PISA oder bei TIMSS oder in den IQB-Studien besser abschneiden würden.“ > Was heißt das nun; sind hier keine Studien bekannt weil diese erst gar vorgenommen werden? Oder wurden zwar Studien vorgenommen, doch keine Studie hat dann gezeigt das die Schüler der Privatschulen(u.ä,) besser abschneiden würden und das damit eine Privatschule eben auch nicht besser oder schlechter als eine sog. staatliche Schule ist? Und wenn ersteres der Fall ist: warum gibt es hier keine Studien? Lassen es die Privatschulen nicht zu (warum)? _ _ _ _ _ _… Mehr
Als ehemaliger Gymnasial-Schulleiter einer staatlichen Schule sind Sie, lieber Herr Kraus, wohl nicht ganz objektiv. Da es keine Studien dazu gibt, kann man auch nicht sagen, dass sie besser oder schlechter sind. PUNKT! Sie verweisen auf eine alte Studie und deren Mängel, was aber nicht wirklich gegen die Privatschulen spricht. Das Problem (als Lehrer an einem staatlichen Gymnasium, den es aber ganz stark an eine private Schule zurückdrängt) ist doch wohl eher, dass die meisten privaten Schulen kirchlich sind.. und die Kirchen, wie bei allem (auch in der Pflege) das nicht mehr aus kirchlichen Motiven sondern aus Geldgier machen.. auch… Mehr
In den Schulen in bayerischen kleineren Städten, die meine Kinder besuchen, kann ich über das Niveau überhaupt nicht klagen. Ich finde es recht anspruchsvoll, aber didaktisch sehr viel besser als vor 40 Jahren, als ich selbst zur Schule ging. Was ganz klar überall zu beobachten ist, ist jedoch der außerordentlich negative Einfluss von Smartphones. Es ist für überforderte Eltern allzu verlockend, die Kinder damit ruhig zu stellen, aber das geht ganz klar auf Kosten von Lese- und Schreibkompetenz (wo alle anderen Fächer dranhängen), ganz zu schweigen von den körperlichen Konsequenzen wie Myopie etc. (es gibt eine starke Korrelation von einer… Mehr
Herr Kraus, Sie verstehen den Sinn einer Privatschule 2026 nicht mehr. Sie haben:
– weniger Messer
– weniger Schlägereien
– weniger Fäkalsprache
– weniger Diebstähle
– mehr Möglichkeiten zur Realitätsflucht in die Kunst und die Religion
etc.
kurz, mehr psychische und physische Sicherheit des Schülers. Der Rest ist zweitrangig.
Warum auch anstrengen man erbt und muss in den meisten fällen nicht mehr „arbeiten“ sondern kann sein leben genießen.
Das hängt ganz vom Portemonnaie des Besitzers ab, denn die wahren Eliteschulen sind nicht für Leute gedacht, die unterhalb einer bestimmten Millionen-Einkommensquelle liegen, sondern ist eine elitäre Angelegenheit und schon der Eintrittspreis und der Unterhalt dürfte von vielen selbst gutsituierten Bürgern nicht mehr zu wuppen sein, denn Geld allein reicht auch nicht aus und man braucht einen klingenden Namen um dort seine Sprößlinge zu kasernieren. Das allerdings führt dann in höchste Kreise für die eigene Zukunft, denn man bleibt gerne unter sich und so hat sich der Geldadel mit den alten Feudalisten des Geburtsadels zumindest in dieser Frage vereinigt und… Mehr
Privatschulen in Deutschland sind der falsche Weg. Wenn ich schon sehr viel Geld für die Ausbildung meiner Kinder auf den Tisch werfe, sollte es auf jeden Fall ein Internat im Ausland sein – am besten in Amerika. Amerika ist sehr, sehr groß. Dort findet sich immer eine Gegend, die zu einem paßt, ein Leben weitestgehend in Freiheit garantiert. Anstrengung und Leistung wird dort belohnt und nicht bestraft, wie hier in Deutschland. Es ist für mich die einzige Alternative zum Massenmigrationsüberschwemmten Europa. Ungarn wird sich über kurz oder lang nicht mehr weiter gegen die EU(DSSR) freiheitlich halten können – es steht… Mehr
ich würde heute kein Kind mehr auf eine staatliche Schule schicken. Egal, ob das Leistungsniveau an Privatschulen sinkt.
„Die Hälfte davon in NRW
41.000 Schüler mussten die erste Klasse wiederholen“An der Nordmarkt-Grundschule in Dortmund bleiben 97 Prozent der Erstklässler länger in der Schuleingangsphase, wie „Correctiv“ berichtet. Demnach sprechen dort viele Kinder kaum Deutsch. Auch würden den Kindern grundlegende Fähigkeiten fehlen.
„Bundesweit mussten im Schuljahr 2024/25 über 41.000 Erstklässler die Klasse wiederholen, heißt es in dem Bericht weiter. “ https://www.focus.de/panorama/welt/41-000-schueler-muessen-die-erste-klasse-wiederholen_3f504762-c767-4356-b931-95d20568df5d.html?egy_cid=69804f687ef68a623de0037c
DAS darf man einem Kind nicht antun.
Das macht Sinn. Neben den Strukturen sind ja vor allem auch die Schüler für ihre Leistungen verantwortlich. Sarrazin hat dazu einiges zusammengetragen.
Ich denke man hat dennoch erhebliche Vorteile an Privatschulen und privaten Hochschulen.
Ich würde meinem Kind keine genderverseuchte linkstotalitäre Hocschule oder Uni empfehlen. Die haben den Grundsatz des GG längst verlassen.
Mit Blick auf Ihren letzten Satz gedacht: Jo, der Vorteil liegt hier wohl darin, dass das eigene Kind dann nicht mal sein Schulessen-Geld bestohlen, bereichert mit’n Messer im Rücken oder das Töchterchen „gruppen-bereichert“ nach Hause kommt. 😉
Man kann dieses -vom AltparteienKARTELL verursachtes- immer schlimmer werdende Elend im Land wirklich nur noch mit Sarkasmus, Ironie und Zynismus ertragbar machen um nicht selber plem-plem im Kopf zu werden…..
Die alliierte Nichtregierungsorganisation BRD (https://www.youtube.com/watch?v=UPJu7t5E9Mg) möchte uns Deutschen Bildung vorsätzlich verwehren, um uns weiterhin demütigen zu können (https://www.youtube.com/watch?v=QNyLvPPVszQ ab Minute 2:20), das bedeutet, dass sie diejenigen, die über Bildung, vor allem mit Blick auf die deutsche Geschichte, verfügen, mit dem Ziel verfolgt, sie (finanziell) zu vernichten, um jene dadurch verstummen zu lassen, das unter anderem Herr Halemba erfahren musste, den ein BRD-Gericht zu 30.400,00 (!) Euro „Geldstrafe“ „verurteilte“ (https://taz.de/AfD-Politiker-Halemba-verurteilt-Es-waere-freundlich-wenn-Sie-den-Mund-halten/!6150532/)!
Tja. Da muss man eben penibel darauf achten, dass die Privatschulen nicht aus der Reihe tanzen.
Das ganze System ist marode. Der linksgrünwoken Ideologie zum Fraß vorgeworfen.