Eltern wollen für Kinder das Recht, in der Schule türkisch zu sprechen

Mit babylonischer Sprachverwirrung kann Schule nicht gelingen. Eltern wollen nun gerichtlich durchsetzen, dass ihre Kinder in der Schule türkisch sprechen dürfen. Das wäre ein Fanal gegen die Integration.

imago Images/photothek

Die Grundschule in Blumberg, einer Stadt am Rande des Schwarzwalds, hat einen Anteil von 43 Prozent Schülern mit Migrationshintergrund aus 16 verschiedenen Nationen. Wenn in solchen Schulen, von denen es Tausende in Deutschland gibt, Bildung und soziales Einvernehmen gelingen sollen, dann geht das nur mit einer gemeinsamen Sprache – und zwar konsequent innerhalb und (!) außerhalb des Unterrichts. Diese Sprache muss Deutsch sein.

Manche Eltern mit Migrationshintergrund und deren Anwälte wollen das nicht einsehen. Wie jetzt in Blumberg. Dort stritten zwei Drittklässlerinnen vor geraumer Zeit auf dem Schulhof auf Türkisch und bekamen dafür eine Strafarbeit. Sie hatten gegen eine Vereinbarung verstoßen, wonach auf dem Pausenhof Deutsch gesprochen werden muss. Eltern, Lehrer und Schüler hatten sich auf die Deutschpflicht verständigt, als Voraussetzung „zur Umsetzung des Erziehungsauftrags“. Nun gehen die Eltern der betreffenden Schülerinnen dagegen vor. Die Strafarbeit sei Diskriminierung. Eine Schlichtung ist kaum möglich, so dass der Streit, der mittlerweile in die Sommerferien hineinreicht, vor dem Verwaltungsgericht landen dürfte. 

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Rückendeckung bekam die Schule gottlob vom baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: „Seit der Einführung der Deutschpflicht an ausgewählten Berliner Schulen ist dort die Gewalt spürbar zurückgegangen.“ Zudem habe sich die Sprachkompetenz auch und gerade bei mündlichen Leistungen aller Schüler in diesen Modellschulen verbessert. Sogar der Leiter des Zentrums für Türkeistudien kommt zu dem Schluss: „Wer in Deutschland Karriere machen will, soll in der Schule ausschließlich Deutsch sprechen.“ Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann, im kommenden Jahr CDU-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl, spricht Klartext: „Die Deutschpflicht kann helfen, die Entstehung von Parallelgesellschaften zu verhindern. Eine gemeinsame Sprache verbindet, mangelnde sprachliche Kommunikation trennt.“

Damit ist eigentlich fast alles gesagt. Fast, denn eines darf noch angefügt werden: Die Ansprüche mancher Eltern werden immer dreister. Statt ihre Kinder anzuhalten, im Interesse ihrer Bildung und des Zusammenhalts der Schülerschaft Deutsch zu sprechen, wollen sie Sonderrechte durchboxen und Parallelstrukturen inszenieren.

Es ist ärgerlich, dass dieses Thema immer wieder aufgerollt werden muss. Offenbar hat man aus dem unnützen Streit um die Hoover-Schule in Berlin-Wedding nichts gelernt. Dort darf seit 2010 auf dem Schulhof nur in einer Sprache gesprochen werden darf: Deutsch. Gegen die Vorwürfe einer „Zwangsgermanisierung“ wehrten sich selbst die Schüler. Dort sind sogar 85 Prozent der Schüler mehrsprachig.

Hoffen wir mal, dass sich nicht auch noch der türkische Staatspräsident Erdogan einmischt. Er hatte 2010 bei einer Rede in einem Stadion in Köln getönt: „Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Solche Töne sind anti-integrativ!

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Kommentare ( 268 )

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268 Kommentare auf "Eltern wollen für Kinder das Recht, in der Schule türkisch zu sprechen"

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Schon seit Jahren kommen Türken an Schulen in Ba-Wü, um dort „Türkisch“ zu unterrichten. Was da genau unterrichtet wird, konnte mir der Schulleiter aber nicht sagen. Die Leute werden vom Türkischen Konsulat in Stuttgart geschickt, da hat er keinen Einfluss drauf und hatte auch kein großes Interesse, da etwas in Frage zu stellen. Und keiner der drei oder vier Türkischlehrer, die mir bekannt geworden sind, konnte sich auf Deutsch verständigen, nur einer davon auf dürftiges Englisch.

Deutschland wird in spätestens 3 oder 4 Generationen islamisch sein. Ein Trost bleibt: Bis dahin wird die Wirtschaft derart am Boden liegen, dass es sich nicht mehr lohnt, dafür über´s Mittelmeer zu paddeln.

Die Frage ist nicht, ob es so weit kommt, sondern nur, wer der erste mit türkischsprachiger Schule sein wird: Berlin, Hamburg oder NRW?

„im Interesse ihrer Bildung und des Zusammenhalts der Schülerschaft Deutsch zu sprechen, wollen sie Sonderrechte durchboxen und Parallelstrukturen inszenieren.“

Tja – Multi-Kulti ist eben nicht pauschal immer von Vorteil !

Die Frage bei diesen Verfahren sollte immer lauten: WER bezahlt diese ganzen Verfahren eigentlich ? Wenn zwei Studentinnen aus Oberbayern wegen „Containern“ bis vor das Verfassungsgericht ziehen (und verlieren) – so ein Verfahren durch alle Instanzen kostet 10tausende Euro und das Geld ist jetzt sogar: futsch, weil verloren (wobei ich die Kostenentscheidung dazu nicht kenne). Auf jeden Fall hat der oder die Anwälte ordentlich Geld gekostet. Beim BVerfG zugelassene Anwälte sind nicht für’n Appel und ein Ei zu haben. Warum können zwei „bettelarme“ Studentinnen, die so wenig Geld haben, daß sie ihr fauliges Essen aus Containern klauen „müssen“, sich Anwälte… Mehr

Interessante Fragen, die Sie da aufwerfen.
Die Vollkostenrechnungen würden mich auch interessieren.
Zumal dann, wenn nicht nur Prozesskostenhilfe an die Klagenden ausgezahlt werden muss.

In der Schule sollte jeder mach dürfen was er möchte, da es sonst diskriminierend ist.

Bei immer mehr Nachrichten und Artikeln in Bezug auf Deutschland frage ich mich gleich schon bei der Überschrift oder nach den ersten zwei, drei Sätzen: Wie konnte es soweit kommen? Welche politischen Parteien haben das alles, diese Zustände, zu verantworten? Vor allem scheint es immer schlimmer zu werden. Ein Stop oder eine Begrenzung von weiterer Einwanderung durch das schwarzgrünrote Machtkartell ist völlig utopisch – das sollte nach den fundamentalen transformierenden Einwanderungswellen der letzten 20, 30 Jahre jeder verstanden haben. Selbst im „Coronajahr“ 2020 werden wohl wieder 700.000 bis 1 Millionen (brutto) Personen aus dem Ausland nach Deutschland einwandern, einfliegen, einschiffen.… Mehr
Diffamierung ist es, die deutsche Sprache in Deutschland als Fremdsprache zu betrachten. Die Kinder haben sich nicht an eine bestehende Regel gehalten und müssen nun mit den Konsequenzen leben. Gut! Das müssen wir anderen hier jeden Tag auch. Wenn ich bei Rot zu Fuss über die Ampel gehe und der Polizist mir anschließend einen Bußgeldbescheid in die Hand drückt, kann mich auch nicht damit rausreden, nur weil ich rückwärts gelaufen bin. Ich habe eine bestehende Regel gebrochen und muss nun dafür bluten. Das ist auch gleichzeitig eine kleine Lektion fürs Leben. Durch Fehler lernt man auch. Jedenfalls sollte man das.… Mehr

@Steve Acker
worin liegt denn der Sinn, einmal in der Woche einen Kopfstand im Hausflur zu machen? Damit alle dazukommen können und damit die Hausgemeinschaft gestärkt wird?

Komische Auffassung – und wer entscheidet denn über den Sinn einer Regel?

Im Zweifelsfall, zumindest in einem Rechtsstaat, entscheidet darüber ein oder mehrere Richterinnen letztendlich…

Nee, im Zweifelsfall setzen sich erst mal alle zusammen, reden darüber und finden gemeinsam eine Lösung. Diese Vorgehensweise hat der Rechtsstaat übrigens für viele zivilrechtliche Streitigkeiten mit den Schiedsleuten geschaffen, DAMIT sich der Gewaltmonopolist „Staat“ nicht zu sehr in das Miteinander einmischen muss. Das kann man aber nur in einer gemeinsamen Sprache 😉 IHR Weltbild von einem „Rechtsstaat“, daß in diesem Land alles von „ein oder mehreren Richterinnen (sic!)“ entschieden werden soll, ist merkwürdig und scheint mir eher dem kindlichen Ruf nach Mutti#s Gerechtigkeit zu entsprechen. In welcher Sprache wird denn in diesem „Rechtsstaat“ ein Urteil gefällt und was macht… Mehr

@Cosa nostra

Bei dem Nicknamen ist nachvollziehbar, dass sie von der Idee der Gewaltenteilung keine Ahnung haben.

Googeln sie einfach mal – google ist ihr Freund

P.S. derzeit ist die Gerichtssprache in Deutschland noch deutsch – aber es gibt Hinweise, dass innerhalb der EU durchaus vorstellbar ist, das jeder das Recht in seiner jeweiligen Landessprache verteidigen können muss. Ich bin mir sicher, der EU fällt da bestimmt noch was zu ein. Vor dem EU-Gerichtshof ist das übrigens heute schon so
Und mit Übersetzungsautomaten wird es eines Tages sowieso kein Problem mehr sein, egal in welcher Sprache man kommuniziert

@tunix
Und bei Ihrem Nickname ist nachvollziehbar, dass von Ihnen nix substanzielles zu erwarten ist, q.e.d. .

@Michael M.

als Mathematiker würden Sie fürchterlich versagen

Andere haben meinen Nicknamen als freundlich und zuvorkommend bezeichnet – ich tue nämlich niemandem etwas -> also „tut Dir nix“

Wenn mich als „Autofreund“ schreiben würde, dann wären meine Kommentare auch nicht anders – q.e.d.

Kann ich beim nächsten interessanten Artikel mal ausprobieren

Rechtsstaat ist das passende Wort. In einem Rechtsstaat gibt es unterschiedliche Auffassungen, welche richtig, falsch oder komisch sind sollten nicht Foristen bewerten.
Aber, wenn wir bei Prominenten sind, wer wirkt besser integriert, Herr Ösil oder Herr Özdemir? Die Frage nach den Sprachkenntnissen stelle ich jetzt nicht.

Mesut Özil hat mal berichtet, dass er bis zum Alter von 4 Jahren ausschließlcih türkisch hörte und sprach. in der Familie und mit Freunden. Ich glaub sein Deutsch ist nach wie vor nicht wirklich gut. Ich bin mir ziemlcih sicher dass da schon ein Problem besteht mit der Integration und den Deutschkenntnissen. Dass die Schulgemeinschaft diese Regel aufgestellt hat, finde ich sehr gut. Vielleicht war die „Strafarbeit“ etwas überzogen. Aber absolut kein Verständnis habe ich für das Verhalten der Familie und des Anwalts. Ich sehe die Quinteszenz.: So manche Türken wollen sich nicht integrieren und verlangen dass das auch hingenommen… Mehr