Deutschlands Grundschüler lesen nicht gut genug

Dass die Schulleistungen abnehmen, habe viel mit der „Heterogenität“ der Schülerschaft zu tun, heißt es vernebelnd. Tatsache ist: Die Einwanderungsproblematik ist in den Schulen angekommen.

© John MacDougall/AFP/Getty Images

Einmal mehr wird die deutsche Öffentlichkeit mit einer Schul-„Studie“ zugeschüttet. Diesmal geht es um die seit dem Jahr 2001 im Fünf-Jahres-Abstand durchgeführte „Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“ (IGLU). Hier werden das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten am Ende der Grundschulzeit erfasst. An IGLU 2016 haben insgesamt 47 Staaten und 10 Regionen teilgenommen. In Deutschland wurden 4.277 Schülerinnen und Schüler aus 208 Schulen in die Untersuchung einbezogen.

So weit, so gut! Aber wieder bringt die „Studie“ nichts, was man nicht schon längst weiß: Nämlich dass deutsche Grundschüler schlechter lesen als ihre Altersgenossen in vielen anderen Ländern, zum Beispiel in Russland, Finnland, Polen, Ungarn, Bulgarien, Litauen usw. Und dass das Leseniveau der Schüler vor allem aufgrund ihrer „Heterogenität“ leidet. Man kann es auch einfacher sagen: Die Gesamtleistung wird durch die schwachen Leseleistungen von Kindern mit Migrationshintergrund nach unten gezogen.

Schauen wir uns ein paar Ergebnisse im Detail trotzdem genauer an. Hier die Zusammenfassung, die das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz zum besten gegeben haben:

  • Deutschland ist es nicht gelungen, seine Position in der internationalen Rangfolge zu halten.
  • Die Leseleistungen der Viertklässler in Deutschland haben sich gegenüber der ersten IGLU-Erhebung (2001: 539 Punkte) nicht signifikant verändert (2016: 537 Punkte). Sie liegen zwar über dem internationalen Mittelwert (521 Punkte), im Bereich des EU- (540 Punkte) und OECD-Durchschnitts (541 Punkte). Während 2001 aber nur vier Staaten signifikant höhere Leistungsmittelwerte als Deutschland erzielten, waren es 2016 zwanzig.
  • Der Anteil der im Lesen leistungsstarken Schülerinnen und Schüler (Kompetenzstufe V) in Deutschland ist von 8,6 % (2001) geringfügig auf 11,1 % im Jahr 2016 gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist allerdings auch der Anteil der im Lesen leistungsschwachen Viertklässlerinnen und Viertklässler (unter Kompetenzstufe III: 2001: 16,9 %; 2016: 18,9 %). Mit anderen Zahlen ausgedrückt: 2016 entspricht der Leistungsnachteil von Kindern mit Migrationshintergrund in etwa dem Lernzuwachs eines halben (24 Punkte; ein Elternteil im Ausland geboren) bzw. eines ganzen Schuljahres (48 Punkte; beide Elternteile im Ausland geboren).

Und sofort hören wir aus dem Munde der Politiker, Bildungsforscher und Kommentatoren wieder die alte Leier: Deutschlands Bildungswesen sei eben ungerecht. Denn gemessen an der Anzahl der Bücher im Haushalt und dem Berufsstatus der Eltern gehöre Deutschland weiterhin zu den Staaten, in denen die sozialbedingten Leistungsunterschiede am höchsten ausfallen. So ein Wunder! Hat man etwa vergessen, dass die Zuwanderung nach Deutschland eine völlig andere, nämlich eine völlig voraussetzungslose, ist als in anderen Ländern? Mutige Soziologen sprechen es deutlich aus: Durch die Zuwanderung habe Deutschland in weiten Teilen eine zusätzliche “Unterschichtung“ erfahren. Da kann man doch nicht sagen, das deutsche Bildungswesen sei ungerecht!

Deshalb ist es schon reichlich einseitig, wenn die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, jetzt feststellt: „Die Bildungsgerechtigkeit muss gestärkt und die Integration der Kinder mit Migrationshintergrund verbessert werden.“ Oder wenn die Kultusministerkonferenz meint: „Für den Umgang mit der zunehmenden Vielfalt im Klassenzimmer brauchen Lehrkräfte spezielle didaktische und diagnostische Kompetenzen, die verstärkt nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der Fortbildung vermittelt werden müssen.“ Nein, das wird nicht gelingen. Denn Deutschlands Schulen und Lehrer können nicht bewältigen oder auch nur ausgleichen, was eine naive deutsche Zuwanderungspolitik verursacht.

Nur in einem Punkt hat Cornelia Quennet-Thielen nicht ganz unrecht, wenn sie sagt: „Außerdem müssen die Eltern konsequent einbezogen werden. Nur so können sie ihre Kinder wirksam unterstützen.“ Die Frage ist nur, wie das etwa bei zum Teil völlig bildungsabstinenten Familien aus muslimisch geprägten Herkunftsländern gelingen soll. Neuköllns vormaliger Bezirksbürgermeister Horst Buschkowsky (SPD!) hatte dazu schon einmal einen markanten Vorschlag gemacht: Er wollte solchermaßen abstinenten Eltern das Kindergeld kürzen lassen. Durchgesetzt hat er sich mit diesem Vorstoß aber nicht.


Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet. Er hat Bestseller zu Bildungsthemen verfasst und sein jüngstes Werk Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt erhalten Sie in unserem Shop: www.tichyseinblick.shop.

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Kommentare

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Danke Herr Kraus, da Ihnen auch die verbohrtesten Bildungsideologen die Kompetenz nicht absprechen können, ist es gut, dass Sie sich zu diesem notwendigen Thema äußern. Einige Anmerkungen meinerseits, da ich als ehrenamtlicher Leselernhelfer das Elend an deutschen Grundschulen kenne. 1. Die Politik (auch die Bildungspolitik) ist nicht in der Lage aus Ergebnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Stattdessen verfällt man direkt wieder in die gelernten Reaktionsmuster: es muss mehr Förderung geben, mehr Unterstützung, mehr, mehr, mehr… Geld löst keine Probleme. Aber wenn man sich in allen Bundesländern mal vom ideologischen Ballast in der Bildungspolitik befreien würde, könnte dem kränkelnden Patienten… Mehr
Das mit dem „Machen Sie es ihm nicht so schwer“-und lesen sie erst mal in der 3. Klasse Lesestoff der 1.und 2. Klasse… Da muss ich der Lehrerin aber absolut recht geben. Wenn das Kind das Niveau der 3. Klasse eben noch nicht hat bringt es nichts bzw. ist es kontraproduktiv es mit Texten zu konfrontieren, die es überfordern. Das ist dann eben so und es geht darum das Defizit aufzuarbeiten. Das dchafft man aber nicht indem man den 2. Schritt vor dem 1. macht. Das allerwichtigste ist, das Kind zum Lesen zu motivieren und ihm zu vermitteln dass es… Mehr

Keine weiteren Fragen. Das alles spricht für sich. Zustimmung.

Meine Schulzeit liegt schon Jahrzehnte zurück. Aber ich weiß genau, daß wir in der 3. Klasse schon unsere WildwestHefte getauscht und mit Begeisterung gelesen haben. Im Deutschunterricht wurde Lesen laufend geübt, und das bei einer Klassenstärke von mehr als 50 Schülern.

„Hmm, Grimms Märchen, lassen sie da besser die Finger von… Wenn Sie das lesen, dann müssen sie das auch mit der Gewalt und vielem anderen erklären. Das ist nicht optimal.“

Genau. Wohingegen „Tötet die Ungläubigen wo ihr sie seht“ natürlich keine nennenswerten Schäden in Kindergehirnen hinterlässt.

Danke! Weiterhin viel Erfolg und eisernes Durchhaltevermögen!

Der Vorschlag das Kindergeld zu kürzen wäre ein erster guter Ansatz zur Verbesserung der Situation. Aber Sozialleistungen in diesem Linksgrünromantiker-Deutschland zu kürzen ist ja komplett unsozial. Besser ist es da die Gesellschaft in jeglicher Hinsicht entwicklerisch in den Bankrott laufen zu lassen. Die Symptome und Ursachen bleiben gänzlich unberührt. Weiter so. Wir schaffen das!

Die Studie beschreibt nur Phänomene.

Die wesentliche Ursache besteht in der bewußten und geplanten Zerstörung jeglicher Strukturen, die einem Individuum Halt, Überzeugung, Festigkeit in einer Gesellschaft bieten können. Thomas Hoof nennt das „entropischen Furor“ – eine ausgezeichnete Charakterisierung.

Kulturmarxismus im Bunde mit internationalem Establishment zur Schaffung eines isolierten, gänzlich bindungs- und haltlosen Individuums. Der ideale Produzent/Konsument.

„Halt, Überzeugung, Festigkeit“, wichtige Punkte, auf die man nicht genug hinweisen kann. Zustimmung.

… und Wähler!

Dank meines Berufes fühle ich ab und an den Puls des Lebens, wenn ich mich mit Mittelständlern über ihre Alltagsprobleme austausche. Hier kommt das Versagen an Deutschlands Schulen 1:1 über die Auszubildenen an. Menschen mit Migrationshintergrund weisen dabei die stärksten Schwächen in Ausdrucksweisen, Schreiben und Lesen auf. Tauscht man sich beispielsweise mit türkischen Jugendlichen darüber aus, in welcher Sprache zuhause kommuniziert wird, heißt es häufig: „nur auf Türkisch“. Fragt man nach dem Grund, so wird darauf hingewiesen, dass die Eltern die deutsche Sprache nicht beherrschen (Anmerkung: Das ist die sogenannte 2. Generation!!) bzw. aus „Stolz“ Türkisch sprechen! Das Vertrauen in… Mehr

Stolz Tuerke zu sein, aber in Deutchland geboren.
Super

Dabei erging z. B. die Anordnung an die Kammern, dass die Prüfungsausschüsse bei Jughendlichen mit Migrationshintergrund ein Auge zudrücken sollten, wenn sie nicht einmal den Mindststandard erfüllen. Sie sollten, trotz schlechter Benotung durchgewunken werden- Als Prüfungsausschussmitglied habe ich mich nicht davon beeinflussen lassen. Was passierte: Ein Vater mit moslemischen Wurzeln und Nationalität, die zur Zeit fast in aller Munde ist, hat mich daraufhin wegen Rassismus verklagt, weil ich seinen Sprössling nicht mit durch gewunken habe. Der erwartete doch tatsächlich, dass ich meine Unterschrift hergeben sollte, obwohl dieser junge Mann nicht einmal die vier Grundrechnungsarten beherrschte. Mathe und Chemie war für… Mehr

Unsere Enkelin sitzt in der Grundschule neben einem „südländischem“ sogenanntes „Migrantenkind“ das kaum richtig deutsch sprechen kann. Es wurde damit begründet das unsere Enkelin dem Kind ja gut helfen könnte. Na besten Dank auch! Der Unterricht ist dementsprechen und die Schulbildung unserer Enkelin leider darunter.
Es ist auch nicht die Aufgabe unserer Enkelin bei der Schulbildung irgendwelcher „Migrantenkinder“ zu helfen wenn diese noch nicht mal die Grundvorrausetzungen zum Schulbesuch erfüllen.
Aber das Ergebnis dieser“Integration“ sehen wir ja mittlerweile überall. Man muss in sauberes Wasser nur kontinuierlich dreckiges Wasser tropfen lassen dann ha man irgendwann nur noch dreckiges Wasser..

Lesen ist für Kinder in diesem Land nicht mehr so wichtig. Wichtig ist für sie nur noch, dass sie in den Schulen politisch korrekt erzogen werden, dann ihre Eltern politisch korrekt erziehen, und notfalls auch denunzieren, falls Letztere dazu nicht willig sind. Der Traum einer jeden Regierung eines angehenden Schnüffel- und Gesinnungsstaats.

http://www.achgut.com/artikel/denunzianten_am_runden_tisch

Andererseits wird so Lesen zum Alleinstellungsmerkmal.
Da werden Lebenslaeufe wieder schlichter: Kann Lesen.

Frage ist, wer schreiben kann, damit das in den Lebenslauf kommt.

Das, was Buschkowsky in Deutschland nicht durchgesetzt hat, plant Kurz jetzt für Österreich. Manchmal wünsche ich mir den Beitritt Deutschlands zu Österreich. Aber sie würden dieses verwahrloste Land mit all seinen von einer verantwortungslosen, unglaublich unfähigen Regierung geschaffenen Problemen vermutlich gar nicht haben wollen. Würde man die Werte nicht auf Ausländer allgemein beziehen, sondern nach Herkunft aufschlüsseln, würde man noch weitere Aha-Erlebnisse haben. Die vietnamesisch-stämmigen Kinder, die durchschnittlich bessere Leistungen als das durchschnittliche ethnisch deutsche Schulkind haben, ziehen den Durchschnitt nach oben. Nicht nur der durchschnittlich geringere IQ und die lernfeindliche Herkunftskultur vieler Zuwandererkinder, sondern auch ihr Sozialverhalten trägt dazu… Mehr

Ich kann jedes Wort bestätigen.
Mein Sohn nahm den Erstgeborenen im 1. Halbjahr von einer Gesamtschule( 4. Schuljahr) , die Kleine wurde gar nicht erst eingeschult.Die Zustände waren nicht zum aushalten, der Junge kam mit eingeschlagener Nase nach hause.
Beide Kinder sind nun auf einer Privatschule.
Die Kosten wurden auf alle Familienmitglieder umgelegt.Mein Sohn hat gebaut und wurde somit etwas entlastet.
Das ist es uns wert. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen – so hat mich diese Situation belastet.
Gerne denke ich an meine Schulzeit zurück. sie war wunderbar. Ich besitze heute noch 3 Fleißkärtchen für „gutes Lesen!“

„Deutschland als Bildungsnation ist erledigt, wenn nicht bald eine politische Wende kommt.“ Deshalb schicken Eltern, deren Kinder ordentlich und in Ruhe lernen und leisten sollen, möglichst auf Privatschulen. Später studieren diese jungen Erwachsenen dann im Ausland, und es ist fraglich, ob diese gut ausgebildeten jungen Menschen wieder zurück nach Deutschland kommen werden. Es kann ohne weiteres sein, dass eine gut ausgebildete Elite unserem Land verloren geht, weil die Weichen jetzt nicht richtig gestellt werden. Hier versinkt alles um uns im Laissez-faire (egal, von welchem Gebiet wir sprechen,) ob die Kulturminister richtige Impulse setzen werden, um Deutschland (wieder) zu einer Bildungsnation… Mehr
Der deutsche Bildungsbetrieb ist gelinde gesagt eine Katastrophe mit Ansage. Wer, unter völligem Realitätsverlust, seit Jahrzehnten (!) Einwanderer ins Land schaufelt, die man auch noch in ihrem „natürlichen“ Abgrenzungsverhalten stützt, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. Man mag sich ewige Gejammer und das einsetzende Herumgebastel nach jeder neu auftauchenden „Studie“ nicht mehr antun. Als wäre die Überflutung der Schulen mit integrationsresistenten Einwanderern nicht genug, arbeitet man bereits emsig an der „Inklusion“, fleddert ein bewährtes Modell mit Spezialeinrichtungen auseinander, damit auch ja alle in totaler Gleichheit vor sich hindösen. Als (ehem.) Sozialpädagoge, der auch in der Schulsozialarbeit tätig war,… Mehr

Und mit welchen Bildern wurde diese Meldung in den Leitmedien gerne illustriert? Mit blonden Schülern augenscheinlich einheimischer Herkunft.

Die einzige Möglichkeit, aus diesem ganzen Desaster wieder heile herauszukommen, besteht darin, diese Leute wieder in ihre Länder zurückzuführen. Oder die Berlinisierung Deutschlands wird weiter voranschreiten. Wir haben die Wahl….

…..Wir haben die Wahl… Genau. Das hat die letzte Wahl mal ebend gezeigt. Die überwältigende Mehrheit hat für ein weiter so plädiert. In der Psychologie wird das so beschrieben: Ein Teil der Menschen sorgt dafür, das etwas geschieht. Ein Teil schaut zu, wie etwas geschieht. Der größte Teil begreift gar nicht, was geschieht. Siehe das berühmte 11 min Dauerkltatschen bei Frau Merkel. Das wäre alles nicht so schlimm. Aber diesmal gibt es im Unterschied zu 1989 keinen vermeintlich wohlhabenden Nachtbarn, dem man sich als gescheiterter Staat anschließen könnte. Im Gegenteil, Herr Juncker will ja die derzeitige “ hervorragende wirtschaftliche “… Mehr
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