Im Umfragetief fällt die SPD auf 11,5 Prozent

Was von der SPD übrig ist, hat sich der Linkspartei programmatisch so sehr angenähert, dass die beiden fusionieren könnten: SPD wäre allerdings für die fusionierte Partei angesichts der Geschichte der einstigen sozialdemokratischen Bewegung in ganz Europa nicht der angemessene Name.

Mit 11,5 Prozent hat die SPD am 5. August bei INSA bundesweit ihren vorläufigen Tiefpunkt in Umfragen erreicht. 12 Prozent bei Infratest am 1. August, 13 bei Forsa und Emnid am 3. August bestätigen den Abstieg der SPD. Zur Erinnerung die Wahlergebnisse bei der Bundestagswahl 20,5 Prozent und bei der EU-Wahl 15,8 Prozent. Vereinfacht ausgedrückt haben SPD und Grüne demoskopisch die Plätze getauscht. Der externe Druck auf die AfD und ihr interner Konflikt lassen zur Zeit keine klare Beurteilung dieser Partei zu. Nach ihren Wahlergebnissen in Mitteldeutschland und den Folgen dürfte sich das ändern.

FDP und Linkspartei im Korridor 7 bis 10 Prozent können da und dort Lückenfüller spielen, wo es sonst für andere Koalitions-Konstellationen jener Parteien nicht reicht, die schon länger da sind. Politischer Einfluss in der Sache ist von den beiden nicht mehr zu erwarten. Das wäre auch so, wenn sie mehr Stimmgewicht auf die Waage brächten. Denn die Unterschiede zwischen ihnen und ihren Bezugsparteien sind nicht mehr erwähnenswert.

Was von der SPD übrig ist, hat sich der Linkspartei programmatisch so sehr angenähert, dass die beiden fusionieren könnten: SPD wäre allerdings für die fusionierte Partei angesichts der Geschichte der einstigen sozialdemokratischen Bewegung in ganz Europa nicht der angemessene Name.

Der Vollständigkeit halber: Zur FDP fällt mir nichts mehr ein. Seit längerem ist meine Beobachtung: Sie zerbröselt so vor sich hin.

Unübersehbar ist der Platztausch von Grünen und SPD in Berlin. Aus Platz vier im Roten Rathaus könnte eine neuerliche SED mit 18 Linkspartei plus 16 SPD Platz eins machen. Jedenfalls so lange die Stammwähler der alten SED zahlreich genug bleiben.

In Thüringen wird sich wie in Sachsen (letzte veröffentlichte Umfrage 2. Juli) zeigen, ob die AfD eine andere Partei findet, die mit ihr eine Landesregierung bildet. Ich gehe davon aus, dass nicht. Aber vor allem in der Politik ist es angeraten, auf zwei Worte zu verzichten: auf nie und auf immer. In beiden Bundesländern wartet auf die CDU die „Chance”, dem Abstieg der SPD schnell zu folgen, wenn sie sich mit der Linkspartei zusammentut.

Acht Prozent SPD einerseits und 25 Prozent Linkspartei andererseits unterstreichen, dass die SED unter dem neuen Namen Die Linke im „Beitrittsgebiet” eine feste Größe ist, die nur demografisch kleiner werden kann, und dass die SPD dort nie Fuß fassen konnte.

Bundesweit hat die AfD demoskopisch zwischen 13 und 15 Prozent ihren Plafond erreicht. Ob und wie viele Befragte bei der AfD nicht die Wahrheit sagen, wird auch bei den Profis in den Instituten weiter diskutiert. Das Ergebnis der Partei bei der EU-Wahl scheint die Umfragergebnisse eher zu bestätigen. Sich auf die Frage der Manipulation bei Auszählungen einzulassen, ist fruchtlos, da keine Fakten bekannt wurden.

Im Weiteren hier noch die eingangs genannten bundesweiten Umfragewerte anderer Institute, die den aktuellsten von INSA gleichen. Und danach noch ein Schlusswort.

Meine Thesen zum Parteienstaat, der sich aus sich heraus nicht reformieren kann, habe ich hier auf TE mehrfach beschrieben (andere Autoren ihre auch) und korrespondierende Bücher von Hans Herbert von Arnim besprochen.

Heute weiß ich, wer das System deutscher Parteienstaat sprengen wird – durch Implosion: seine Parteien selbst. Sie sind, ohne es zu merken, radikal dabei.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 103 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Man soll den Pelz nicht verkaufen, ehe Meister Petz ausgenommen im Kühlhaus hängt. Diese alte Weisheit halte ich auch beim (politischen) Gegner für ratsam, auch wenn ich Herrn Stegner vielleicht eher in der Gattung ‚Mephitidae‘ einsortieren würde. Wenn ich sehe, daß eine »so vor sich hin« bröselnde Partei mit ~9% und eine angeblich ums Überleben kämpfende ehemalige Volkspartei mit ~12% recht ähnlich gelistet werden, kann ich vielen Umfrageteilnehmern nicht unterstellen, überhaupt irgendwelche Überlegungen anzustellen. Linke, Grüne und AfD haben ein einigermaßen klares Programm. CDU/CSU sind auf der Suche nach einem solchen in den Mühen der Ebene verschollen. Vielleicht tauchen sie… Mehr

Ergänze: … der Abschuss eines brillanten Kopfs WIE SARAZIN …

Undank ist der Welten Lohn. Dabei haben sich die Spezialdemokraten mit ihrem Islamisierungskurs der einstigen BRD doch so ins Zeug gelegt, um sich – bauernschlau wie sie sind – mit Hilfe ihres heutigen Lieblingsmündels, den Moslems, eine neue Wählerklientel zu erschließen. Aber alles betütteln und flirten mit einer höchst fragwürdigen Bewegung auf der einen – und dem anpissen des schon hier länger lebenden „Packs“ auf der anderen Seite, nütze den Genossen nix. Die merken ja bis heute noch nicht mal, welcher Todesengel auch sie längst auf dem Gewissen hat. Von den eigenen, geistig-intellektuellen Versperrungen ihres aktuellen Personals ganz abgesehen. Der… Mehr

Die SPD kämpft bis zum „Endsieg“.

Bin nur mal gespannt bei welchen Institutionen oder Parteien der letzte “ Fähnleinhaufen“ unterkommen wird, und welche Erklärungen dann dafür herhalten müssen.

Alle Parteien inclusive CDU UND seit Söder auch CSU sehen ihr Wähler-Weide – mehr oder weniger – LINKS. Zumindest deren Führungskräfte/obere Chargen PLUS deren „Thronwanzen“ (selbstverständlich). ** Insofern haben sie sogar recht damit, dass sie – verstärkt seit dem Duo Habeck und „Frau Kobold“ – der scheinbar deutlichen „Zeitsrömung“ hinterher laufen, ihren Machterhalt in Schwarz-grün sehen. Ob siese Kalkulation „aufgeht“ daran habe ich erhebliche Zweifel. Jedenfalls wenn Michael Müller und Lieschen Meier auch nur halbwegs verstehen was das für Michael und Lieschen FINANZIELL und und und … BEDEUTET!!! – Selbst gewisse „Haltungs-Medien“ (Druck&online) machen in den letzten Wochen zart aber… Mehr

Diese Hoffnung habe ich auch. Stillstand ist Rückschritt und der ist immer mehr zu sehen.
Ich hoffe, dass die Fetzen fliegen und all die Heuchler in unserem Land endlich ihre Maske vom Gesicht bekommen. Da atmet es sich gleich viel leichter.

Bei dem, was die Sozen derzeit bieten, ist vor dem Komma noch eine „1“ zuviel!

Sollen doch diese linken Parteien wieder als „SED“ firmieren, hatten wir doch schon einmal und war doch für das deutsche Volk so „erfolgreich.“

Es wäre wenigstens „ehrlich“, wenn sie die „Hosen runterlassen würden,
wenn sie als ESD firmieren würden. – Insofern sogar ein „Fortschritt“!!! –

Abwärts immer, aufwärts nimmer! Was wird von der SPD übrig bleiben? Ich vermute ein Begräbnisverein im Kalifat NRW. Mein Bedauern darüber liegt nahe Null.

Mich würde wirklich interessieren, ob die SPD mittlerweile mehr Mitglieder als Wähler hat. Über 10% Zustimmungsrate, dass hat mich allerdings überrascht. Ich hätte geschätzt, dass die Politiker dieser Partei an der 5%-Hürde zu knacken hätten. Man denke an 100%-„Mit mir wird es keine neue große Koalition geben“-Schultz oder „Auf die Fresse“-Nahles, beide wußten, dass eine neuerliche große Koalition ihr Untergang bedeutet. Und trotzdem mit Vollgas in das Verderben, dank bundespräsidialer Agitation. Ich bezweifle schon lange, dass nicht nur in der SPD, sondern auch in den anderen Altparteien nur noch der Ausschuss zu finden ist, der in der „normalen“ Wirtschaft niemals… Mehr

Leute, Malocher einmal in der Woche Fleusch auf den Tisch war schon zuviel für euch. Wenn überhaupt Eiweiss gibt es jetzt Tofuschnitzel von gerodeten Urwaldflächen, voll Halal.
Euch geht’s zu gut, lebt nach unsetem Bilde, dann habt ihr eine Chance.
(Meine These zum Aufstieg und zur Industrialisierung Europas:Einen nicht geringen Einfluss hatten die Salzstrassen von der Nordsee, Verbesserung der Landwirtschaft, Versorgung der ARBEITENDEN Bevölkerung mit Eiweiss.)
Über die folgende Nachricht bin ich echt geschockt:
Tierwohl und Klimaschutz
Union, SPD und Grüne offen für Verteuerung von Fleisch WO

Zitat: Über die folgende Nachricht bin ich echt geschockt:
Tierwohl und Klimaschutz
Union, SPD und Grüne offen für Verteuerung von Fleisch“

>Jau, über eine (Steuer-)Verteuerung (7%>19%) von Fleisch – und evt auch sonstige Einweißprodukte, werden sich dann ganz bestimmt vor allem jene mit einer sog. Minirente, die Harz4er, alleinerziehende Mütter, Mindestlohn-Jobber uäm mehr freuen.
Die können sich dann zu Mittag neben ihre Kartoffeln ein Stück Baumrinde oder ein paar Sojabohnen zum ablutschen/-lecken hinlegen.

Wenn es denn irgendeinen Sinn hätte, ließe sich die Ernährung auch mit weniger Fleisch ausgewogen und schmackhaft gestalten. Am Ende des Tages aber wird nur die Currywurst um 0,10 € teurer und Twix heißt trotzdem nicht wieder Raider. Steuern, die lenken sollen, machen für den Staat nur dann Sinn, wenn sie eben nicht lenken. Dann aber machen sie für niemanden Sinn, außer eben für den Staat und seine ihn aufzehrenden Parasiten*.
(* gewiß, der Begriff ist problematisch, aber wie nennt man diese Organismen sonst?)

Ein letzter Hinweis dazu:
„Was für eine abgehobene Politiker-Kaste!“
Höhere Fleischsteuer – Darf’s ein bisschen mehr sein? Aber sicher doch! TE – Olaf Opitz – Mi, 7. August 2019

Sorry copy and paste hat nicht richtig funktioniert:
„Politiker und Staatsfunker wollen Fleisch teurer machen, denn der Fleischkonsum des armen Pöbels macht ihnen ein schlechtes Gewissen. Das Rieseln, das Sie da draußen sehen, das ist das Konfetti des Vertrages, der einst die Gesellschaft zusammenhielt.“ Siehe Dushan Wegner

„Wenn es denn irgendeinen Sinn hätte, ließe sich die Ernährung auch mit weniger Fleisch ausgewogen und schmackhaft gestalten.“ Keine Frage, aber für den, der es mag, auch eben mit. Nur das will ich mir von *** nicht vorschreiben lassen. Persönlich, da liegt ein Teil meiner Empörung: Was bilden „die“ sich ein, es besser wissen zu wollen, einmal was eine gute Ernährung für eine gute Gesundheit bedeutet, und ja auch ökologisch, wenn man nicht an den CO2-Gott glaubt. Das Politik für eine tiergerechte Haltung und hygienische Verarbeitung sorgen kann , was sie ja schon tut, hat ja seine Berechtigung. Persönlich, zweiter… Mehr