Blackbox KW 7 – Nachrichten aus der Anstalt

Dr. Marco Rubio versuchte in München das laut dem Philosophen Dieter Bohlen Unmögliche: Mach einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist.

Der Ton macht die Musik, und das, was der US-Außenminister Marco Rubio seinem Publikum auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu sagen hatte, trug er im klassischen Andante vor, langsam genug zum Mitschreiben und schnell genug, um keinen wichtigen Punkt auszulassen. So erfuhr das Publikum, welches bei uns gemeinhin als Elite bezeichnet wird, dass die Massenmigration unsere westlichen Gesellschaften destabilisiert habe, die Deindustrialisierung eine törichte Entscheidung war, und unsere Menschen verarmen, weil wir zahllose Gesetze erlassen, um einen Klima-Kult zu besänftigen. Im Grunde empfahl Rubio wie einst Helmut Schmidt allen unter roten und grünen Visionen Leidenden: Sie sollten zum Arzt gehen.

♦ Während der Rede guckte ein dicker Bischof noch grimmig, aber am Ende erhoben sich alle klatschend von den Sitzen, was wieder einmal zeigte, wie wichtig der Majestätsbeleidigungsparagraf für unsere politische Elite ist. Denn ein Jahr zuvor hatte J.D. Vance dem gleichen Publikum exakt das gleiche ins Stammbuch geschrieben. Da hatten sie sich noch echauffiert.

♦ Die Mainstream-Presse klatschte nicht. Ihr hatte die Merz-Rede am Tag zuvor besser gefallen. Bild nannte sie „groß“, für die Linkspresse war sie „bemerkenswert“ – die Zeit will sogar „eine europäische Unabhängigkeitserklärung“ vernommen haben. Aber bevor Sie sich nun aus Sorge, eine Sternstunde deutscher Politik verpasst zu haben, auf die Suche nach einer Abschrift machen, verehrte Leser, beruhigen Sie sich. Fritz hat im Grunde nur gesagt, was er immer sagt, nämlich, dass bei uns, anders als in den USA, „die Freiheit des Wortes endet“, wenn jemand den Habeck als Schwachkopf bezeichnet, oder, wie er es nennt, „sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz richtet“.

♦ Ansonsten will er „neue Türen aufstoßen, neue Chancen ergreifen“ – etwa in Indien Fachkräfte anwerben und in Südamerika Steaks kaufen –, „den Wildwuchs europäischer Bürokratie beenden“ und die Bundeswehr zu einer Armee machen, „die standhält, wenn sie muss“. Schon jetzt, so Fritz, „stärken wir die Ostflanke der Nato. Dafür entsteht unsere Brigade in Litauen“, aber das war jetzt vielleicht ein blödes Beispiel. Denn Boris Pistorius kriegt besagte Panzerbrigade für Litauen nicht zusammen. Seit dem Ruhen der Wehrpflicht hat Schland de facto eine Freiwilligen-Armee – aber freiwillig will in Kaunas oder Nemenčinė niemand tot überm Zaun hängen. Deshalb plant Boris nun „Tagesausflüge nach Litauen“, damit sich Kandidaten die neuen, schönen Kasernen wenigstens mal anschauen.

♦ Kassenwart Klingbeil steuerte in München noch das SPD-Mantra „Hausaufgaben machen“ bei, mehr Beachtung fand hingegen die Meldung, dass er einer lieben Freundin einen 300.000 Euro Job verschaffte. Auch SPD-Manu Schwesig steckt in MeckPomm knietief in Filzvorwürfen auf Kosten der Steuerzahler. An dieser Stelle sollen auch die Vorwürfe gegen die AfD, deren Spitzenpolitiker Verwandte als Mitarbeiter beschäftigen, erwähnt werden. Der entscheidende Unterschied vielleicht: Die AfD hat Schwierigkeiten entsprechende Posten anderweitig zu besetzen, werden doch Kandidaten solcher Jobs von Linkspresse und Staatsorganen (inkl. Antifa) verfolgt und drangsaliert. Das ist vielleicht der kleine Unterschied zwischen Nepotismus und Notwehr.

♦ Julia Klöckner hat sich, eingepackt in eine fotogene Sicherheitsweste, an der Grenze zu Gaza höchstselbst „ein Bild der Lage in dem weitgehend zerstörten Gebiet“ gemacht. Und was soll sie sagen? Der Gaza-Streifen ist tatsächlich weitgehend zerstört.

♦ Apropos. Wer soll unserem Genossen Frank-Walter nachfolgen, wenn der nächstes Jahr in eine bescheidene Privatvilla umziehen muss? Julia Klöckner (Israel-Erfahrung)? Karin Prien (auch Israel verbunden)? Ilse Aigner (Sepp Herberger Stiftung; Bund Deutscher Karneval), Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland-Bonus)? Oder schlagen die Grünen rechtzeitig ihre Angela Merkel vor, um den Fritz in den Wahnsinn zu treiben? Einig sind sich die „demokratischen Parteien“, dass es eine Frau sein muss. Wo wir gerade im Karneval sind: Im Kölner Dreigestirn wird die Jungfrau-Rolle schon lange vor dem Buschmann-Gesetz mit einem Mann besetzt. Wieso ist also Tessa Ganserer als Bundespräsidentin raus?

♦ Auf Twitter (X), wo Meinungen noch frisch und frei sind, trendet eine gewisse Birgit Sippel, SPD, die das Wort Gruppenvergewaltigung im EU-Parlament nicht mehr hören will, weil „es in Deutschland keine Gruppenvergewaltigungen gibt“. Da kann der Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann noch so gewissenhaft die Zahlen der Gruppenvergewaltigungen zusammenzählen (788 im vergangenen Jahr!) – die Wirklichkeit ist und bleibt der Feind des deutschen Sozialismus.

♦ Und schon sind wir bei Tim Klüssendorf. Weil der ein wichtiger Mann „unserer Demokratie“ ist, sah es Markus Lanz als seine Aufgabe, dem TV-Publikum den jungen Mann vorzustellen: SPD-Bundestagsabgeordneter, SPD-Generalsekretär, hat einen Master of Betriebswirtschaftslehre und auch sonst keine Ahnung. Tim Klüssendorf kann weder die wirtschaftliche Leistung (BIP) der BRD-Volkswirtschaft annähernd beziffern, noch kennt er die Höhe der jährlichen Sozialausgaben, er weiß nur, es müsste mehr sein.

♦ Denn Tim Klüssendorf gehört laut Quellen dem linken Flügel der SPD an (gibt’s einen anderen?), ist Mitglied einer Gewerkschaft und der Arbeiterwohlfahrt, obwohl er nie gearbeitet hat. Damit er nicht völlig aus dem Ruder läuft, wurde er Young Leader der Atlantik-Brücke. Demnächst stehen neue Abgaben für die Arbeiter und Angestellten an, die sich etwas für die Rente zurückgelegt haben. Wer auf sein Erspartes Zinsen oder Dividenden bekommt oder Mieteinnahmen hat, soll darauf (um die 20 %) Krankenkassenbeiträge zahlen, weil die Kosten dank Massenmigration explodieren. Wer wird nun doppelt besteuert? Nur die, die die SPD „Millionäre“ nennt? „Wo beginnt das dann?“ fragt Lanz naiv, und Tim sagt: „Ich kann es nicht beantworten. Sie haben das Papier gelesen. Da sind drei Sätze dazu drin.“

♦ Der Mann der Woche aber ist zweifellos Huso, der Bosnier (zurzeit in Haft), der, obwohl seit 23 Jahren ausreisepflichtig, für sich und seine Familie (8 Kinder!) jeden Monat 7250,77 Euro vom deutschen Staat kassiert. Also warum sollte er ausreisen? Wo sonst findet ein Huso ein Land, in dem die Bürger schon bald bis 70 arbeiten, deutlich mehr Sozialabgaben entrichten und ihre Zahnbehandlungen selbst zahlen, damit es all die Husos der Welt schön haben? Huso und sein Anhang sind übrigens beim Sozialamt der Narrenhauptstadt Köln registriert, und das ist eine gute Gelegenheit auf die Saison 2026 überzuleiten.

♦ Dieses Jahr ist es nämlich mit dem Fasching besonders heikel, denn die Kostümierung, so das Innenministerium, erschwere die Identifizierung von Straftätern. Was man eigentlich sagen will, dauert nur eine Zigarette, ist aber nicht opportun, weshalb wir wieder Polizeigewerkschafter Ostermann zitieren müssen: „Deutschland steht vor einer realen und akuten islamistisch-terroristischen Bedrohung.“ Jaja, aber, so wieder das Innenministerium, man führe „lageangepasste Maßnahmen durch“. Helau. Alaaf.

♦ Immerhin lassen sich einige neue Deutsche ihren Pass inzwischen etwas kosten und zahlen bis zu 6000 Euro für einen Sprachtest. Ist doch auch eine Art Wertschätzung. Wenn das Investment wohl auch nicht so lukrativ ist wie die elf Identitäten eines angeblichen Syrers, der in Aachen aufgegriffen wurde.

♦ Handgranatenwürfe auf Lokale, Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und Gebäude, Drogengeschäfte, Schutzgelderpressung und Hawala-Banking* – so geht Business in Berlin. Damit die Polizei das Treiben nicht stört, wurden entsprechende Gesetze verabschiedet und die operative Führungsebene mit Naivlingen besetzt. Es lebe das Bruttosozialprodukt! Die Zustandsbeschreibung entnahmen wir einem Vortrag der CDU-Justizsenatorin Felor Badenberg, die das Problem der Berliner Bandenkriege nun mit Künstlicher Intelligenz lösen will. Für einen simplen menschlichen Intelligenznachweis (Brandmauer weg!) reicht es offenbar nicht.

♦ Und jetzt zur Kunst. Ja, die Masseneinwanderung ist auch eine Bereicherung. So können inzwischen staatlich geförderte Filme, die in Istanbul oder Kabul spielen, problemlos in Schland gedreht werden. Wegen des „vielfältigen Gesichts“ unserer Städte…

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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H. Hoffmeister
1 Stunde her

Ohne die wöchentlichen Anekdoten aus Kollapscountry würde man es gar nicht mehr aushalten.

Kassandra
1 Stunde her

„Dr. Marco Rubio versuchte in München das laut dem Philosophen Dieter Bohlen Unmögliche: Mach einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist.“ Die beste Zusammenfassung des uns Zugemuteten, was geschah, die ich bisher lesen durfte. Auf den Punkt. Danke Herr Paetow. . Und der Wahnsinn zieht Kreise: In GB regte eine Politikerin Kinder an, „Migranten“ Valentinsgrüße zu schreiben: A British Green Party politician is calling on British kids to send Valentine’s Day cards to the illegal migrants being housed in asylum centers and migrant hotels across the country to “share the love.” Her grandkids have already written their cards   https://x.com/visegrad24/status/2022332672228593944 Weiß die… Mehr

Marie
1 Stunde her

außerdem:
https://www.youtube.com/watch?v=fH8O9L3Cuuc
Wie Herr Martenstein den link-Linken den Spiegel vorhält !
Bravo.

Kassandra
1 Stunde her
Antworten an  Marie

Wie sich so einer entwickelt, trietzt man ihn.
Man möchte mehr davon, die sich so in die Öffentlichkeit wagen – aber bislang den Kopf noch eingezogen tragen.
Den Dummen wie dumm Gemachten darf man das Land nicht weiter überlassen!