Blackbox KW 19 – BRD – Renovierungsbedarf auf allen Etagen

Karl der Sch(w)ätzer als letzter Corona-Mohikaner, die Grünen zerfleischen sich selbst, und Fritze Merz traut sich was ...

Zur Sicherheit hat es das Bundesgesundheitsministerium der Panikpresse gleich schriftlich mit auf den Weg gegeben: „Im Jahresdurchschnitt waren vier Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patientinnen und -Patienten belegt.“
Ebenfalls steht dort schwarz auf weiß geschrieben, „dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht hat“.
Jetzt dauert es noch ein wenig, bis Staatsfunk und linientreue Presse die Verlautbarung finden und verstehen, dann können sich die Paniker ganz dem Klima widmen.

♦ Michael Kretschmer, Merkels Musterknabe, hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt, und flitzt als einer der ersten los. Sie erinnern sich, verehrte Leser, Sachsen-Kretschmer, der immer wie ein auf frischer Tat Ertappter in Erwartung einer Backpfeife daherkommt, hatte auch den Corona-Ausgangssperren-Wahnsinn mit den klaren Worten angekündigt:
„… Die Behauptung, dass diejenigen, die sich nicht impfen lassen, ihre Grundrechte verlieren, ist absurd & bösartig. Lassen Sie uns Falschnachrichten & Verschwörungstheorien gemeinsam entgegentreten.“
Jetzt sagt er genauso deutlich: „Es wäre falsch, nach dem Corona-Lockdown in einen Klima-Lockdown zu gehen.“ Da weiß man doch gleich, was man davon zu halten hat.

♦ Jetzt muss nur noch der Impfstoff weg, der für viele, viele Milliarden angeschafft und bestellt wurde. Kölns Henriette Reker schickt einen Impfbus mit Restdosen ins „Schwerpunktviertel“ (FAZ/ Achtung! Doppelt zu deuten!) Chorweiler. Am Montag sagt ein Funktionär, „wir haben Impfstoff ohne Ende“, am Freitag war schon alles aus. Kein Problem. Astra gibt’s inzwischen sogar auf ebay.

♦ Bald haben Grusel-Junkies nur noch den unlauteren Karl als Garanten für den täglichen Schuss. Professor Karl, wie er offiziell genannt wird, sah denn auch bei Illner fast nur noch die Jungen auf den Intensivstationen, „im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt“, und „die Hälfte stirbt von denen“. Der mitfühlende Karl: „Viele Kinder verlieren ihre Eltern.“ Die fröhliche Moderatoren-Maid Maybrit fragte gar nicht erst nach, zu schön ist das Erschauern in der Abendstunde. Erst dem Bayerischen Rundfunk sagte Karl dann, es habe sich „lediglich um eine Schätzung gehandelt, die er aus persönlichen Gesprächen und eigenen Eindrücken abgeleitet habe“. Fool me once, shame on you, fool me twice, shame on me! Auf deutsch: Wer‘s glaubt, wird dämlich.

♦ Alle reden von Laschet und Baerbock, manche sogar noch von Söder, aber keiner redet über Olaf Scholz. Dabei ist er Kanzlerkandidat der Spezialdemokraten, was aber im Wahlvolk kaum jemand weiß. Und das ist das Problem, meint der charismatische Ralf Stegner. Seine logische Schlussfolgerung: „Allein mit Scholz wird’s nicht gehen.“ Man müsse ihm „interessante Genossen“ an die Seite stellen, so der SPD-Sympathieträger aus dem Norden. Woraufhin eine Genossin Daniela sofort schrie, Scholz solle „gezielt mit starken Frauen“ auftreten. Da hat sie den Ralf wohl völlig falsch verstanden.

♦  Wie wichtig ein interessanter Kampfgefährte und begabter Kopfrechner an der Seite eines Kandidaten ist, zeigt gerade Laschets Friedrich Merz, der ausgerechnet hat, die CDU müsse über 30 Prozent holen bei der nächsten Wahl, und die CSU mindestens 40. Wie soll der Söder das machen, wo er all sein Corona-Pulver verschossen und in Bayern außer Blume, Bär, Scheuer und Dobrindt kaum noch Freunde hat?
Auf die Frage, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel ein gut bestelltes Haus hinterlasse, sagte Merz: „Das Fundament des Hauses ist stabil, aber es gibt Renovierungsbedarf auf fast allen Etagen.“ Was wir so lesen: Merkel hat ein stabiles Fundament übernommen, aber alles, was sie mit dem Haus gemacht hat, war Murks. Oder Marx.

♦ Er schlich sich als Jedi-Ritter ein und mutierte doch blitzschnell zum Türsteher von Darth Merkels Kampfstern. Ralph Brinkhaus tobt durch die Unionsfraktion wie einst der legendäre Pofalla, mit Brüll-Attacken und Kreisch-Ausfällen gegen Kritiker des Merkel-Kurses. Da kann er gleich schon mal nachfragen, ob ab Oktober bei der Bahn ein Vorstandsposten frei wird. Oder bei den Stadtwerken Gütersloh.

♦ Sehen wir beim Baerbock-Express die ersten Bremsfunken sprühen? Bis jetzt verhalten sich die Grünen erstaunlich diszipliniert, um Annalena zur Kanzlerin von Dingsda zu machen. Göring und Roth waren unscharf gestellt, Kommunist Trittin wurde wohl auf eine lange Fahrradtour geschickt, und in den Talkshows wurden die Clownsposten freiwillig den Spezialdemokraten überlassen, und dann das: Linksextreme bei den Grünen (Moment, ist das nicht doppelt gemoppelt?) um einen gewissen Schmeiß wollen den Wahlslogan ihrer Partei „Deutschland. Alles drin.“ ändern in „Alles drin.“ Deutschland muss weg. Konsequent wäre der Kompromiss: „Deutschland: Alle rin.“

♦ Natürlich wäre Annalena auch dann keine Philosophin, wenn sie geschwiegen hätte, aber hätte sie den Beißreflex nicht Claudia Roth überlassen können, die sofort und vollautomatisch „Rassistische und sexistische Menschenverachtung“ kreischte, nachdem der Tübinger OB Boris Palmer 
Der Fall ist kompliziert. Zunächst gab es eine Rote Karte für einen Ex-Torwart, der sich bei sky erkundigt hatte, ob ein Ex-Spieler dort „qotenschwarzer“ sei. Orthographisch wird die Angelegenheit noch überprüft, inhaltlich aber besteht kein Zweifel: verboten. Ebenjenem Ex-Spieler war kurz darauf der Erfolg eines Clubs sonnenklar, „weil, davon gehe ich aus, sie das trainieren bis zum Vergasen“. Abpfiff! Videokonferenz. Nach den neuen Regeln seit Hans Magnus Enzensberger ebenfalls eindeutig ein übles sprachliches Foul.
Dann soll jener Ex-Spieler ebenfalls bei sky gesagt haben, er habe sich ein Haus gekauft „sodass man nicht wie ein Zigeuner von A nach B reist“. Und dann steht noch im Raum, der Ex-Spieler habe einer Dame seinen Dings (O-Ton nur noch im Rotlicht-Bereich gebräuchlich) empfohlen, was wiederum Boris Palmer ironisch zitierte. Der Ex-Spieler entschuldigte sich mehrmals, sucht wie der Ex-Torwart eine non-verbale Anschlusstätigkeit, und Palmer soll die Grünen verlassen müssen. Da wird’s wohl nix mit Volkspartei.

♦ Und dann sind da noch die Unstimmigkeiten bei der Ausbildung der Frau Baerbock. Zunächst tadelte ein Staatsfunk-Mitarbeiter einen Kommentatoren: „Wie kommen Sie dazu, dass Frau Baerbock nicht gebildet ist? Schauen Sie sich die Ausbildung der Frau an. Wenn das keine Bildung ist.“ Komischerweise löschte die ARD diese eigenwillige Einschätzung wieder. Und selbst die grünlinke „Süddeutsche“, eifriger Heizer vom Baerbock-Express, dem Nachfolger vom Schulz-Zug, korrigierte sich: In einer vorigen Fassung des Texts hatten wir angegeben, Frau Baerbock habe einen Bachelorabschluss. Dies ist nicht korrekt.

♦  Da sieht man mal, wie gut es ist, dass wir noch ein bisschen Corona haben, das lenkt ab und gibt manchem ein besonders gutes Gefühl bei der Arbeit. Etwa einer strengen Sabine, Pädagogin für evangelische Theologie und Geschäftsführerin der Sektenstelle im Homeland NRW, in der Angehörigen von Corona-Leugnern Tipps gegeben werden. Mit Angehörigen, die sich als Querdenker oder Corona-Leugner entpuppen, so die strenge Sabine, „raten wir, nicht zu diskutieren“ und „notfalls die Trennung einzuleiten“.

♦ Und dann kommt wieder Klima. Damit es bloß nicht aufwärts geht, liefern sich Union, SPD und Grüne ein „Wettrennen um neue Klimaziele“. Armin plant dazu einen Extra-Klimanonsens, den er allerdings Klimakonsens nennt. Vom Klima verstehen sie in allen Parteien schließlich gleich wenig, beziehungsweise nichts.

♦ Ausgerechnet am Tag der Pressefreiheit bringt der „Spiegel“ die Überschrift „CDU-Basis fordert klare Abgrenzung zur AfD“. Die CDU-Basis in Sachsen-Anhalt (immerhin 6.300 Mitglieder) sind dann gerade mal 20 Unterzeichner eines offenen Briefes. Da kommt einem Heinrich Heine in den Sinn, der einst über die freie Presse seiner Zeit spottete, da gelte es nur, „jene Gegner zu befehden, die auch zugleich die Gegner ihrer allerhöchsten Herrschaften sind“.

♦ Natürlich haben wir den Muttertag nicht vergessen, oder wie es demnächst heißt, den Tag der „Person, die das Kind geboren hat“. Den Begriff schlägt eine „Rechtsprofessorin“ vom Schweizer Ethikrat vor, auch weil damit gleichzeitig eine Person mit Gebärmutter, die sich aber als Mann fühlt, gemeint sein könnte, was wir allerdings nicht verstanden haben. Das Gender-Institut der Universität in Canberra (Australien) empfiehlt zudem, das Wort „stillen“ aus Rücksicht auf Transmänner besser zu vermeiden.

Für manch altes Mütterchen dürfte es ein Trost sein, dass auf der ganzen Welt die Verrückten an den Gittern rütteln, nicht nur die eigene Brut. Schönen Muttertag!


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Kommentare ( 74 )

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Deucide
1 Monat her

Der arme Paetow. Das ist erst der Anfang. Das exponentielle Wachstum von Wahnsinn und Debilität beginnt erst mit der zweiten Grünen Kanzlerschaft, Merkel2.0/Baerbock(m,d,w*). Vorausgesetzt natürlich es gibt noch so etwas wie freie Meinung. In dieser Situation wäre es vielleicht ratsam einen anderen Job zu suchen, am besten in einem anderen Land, was noch einen Namen hat..

Sachsenjunge
1 Monat her

Und zur Feier des Muttertags (auch Tag des Sieges) empfehle ich wärmstens einen,wie ich finde,gut gelungenen Uwe Steimle:
https://m.youtube.com/watch?v=siS2K5YkAGA

christin
1 Monat her

Ach bin ich froh, dass es so eine interessante Black Box gibt, die wöchentlich geöffnet wird und deren zutreffender Inhalt so erfreulich ist.

mmn
1 Monat her

Bei dem, was hier (und in der näheren Zukunft) abgeht, stört Bildung nur, und zwar nicht nur bei Politiker* [war das jetzt richtig?], sondern auch in der Bevölkerung. Ein Vorteil liegt offenbar in der dann höheren Schmerzfreiheit.

Dr. Rehmstack
1 Monat her

Für manch altes Mütterchen dürfte es ein Trost sein, dass auf der ganzen Welt die Verrückten an den Gittern rütteln, nicht nur die eigene Brut.“. Herr Paetow, die meisten sind schon draußen!

humerd
1 Monat her

einfach wieder köstlich. Die Märchen Sch(w)ätzstunde geht in der faz weiter. Ein Oberarzt gibt regelmäßig ein Interview und arbeitet dabei jedesmal sehr subtil, zum Einen mit der Angst der Menschen , zum Anderen aber auch sehr Mitleid heischend für seinen Beruf. Ein Beispiel von heute :“Wenn auf der Intensivstation überwiegend Fünfzig- und Sechzigjährige liegen und wir von der Normalstation einen Achtzigjährigen verlegen wollen, hat der leider geringere Chancen zu überleben.“ ohjeohje, die Triage, die es nie gab bzw. schon immer gab. Die Mehrheit der Senioren nehmen den jungen Ärzten die schwere Entscheidung ab und haben eine Patientenverfügung. dann aber gehts… Mehr

Richard Wagner
1 Monat her

Danke Herr Paetow, mal wieder sagenhaft zusammengefasst. Wir leben schon in faszinierenden Zeiten. Die Causa Palmer ist mal wieder so ein klassischer Schenkelklopfer. Ein paar tausend Bekloppte auf Twitter veranstalten einen Shitstorm und der Politmediale Komplex rastet aus, Herrlich. Im Vortwitterzeitalter schrieben solche Leute Leserbriefe und die große Masse der Leser wusste „Ach, der Dorfdepp schreibt mal wieder….“. Heute hat der Dorfdepp einen Twitteraccount, schreibt sich mit den anderen Spezialisten zusammen und bestimmt den politischen Diskurs, verrückte Welt. Was bleibt mir als Bürgerlichem in solchen Zeiten noch übrig. Cola und Popcorn (vielleicht auch Hefeweizen und Chips) kaufen, sich in den… Mehr

Andreas aus E.
1 Monat her
Antworten an  Richard Wagner

Duplo-Eisenbahn 🙂

Werner Geiselhart
1 Monat her

Mein Vorschlag: Elter x Tag, x=1,2,3,4 je nach Befindlichkeit

elly
1 Monat her

Der Irrsinn geht weiter, Boris Palmer findet mal wieder die richtigen Worte „Boris Palmer rechnet mit der „Generation beleidigt“ ab““Palmer wandte sich direkt an seine Parteifreunde: „Ich bin heute mehr denn je überzeugt, dass diese Partei mich braucht.“ Die Grünen, so der Tübinger, bräuchten Menschen, „die sich dem Furor einer entfesselten Identitätspolitik entgegenstellen, so, wie es zuletzt 90 Grüne mit dem Aufruf für ökologische und soziale Veränderungen ohne identitären Fundamentalismus getan haben“.“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article230986085/Gruenen-Parteitag-Boris-Palmer-rechnet-mit-der-Generation-beleidigt-ab.html Palmer selbst forderte Parteitag auf, dem Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren zuzustimmen. Weder ZON, noch SPON, noch focus schreiben von diesem kleinen , aber wichtigen Detail. Sie bejubeln… Mehr

nomenestomen
1 Monat her

Heute haben Sie sich selbst übertroffen, Herr Paetow! Diese Freiluftklapse, die bald nicht mehr Deutschland genannt werden soll, bietet aber auch unglaubliche Möglichkeiten für Satiriker. Wobei, eigentlich muss man ja nur sagen, was ist und hat die allerwildeste Satire. Weiter Volldampf im Narrenschiff!