US-Präsident Donald Trump beordert nun zusätzliche Infanterie-Einheiten in die Krisenregion am Persischen Golf - die 31st Marine Expeditionary Unit kommt aus Japan. Gleichzeitig wirbt Washington weiter für eine internationale Marinekoalition, die die Straße von Hormus sichern soll.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Mark Schiefelbein
Im Zentrum der jüngsten militärischen Aktionen am Wochenende stand die iranische Insel Kharg im Persischen Golf: Die Insel gilt als eines der wichtigsten Drehkreuze für die iranischen Erdölexporte. Schätzungen zufolge wird ein Großteil des iranischen Rohöls über diesen Terminal abgewickelt.
Nach Angaben des US-Militärkommandos für den Nahen Osten wurden bei den Angriffen mehr als 90 Ziele getroffen, darunter Anlagen zur Lagerung von Seeminen, Raketenstellungen sowie militärische Infrastruktur. In Interviews erklärte Trump, die Operation habe erhebliche Schäden verursacht und die Fähigkeit Irans, den Öltransport zu kontrollieren, deutlich geschwächt. Gleichzeitig schloss der Präsident weitere Angriffe nicht aus.
Die Bombardierungen sind Teil eines militärischen Schlagabtauschs, der inzwischen seit mehreren Wochen andauert – ein noch länger andauernder Konflikt im Persischen Golf könnte gravierende Folgen für die globalen Ölpreise und die Versorgungssicherheit haben könnte.
Marines werden in die Region verlegt
Parallel zu den Luftangriffen hat das US-Verteidigungsministerium zusätzliche Truppen in den Nahen Osten entsandt. Medienberichten zufolge handelt es sich unter anderem um Einheiten der 31st Marine Expeditionary Unit, einer schnell einsatzfähigen Marineinfanterie-Truppe, die normalerweise im asiatisch-pazifischen Raum stationiert ist. Die Kernstärke der 31st MEU beträgt 2.200 Marines und Sailors. Inklusive des unterstützenden Navy-Personals auf den Schiffen (2.100–2.300 weitere Personen) kann die Gesamtstärke einer ARG/MEU-Kombination bis zu 5.000 erreichen.
Diese Einheiten sind speziell für amphibische Operationen ausgebildet, also Landungen vom Meer aus. Militäranalysten sehen darin ein mögliches Signal, dass Washington auch begrenzte Bodenoperationen in Betracht ziehen könnte – etwa die Besetzung strategischer Inseln oder Küstenabschnitte.
Bislang hatte Trump einen Einsatz größerer Bodentruppen zwar nicht bestätigt, ihn jedoch auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Ein solcher Schritt würde eine deutliche Ausweitung des Konflikts bedeuten und einen langwierigen militärischen Konflikt.
Straße von Hormus im Fokus der Weltpolitik
Gleichzeitig versucht Washington, eine internationale Seestreitkräfte-Koalition zum Schutz der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Strait of Hormuz aufzubauen. Über diese Meerenge wird nach Angaben der International Energy Agency ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert.
Trump erklärte, mehrere Staaten hätten Interesse signalisiert, Kriegsschiffe zur Sicherung der Route zu entsenden. Auf seiner Plattform Truth Social nannte er unter anderem China, Japan, Südkorea sowie europäische Partner wie Frankreich und Großbritannien.
Ob eine solche Allianz tatsächlich zustande kommt, ist allerdings unklar. Viele Regierungen zeigen sich zurückhaltend, da eine militärische Beteiligung das Risiko erhöhen könnte, direkt in den Konflikt hineingezogen zu werden.


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Tja so ist das mit dem Donald. „Aus no more Nationbuilding“ wurde „We’re running this (Venezuela) now“, aus „No more forever wars“ wurde eine „kleine Expedition“. Aus der kleinen Expedition wurde eine Bodenoffensive. Konservative Wähler haben es in den USA noch schwerer als wir, was das Betrogenwerden angeht. Ein von den Konsequenzen abgeschirmtes Polit-Establishment lässt den Staatsapparat in die gleiche Falle trappen, wie bereits im Irak und Afghanistan: Da will man nur ein paar harmlose Demokratiebomben abwerfen und schwupps, da sich die Bombardierten darüber wundersamerweise nicht vor Freude in die Arme fallen und den 51. Bundesstaat der USA ausrufen, muss… Mehr
Ist das hier der täglich Transatlantiker-Lagebericht?
ich dachte, TE konzentriert sich auf Berichte bzgl der deutschen Lage und Politik FÜR Deutschland,denn dieser Krieg wird sich,wie alle vorher der vergangenen 20 Jahre,negativ auf Deutschland auswirken
Dieses hochschrauben aller Eskalationen wird in einem atomaren Endschlag enden, denn alle Parteien sind sich darüber einig, wenn eine Seite verliert wird die andere Seite gestärkt und das gilt es zu verhindern und dabei gehen sie am Ende über Leichen und wer so verantwortungslos handelt, dem ist der Verstand abhanden gekommen oder ist der Ausdruck höchster Vasallenschaft, wo man sogar noch den eigenen Tod in Kauf nimmt. Trump verkündet, es wäre nur nachteilig für den Westen, wobei man wiedersprechen muß, denn wer die Finger raushält sorgt dafür, daß es nachteilig für die Amis wird und damit wäre dann das Problem… Mehr
Die Bekanntgabe der Verlegung dieser Marines halte ich für Wahnsinn. Jeder Angriff dieser Kräfte wird jetzt hohe Verluste kosten.
Der iranische Außenminister hatte in einem Interview ja gesagt, man hoffe darauf, dass die Amis Bodentruppen einsetzen.
Wie ein Bittsteller bettelt Trump nun um die Hilfe anderer Staaten die er zuvor mit seinen Zolltricksereien ausbooten wollte. Das sich Opi so im Iran verennt hätte er sich nicht gedacht.