Wie Donald Trump Wolodymyr Selenskyj fallen lässt

Genervt von diesem Thema liefert US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus Statements zur ukrainischen Führung, die für Kiew dramatische Folgen haben könnten: Trump rückt vom ukrainischen Präsidenten ab, er will "einen neuen Anführer" in Kiew.

Wolodymyr Selenskyj bei Donald Trump im Februar 2025. IMAGO / UPI Photo
Wolodymyr Selenskyj bei Donald Trump im Februar 2025.

Vor dem Weißen Haus beantwortete Donald Trump Fragen von Journalisten zum aktuell bekannt gewordenen Diesel-Deal mit Russland. Binnen Sekunden wurde der US-Präsident dann damit konfrontiert, dass Wolodymyr Selenskyj die Freigabe großer Mengen russischen Diesels als „Geschenk an Putin“ und „schwache Entscheidung starker Partner“ verurteilt hatte.

Mit der Reaktion von Donald Trump eskalierte dann der ohnehin schon schwelende Konflikt mit Kiew öffentlich – die TV-Teams und Hunderttausende TV-Zuseher erlebten vor dem Weißen Haus live, wie Trump den ukrainischen Präsidenten fallen ließ: Der US-Präsident machte unmissverständlich klar, dass er Selenskyj die Verantwortung für die anhaltenden hohen Dieselpreise in den USA und globalen Versorgungsengpässen zuschreibt. Diese Preisentwicklung belastet amerikanische Landwirte und Viehzüchter vor den Midterm-Wahlen im November. „Wir sagten: ‚Ihr könnt mit Russland machen, was ihr wollt. Trefft nicht die Raffinerien, denn das ist ein Weltproblem‘“, erklärte der US-Präsident vor den Kameras von Fox News. „Und was tut er? Er geht hin und trifft die Anlagen für Dieselkraftstoff. Er sollte verdammt nochmal aufhören.“

Selenskyj schaffe „Probleme für die Welt“

Dann warf Trump Selenskyj noch konkret vor, bewusst „Probleme für die Welt“, insbesondere für US-Farmer und Rancher, zu schaffen, da Russland einen großen Teil des weltweiten Dieselkraftstoffs liefert: „Er will der Welt Probleme bereiten. Er will unseren Bauern und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten.“

Noch deutlicher wurde Donald Trump bei der Frage nach der Zukunft der ukrainischen Führung: „Ihr wisst, was ich vorschlage? Ich schlage vor, sie holen sich einen neuen Anführer, der einen Deal machen kann. Denn er hätte viele Deals machen können und aus irgendeinem Grund tut er es nie. Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.“

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Trump meinte, Selenskyj hätte den Krieg bereits „viele Male, viele, viele Male“ beenden können, habe sich aber dagegen entschieden. Er wiederholte seine bekannte These, der Krieg hätte unter seiner Präsidentschaft 2022 nie begonnen, und sprach von „Inkompetenz“. Er nannte Zahlen von 30 Prozent verlorenem Territorium und über zwei Millionen Toten auf beiden Seiten.

Selenskyj kritisiert Trump weiterhin

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wies Trumps Forderung zurück und betonte, Selenskyj genieße die Unterstützung des ukrainischen Volkes. Und Selenskyj schrieb auf Telegram: „Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss.“ Moskau werde mit weiterem „Terror und Gemeinheiten“ danken.

Die Aussagen Trumps sind aber ein klares Zeichen dafür, dass Washington Selenskyj eher nicht mehr unterstützen wird – und ohne US-Waffenhilfe und ohne weitere Geheimdienst-Informationen dürfte der Krieg für die Ukraine noch schneller zu Ende sein. Bereits Ende Februar 2025 ist im Weißen Haus ein Gespräch zwischen Selenskyj und Trump zum offenen Streit eskaliert: Vor laufenden Kameras griff Trump den ukrainischen Präsidenten scharf an, warf ihm Undankbarkeit vor und erklärte, Selenskyj riskiere einen Dritten Weltkrieg. Auch Vizepräsident JD Vance kritisierte damals den ukrainischen Präsidenten. Das Treffen wurde schließlich abgebrochen, eine geplante Pressekonferenz abgesagt.

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Kommentare ( 7 )

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Nibelung
3 Minuten her

Selensky ist der Kandidat von Black Rock und wer dahinter steckt ist auch bekannt und das wissen auch die Russen, obwohl sie es unter anderem Etikett nach außen tragen, aber für sie solange ein Problem bleibt, bis Kiew aufgibt und sich den Wünschen der Russen annähert, wenn nicht gar unterordnet. Trump führt in dieser Frage ein ständiges Wechselbad der Gefühle und der einzige Europäer, der noch mit vernünftigen Koordinaten gegenüber Rußland ausgestattet ist Schröder, dem man nun Kumpanei vorwirft und nichts unternommen hat um ehemalige Kanzler von späteren wirtschaftlichen Interessen auszuschließen und er etwas macht, was nicht verboten ist und… Mehr

Normalzeitfreund
7 Minuten her

An diesem Punkt waren wir schon öfter, aber dennoch scheinen die USA nicht willens oder in der Lage zu sein, Selenskyi aus dem Amt zu vertreiben oder die Ukraine energisch zu einem Friedensvertrag zu drängen. Großbritannien und mehrere EU-Staaten torpedieren alle US-Friedensbemühungen. Und um sich gegen die mit Macht durchzusetzen ist Trump offenbar noch nicht genervt genug von der Angelegenheit. Schade.

h.milde
10 Minuten her

Die Blut & Knochenmühle in der Ukraine wird nmbM. auch deshalb am weiterlaufen gehalten, weil sich hier woke, aber auch dort wirklich Nazi-verherrlichende Eliten & NearGOS, ihre tiefen Taschen vollmachen können, um auch schicke BMWs uva. Luxusgüter & Immobilen an der Còte sich leisten zu können.
Währenddessen gründeten in Alaska Trump & Putin eine neue „Berin-Seidenstraße“ & Ost-Nord-West-Passage für vor Piraten & Schurkenstaaten sichere & noch profitableren Handelswege. Doch, was ist mit Europa? Europa, spez. die €UdSRR á la UvDL,“c“DU/SU, isch over

Albert Pflueger
10 Minuten her

Ohne Starlink würde es nicht möglich sein, den Krieg in der bisherigen Weise fortzusetzen. Was sagt Musk?

humerd
18 Minuten her

„die für Kiew dramatische Folgen haben könnten„
Die Betonung liegt auf „könnten“. Nichts wird Herrn Selenskyi passieren.

Zhenmei Zutun
25 Minuten her

Starlink abschalten und wir haben Frieden.

Baron Fred
28 Minuten her

Und weil ein schlechter Schauspieler in der Kokaine ein hervorragender Kriegstreiber ist, will man in Schland einen schlechten Komiker zum zum Staatsoberhaupt ernennen? Na, dann kann ja der Krieg gegen Russland bald beginnen…