Dänemark oder Israel – Leben in einer Lüge

Dänemark wird, zumindest verbal, verteidigt, Israel aber immer wieder verurteilt. Der Westen lebt von einer Lebenslüge. Solidarität gilt nur, wenn sie bequem ist und mit dem herrschenden Dogma. Die verlogene Illusion der Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten ist das Lebenselixier für linke Realitätsverdrängung. Und die ist wichtiger als Sicherheit und Wohlstand.

Nuuk, Grönland: Sonnenaufgang über der Stadt

Natürlich, jeder Mensch ist vor Gott und dem Gesetz gleich. Aber in der realen Welt sind manche etwas gleicher als die anderen. Der Vorhang für dieses Drama ist gerade auf der Weltbühne aufgegangen. Aktuelles Opfer ist Dänemark, für das die Europäische Union und Kanada erstaunlich schnell in die Bresche gesprungen sind. Für Israel, das seit Jahrzehnten Opfer eines ähnlichen Dramas ist, rührt außer den USA niemand einen Finger. Zum Glück kann es sich weitgehend selbst helfen. Kanadas Premierminister Mark Carney (oder einer seiner Vorgänger) hätte die eindrucksvolle Davos-2026-Rede schon längst vor der UNO halten müssen. Tenor: „Schluss mit der Lebenslüge“.

Aber Dänemark musste erst Ziel einer Trump-Attacke werden. So schnell hat die EU nicht einmal bei der Ukraine reagiert, Solidarität mit Kopenhagen erklärt und sogar multinationale Erkundungstrupps, wenn auch nur für 48 Stunden, nach Grönland entsandt. Der gemeinsame Gegner ist längst ausgemacht: Donald J. Trump, immerhin Präsident jener Macht, die Europa vor 80 Jahren von Nazi-Deutschland befreit hat, einen hohen Blutzoll dafür bezahlte und seither kostengünstig Frieden in Freiheit garantiert. Alles längst vergessen. Oder wie es Carney formulierte: „Nostalgie ist keine Strategie“, den bröckelnden Frieden zu bewahren.

Israel ist zwar nur halb so groß wie Dänemark, hat aber doppelt so viele Einwohner und ein wesentlich höheres Bruttosozialprodukt. Sein Arrow-3-Luftabwehrsystem ist mindestens so begehrt wie die Bodenschätze Grönlands. Es liegt als einzige lebendige Demokratie im ölreichen Nahen Osten, auf der Energie-Lebenslinie der Weltwirtschaft. Aber niemand würdigt dort den Überlebenskampf Israels, das für eine wertorientierte westliche Welt mindestens so wichtig ist wie Grönland.

Die Mehrheit der UNO und der EU glaubt seit über einem halben Jahrhundert an die Lebenslüge „Zwei-Staaten-Lösung“. Selbst das größte Massaker an Juden seit Auschwitz hat nichts daran geändert. Mehr noch: Die Täter sollen nach dem Massenmord an mehrheitlich Zivilisten belohnt werden. Es ist den arabisch-muslimischen Barbaren am 7. Oktober 2023 gelungen, EU-Länder, Universitäten und die Straßen in Europa, Australien und den USA gegen den Judenstaat aufzubringen. Eine Hetz-Veranstaltung gegen das Opferland Israel, wie es sie in diesem Ausmaß zuvor noch nie gegeben hat. Extrem-Linke, Extrem-Rechte, extreme Islamisten, Antisemiten, Judenhasser und Israel-Feinde singen Hand-in-Hand: „From the River to the Sea – Palestine Free“, was bekanntlich nichts anderes bedeuten kann als die Vernichtung Israels.

Kanadas Carney erinnert an Václav Havels unvergessene Rede von 1978. Darin stellte er eine einfache Frage: Wie konnte sich das (Terror-)kommunistische System aufrechterhalten? Seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler. Jeden Morgen hängt dieser Ladenbesitzer ein Schild in sein Fenster: „Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!“ Er glaubt nicht daran. Niemand glaubt daran. Aber er hängt das Schild trotzdem auf – um Ärger zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um sich anzupassen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße dasselbe tut, bleibt das System bestehen. Nicht allein durch Gewalt, sondern durch die Teilnahme gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind. Havel nannte dies „Leben in einer Lüge“. Die Macht des Systems beruht nicht auf seiner Wahrheit, sondern auf der Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre es wahr. Und seine Fragilität hat denselben Ursprung: Wenn auch nur eine Person aufhört, so zu tun – wenn der Gemüsehändler sein Schild entfernt –, beginnt die Illusion zu bröckeln.

Nicht nur Israel wartet darauf, dass der erste „Gemüsehändler“ sein Schild der „Zwei-Staaten-Lösung“ entfernt. Denn niemand weiß, wo dieser Staat liegen soll, keiner kann auch nur annähernd akzeptable Grenzen benennen. Außer Terror-Organisationen gibt es auch keine mögliche Führung, die die Nahost-Welt bereichern könnte. Und nicht zuletzt: Die Täter und Handlager des 7. Oktober wollen ausdrücklich keinen zweiten Staat zwischen „the River and the Sea“, sondern nur einen und der darf nicht Israel heißen. Seine Bürger sollen tunlichst verschwinden, dorthin, wo sie hergekommen sind.

Kanada ist 450-mal größer als Israel, kann aber ohne Abstriche Carneys Selbstauskunft unterschreiben: „Wir (Israel) sind ein stabiler, verlässlicher Partner – in einer Welt, die alles andere als stabil und verlässlich ist –, ein Partner, der langfristige Beziehungen aufbaut und schätzt.“ Die Abraham-Accords aus dem Jahr 2020, von Trump initiiert, haben den Weg gezeigt und warten auf Zulauf aus den arabischen Nachbarstaaten.

Israel kann Dänemark in diesen Tagen dankbar sein. Der Eisklotz im Norden hat den Nahen Osten vorerst aus den Schlagzeilen verdrängt. Die Akteure können von Medien weitgehend ungestört den „Friedensrat für Gaza“ gestalten. Deutschland, Frankreich und Großbritannien lehnen eine Teilnahme ab. Sie lieben den „Friedensrat“ UNO. Dort können sie ihre Lebenslüge weiter pflegen, Israel regelmäßig verurteilen, sich feige der Stimme enthalten und damit vor „Palästina“ in die Knie gehen. Israels Benyamin Netanyahu hat Trumps Friedensrats-Einladung angenommen. Sein Name steht neben den Führern von Saudi-Arabien, Katar, Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Argentinien und Paraguay. Aus der EU haben vorerst nur Ungarns Viktor Orbán und der britische Ex-Premier Tony Blair zugesagt.

Netanyahu hätte der Welt in Davos gerne detailliert erzählt, warum er Truppen aus Katar und Türkei in Gaza ablehnt. Aber er darf nicht anreisen. Gegen den einzigen demokratisch gewählten Ministerpräsidenten liegt ein Haftbefehl vor, ausgestellt in Den Haag. Es wäre höchste Zeit, dass das „Leben in einer Lüge“ ein Ende findet.

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Kommentare ( 10 )

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M. B.
40 Minuten her

Für Israel, das seit Jahrzehnten Opfer eines ähnlichen Dramas ist, rührt außer den USA niemand einen Finger. Der ist gut. Israel wurde auf Land gegründet, das den Juden nicht gehörte und sieht sich als Opfer, weil das den eigentlichen Besitzern nicht gefällt. Was würden Sie sagen, wenn jemand mitten im Ameisenhaufen ein Picknick eranstaltet und sich dann beklagt, weil die Ameisen ihn nicht in Ruhe essen lassen? Oder wenn die Pawnees, Erzfeinde der Sioux, mitten in deren Gebiet ein Dorf errichten würden, und sich dann als Opfer bezeichneten, weil den Sioux das nicht gefällt? Den Juden sind andere Gebiete, z.B.… Mehr

DM
41 Minuten her

Auf die wokistische, sozialistische EU kann sich Israel bestimmt nicht verlassen. Das letzte Bollwerk der Globalisten fördert die Islamisierung mit allen Konsequenzen und Mitteln. Islamisten und Sozialisten sind wieder eine unseelige Allianz eingegangen.

Raul Gutmann
49 Minuten her

Als vor Jahren aus der arabischen Welt der Vorwurf erhoben wurde, der Westen sei heuchlerisch, hielt man das mehrheitlich für politische Demagogie.
Doch mittlerweile muß man jene Bezichtigung als Wahrheit anerkennen.

bkkopp
52 Minuten her

Ich wäre Herrn Rosenberg dankbar, und es wäre sicher für alle Leser interessant mehr zu erfahren, wie und warum er den “ Friedensrat“ mit seinem Vorsitzenden und Alleinherrscher auf Lebenszeit, $ 1 Mrd. einmaligem Mitgliedsbeitrag ( wofür ?) aussichtsreich hält. Der Vorsitzende des Friedensrates auf Lebenszeit hat die statistische Lebenserwartung für Männer seines Landes bereits um ca. 5 Jahre überschritten, dürfte demnach endlich sein lange bevor Gaza zu einer blühenden Landschaft südlich von Israel aufgebaut sein kann. Man kann auch vermuten, dass in Monaten niemand mehr von diesem Friedensrat redet und anderes in den täglichen Schlagzeilen steht. Nur Mut, Herr… Mehr

h.milde
1 Stunde her

„Da ist was faul im Staate Dänemark“ Upps, hat da Godel Rosenberg ein paar Zahlen & Relationen wervechslet? Unerheblich, da das angeblich glücklichste Volk der €UdSSR, das „hüggelige“ DÄNEMARK ein paar sehr, sehr unangenehm duftende Leichen unter dem €isspanzer Grönlands hat. Von 1960 – 1992(!) hat das ach so glückseelige Dänemark die Inuit mit ZWANGSSTERILISATIONEN von ca. 4.500(?) Frauen, darunter sogar 12j Mädchen & KINDESENTFÜHRUNGEN vorgeblich fürsorglich, in realitter aber, nmbM., ASSISTISCH & €UGENISCH & MONETÄR motiviert VERGEWALTIGT, tyrannisiert & kulturell, „€ugenisch“ sexuell versklavt. Desweiteren wurden 200-300(?) Kinder den Inuit entzogen -abgekauft?- & nach Dänemark verbracht. Die Ideen dürfte wohl… Mehr

Klaus D
1 Stunde her

rührt außer den USA niemand einen Finger. Zum Glück kann es sich weitgehend selbst helfen….das stimmt so doch gar nicht. Wir (deutschland) haben Israel sehr viel geld gegeben womit es auch sein militär aufgerüstet hat. Wo wäre Israel heute ohne das geld? Und warum handelt Trump hier nicht so wie in der Ukraine? Der logik folgend müsste Trump auch massiv druck auf Israel ausüben (was er könnte da die USA diesen krieg größtenteils finanzieren) um diesen krieg zu beenden. Und ja vieleicht müsste Israel auch auf einen teil seines landes verzichten damit die palästinenser ihr eigens land bekommen. Das verlangt… Mehr

U.S.
1 Stunde her

Hamas, Hisbollah, : Gaza Streifen, Konflikte in Middle East,…..

Dazu braucht man nicht nach Beirut/ Libanon, nach Gaza, … fliegen, und man muss auch nicht nach Kabul oder Damaskus fliegen,….

Das bekommt

Haba Orwell
1 Stunde her

> Dänemark wird, zumindest verbal, verteidigt, Israel aber immer wieder verurteilt.

Wieso, ich verteidige Dänemark gar nicht. Ich meine nur, Trump darf sich nicht jedes Land einfach so nehmen, welches er begehrt. Dieser Grundsatz gilt auch für ein anderes Land, welches sich jemand vor ein paar Jahrzehnten „einfach so“ genommen hat.

Insbesondere in Buntschland müsste man es einsehen, wenn man so viel Angst hat, dass auch dieses Land sich jemand nehmen könnte (die einen fürchten den Osten, die anderen den Nahen Osten).

Holger Wegner
1 Stunde her

„Extrem-Rechte“ waren tatsächlich auch auf den Anti-Israel-Demos?

Lepanto
45 Minuten her
Antworten an  Holger Wegner

Das ist das typische jüdische Narrativ.

Hören Sie sich mal an, was Rabbi Pinchas Goldschmitt am WEF verzapft hat. Massenmigration nach Europa – gut; wer dagegen ist, ist ein Nazi. Massenmigration nach Israel – böse; wer dafür ist, ist ein Anti-Semit.