Boris Johnson zum neuen Jahr: Abschied von „Spaltung, Verbitterung und Ungewissheit“

Wir dokumentieren die Kernaussagen der Neujahrsansprache des britischen Premiers. Der Unterschied zwischen Politik in England und Deutschland springt ins Auge, wenn man die Ansprachen zum neuen Jahr von Johnson und Merkel vergleicht. Dazwischen klaffen Welten.

Screenprint: Facebook/Boris Johnson
Was Sie nach dem Verklingen von Big Ben um Mitternacht hörten, sagt Boris Johnson, war nicht der Knall von Champagnerkorken oder das Feuerwerk in Nachbars Garten.

Vielmehr sei es der Startschuss in ein fantastisches Jahr und ein denkenswertes Jahrzehnt für unser Vereinigtes Königreich.

Mit dem Jahr 2019 verabschieden wir Spaltung, Verbitterung und Ungewissheit, ruft Johnson seinen Landsleuten zu, wir können ein neues Kapitel in der Geschichte aufschlagen, in dem wir vereint das enorme Potential des britischen Volkes freisetzen.

Das alte Parlament nutzte jeden Trick, hakt Johnson das alte Jahr ab, uns an der Durchführung des Brexits zu hindern, und richtet den Blick nach vorn: Nun hat das Volk ein neues Parlament gewählt, das den Prioritäten des Volkes folgt, dem Referendum zu folgen und den Brexit zu vollziehen, was wir in diesem Monat tun werden.

Dann nennt Johnson den Nationalen Gesundheitsservice (NHS) als Schwerpunkt Nummer eins seiner Regierung, gefolgt von einer besseren Infrastruktur, exzellenter Bildung und High Tech.

Die Feinheiten seiner kurzen und klaren Ansprache, aus der immer wieder sein spritziger Geist und Stil spricht, bleibt den Genießern des Englischen vorbehalten. Der Unterschied zwischen Politik in England und Deutschland springt ins Auge.

Johnson nennt klare Ziele, versprüht Optimismus und Unternehmensgeist. Merkel meidet alle ernsten Fragen und verliert sich in Leerformeln. Johnson ist das Morgen, Merkel das Gestern. Glück auf Boris Johnson.

That distinctive sound you may have heard at midnight as the bongs of Big Ben faded away was not the popping of champagne corks or the crackle of fireworks from your neighbour’s garden.

Rather it was the starting gun being fired on what promises to be a fantastic year and a remarkable decade for our United Kingdom.

As we say goodbye to 2019 we can also turn the page on the division, rancour and uncertainty which has dominated public life and held us back for far too long. We can start a new chapter in the history of our country, in which we come together and move forward united, unleashing the enormous potential of the British people.

Of course the first item on my agenda is to fulfil the will of the electorate and take us out of the European Union. This should have happened already, but we were thwarted by a Parliament determined to use every trick in the book to stop us leaving the EU.

Now we have a new Parliament, elected by the people to deliver the people’s priorities, which will finally respect the referendum and deliver Brexit.

So we’ll get Brexit done before the end of this month. That oven-ready deal I talked about so much during the election campaign has already had its plastic covering pierced and been placed in the microwave.

We got down to work immediately after the election. The necessary legislation has already begun its passage through Parliament and, once MPs return to Westminster, we’ll waste no time in finishing the job. At long last we will take back control of our laws, borders, money and trade.

Then we can finally spend 2020 getting on with delivering on the people’s priorities: boosting the NHS with the biggest cash injection in its history, renewing schools, backing scientists, building better infrastructure, controlling immigration, making our streets safer, cleaning up our environment, and making our Union stronger.

The loudest message I heard during the election campaign is that people expect us – expect me – to protect and improve the NHS. The NHS is a wonderful British invention, there for us and our families when we are ill, whatever our background and regardless of ability to pay.

So the NHS will always be my top priority. One our first actions will be to pass a bill enshrining in law a record funding settlement for the NHS, providing an extra £34 billion a year. We will undertake the largest hospital building programme in living memory, delivering 40 new hospitals and 20 upgrades. We’ll ensure there are 50,000 more nurses, 6,000 more GPs, and 50 million more GP surgery appointments.

I also want to make this country the best place on earth when it comes to quality education and cutting-edge science. It’s great that we have started to climb back up the international school league tables – now let’s make it to the very top. We will support hardworking teachers by boosting per pupil funding in primary and secondary schools and we will transform this country’s approach to science and research, making the UK an engine for the ideas of the future.

Our vision is clear: to unite and level up across the whole United Kingdom – spreading opportunity more fairly – with better infrastructure, superb education and high technology.

We will do all of this while keeping your taxes low, freezing rates of income tax, VAT and National Insurance.

It is thanks to you, the people, that we are on the path to a brighter future. It was your decisiveness at the ballot box, your determination to drive an electoral bulldozer through the deadlock and paralysis, that has unblocked parliament and delivered a people’s government dedicated to serving you.

I know that many of you do not consider yourself natural Tories and may only have lent me your vote. I am humbled by your support and will work every day to keep it. I am also acutely aware that there are millions of people who did not vote for me and were disappointed by the result.

If you are one of them, I want to reassure you that I will be a Prime Minister for everyone, not just those who voted for me. I know that you love this country no less, simply because you voted for another party or wanted to Remain. More than that, I want to work with you, as friends and equals, as we build the future this United Kingdom deserves.

So let’s together make the 2020s a decade of prosperity and opportunity. State of the art healthcare. Great schools in every community. Our cities and towns more connected than ever before – not just in London and the South East but in the Midlands, the North and across the country. New trading relationships with nations around the world, generating jobs and growth. British scientists and engineers transforming the way we live – curing incurable diseases and making transport cleaner, greener and quieter.

It’s a fantastically exciting agenda. Let’s get to work.

Quelle: gov.uk

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Kommentare ( 29 )

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29 Kommentare auf "Boris Johnson zum neuen Jahr: Abschied von „Spaltung, Verbitterung und Ungewissheit“"

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In Boris Johnson sieht man den absoluten Gegensatz zu unserer „geliebten“ Kanzlerin, die mit blutleeren Augen, fahler Haut und dünner Stimme ihre Hoffnung auf „gute Jahre“ in Form allgemeiner Abstraktionen runterleiert und vom blödsinnigen, politisierten Klimaschutznonsens faselt, während sie dieses einst stolze Land mithilfe der Staatsmedien systematisch zersetzt. Merkel klingt, als ob die liebe dicke Omma den kleinen Kindern zum Einschlafen das Wort zum Sonntag vorliest in der Hoffnung, dass der Bürger die Zeit bis zur nächsten Wahl mit einem Nickerchen verbringt, anstatt mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln, notfalls mit Gewalt das Absetzen ihrer erbärmlichen, destruktiven Regierung zu erzwingen. Nein,… Mehr

Ein wesentlicher Unterschied zur Merkel-Jahresendrede (- die ich las, anhören konnte ich sie nicht): Der britische Regierungschefs bekennt sich dazu, seinem Land, seinem Volk, für mehr Freiheit und Wohlstand dienen zu wollen.
Merkel verlangt von ihren Steuerzahlern Gefolgschaft, um die Welt zu retten; den Text des mehrfach ausgesprochenen Amtseides hat sie offensichtlich vergessen. Da war was von dem Deutschen Volk …

Ich hoffe, die Briten wissen, wie gut sie es haben, wie privilegiert sie sind mit einer solchen Agenda, die ansteckend optimistisch von einem charismatischen Premier vorgetragen wurde.
Ich freue mich mit den Briten, aber ich bin auch unfassbar traurig, dass WIR so etwas Tolles nicht in Deutschland haben.

Bis Deutschland mal Politiker wie Johnson hat, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Kann man sich vorstellen, dass ein Johnson die Flagge des UK verächlich beiseite wirft und einen angewiderten Gesichtsausdruck dabei macht? Niemals! Das ist einer der großen Unterschiede zwischen Johnson und Merkel. Ersterer ist Patriot, zweitere **.

Die Briten werden sich noch umsehen mit diesem Boris: keine Vorschriften mehr für Gurkenkrümmung, Glühbirnenverbot, NOx-Grenzwerte, Diskriminierungsrichtlinien aus Brüssel! Auch auf allfällige Zuteilung von Migranten werden sie wohl vergeblich hoffen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Briten so leben können. Britannien wird im Chaos versinken.

was für ein Gegensatz! Schäuble erklärt uns, dass wir Veränderungen widerspruchslos hinnehmen müssen, während Johnson dazu auffordert, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Merkel redet zu Untertanen, Johnson bekennt sich zu einem „people’s government dedicated to serving you“. Es ist dringend geboten, diese deutsche Regierung samt ihrem parlamentarischen Anhang mit rechtsstaatlichen Mitteln in den Abgrund zu schicken, aus dem sie gestiegen ist!

Man könnte so langsam neidisch werden auf die Briten! Aber der deutsche Trot… …äh… Michel will lieber weiter wie die Lemminge einer moralisch und inhaltlich korrupten wie bankrotten Regierung hinterher marschieren.

Die EU wird früher oder später wie alle große Imperien aus der Geschichte ihr Ende finden; die Entwicklung dazu wird aber nicht von Deutschland ausgehen sondern von anderen Mitgliedsstaaten.

Er umarmt sogar die Menschen, die ihn nicht gewählt haben. Er will mit ihnen als Freund und Augenhöhe zusammen für die Zukunft des Landes arbeiten. Das treibt mir die Tränen in die Augen. Die „Anderen“ sind nicht die Bösen, die es wagen andere Ansichten zu haben! Ernstgenommen und geachtet. Sowas gibt es hier in D nicht mehr.

Boris Johnson ist mir seinen Briten schon bei Einigkeit…als nächstes wird das Recht in England auf die Bedürfnisse der Briten ausgerichtet (weg mit der EU Bevormundung/Vorschriften) und zum Schluss wird beides in der maximalen Freiheit des einzelnen in einer Rechtsgemeinschaft führen.

Wenn man sich dagegen unsere ausgelutschte, scheintote Sprechpuppe anhört und an das denkt, was uns blühen wird (Habeck), kann man eigentlich nur noch schreiend im Kreis rennen.