Wieviel Beton hat ihr Weihnachtsmarkt?

Liebe Leser, planen Sie einen Weihnachtsmarktbesuch in ihrer Stadt? Dann senden Sie uns gerne Fotos jener Betonobjekte, gigantischen Legosteine, Betonvögel und -tannenbäume, mit denen ihre Heimatstadt Sie vor etwaigen Bedrohungen beschützen will. Wir veröffentlichen Deutschlands kreativsten Weihnachtsbeton.

imago images / Christian Schroedter

Das niedersächsische Braunschweig hat wohl einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands wenn nicht Europas, weil er ein historisches Ensemble nutzt, das ganz ohne störende moderne Architektur auskommt. Hier auf dem Braunschweiger Burgplatz mit Burg und Dom und vor weiteren historischen oder zumindest historistischen Gebäuden hat schon Hollywood gedreht, als man eine Location suchte, die unbeeinflusst von moderner Architektur ein Bild Europas vermitteln kann, wie es früher einmal war. Also ganz früher.

Jetzt finden sich allerdings auch auf diesem Wehnachtsmarkt die typischen Vorboten einer neuen Zeit: gigantische Beton-Legosteine mit maximal skalierter Optik der bunten Steine aus dem Kinderzimmer zur besseren Stapelbarkeit, wenn man bestimmte Höhen erreichen will, um beispielsweise von islamistischen Attentätern als Massenmordwerkzeuge gesteuerte Lastkraftwagen abzublocken, wenn diese wie auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016 möglichst viele Besucher töten wollen und zudem symbolisch mit so einem Attentat auf einem Weichnachtsmarkt auch auf das Herz des europäischen Christentums zielen.

Braunschweig ist in dieser Hinsicht ein Glücksfall, denn der Burgplatz ist von seinen ihn umgebenden Gebäuden quasi hermetisch abgeschlossen, hier gibt es einfach keine Möglichkeit, einen LKW hineinzusteuern, eine perfekte weihnachtliche Arena also. Allerdings hat sich der Weihnachtsmarkt über die Jahrzehnte so vergrößert, dass er auch außerhalb des Burgplatzes stattfindet – dort wurden wieder besagte Beton-Legosteine aufgestellt. Ebenso, wie die Zufahrtstraßen noch hunderte Meter entfernt mit diesen Betonsteinen so zugestellt wurden, dass herannahende Großfahrzeuge keine Fahrt aufnehmen können, weil sie Slalom fahren müssen.

Übrigens haben auch Bauunternehmen diese mobilen Beton-Legosteine für sich entdeckt bzw. bieten solche zum Verkauf an quasi in einer Größe irgendwo zwischen den Originallegosteinen und dem im Volksmund auch „Merkel-Lego“ genannten Blöcken. Wir wollen nicht schmunzeln, dass einer der Anbieter ausgerechnet Merkle hpmerkle.de heißt, er kann ja nichts dafür – zum Ausgleich werben wir ein bisschen für seine Produkte: Besagtes Unternehmen Merkle aus Backnang nahe Stuttgart wirbt für diese Zwischengrößen (60/60/60 für 41,50 Euro das Stück bzw. bei 150/60/60 für 89,00 Euro) folgendermaßen: „Besonders geeignet für den Bau von mobilen Lagern, da schnell aufgebaut, vergrößert, verkleinert, wieder abgebaut und umgesetzt“ – eben ideal auch für flexible Schlaf- und Wohnstätten der durch Massenzuwanderung nach Deutschland Kommenden für ihre Erstunterbringungen. Was für eine düstere Analogie ist das eigentlich?

2016 hatten übrigens in Hamburg nachtaktive Aktivisten die Dunkelheit genutzt, ein paar der Beton-Legosteine ebenso bunt anzumalen wie ihre dänischen Namensgeber. Aber die Polizei verstand rund um den Hamburger Rathausmarkt keinen Spaß – es wurde wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt ermittelt.

Nun gibt es solche Legovarianten nicht überall, andere Städte haben Betonweihnachtsbäume, die sogar ab Werk in Legogrün gestrichen sind oder sogar gigantische Betonspatzen, manche Variationen mit Sitzmodulen erhalten Designerpreise – der Fantasie sind hier ja keine Grenzen gesetzt, mit Beton kann man fast alles gießen, wenn einmal die Form gebaut ist und die Statik stimmt. Im Prinzip ginge auch ein Beton-Weihnachtsmann, zur Sicherheit aber wohl eher in der Position des liegenden Buddha oder warum nicht gleich ein komplett betoniertes überdimensionales Krippenspiel aus Beton samt heiliger Betonfamilie und Betonesel?

Liebe Leserinnen und Leser, planen Sie noch einen Weihnachtsmarktbesuch? Dann senden Sie uns gerne Fotos von jenen Betonobjekten, von gigantischen Legosteinen, Betonvögeln und -tannenbäumen, Sitzmodulen etc., für die sich ihre Heimatstadt entschieden hat, um Sie vor etwaigen Bedrohungen zu schützen. Wir sammeln und veröffentlichen anschließend Deutschlands kreativsten Weihnachtsbeton.

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Kommentare ( 61 )

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61 Kommentare auf "Wieviel Beton hat ihr Weihnachtsmarkt?"

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Gibt es hier nicht. Ich wohne in der Schweiz !!

Das passt jetzt zwar nicht ganz zum Thema Weihnachtsmarkt wobei es im Neusprech wohl Wintermarkt heißen müsste. Ich bin vor 2 Jahren mit dem Rennrad zu einem Kumpel gefahren um ihn zu besuchen. Dabei geriet ich in der Stadt in der er lebt in ein Sommerfest, das ich vergessen hatte. Auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass sämtliche Zufahrtsstraßen auch wenn sie noch so klein waren mit Radladern des THW „gesichert“ waren! Ein Schelm der Böses dabei denkt. Absurdistan at it’s best, die Insassen dieser Anstalt machen sich gegenseitig fertig und die Elite lacht darüber…

Har har! Nun sind es schon zwei Unternehmen mit Namen „BENTO“, die sich „klotzig“ für die Folgen der Willkommenskultur ins Zeug werfen!

Auf die Weihnachtsmärkte in unserer Umgebung zieht mich nichts mehr.
Der Weihnachtsmarkt in Riga ist schön und hat zudem den Vorteil, daß man nach seinem Besuch ohne Probleme durch wunderschön beleuchtete Parks ins Hotel laufen kann, ohne in dumme Auseinandersetzungen mit Gruppen junger Männer zu geraten.

Wer kennt nicht den Werbespruch von REAL: „einmal hin – alles drin“.
Für Deutschland gilt er umgekehrt: „einmal drin – alles hin“.
Das ist irreparabel, zumal der Rechtsstaat sich selbst blockiert.

Merkel-Legos !

In Darmstadt (wir sind bunt und einfältig – äh vielfältig) findet man leider Null Beton. Da kann man mit einem 40 Tonner die Landgraf-Georg-Straße hinunter direkt in den Weihnachtsmarkt donnern – durch das Gefälle auch leicht mit 100 Stundenkilometern.

Sicher will man auf Symbole des eigenen Versagens verzichten…
wegen den Wählern, und so.

Hier in Pinneberg wurde der Marktplatz „Umgestaltet“ und die „Merkel Poller“ wurden gleich fest eingebaut!
So Hübsch in Edelstahl von oben beleuchtete versenkbare Stahlpoller, haben wir jetzt 24/7/365.
Dazu Englische Boris Stangen,Betonbefestigungen mit Standfuss und darauf 2 Stangen angebracht die sich in den LKW bohren würden um ihn zu stoppen.
Weihnachtlich befestigt wurde auch unser Weihnachtsdorf!
Wie in einer Wagenburg pfercht man sich im innenraum zum „gemütlichen“ Legenhennenbatterie treffen zusammen.
Ja so kommt Weihnachtsstimmung auf,,,,,

Nun sind sie halt da – die LKW-Sperren aus dem guten alten Portlandzement. Die hätten eigentlich an der Grenze stehen sollen, gerne noch „verschönert“ mit NATO-Stacheldraht. Aber wer seine Grenze nicht schützten will, muss halt seine Weihnachtsmärkte schützen. Und seine Freibäder. Seine Silvester-Domplatten, seine Festivals und Konzerte, seine Stadtfeste, seine Bahnhöfe und U-Bahn-Linien, seine Innenstädte, seinen öffentlichen Raum. Das wird bestimmt viel einfacher, oder? Alle wissen es. Nur in die Betonköpfe da oben will das nicht hinein.

Im politisch grünen Münster stellt man einfach Busse quer auf die Strassen, die in die Innenstadt führen. So hat man wenigstens eine ordentliche Fläche, die alles dahinter liegende platt machen würde, sollte ein Amri den Bus rammen.
Uns zieht seit Jahren nichts auf einen solchen Markt. Zu bunt und zu gestellt. Zu viele Leute, die beim Tragen des Portmonees helfen wollen. Aber ich muss leider dienstlich diese ungastlichen Orte besuchen. Bilder folgen.