Die geplante Zuckersteuer soll offenbar auch Cola Zero, Säfte, Milchgetränke und weitere bislang kaum bekannte Produktgruppen erfassen. Kurz vor wichtigen Landtagswahlen die nächste Wahlempfehlung für die AfD.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Die geplante Zuckersteuer der Bundesregierung soll offenbar erheblich umfassender ausfallen als bislang bekannt. Nach einem Papier aus dem Bundesfinanzministerium, über das die BILD berichtet, sollen neben klassischen Limonaden auch Säfte, Milchgetränke, Eistees, Biermischgetränke und Fertigkaffees erfasst werden. Besonders bemerkenswert: Selbst zuckerfreie Getränke mit Süßstoffen wie Cola Zero sollen besteuert werden. Die neue Steuer könnte außerdem bereits 2027 kommen und damit ein Jahr früher als zunächst vorgesehen.
Das ist eine ungeheuerliche Entwicklung für eine Abgabe, deren politische Begründung ursprünglich mal der Zucker war. Die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Finanzkommission Gesundheit hatte ein gestaffeltes Modell vorgeschlagen: Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter sollten steuerfrei bleiben, zwischen fünf und acht Gramm waren 26 Cent je Liter vorgesehen, darüber 32 Cent. Getränke mit Süßstoffen sollten ausdrücklich ausgenommen werden. Nun plant das von Lars Klingbeil (SPD) geführte Finanzministerium offenbar, auch diese Ausnahme zu kassieren. Vati Staat braucht Geld.
Spätestens hier endet die ernährungspolitische Begleitmusik. Wer ein Getränk ohne Zucker mit einer Zuckersteuer belegt, hat die eigene Begründung gleich mit abgeschafft. Was ohnehin jeder wusste, springt einem sozusagen mit dem nackten Hintern ins Gesicht: Es geht nicht um Gesundheit, sondern um das Füllen klammer Staatskassen. Der Staat braucht immer mehr von dem Süßgetränk Steuerzahlerbrause. Also bekommt eine neue Einnahmequelle einen gesundheitspolitisch wohlklingenden Namen und wird anschließend so weit aufgedreht, bis möglichst viele Verbraucher hineinpassen.
Das Ganze wirkt wie eine gigantische Wahlempfehlung für die AfD, ausgestellt von CDU und SPD höchstpersönlich. Die AfD liegt aktuell je nach Institut bei 27 bis 29 Prozent und damit deutlich vor der Union. Infratest dimap sah sie Anfang August bei 28 Prozent, CDU und CSU bei 21 Prozent. YouGov maß zuletzt 28 zu 20 Prozent. Bei INSA waren es am vergangenen Wochenende 29 zu 21 Prozent. Die SPD dümpelt bei zwölf Prozent. Das dürfte hiernach weiter ganz schnell abwärts gehen.
Man könnte daraus schließen, dass eine Bundesregierung in dieser Lage alles daran setzt, den Bürgern einen nachvollziehbaren Grund zu liefern, ihr noch einmal zu vertrauen. Schwarz-Rot entscheidet sich für Besteuerung der schwarzen Cola-Null.
Jahrelang wurde den Menschen erklärt, sie sollten weniger Zucker konsumieren. Hersteller änderten Rezepturen, Verbraucher stiegen auf zuckerfreie Varianten um. Die Bundesregierung hat im Juni selbst mitgeteilt, dass die von der Wirtschaft gesetzten Ziele zur Zuckerreduktion bei Erfrischungsgetränken erreicht worden seien. Die politische Antwort auf diese erfolgreiche Zuckerreduktion lautet nun offenbar: Dann besteuern wir eben die Getränke ohne Zucker noch obendrauf.
Damit entlarvt sich eine weitere Lenkungssteuer als fiskalisches Chamäleon. Erst soll der Bürger sein Verhalten ändern. Ändert er es, wandert die Steuer hinterher.
Für die Union ist der Vorgang noch verheerender. Der CDU-Parteitag hatte eine Zuckersteuer zuvor mehrheitlich abgelehnt. Im Frühjahr gab die Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD noch zu Protokoll, dass der Koalitionsvertrag keine Steuererhöhungen vorsehe. Wenige Wochen später verdichteten sich die Pläne. Im April gab die Regierung die Einführung ab 2028 bekannt. Inzwischen geht es um 2027 und um ein deutlich größeres Sortiment. Na, fühlen sich jetzt alle wohl, die ihr Kreuzchen beim großen Merz gemacht haben?
Und dann wundert man sich im Konrad-Adenauer-Haus über die Umfragen. Merz ist der unbeliebteste Politiker im jüngsten Ranking. Weit abgeschlagen. Letzter Platz. TE hat schon viele Jahre vor seiner Wahl erklärt, was die Bürger unter ihm zu erwarten haben.
Die AfD braucht für ihren derzeitigen Höhenflug kaum noch eigene Wahlkampfideen. Schwarz-Rot liefert das Material frei Haus. Eine Regierung, die mit dem Versprechen wirtschaftlicher Erholung und einer politischen Kurskorrektur angetreten ist, diskutiert inzwischen darüber, wie der Staat selbst aus einer zuckerfreien Cola noch zusätzliche Einnahmen abmelken kann. Wie verkommen kann man eigentlich noch sein? Das alles wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo die AfD in den Umfragen mit großem Abstand führt.
Die AfD könnte sich teure Plakatkampagnen sparen und einfach das Papier aus Klingbeils Finanzministerium verteilen. Mehr Wahlkampfhilfe kann eine Bundesregierung ihrer schärfsten Konkurrentin kaum leisten.





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Tja, wer jährlich 5% des BIPs für amerikanische Waffen ausgeben will, braucht eben Geld.
Um Berlin aus der Finanzkrise zu helfen, müsste man schon eine Steuer auf Koks und Hasch einführen.
Alles richtig, aber das eigentliche Problem sind nicht der sensible Lars oder der einst in der Schule auffällige Friedrich. Das Problem sitzt vor der Glotze oder hinter der Tageszeitung und wählt in tumber Treue Altparteien.
Zombienation, bald haben wir nur noch Meißener Porzellan für den Export, weil alles andere hoffnungslos veraltet und das Porzellan zeitlos ist.
Dafür haben wir einen wunderbaren Sozialstaat für die Rumänen und die Bulgaren, für Ukrainer und die Albaner, auch für Afghanen und für die Syrer, Nordafrikaner und für Iraker, auch für Iraner, für Pakistani und für die Sudanesen, ja dafür sterben wird doch gern!
Deutsches Budget für Entwicklungshilfe 2025: ca. 26 Mrd. Euro.
Reicht locker für die Krankenkassen.
»Der CDU-Parteitag hatte eine Zuckersteuer zuvor mehrheitlich abgelehnt.« 😅
»Im Frühjahr gab die Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD noch zu Protokoll, dass der Koalitionsvertrag keine Steuererhöhungen vorsehe.« 😂
Ja klar !
»TE hat schon viele Jahre vor seiner Wahl erklärt, was die Bürger unter ihm zu erwarten haben.«
Das mag sein, Frau Taxidis, aber wenn dem so ist, ich allerdings so einige Kommentare u. Ansichten Ihrer Kollegen Revue passieren lasse, fragen Sie sie doch, warum die bei der Klatschhäschenpartei ihr Kreuzchen gemacht haben.
Wenn diese Regierung nicht merkt, wie albern neue Steuern sind, während 1000 Mrd € nicht reichen sollen, dann ist „Flachzangen“ noch ein Kompliment.
Wenn nun Süßwaren wie auch Cola deutlich teurer werden, dann versteht auch das jüngste Kind und alle Teenager, dass die Altparteien nicht regierungsfähig sind und abgewählt werden müssen.
Kann man noch von Vertrauensverlust sprechen, wenn man den Kleptokraten von vornherein nicht geglaubt hat? Als der Sozialist Daniel Günter aus dem Pleiteland Schleswig-Holstein laut für eine sog. Zuckersteuer trommelte, war doch klar, dass es generell um eine Zusatzsteuer auf Getränke geht. Als Chemiker fragte ich mich damals schon, was die denn so unter Zucker verstehen. Es ging doch nur darum, die Lücke zu Getränken, die bereits mit Sondersteuern belegt sind, zu schließen. Dazu gehören bisher alle alkoholischen Getränke und Kaffee. Jetzt werden halt generell alle Getränke außer Wasser noch mit einer Zusatzsteuer belegt. Tee, den man selbst süßt, ist… Mehr
… und die „Vermögenssteuer für Milliardäre“ wird jeden treffen, der auch nur ein einziges Haus hat.
Unter Hinweis auf die Corona Zeit: Die Gesundheit der Bevölkerung ist den Regierenden -Entschuldigung- scheißegal. Man sucht dort nur nach mittlerweile echt bescheuerten Ausreden, um Geld bzw. Macht zu generieren. Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke! Wie dünn muss ein Gehirn angerührt sein, um auf diese Idee zu kommen!?