In Rheinland-Pfalz greller Spot auf den Staat als Beute der Parteien – Merz ohne Orientierung

Die Welt-Energie-Dominanz gehört nach den Angriffen des Mullah-Regimes auf die arabischen Nachbarn für viele Jahre America First. Das begreifen Merz und Co. nicht. Und mit den Anträgen für neue Gaskraftwerke in Brüssel haben Umwelt- und Witrtschaftsministerium noch nicht einmal begonnen. Det is Berlin.

Zwei Tage vor dem Wahlzähltag in Rheinland-Pfalz tritt die alte Kritik an den Parteien, die sich den Staat zur Beute gemacht haben, ins grelle Medien-Licht. Der Skandal heißt Beurlaubung von Regierungsbeamten für Parteifunktionen und Weiterbeförderung als Beamte während dieser Jahre.

Innenstaatssekretär Stich war über Jahre als Beamter beurlaubt, um für die SPD Landesgeschäftsführer und Generalsekretär zu sein. Seine Pensionsansprüche stiegen in dieser Zeit weiter und er wurde im Beamtenstatus befördert. Die SPD-Politikerin Seifert war BMI-Staatssekretärin von SPD-Faeser, wurde 2016 beurlaubt ins Amt als SPD-Bundesgeschäftsführerin. Nicht im „öffentlichen Interesse“ nennt der Landesrechnungshof parteipolitische Ämter. Das „öffentliche Interesse“ ist aber Voraussetzung für weitere Pensionsansprüche während der Beurlaubung.

Die SPD verteidigt das als rechtlich zulässig und verweist auf vergleichbare Fälle. SPD-MP Schweitzer sieht darin kein moralisches Problem. Die CDU spricht von einem „SPD-Selbstbedienungsladen“. – Die CDU und die anderen Parteien sollten besser die Praxis ändern, als auf die SPD zu zeigen. Die SPD ist die Spitze des Eisbergs namens der Staat als Beute der Parteien. Der Beobachter weiß, um was es hier geht. Die Einstellung, für die Partei darf man den Staat für alles nutzen, ist politische DNA der Parteifunktionäre wie der Funktionäre in Gewerkschaften und Verbänden auf allen Ebenen. Die Filzokratie ist allgegenwärtig. Weshalb eine Reform des Staates ohne die Streichung aller Privilegien der Parteien nicht möglich ist.

In NRW sinkt laut dem dritten „Demokratiebericht“ der Landeszentrale für politische Bildung die Zufriedenheit mit der Demokratie vor allem unter jungen Leuten rapide (RP). Nur 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen sind zufrieden mit der Demokratie, „wie sie tatsächlich funktioniert“ – 30 Prozentpunkte weniger als bei der Erhebung vor zwei Jahren. Unter den 19- bis 29-Jährigen sank der Wert von 65 auf 51 Prozent, unter den 30- bis 44-Jährigen von 61 auf 43 Prozent. Zwar stimmten 89 Prozent zu, die Demokratie sei „das politische System, das am besten zu unserer Gesellschaft passt“ (2023: 91 Prozent). Zugleich bejahten aber 15 Prozent (2023: 11): „Unter bestimmten Umständen ist eine Diktatur die bessere Staatsform“. 22 Prozent (2023: 11) stimmten der Aussage zu: „Politische Entscheidungen sollten von einer starken Führungspersönlichkeit getroffen werden, die keine Rücksicht auf das Parlament nehmen muss.“ 47 Prozent (2023: 26) neigten der Forderung zu: „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert.“ – Die flächendeckende Wirkung des politmedialen Betriebs ist nicht die Stärkung von Demokratie, sondern ihre Schwächung. 

Neue Gaskraftwerke? Zwei Monate nach der Einigung mit der EU-Kommission hat das Wirtschaftsministerium keine Kraftwerksstrategie in Brüssel vorgelegt (Spiegel). Die Kommission prüft und genehmigt beihilferechtlich. Bisher hat nicht einmal die notwendige Abstimmung zwischen den Ministerien, vor allem zwischen denen von CDU-Reiche und SPD-Schneider begonnen. Dort liegen keine Entwürfe der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und des „Netzpakets“ vor. Mit anderen Worten: Es geht nichts voran. Neue Gaskraftwerke müssen spätestens 2031 ans Netz gehen. Sonst drohen Versorgungslücken durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke und den unsicheren Wind- und Solarstrom bei Dunkelflauten.

Europa produzierte mehr Gas, als Russland exportierte. Dann beschlossen die Grünen, den Planeten zu retten, indem Europa Gas importieren statt produzieren sollte. Die jüngsten Ereignisse in Katar zeigen das als genauso verheerend wie die Abschaltung der Atomkraftwerke.

Katar hat soeben höhere Gewalt bei seinen LNG-Lieferverträgen mit Italien, Belgien, Südkorea und China erklärt. Fünf Jahre kann es dauern, bis die Schäden des iranischen Beschusses am Ras Laffan Komplex beseitigt sind.

Auf die Ursache der Beschädigung oder Zerstörung von Öl- und Gasanlagen am Golf für die Preis-Steigerungen weltweit und die Energieknappheit weisen Medien und Politiker hin in der üblichen Manier, wer die Guten und die Bösen sind. Sie alle haben die andere, langfristige und geopolitische Folge überhaupt nicht im Blick. Die Welt-Energie-Dominanz gehört nun für viele Jahre America First.

Was hat der Iran zerstört? Erstens: 77 Millionen Jahres-Tonnen LNG-Kapazität aus Katar (bisher 20 Prozent der weltweiten Versorgung). Zweitens: Chinas Zugang zu günstiger Energie aus dem Nahen Osten. Drittens: Katars Kostenvorteil gegenüber Lieferungen aus dem Atlantikraum. Viertens: Die Rest-Fähigkeit Europas, sich von der US-Energieabhängigkeit zu befreien

Was haben die Mullahs America First „geschenkt“? Erstens: 40 bis 60 Milliarden US-Dollar zusätzliche jährliche Einnahmen für US-LNG-Exporteure (2026–2030). Zweitens: Asiatische Käufer haben keine andere Wahl, als 15- bis 20-Jahres-Verträge mit US-Lieferanten abzuschließen. Drittens: Die dauerhafte Veränderung der Risikobewertung von Lieferungen aus dem Nahen Osten. Viertens: Chinas Energieabhängigkeit von seinem geopolitischen Rivalen. Fünftens: Europa bis 2030 zu 75 bis 80 Prozent von US-LNG-Import abhängig. Zusammen: America beherrscht den globalen Gasmarkt mit Kontrolle des Angebots und Festlegung der Preise. Und das ist ein politisches Druckmittel erster Klasse.

Trump-Schatzkanzler Bessent sagt trocken, wir können mit den 140 Millionen iranischen Barrel Öl, die bereits auf Schiffen schwimmen, den Preis für die nächsten 10 bis 14 Tage niedrig halten, während wir unsere Kampagne fortsetzen.

Die Mullahs dachten, mit ihren Angriffen die arabischen Nachbarn von Washington abzubringen. Die Vereinigten Arabischen Emirate verkündeten, ihre Investitionen in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar in den USA zu tätigen – und zusätzlich weitere Luftverteidigungssysteme zu kaufen.

Dieser News-Tenor lässt sich lange fortsetzen, aber weder er noch seine Logik hat die geringste Chance, die handelnden Personen von Merz-Macron-Starmer bis zu den Brüsseler Kommissionisten zu erreichen. Sie haben keine politisch-strategischen Frequenzen, auf denen sie diese Botschaften empfangen könnten. Ihr politmedialer täglicher Kleinklein-Blick kann das Großgeschehen nicht erkennen.

Veit Medick, jetzt Stern, vorher Spiegel ,“kommt nicht mehr mit“, wie er sagt, wo Merz sich tagelang vom Krieg distanziert und deutsche Hilfe ausgeschlossen hat, und nun mit fünf anderen Ober-Regierenden bekundet, „unsere Bereitschaft, einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sichere Passage der Meerengen zu gewährleisten.“ – Tja, Herr Medick, det is Merz.

Und so geht diese Woche ganz besonders ins Logbuch der Geschichte der nichts Sagenden, nichts Hörenden und nichts Sehenden in Westeuropa ein.

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Kommentare ( 44 )

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Kassandra
26 Tage her

In Australien wollte man australische Minister in der Moschee beim Fastenbrechen nicht leiden – weil die im Konflikt um Gaza eine missliebige Meinung vertreten: https://www.welt.de/politik/ausland/article69bd1d6bcb1f9a070e40380c/australien-moscheebesuch-eskaliert-premierminister-wird-ausgebuht.html?source=puerto-reco-2_ABC-V49.5.A_control
Hier in Bild und Ton: https://x.com/WallStreetMav/status/2035008471284723887
Wohingegen ein „Migrant“ in Griechenland eine orthodoxe Kirche „besuchte“ – um den Gottesdienst zu stören: https://x.com/visegrad24/status/2034981001223422249
Immerhin sind sie da noch Manns genug, solche zu entfernen.

Reinhard Peda
26 Tage her

„Unter bestimmten Umständen ist eine Diktatur die bessere Staatsform“. 22 Prozent (2023: 11) stimmten der Aussage zu: „Politische Entscheidungen sollten von einer starken Führungspersönlichkeit getroffen werden, die keine Rücksicht auf das Parlament nehmen muss.“
Die „Führungspersönlichkeit“ kann nur der Souverän als ganzes sein.

Kassandra
26 Tage her
Antworten an  Reinhard Peda

Auch in Moskau und St. Petersburg wird öffentlich gen Mekka gebetet: https://x.com/visegrad24/status/2035023532573278697
 

Nibelung
26 Tage her

Der Staat als Beute existiert schon lange, seit unsere Musterdemokraten sich der Feudalherrschaft entledigt haben und sich heimlich still und leise an deren Stelle gesetzt haben und deshalb reden sie ja auch so gerne von morgens bis abends von „unserer Demokratie“, die es zu verteidigen gilt, denn sonst wären ihre Pfründe weg und das wollen sie vermeiden und nur am das geht es, sonst um nichts und das andere ist nur ein Budenzauber um die Einfältigen von ihren Absichten abzulenken. An ihre Sänften und Palästen kann man sie erkennen und die herzliche Umarmung findet bei den Mafiosis ebenso statt und… Mehr

Zimmerlinde
26 Tage her

Danke Herr Georgen für Ihre These: Sie entzaubert den Krieg als humanitäre oder sicherheitspolitische Notwendigkeit und zeigt ihn als kalkulierte geostrategische Energie-Intervention. Die offiziellen Kriegsgründe (Atomwaffen, Terrorismus) wirken nach den Enthüllungen der eigenen Geheimdienste (Gabbard, Kent) vorgeschoben. Die wirtschaftliche Logik ist doch sehr kohärent, belegbar und strategisch nachvollziehbar: Katar aus dem Markt nehmen (gezielter Angriff auf Ras Laffan)Asien zwingen, US-Verträge zu unterschreiben (Alternativlosigkeit durch Lieferausfall)Europa endgültig an US-LNG binden (70-80 % Marktanteil)Russlands Energie-Macht in Europa ersetzen (geostrategischer Nebeneffekt)China von günstiger Nahost-Energie abschneiden (geopolitischer Gegner schwächen)Dass US-Energieminister Chris Wright, Finanzminister Scott Bessent und Präsident Trump diesen Mechanismus offen kommunizieren („energy dominance“,… Mehr

Last edited 26 Tage her by Zimmerlinde
babylon
26 Tage her
Antworten an  Zimmerlinde

Die US Interessen und die Israels sind nicht deckungsgleich. Israel liegt daran, eine gedachte A-Waffenproduktion des Irans ein für alle mal zu verunmöglichen und aus dem Spiel zu nehmen. Bislang hatten sämtliche US-Vorgängerpräsidenten von Trump einen Krieg gegen den Iran mit diesem Ziel abgelehnt und auf Verhandlungen gesetzt, da ihnen das Risiko einer solchen Vorgehensweise zu hoch und zu unkalkulierbar erschien. Die Lage für die USA hat sich wg. der LNG Situation auf dem Gas Markt verändert. Das Risiko einer Beeinträchtigung der globalen ökonomischen Umstände ist durch die Angriffe des Iran auf die Golfanliegerstaaten und die Blockade der Passage von… Mehr

a.bayer
26 Tage her

Es wird sehr schwer sein, Investoren für Gaskraftwerke zu finden. Ich vermute, dass sich in spätestens fünf Jahren die Einsicht durchsetzt, dass eine „Klimakatastrophe“ nicht droht; man also getrost mit der Kohle noch etwas weitermachen kann. Und wenn man den Klimaforschern eine hinreichende Menge an Forschungsfeldern bewilligt, werden die wohl zum gleichen Ergebnis kommen.

Kassandra
26 Tage her
Antworten an  a.bayer

Bis dahin wollen „sie“ die deutschen Kohlegruben geflutet und für immer unbrauchbar gemacht haben.
„Subventionen“ was heißt Steuergelder fließen wohl für beides: https://www.deutschlandfunk.de/plaene-fuer-neue-gaskraftwerke-in-deutschland-102.html

Chrisamar
26 Tage her

Die Vorschusslorbeeren mit dem Hinweis „Physikerin“, haben mich immer an die Frau Merkel erinnert. Stets, wenn Zweifel an Fähigkeiten aufkamen oder aufkommen, folgt der Hinweis: „Physikerin“. Das bewerte ich persönlich als wirksame Waffe gegen Kritiker, denen man einen Bildungskomplex einreden möchte. „Was wollt ihr denn eigentlich? Die ist Physikerin und ihr seid nur Bodensatz!“ Jetzt zurück zum Thema: Frau Reiche, Berufsbezeichnung: „Lobbyistin“ Hat keinen stringenten Lebenslauf. Von nix zur „Wirtschaftsministerin“ über Ämterpatronage, ist nur in Deutschland immer wieder möglich. Die in meinen Augen persönliche Qualifikation durch Herrn Merz, kann darin Bestand haben, dass beide als „Lobbyisten“ kurzfristig dort tätig waren.… Mehr

Haba Orwell
26 Tage her
Antworten an  Chrisamar

> Das bewerte ich persönlich als wirksame Waffe gegen Kritiker, denen man einen Bildungskomplex einreden möchte.

Wieso sollte ein Physikstudium besser sein als jedes andere? Ich besitze sogar zwei Ingenieursdiplome – die per Se näher der Praxis angesiedelt sind.

Eigentlich lautete die Berufsbezeichnung der Frau „Klimakanzlerin“?

Kassandra
26 Tage her
Antworten an  Chrisamar

Was ist mir der Liaison mit dem Herrn vuzG? Läuft da noch was oder war es danach vorbei? https://www.welt.de/politik/deutschland/article69306c6511f914c89b851e58/katherina-reiche-wirtschaftsministerium-foerdert-firma-mit-zu-guttenberg-beteiligung.html
Wiewohl Raubritter seit Urzeiten mit großen Latifundien auf popelige 300.000 SteuerEuro wohl gar nicht angewiesen sein können?

Mikmi
26 Tage her

Nach der Wahl will unsere (nicht meine)Regierung den großen Wurf bekannt geben, ich frage mich gerade, warum nicht vor der Wahl? Wieder ein Windbeutel, der dann doch nicht gefüllt ist?

babylon
26 Tage her

Merz, will er nun oder will er nicht? Der Mann ist ein Rhetor und Sophist und die leben bekanntlich mehr in ihren Sprachgirlanden als in der Wirklichkeit. Wenn Merz anderseits völlig desorientiert ist, sollte man ihm eine Reise nach Griechland zum Orakel von Delphie empfehlen, behelflweise in Berlin selber ein Staatsorakel einrichten nach tibetischem Vorbild unter Assistenz des Dalai Lamas.

Kassandra
26 Tage her
Antworten an  babylon

Merz folgt Merkel – also der Transformationsagenda – und führt uns an der Nase. Allerdings in lang andauerndes Elend.

Bernd Simonis
26 Tage her

Wir sollten anfangen, unsere eigenen Gasvorkommen zu erschließen. Eine Warnung an Wärmepumpen Besitzer oder Fans: Ohne Gas werden die meisten Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungen, usw. im kommenden Winter schließen. Es gibt nur ein Gasnetz, niemand kann bevorzugt werden.

jopa
26 Tage her
Antworten an  Bernd Simonis

Falsch! Es gibt auch im Gasnetz Absperrhähne. Und die kann man zudrehen, daß der Pöbel ohne Gas friert.

Haba Orwell
26 Tage her

> 47 Prozent (2023: 26) neigten der Forderung zu: „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert.“

Ist starke Kartellpartei gemeint, welche den Willen der „Zivilgesellschaft“ mit Soros-NGOs verkörpert? Uneingeschränkte Macht endete hier früher schon mal übel.

Kassandra
26 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Nimmt man die Brandmaurer ab union Richtung links und die Koalitionen untereinander, die immer zur (Über-)Macht führen, sind wir seit der grünen Merkel „angekommen“ – auch, wenn es nicht alle zu merken scheinen. Deren Regieren gegen das Wohl des Souverän in den Untergang erkennt ja die Masse bis heute auch noch nicht. . „Wenn wir eine Regierung gründen, geben wir sie niemals wieder auf, weder durch Wahlen noch andere Methoden.“ Gerhart Eisler, Mitglied des Parteivorstands der SED, 4. Oktober 1949. Dazu geben mag ich noch die Betrachtung derer, die sich in der sed für Jahrzehnte fanden, denn in der DDR… Mehr