Berliner Polizeigewerkschaft: Abschied vom „Märchen des harmlosen Protests“

Bei einer neuerlichen Blockade des Straßenverkehrs durch Klima-Extremisten in Berlin stehen Rettungskräfte im Stau und kommen nur verspätet zum Unfallort. Die Berliner Polizei sieht die Gesundheit der Bevölkerung durch solche „Guerilla-Aktionen“ fahrlässig gefährdet.

IMAGO / Die Videomanufaktur
Blockade einer Berliner Autobahnabfahrt durch Klimaextremisten am 10. Oktober 2022.

In Berlin kam es am Montag wegen Blockaden der „Letzten Generation“ erneut zu Staus und Behinderungen. Die Klima-Extremisten hatten an mehreren Stellen den morgendlichen Berufsverkehr in der Bundeshauptstadt lahmgelegt. Die A100 war auf Höhe des Dreiecks Funkturm in Richtung Neukölln und die Überleitung zur A115 gesperrt. Woanders, etwa auf der Abfahrt Tempelhofer Damm, habe es Versuche gegeben, sich festzukleben.

Für Verärgerung sorgte dabei die Behinderung von Rettungskräften. Sie konnten erst verspätet eintreffen, nachdem eine Fahrradfahrerin in der Bundesallee von einem Betonmischer angefahren worden war. Die Frau hatte sich lebensgefährlich verletzt, der LKW-Fahrer sei zudem von einer unbekannten Person angegriffen und ebenfalls verletzt worden, als er sein Fahrzeug verließ.

Der Sprecher der Feuerwehr, Rolf Erbe, äußerte, dass ein Rüstwagen mit Spezialtechnik, der am Unfallort eingesetzt werden sollte, eine relevante Zeit im Stau auf der A100 festgesessen hätte. „Die Rettung hat sich dadurch zeitlich verzögert“, sagte Erbe. Die Technik sei am Unfallort gebraucht worden. Stattdessen habe man vor Ort improvisieren müssen.

Der Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft, Benjamin Jendro, fand deutlichere Worte. „Spätestens jetzt sollte man sich mal vom Märchen des harmlosen Protests verabschieden. Wer Verkehrswege blockiert, riskiert die innere Sicherheit und nimmt auch bewusst in Kauf, dass Menschen in Not länger auf Hilfe von Polizei und Feuerwehr warten müssen“, sagte Jendro. „Bei diesen Guerilla-Aktionen im Zeichen des Klimas werden die aktuellen Folgen für unser demokratisches Zusammenleben nicht mitgedacht und fahrlässig mit der Gesundheit der Bevölkerung gespielt.“

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