Diese Sommerpause ist keine. Vor unser aller Augen zerfällt die Regierung Friedrich Merz. Die SPD hat ihn am Nasenring durch den Bundestag gezerrt, dass jetzt sogar die eigene Partei rebelliert.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Ein Bundeskanzler ist so stark, wie sein Rückhalt in der Partei. Der einstige Bundeskanzler Helmut Schmidt ist nicht an der CDU gescheitert. Die eigene Fraktion hat ihm die Gefolgschaft in der Debatte um die Nachrüstung verweigert. De Rest ist Geschichte.
Jetzt zerfällt die Regierung Merz. Zuerst zieht ein vorgesehener Minister für das Verkehrsministerium aus heiterem Himmel seine Zustimmung zurück. Er hat über die Berufung geschlafen und diese dann ausgeschlagen. Welche Weisheit haben ihm die Geister der Nacht auf dem Campingplatz an der Ostsee ins Ohr geflüstert?
Die Antwort von Merz: Der alte, abgeschossene Minister soll halt bleiben. Sind Bundesminister Schießbudenfiguren, die man bei Bedarf aufstellt, abschießt und dann wieder neu positioniert, um sie mit dem nächsten Schuss wieder wegzukegeln?
Verkehrsminister Patrick Schnieder hat das einzig richtige getan, und den Bundespräsident um Entlassung gebeten. Er hätte auch zurücktreten können. Aber ja, Entlassung sichert Gehalt und Pension.
Sein Bruder, praktischerweise CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, protestiert. Die dortige Fraktion der CDU will mit Merz nicht sprechen. Ein Affront. Der Kanzler und Parteivorsitzende als unerwünschte Person in Mainz. Grandioses Schauspiel.
Der nächste Schlag kam unmittelbar danach, nachdem Friedrich Merz auch noch Tino Sorge (CDU), den bisherigen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, entlassen hat.
In einer persönlichen Erklärung hat dieser seinen Rauswurf nicht inhaltlich gerechtfertigt, sondern vor allem die Art und Weise der Entscheidung kritisiert. Seine Kernaussagen: Sorge machte deutlich, dass er das Amt gern weiter ausgeübt hätte. Einen eigenen Rücktrittswunsch oder fachliche Gründe nannte er ausdrücklich nicht. Besonders kritisierte er, nicht persönlich informiert worden zu sein. Die Art der Kommunikation sei eine Frage des politischen Stils. Sinngemäß ließ er wissen, dass dies „seine eigene Stilfrage“ des Kanzlers bleibe. Gleichzeitig verzichtete er auf eine grundsätzliche Abrechnung mit der Parteiführung und erklärte, er werde seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter fortsetzen.
Tino Sorge beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Gesundheitspolitik, war gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und wurde nach der Bundestagswahl zeitweise sogar selbst als Gesundheitsminister gehandelt. Fachlich genießt er parteiübergreifend einen guten Ruf. Anders als der neue, gerade von Merz berufene Gesundheitsminister Carsten Linnemann kennt er sich aus; Linnemann hat sich freiwillig als Inkompetenz und überfordert zu erkennen gegeben. Parlamentarische Staatssekretäre sind bessere Grüß-Auguste, mit denen sich die Regierung Parlamentarier gefügig macht. Bestenfalls bringen sie ihre Fachkompetenz ein. Jetzt klafft im Gesundheitsministerium eine riesige Kompetenzlücke. Und so geht der Zirkus weiter.
Da veranstaltet die Landtagsfraktion der CDU in Rheinlans-Pfalzs unter Führung des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz (und Bruder des Verkehrsministers) einen Zwergenaufstand mit einem öffentlichen Brief. Der langjährige Wirtschaftsminister Peter Altmeier und der anerkannte Wolfgang Bosbach kritisieren die Art und Weise, die Stillosigkeit von Friedrich Merz. Der tritt auf wie ein Gutsherr, der seine Stallburschen entläßt. Nun muss man sagen: Als solche haben sie sich auch verhalten und sind auf jeden Pfiff des Gutsherren über das Stöckchen gesprungen, das ihnen von Lars Klingbeil hingehalten wurde. Es geht daher um mehr als Stilfragen.
CDU und SPD zerfallen
Die CDU zerfällt ohne wirklich geführte inhaltliche Debatte. Die Abgeordneten wissen, dass Friedrich Merz jedes, aber auch jedes Wahlversprechen gebrochen hat. Sie sehen, dass Merz vollzieht, was sein Koalitionspartner von der SPD von ihm verlangt. Der Bundeshaushalt wird ruiniert, das alberne Heizungsgesetz des grünen Chaosministers Robert Habeck durchgepeitscht, die innere Sicherheit zerbröselt unter dem CSU-Star Alexander Dobrindt. Der wird gefeiert, aber allein in den letzten Wochen wurden ein Dutzend Menschen auf offener Straße umgebracht, einfach so und die Zahl der Schwerverletzten nähert sich einer dreistelligen Größenordnung. Die Wirtschaft zerfällt, und selbst die liebedienerischen Industriebosse, die sich für ein paar Subventionen den Mund verbieten lassen, mucken nun immer öfter und lauter auf.
Von planvollem Handeln ist weiterhin nichts zu sehen. Merz versucht, mit Handkantenschlägen die Bundestagsfraktion zu disziplinieren – aber übersieht: Der Untergang der CDU führt zur Panik, zu verzweifeltem Protest gegen die Selbstzerstörung und ein um-sich-Schlagen, um wenigstens noch ein paar Mandate und die eigene wirtschaftliche Existenz zu retten.
In Berlin ist der regierende Bürgermeister Kai Wegner gescheitert; und Sachsen-Anhalt könnte der bislang regierende CDU-Ministerpräsident ausgerechnet durch einen AfD-Herausforderer ersetzt werden. Die Wähler wandern ab – nicht nur von der CDU und Merz, auch von der SPD. Die Koalition zerfällt, auch wenn man es zunächst nur bei der CDU sieht: Der Zustand der SPD ist noch katastrophaler – sie ist der CDU im Untergang schon einige Monate raus und könnte aus den Landtagen fliegen. Sie wollte die AfD halbieren und hat sich dabei selbst halbiert. Mehr Versagen geht kaum.
Was Friedrich Merz anfasst, zerfällt. Nur die SPD klatscht noch Beifall, aber das schadet ihm und seiner Partei immer noch weiter. Merz als Marionette der SPD? Das hat ihn ins Amt gebracht, mit weiteren Zugeständnissen an Grüne und sogar LINKE erkauft. Irgendwann mußte sich das rächen. Auf Lügen ist schlecht bauen.
Keine Sommerpause, nach der ein umgestaltetes Kabinett mit frischem Schwung neu startet. Es ist der Zerfall der Regierung Merz. Es ist auch der Zerfall von CDU und SPD als Säulen der Nachkriegsordnung. Wichtig: Sie haben sich selbst zerstört, aus ideologischer Verblendung. Das macht den Weg frei für neue Konstellationen jenseits dieser erstarrten Parteien im rotgrünen Ideologiekorsett mit eingebauter Blindheit für Notwendigkeiten und Lösungen.
Es ist nicht Putin, nicht die AfD, nicht Trump oder China oder welche Ausrede ihnen auch immer einfällt. Es ist die schiere Selbstzerstörung. Dafür verdienen beide Parteien keine noch so kleine Träne des Mitleids.



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Es harmoniert noch nicht so richtig zwischen dem Regierungszerfall und dem Wählerwillen.
INSA heute:
AfD: 28% +/- 0
CDU 21% +/- 0
SPD: 12,5% +0,5
Merzel sollte bei seinem Sohn in die Lehre gehen:
https://www.ksg-stiftung.de/interview-merz-jfk
Ein echter Witz!
Wer kommt nach Merz ?
Die Franzosen, machen es vor , Sarkozy , Hollande und „Ödypussi“ nach dem Amtsantritt , kam der Fall.
Egal , der nächste macht es nicht besser.
Nach Starmer , kommt Burnham , also regieren die Milibrands .
Nigel , muss unter die Guillotine und Polansky ist der Richter.
Nach den „Wahlniederlagen“ der AfD in Sachenanhalt und Niedersachsen , Berlin und Meckpomm,
beginnt die Deindustrialisierung , das Chaos der Untergang .
Friedmann in Bayreuth , oder die „Götterdämmerung“ ?
Langsam kommen die entscheidenden Details des Personalkarussells ans Licht. Dass Spahn und Merz keine Freunde waren, ist bekannt. Die Leihmutteraffaire war für Merz ein willkommener Anlass, trotzdem schlecht gemacht. Der in Ungnade gefallene Verkehrsminister P.Schnieder hat wohl Merz gegenüber geäußert, dass er seine Aufgaben nicht ordnungsgemäß und angemessen erledigen kann, weil ein großer Teil des 500 Mrd. Sondervermögens für Infrastruktur von Finanzminister und Vizekanzler Klingbeil zweckentfremdet, sprich veruntreut worden sei. Da Merz unter allen Umständen Kanzler bleiben will und das aus seiner Sicht nur mit der SPD geht, stellt er sich nicht vor seinen Partei’freund‘ und Minister, sondern duckt sich… Mehr
Gibt es eigentlich schon Wetten darauf, wie lange Merz noch durchhält? Ein paar Tage? Wochen? Bis nach der Sommerpause? Länger mit Sicherheit nicht. Und wird gerade er mit dieser Schmach weiter leben können?
Mein persönlicher Tipp war seit Amtsantritt von Merz das Jahresende 2026. Mittlerweile würde ich das auf die Wahlen im Herbst konkretisieren, bzw. kurz danach.
Es ist der Zerfall der Regierung Merz.
Ich würde sagen, es ist der Zerfall der Altparteien. Immer mehr wandern zur AfD ab. Das NAZI-Geschrei nimmt doch kein normal denkender Mensch mehr ernst. Sobald die Argumente ausgehen kommt NAZI- Geschrei. Irgendwann blickt das der letzte Wähler.
„Das NAZI-Geschrei nimmt doch kein normal denkender Mensch mehr ernst. „
Grundsätzlich richtig. Nur sind die normal denkenden Menschen in einer viel zu kleinen Minderheit. Der Rest kann sein Leben auch über das Rückenmark bewältigen.
Leider blicken es die allermeisten Wähler aber erst, wenn ihnen die Augen für immer zufallen. Tatsache ist, dass offenbar lediglich die Mortalitätsrate für sinkende Prozentzahlen bei den Altparteien sorgt. Anders ist es nicht zu erklären, dass die 30%-Marke für die AfD eine Art gläserne Decke zu sein scheint und die Unionsparteien in der Sonntagsfrage stabil über 20% liegen.
Problem ist nicht, dass die CDU/CSU und SPD sich selbst zerstören, sollen sie doch, das Problem ist, dass diese widerlichen Parteien dieses Land zerstört haben und unsere Lebensgrundlage, auch wirtschaftlich. Es sind Täter von gestern und heute! Und für was „feiert“ sich Dobrindt ab? Für all die Morde, Gewalt, Vergewaltigungen, Raub, etc. pp. Dafür ist er mitverantwortlich! Wir bezahlen die höchsten Steuern, Abgaben und Beiträge, spätestens deshalb ist die Innere Sicherheit zu gewährleisten (auch durch Schliessung der Grenzen und Abschiebungen), ansonsten sind diese Politiker selbst eine Gefahr und gehören weg und bestraft dafür!
Uns bleibt nur die Hoffnung auf ordentliche Besen!
Die erkennen nicht einmal den von ihnen verursachten Scherbenhaufen. Die CDU incl. aller Kartellparteien ist eine dem kollektivistischen Totalitarismus, egal ob man das nun Faschismus, Sozialismus, Stalinismus oder Maoismus nennt, zugeneigte Partei. Und diese Parteiformationen waren in der Geschichte nicht abgeneigt die Waffen aus den Arsenalen zu holen und Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen. Denken wir nur an den Prager Frühling, den 17. Juni oder den Aufstand in Ungarn. Aber auch wir haben von 2020 bis 2022 schon die Brutalität dieser Art Machthaber zu spüren bekommen.
„Es ist nicht Putin, nicht die AfD, nicht Trump oder China oder welche Ausrede ihnen auch immer einfällt. Es ist die schiere Selbstzerstörung. Dafür verdienen beide Parteien keine noch so kleine Träne des Mitleids.“ Das erinnert an Zeit nach 1930. Inkompetente Regierungsparteien die sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen und Reichspräsidenten, die das Land mit Notverordnungen über Wasser halten mußten. Dazu kamen Wähler, die das Hickhack und das Regierungschaos leid waren und sich eine Regierung wünschten, die wirklich regiert. Zentrum, SPD und die anderen „demokratischen“ Parteien hatten ihre Inkompetenz deutlich bewiesen und wurden immer unwählbarer. Den Warnschuß… Mehr
Rebellion in der CDU? Ich bitte Sie, Herr Tichy. Mir ist nicht nach Scherzen zumute.