Deutschland hat seine Kernkraftwerke abgeschaltet, während weltweit neue Reaktoren entstehen. Fritz Vahrenholt und Björn Peters rechnen in ihrem neuen Buch mit dem deutschen Sonderweg ab – und legen einen Plan für den Wiedereinstieg vor.
Folgt man dem Mainstream, so ist das Kapitel Kernenergie in Deutschland abgeschlossen und weltweit auf dem Rückzug. Bei nüchterner Betrachtung zeigen die Realitäten genau das Gegenteil. So gesehen ist dieses Buch politisch unkorrekt und nicht zeitgemäß.
Die aufgeladene und vergiftete Atmosphäre und die meist fehlende Möglichkeit, sachliche Diskussionen zu diesem Thema zu führen, sind das Ergebnis jahrzehntelanger Indoktrination der Bevölkerung, des Umgangs mit Halbwahrheiten und des Vorenthaltens von Informationen. Eine Bevölkerung lässt sich viel einfacher verängstigen als aufklären. In keinem Land der Welt dürfte es eine so schräge und realitätsverdrängende öffentliche Behandlung der Kernkraft geben. Es wäre wünschenswert, wenn sich wenigstens einige sachlich veranlagte Skeptiker der Nutzung der Kernkraft finden würden, die den Inhalt dieses faktenreichen Buches zur Kenntnis nehmen und sich damit auseinandersetzen würden. Der harte grün-rote Kern wird die Lektüre ohnehin verweigern.
Wenn dieses Buch dazu beitragen könnte, einen vernunftbasierten öffentlichen Diskurs über die Kernenergie zu begründen, wäre viel gewonnen, denn früher oder später, vielleicht sogar noch vor der Beisetzung der politischen Generation Trittin, wird man sich auch in Deutschland wieder mit dem Thema befassen – müssen. Die Autoren beabsichtigen, die Schweigespirale zu durchbrechen, es wäre zu wünschen, dass es gelingt.
Mythen und Glaubenssätze
Zahlreiche Mythen der Atomgegner werden erläutert und widerlegt. So wird zum Beispiel das ALARA-Prinzip hinterfragt, das zu der Forderung führt, dass Gift- oder Strahlendosen bis zur Null reduziert werden sollen, also bis sie nicht mehr nachweisbar seien. Bei heutiger Analysetechnik, die ein Stück Zucker im Bodensee detektieren kann, ist diese Forderung völlig weltfremd. Wir kennen auch die Schlagzeile vom Glyphosat im Bier, die schon zerplatzt, wenn man nur vorsichtig nachfragt. Insbesondere im Fall der Radioaktivität ist dieses Prinzip falsch, da sie in der natürlichen Umwelt und in sehr verschiedenen Größenordnungen vorhanden ist und in geringen Dosen auch gesundheitsfördernd sein kann.
Die Beschreibung der bisher größten eingetretenen Störfälle in der Geschichte der Nutzung der Kernkraft erklärt die verschiedenen Ursachen und erläutert, warum die technisch weiterentwickelten Reaktoren der neuen Generation davon nicht mehr betroffen sein können. Menschen sind lernfähig, was von Rot-Grün allerdings nicht akzeptiert wird, vermutlich aus einer gewissen Selbsteinschätzung heraus.
Optionen und Zukunft
Die Grundlagen der Nutzung der Kernenergie werden dargelegt, auch die weltweite Entwicklung, die neu für all jene sein dürfte, die sich nur über die Öffentlich-Rechtlichen und die sogenannten Qualitätsmedien informieren. Dort wird tatsächlich die Energieversorgung Chinas als grünes Vorbild beschrieben, ohne zu erwähnen, dass China im Jahr 2025 so viel Kohlekraftwerksleistung zubaute wie seit 2007 nicht mehr. Natürlich verschweigt man auch, dass China so viele Kernkraftwerke (KKW) installiert wie kein anderes Land der Welt und zudem die Technologieentwicklung vorantreibt. Seit 2023 sind dort Thoriumreaktoren in Betrieb, die künftig eine wichtige Rolle bei der neuen Generation inhärent sicherer KKWs und kleiner modularer Reaktoren (SMR) spielen werden.
Die Betrachtungen im Buch gehen bis zur Kernfusion, der Sonne auf Erden, die mit Hoffnungen überfrachtet und wie seit Jahrzehnten ein Zukunftsthema ist. Eine fundierte kritische und unvoreingenommene Lektüre des Buches wäre wünschenswert. Kernkraft bleibt eine Hochrisikotechnologie, aber sie ist, wie die Luft- und Raumfahrt auch, beherrschbar. Eine hohe Sicherheitskultur bleibt nötig, Tschernobyl zeigte die Folgen inhärent unsicherer Konstruktionen, die in Verbindung mit fahrlässig krimineller Energie in einem sozialistischen Kommandosystem zum GAU führten.
Kernenergie ist nicht die eine Lösung für die gesamte Energieversorgung dieser Welt, aber ein wichtiger Teil davon. Wir werden auch in Zukunft einen Energiemix haben, der mehr als Wind und Sonne braucht, der verlässlich und emissionsarm liefern kann. Für diese Erkenntnis werden wir noch eine lange und teure Lernkurve absolvieren müssen. Im Gegensatz zu Wissenschaftlern und Ingenieuren sind regierende Politiker in Deutschland offenbar nicht lernfähig, halten an Ideologien und Entscheidungen der achtziger Jahre fest und geben in ihrer Hilflosigkeit noch zu, trotz besseren Wissens daran nichts ändern zu können. Die Wähler machten es ihnen bisher leicht in der Rolle als unkritische Untertanenbevölkerung. Inzwischen ist die Mehrheitsmeinung gekippt.
Die Zukunftsaussichten der Kernenergie, insbesondere der SMR, sind von viel Optimismus getragen. Der Teufel liegt immer im Detail und auch künftig werden Geld und Ressourcen begrenzt sein.
Fazit: Zwei Insider geben den vollen Schub an Daten und Fakten, sogar eine Handlungsanleitung für Politiker, und beleuchten ein Feld, das regierungsoffiziell im Dunkel verfehlter politischer Entscheidungen bleiben soll. Das wird allerdings nicht gelingen, erst recht nicht, wenn dieses Buch viele Leser findet, was sehr zu wünschen wäre. Um den Wohlstand zu erhalten, führt künftig kein Weg an der Kernkraft vorbei. Aber lesen Sie selbst.
Fritz Vahrenholt/Björn Peters. Zeit für Kernkraft. Schlüssel zum Wohlstand. LMV, Paperback, 232 Seiten, 26,00 €




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„die Folgen inhärent unsicherer Konstruktionen, die in Verbindung mit fahrlässig krimineller Energie in einem sozialistischen Kommandosystem zum GAU führten“
Da wir in D ja ebenfalls gerade ein sozialistisches Kommandosystem installieren, ist der Ausstieg aus der Kernenergie vorbereitend vielleicht der sichere Weg?
„Wir werden auch in Zukunft einen Energiemix haben, der mehr als Wind und Sonne braucht, der verlässlich und emissionsarm liefern kann.“
1 (vorübergehend) und 3 sind technisch unerlässlich, 2 und 4 sind rein subjektive Wünsche und technisch sowie wirtschaftlich keine Voraussetzung. Das sollte man nicht vermischen.
Vahrenholt war lange Jahre Ökostromlobbyist.
Wenn eine vernunft- und faktenbasierte Diskussion mit einer Gruppe von Mitbürgern offensichtlich nicht mehr möglich ist, inwiefern macht es dann Sinn mit diesen Leuten in einem Land zu leben? Warum haben diese Leute das Wahlrecht? Warum dürfen die in die Politik und in öffentliche Ämter? Warum sind die omnipräsent in den Medien? Sind die nicht unzurechnungsfähig? Macht Demokratie Sinn?
Kernkraft ist mit Abstand die teuerste Energiequelle. Wenn man die Kosten der Mülllagerung und der Entsorgung alter AKW´s mit einbezieht kann man das Thema gleich beenden.
Das ist Unsinn und mit neuesten Technologien haben sie sich offensichtlich auch nicht beschäftigt, aber von Grünlinken ist ja bekanntermassen nichts anderes zu erwarten.
Der rot-grün aufgehetzte Michel wird mit Hilfe der Antifa den Bau neuer KKW zu verhindern wissen.
Oder auch umgekehrt: Die Antifa wird mit Hilfe des aufgehetzten rot-grünen Michels den Bau neuer KKW zu verhindern wissen.
Im Jahre 1978 machte ich meinen Abschluss als Dipl.-Ing. Maschinenbau, Schwerpunkt Energietechnik und Nukleartechnik.
Danach arbeitete ich in der Brennelementefertigung bei der RBU in Hanau/Wolfgang (Siemens).
Während meiner Tätigkeit produzierten wir Brennelemente für Biblis B.
Mein Kollege arbeitete in der Planung des KKW Bushir im Iran.
Schon seit Jahrzehnten erwähne ich nicht mehr bei Gesprächen, dass ich in der Nuklearindustrie gearbeitet habe.
Deutschland hat seine Kernkraftwerke abgeschaltet? – stimmt nicht
Deutschland hat seine Kernkraftwerke zerstört !!!
Die können nicht wieder angefahren werden.
Rückbau stoppen – hätte schon längst geschehen müssen, aber dazu war z.B. in Bayern Söder nicht imstande. Dann wiederherstellen – die deutschen Reaktoren sind weitgehend baugleich ( Konvoi-System). Ist aber alles nicht zu machen, solange CDU/CSU weiter in den Parlamenten etwas zu sagen haben. CDU weg – dann kann wiedereingestiegen werden. Die Geschichtsschreibung wird darüber urteilen, dass Deutschland unter Führung Merkels einen fanatischen Irrweg beschritten hat.
Zeit für Kernkraft ist zwar gut und schön. Aber auch ein Reaktivieren der stillgelegten AKW wird Jahre dauern, wenn überhaupt möglich. Neue AKWs in DE werden, wenn die Entscheidung überhaupt getroffen wird. 15-20 Jahre dauern. Schon die Standortwahl wird zum Politikum. Habeck hat 2021 schon recht gehabt: „Wir werden unumkehrbare Fakten schaffen!“. Vieles auch an konventionellen Kraftwerken wurde zwischenzeitlich zerstört. Deutschland bleibt außer Wind und Solar auf Jahre nur der teure Stromimport.Der Strompreis wird weiter drastisch steigen. Daran wird auch eine AFD-Regierung nichts ändern können, schließlich haben vorhandene Windräder und Solarfelder Bestandsschutz. Deutschlands Weg in die Deindustrialisierung wird kaum zu… Mehr
Wer von den aktuell führenden Politiker (außer denen der AfD) setzt sich denn mit der Realität auseinander? Die haben ihre Ideologie und können sich davon nicht befreien. Warum? Die sind so irre, dass sie glauben, sie haben recht. Mit anderen Meinungen in Konkurrenz zu treten kommt in deren Paralleluniversum nicht vor. Und das blöde daran ist, dass man diese Gestalten für ihre verpfuschten Entscheidungen nicht einmal zur Verantwortung ziehen kann.