Über 20 Prozentpunkte Minus: Söders Beliebtheitswerte schmelzen dahin

Söder steckt in der Sackgasse einer immer unpopulären Politik, die gerade ihren heftigsten Verfechter mit in den Abgrund reißen kann.

IMAGO / Sven Simon

Corona war für Markus Söder immer eine Chance: Als der härteste Hardliner stilisierte er sich zum Macher. Macher werden ohne Risiko – brilliant. Das funktionierte auch: Seine Beliebtheitswerte gingen durch die Decke, seine angeschlagene CSU machte sich auf zur absoluten Mehrheit. Doch der Franke erkennt der Zeichen der Zeit offenbar etwas zu langsam. Denn die Stimmung hat sich mittlerweile gedreht. Die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger ist für Lockerungen bei Bildungswesen und Einzelhandel. Doch Söder fährt stur weiter seinen striktesten Lockdown-Kurs – es darf bloß keinen härteren geben als ihn.

Das fällt Söder jetzt gehörig auf die Füße: Nach einer aktuellen Umfrage von Civey für die Augsburger Allgemeine sind seine Beliebtheitswerte um 20 Prozent eingebrochen: Nur noch 23,9 Prozent der Bayern sind sehr zufrieden mit ihrem Ministerpräsidenten, 24,4 Prozent eher zufrieden. Insgesamt sehen also weniger als die Hälfte seine Arbeit positiv. In der Hochphase im April kam Söder noch auf Werte jenseits der 70-Prozentmarke.

Was also tun? Erleben wir jetzt die große Södersche 180-Grad-Wende? Damit dürfte er sich wohl endgültig blamieren. Er steckt in der Sackgasse einer immer unpopulären Politik, die auch ihren treusten Verfechter mit in den Abgrund reißt. Ganz so schlau wie sich Deutschlands Oberfranke fühlt, ist er am Ende wohl doch nicht.

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