Genosse Kurku tritt vom Ehrenamt zurück – für die SPD ist er das eigentliche Opfer

Der SPD-Politiker Deniz Kurku, dessen Schwiegermutter den mutmaßlichen Mörder von Stade zum Tatort hin und wieder weg brachte, ist zurückgetreten. Nicht als Landtagsabgeordneter, sondern als Beauftragter für Migration und Teilhabe. Die Aufklärung des Sechsfach-Mordes und der Rolle der Tatbeteiligten bleibt im SPD-Land Niedersachsen weiterhin aus.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Die SPD in Niedersachsen hat nicht nur den rechtsstaatlichen und demokratischen Kompass verloren, wie der kalte Entzug des passiven Wahlrechts auf Verwaltungsweg zeigt, sondern auch den menschlichen Anstand.

Zu den Fakten: Am Montag, den 29. Juni 2026 wurden sechs Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung und des Jugendamtes in Stade ermordet. Den mutmaßlichen Mörder fuhr zum späteren Tatort und auf der Flucht vom Tatort weg Sylvia S., die Schwiegermutter des Landtagsabgeordneten und Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe Deniz Kurku.

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurde im Frühjahr ein Säugling als Notfall in die Medizinische Hochschule Hannover eingeliefert. Die Untersuchung ergab für die Ärzte den Verdacht eines Schütteltraumas. Aus Sicht des behandelnden Arztes litt das Kind an einer lebensgefährlichen Hirnverletzung, möglicherweise als Folge eines Schütteltraumas, das durch das brutale Schütteln eines Babys entstehen kann. Laut NDR „soll der Vater des Kindes die Polizei eingeschaltet haben, um eine Notoperation zu verhindern“.

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Der Vater zeigte die Ärzte an wegen falscher Verdächtigungen, die Ärzte erstatteten Anzeige, weil sie sich vom Vater des Säuglings bedroht fühlten. Die Behandlung des Säuglings in der Klinik zog sich über Wochen hin, danach nahm die Jugendhilfeeinrichtung in Stade das Baby in Obhut. Das Familiengericht in Neustadt am Rübenberge ordnete schließlich an, dass Mutter und Kind zusammen untergebracht werden sollten. Seit 26. Mai lebten Mutter und Kind in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade.

Für den 29. Juni wurde ein Hilfeplangespräch in der Jugendhilfeeinrichtung anberaumt, um den Umgang des Vaters mit seinem Kind zu klären. Mutter und Tochter waren beim Gespräch anwesend. Sylvia S., Kurkus Schwiegermutter, die sich auch als Patentante des Kindes bezeichnet, fuhr den Vater zum Gespräch. Keine Polizei, obwohl, wie man hört, das Gespräch in großer Runde stattfinden sollte, weil der Vater als „gefährlich“ gilt, nahm am Gespräch teil. Laut Recherche des NDR soll der mutmaßliche Täter die Tatwaffe und die Munition bereits eine Woche zuvor auf dem Berliner Kurfürstendamm für 4000 Euro gekauft haben.

Drei Tage vor dem Gespräch hatte sich Sylvia S. per Mail an Medien, unter anderem an den NDR gewandt, um über den Aufenthalt im Krankenhaus von „Widersprüchen, Ungereimtheiten und unzulänglichen Dokumentationen des medizinischen Personals“ zu sprechen. Sie unterstellte, dass dem Jugendamt „die Darstellung der Eltern des Unfallhergangs offenbar nicht vollständig bekannt“ gewesen wäre. Denn ihrer Ansicht nach wären die Verletzungen nicht durch Schütteln, sondern durch einen „unbeabsichtigten (…) kräftigen Zusammenstoß“ der Stirn des Vaters mit dem Kopf der Tochter im Bett, wo der Säugling mit den Eltern geschlafen habe, zustande gekommen.

Nachdem durchsickerte, dass die Fahrerin des Autos die Schwiegermutter des Landtagsabgeordneten und Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe Deniz Kurku (SPD) ist, versandte eilig der Anwalt von Deniz Kurku eine Stellungnahme des SPD-Politikers, in der Kurku natürlich den Opfern und den Angehörigen seine „tief empfundene Anteilnahme“ aussprach und mitteilte, dass die 65-jährige Patentante des Kindes, die den mutmaßlichen Täter zum Gespräch brachte, draußen im Wagen wartete und anschließend das Fluchtauto fuhr, seine Schwiegermutter sei. Kurku ging „proaktiv“, also vorsorgend an die Öffentlichkeit. Über die Rolle, die Kurkus Schwiegermutter beim Mord spielte, kann der mutmaßliche Täter nun nichts mehr aussagen, denn er beging, man möchte fast sagen, praktischerweise in Untersuchungshaft Selbstmord.

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Sechs Menschen wurden ermordet, niedergestreckt durch die Kugeln einer kurz zuvor erworbenen Waffe, was auf Vorsatz hindeutet. Sechs Menschen, die normal ihrer Arbeit nachgingen, Väter, Mütter, Ehemänner, Ehefrauen, Kinder auch, Brüder und Schwestern auch, Freunde, die abends nach der Arbeit nicht mehr zurückkehren, an diesem Abend des 29. Juni nicht, auch am nächsten Abend nicht, am 30. Juni nicht, am 1. Juli nicht, an keinem 1. Juli, nie mehr.

Doch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sorgte sich nach der pflichtgemäßen Anteilnahme am Leid der Angehörigen um seinen Genossen Kurku, wünschte dem Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe „die notwendige Kraft für die Bewältigung dieser äußerst schweren Situation“, wie der NDR schreibt. Welche schwere Situation? Natürlich, es geht um einen Politiker, um seine Karriere. Baut der Genosse Lies an einer Brandmauer zwischen Kurku und den Morden?

Die beiden Kinder eines der Opfer, 3 und 4 Jahre alt, hatten drei Wochen zuvor ihren Vater verloren, der am 9. Juni laut RTL „nach einem schweren epileptischen Krampfanfall mit anschließendem Herzstillstand“ starb. Zwanzig Tage nach dem Tod des Vaters wird die Mutter der beiden Kinder von Fatih Khan G. erschossen, den Kurkus Schwiegermutter zum späteren Tatort fuhr, den sie vom Tatort wegfuhr.

Ein Blick auf die Biographie Kurkus verrät die typische Karriere eines SPD-Funktionärs mit türkischen Wurzeln. Mitglied in der SPD, bei Verdi, Zivildienst, Engagement für Migration. „Darüber hinaus betreute ich mehrere Jahre in der Einrichtung an der Peenemünder Straße in Bremen minderjährige Flüchtlinge“, schreibt Kurku. Im Studium der Politikwissenschaften erreichte Kurku die schwindelerregende Höhe eines Bachelors, doch da ihm „von Beginn an sehr wichtig“ war, „neben der Theorie praktische Erfahrungen in vielen unterschiedlichen Bereichen sammeln zu können“, arbeitete er „bei der europäischen Gemeinschaftsinitiative ‚Equal‘, die Modelle zur Verbesserung der Erwerbsintegration für zugewanderte Menschen entwickelt“.

Von Theorie dürfte er nicht allzu viel erfahren haben, schon gar nicht in Bremen, schon gar nicht bei den Politikwissenschaftlern. Notwendiger Karriereschritt war dann, um die Praxis kennenzulernen, die Arbeit bei Bundestagsabgeordneten, schließlich wurde er 2017 Abgeordneter des Landtages, und, weil er es bei den Politikwissenschaftlern an der Universität Bremen zu einem Bachelor-Abschluss brachte, bis 2021 Sprecher gegen Rechtsextremismus, und war seit November 2022 Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe.

Nun ist Deniz Kurku zurückgetreten. Natürlich nicht vom lukrativen Job des Landtagsabgeordneten, sondern vom Ehrenamt des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe. Nicht die ermordeten Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung und des Jugendamtes, nicht ihre Angehörigen, die beiden Kinder scheinen die wahren Opfer zu sein, sondern der immer noch Landtagsabgeordnete Kurku, der natürlich „massive Anfeindungen und Drohungen“ erleidet, der arme Herr Kurku, gegen den „in Teilen der öffentlichen Berichterstattung und den sogenannten sozialen Medien“ Falschbehauptungen verbreitet werden. Gegen die Schwiegermutter von Kurku wird immer noch ermittelt, aber im SPD-Land Niedersachsen sieht die Staatsanwaltschaft bisher keinen dringenden Tatverdacht. Die Rolle von Kurkus Schwiegermutter beim Sechsfach-Mord bleibt im SPD-Land Niedersachsen weiterhin ungeklärt.

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Es wundert nicht, dass die Innenministerin Behrens (SPD) auch zwei Monate nach dem Sechsfach-Mord sich ausweichend auf laufende Ermittlungen beruft und kaum neue Erkenntnisse zu präsentieren vermag.

Geht es hier um Politikerschutz? Die Reaktion des Ministerpräsidenten Olaf Lies ist jedenfalls eindeutig: „Die herabwürdigenden Kommentare, die Verbreitung von Verschwörungsspekulationen, die Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gegen Deniz Kurku sind völlig inakzeptabel und werden von mir in aller Schärfe verurteilt.“

Sollte Lies nicht selbst auf die Aufklärung des Sechsfach-Mordes und der Rolle der Tatbeteiligten drängen, anstatt gegen die Presse zu keilen, dass wenn Hass und Hetze dazu führten, dass engagierte Menschen ihr Ehrenamt niederlegten, eine Grenze überschritten sei?

Wie gesagt, das lukrative Landtagsmandat hat der engagierte Mensch Kurku nicht niedergelegt. Kurkus Rückzug ist deshalb nur kosmetischer Natur.

Die Öffentlichkeit, vor allem die Angehörigen der Opfer erwarten eine lückenlose und einsehbare Aufklärung.

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Kommentare ( 56 )

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56 Comments
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Andreas F
1 Monat her

Ist die Frau jetzt eigentlich untergetaucht?

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Andreas F

Das wird man erst zufällig feststellen, wenn man was von ihr braucht. „Ja wie, Sie haben Sie nicht angetroffen? Ist sie womöglich untergetaucht?“

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Christoph
1 Monat her
Antworten an  Andreas F

Warum sollte sie untertauchen. Offenbar hat sie nichts zu befürchten , womöglich wird sie weiterhin ihren vom Steuerzahler finanzierten Job nachgehen.

gast
1 Monat her
Antworten an  Christoph

Sie hat vielleicht doch Grund zur Furcht. Der von ihr protegierte Massenmörder hat die Untersuchungshaft nicht überlebt.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Andreas F

Kurku jedenfalls scheint sie nicht suchen zu lassen?

Bernd Bueter
1 Monat her
Antworten an  Andreas F

Nein, im SPD Zeugen-Aussage-Schutzprogramm

Autour
1 Monat her

In diesem Fall wird einzig und allein VERTUSCHT! Die Staatskanzlei steckt über BEIDE Ohren in diesem MASSENMORD drin!
ES WAR EIN MASSENMORD! EIN MASSAKER! Und die Mithelfer laufen draussen frei rum!!!! Die beiden Frauen gehören hinter Gitter zumal seine die Mutter nur die TÜRKISCHE Staatsbürgerschaft hat! Es droht Fluchtgefahr so sie überhaupt noch hier ist!
Es sind !!!!6!!!!! SECHS Menschen kaltblütig hingerichtet worden und die Mutter hat auf die Opfer noch eingeschlagen! WAS IST HIER LOS! WAS SIND DA FÜR MENSCHEN in Niedersachsen an der Macht?!!!

Hieronymus Bosch
1 Monat her
Antworten an  Autour

Das sind eiskalte Zyniker ohne jedes Mitgefühlt! Nicht umsonst haben die Mitmachmedien die Berichtsestattung darüber schnell eingestellt! Keine Polizei dabei, der Mörder besorgt sich heimlich Munition und Waffen, er erschießt wie ein professioneller Killer sechs Menschen und flieht mit dem vorbereiteten Fluchtfahrzeug der Schwiegermutter eines Landtagsabgeordneten, die anschließend spurlos verschwindet! Der Killer bringt sich um und alle Beteiligten waschen ihre Hände in Unschuld!

eifelerjong
1 Monat her
Antworten an  Hieronymus Bosch

DAS Fahrzeug, auch das sollte erwähnt werden, trägt „zufällig“ ein Hannoverisches Kennzeichen und die Namensinitialen „KD“ des feinen Herrn Deniz Kurku

Astridion
1 Monat her
Antworten an  Autour

Herkunft & Wurzeln:

Kurku wurde 1982 in Delmenhorst geboren. Er hat einen türkischen Vater und beschäftigt sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte schon seit seiner Jugend mit den Themen Migration, Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

Sowohl Vor- als auch Nachname sind türkische Namen.
Von einer Verwurzelung in der türkischen Gemeinde ist auszugehen.

Ob er Muslim ist, ist vorerst noch unbekannt.

Privat
1 Monat her

Kurku sitzt – immer noch- im Ministerium des Lies von der SPD.

PaulKehl
1 Monat her

Das Massaker wird viel zu schnell auf die männlich-toxische Schiene geschoben. Verzweifelter Vater will seine Püppi zurück. Dem stehen allerdings die sattsam bekannten Zufälle im Weg. Sonst würden die Sozen sich auch nicht so ins Zeug legen. Die Planung und Durchführung der Tat überschreitet den Horizont der Sozen. Da waren geheimnisvolle Mächte am Werk.

Michael W.
1 Monat her

Ok, er hat nichts getan, jedenfalls nicht offensichtlich.
Aber wo ist seine Schwiegermutter? Weiß er das nicht oder will er das angeblich nicht wissen?

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Michael W.

Mich interessiert noch mehr die Verbindung zum Täter und zu Enise Ö., auf die ja der AMGFluchtwagen zugelassen worden sein soll.
Ist das eine Schwester oder sonstige Verwandte von Kurku? Weshalb liegt das nicht offen? Auch, wie geschädigt das Kind vor dem Übergriff war und inzwischen ist wird uns verheimlicht.

Paul Brusselmans
1 Monat her

Als es 2016 die Mordanschläge in Brüssel gab, war das Königspaar innerhalb von weniger als 24 Stunden bei den Schwerverletzten in den verschiedenen Krankhäusern.Sie gedachten natürlich vor Ort auch der Toten. Zur Erinnerung , der König ist in Belgien das Staatsoberhaupt. Die Opfer wurden in der Presse mit Namen genannt, ihr Lebenslauf gewürdigt.
In Deutschland scheinen die Morde nur zu „stören“.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Paul Brusselmans

Danke Ihnen sehr.
Für mich hat der kulturlose Umgang der Politik mit Opfern und deren Angehörigen eine sehr große Aussagekraft –
wobei die Masse der Deutschen immer noch nicht zu verstehen scheint.

Danny Sofer
1 Monat her

Ich frage mich auch wie es sein kann, dass ein illegaler Türke und eine Sozialarbeiterin ein dermaßen teures Auto fahren. Der Mercedes wurde ja wohl von ihm auf sie übertragen. Warum fällt das nicht auf? Wer deckt diese Leute?

PaulKehl
1 Monat her
Antworten an  Danny Sofer

Noch besser: Angeblich wasr es bis zwei Wochen vor der Tat auf den mohammedanischen Sozen zugelassen. Dann bliebe noch die Frage, wie er den Kauf finanziert hat. Wahrscheinlich Geschenk von „Onkel“.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  PaulKehl

Was nach dem Gatten der „PatenTante“ fragen lässt…

epigone
1 Monat her

Kurku soll nicht rumheulen! Es ist ja nun wirklich hinlänglich bekannt, was in der türkischen community, die sich zu erheblichen Teilen nicht wirklich integrationsbereit zeigt, für Haltungen präsent sind. Entsprechende Untersuchungen europaweit haben gezeigt, dass zwei Drittel der türkischen Neubürger oder türkischstämmigen Mitbürger die Sharia und ihre archaischen Regeln über unsere Gesetze stellt. Wer für solch eine Personengruppe steht müsste eigentlich scharf mit dieser Haltung abrechnen. Entsprechendes ist von Herrn Kurku aber noch nie zu hören gewesen. Was ins Bild passt: die Taten des Mörders von Stade, offenbar unter Mithilfe der Schwiegermutter Kurkus, waren ihm bislang keinen medial durchschlagenden Kommentar… Mehr

Llug
1 Monat her

INTERESSANT! SIE TRETEN N I E. VON IHREM MANDAT ZURUECK, DAS FETTE GELD UND DIE P R V I L E G I E N WOLLEN SIE BEHALTEN!!!!!! Nix gearbeitet nur laber rhabarber und tagungsgetraenke und schnittchen vertilgen. Die schoene Welt der Landtags/ Bundestagsabgeordneten. Die Liste machts moeglich.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Llug

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Llug
1 Monat her

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Llug
1 Monat her

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Llug
1 Monat her

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