Die Habeck-Beamten fühlen sich nicht umsorgt genug

Katherina Reiche trifft im Wirtschaftsministerium auf ein Haus, das unter Merkel, Altmaier und Habeck jahrelang zur Schaltzentrale der Energiewende wurde. Der Streit um Leaks, Personalpolitik und beleidigte Beamte zeigt, wie tief rotgrüne Loyalitäten im Staatsapparat sitzen und wie schwer jeder Kurswechsel wird.

picture alliance / Metodi Popow | M. Popow

Zum einen, heißt es, hatten einige Beamte bei Habecks Abschied vom Wirtschaftsministerium eine Träne im Auge, nicht weil die Wirtschaft sich in Deutschland im Niedergang befindet, woran Habeck einen großen Anteil hat, sondern weil Habeck, der Ruinator, das Ministerium verließ. Zum anderen fällt es auf, dass Katherina Reiche umso klügere Sachen sagt, je weiter sie von ihrem Ministerium entfernt ist. Die Frage also könnte lauten, wie wirtschaftsfreundlich oder im Gegensatz dazu, wie habeckfreundlich ist das Wirtschaftsministerium?

Da die Mitarbeiterschaft eines Ministeriums in Jahren wächst, springt man zu kurz, wenn man nicht zugleich auf die Vorgänger im Ministeramt schaut. Schon Habecks Vorgänger Peter Altmaier hatte im Dienst der besten Kanzlerin, die die Grünen jemals hatten, im Dienst Merkels eine katastrophale Wirtschafts- und Energiepolitik durchgeführt.

Seit 2013 wurde das Bundeswirtschaftsministerium von Sozialdemokraten ohne nennenswerte marktwirtschaftliche Kompetenz, von Gabriel und Zypries, geleitet und schließlich von Merkels Paladin Altmaier geführt. Das konnte nicht ohne Folgen für das Personal und für die Vorstellungen von Wirtschaft im Hause bleiben. Im Jahr 2011 schlug die Kanzlerin des Niedergangs mit der Energiewende einen von vier Sargnägeln für Deutschland ein. Dass die Folgen ihrer katastrophalen Politik abgefedert werden konnten, verdankte die Kanzlerin derer, die vor kurzem dazu gekommen sind, und notgedrungen auch leider derer, die schon länger hier leben, allein des verlässlichen und verhältnismäßig billigen Erdöls und Erdgas aus Russland.

Im Grunde übernahm Reiche von Habeck ein rotgrünes Energiewendeministerium. Dafür spricht der erste größere Konflikt zwischen Reiche und eines Teils der Beamten. Laut SPIEGEL ließ die Ministerin am 28. und 29. Januar 36 Email-Konten von Mitarbeitern durchsuchen. Worin der Anlass der Durchsuchungen bestand, darüber existieren verschiedene Aussagen, entweder ging es um die „Herausgabe personenbezogener Daten“ und „Geschäftsgeheimnisse Dritter im Rahmen einer Reise der Ministerin“, wie der SPIEGEL schrieb. Andererseits wurden Entwürfe zum Netzpaket und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geleakt. Das Durchstechen von Entwürfen für das Netzpaket und für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) konnte nur den Sinn erfüllen, durch die Mobilisierung von Empörung von grüner Seite jede Änderung am Habeckkurs schon im Ansatz zu stören und zu verhindern.

Ausgerechnet der Grüne Michael Kellner, Habecks Adlatus bei der Ruinierung des Wirtschaftsstandortes Deutschland, der nur deshalb noch im Bundestag sitzt, weil die Partei ihm einen Listenplatz spendierte, denn in der Uckermark wählt den ohnehin kaum einer, warf erwartungsgemäß Reiche ein „toxisches Führungsverhalten“ vor und bemühte eine heftige Amnesie, als er unterstellte: „Bespitzelung, Rauswürfe und Strafversetzungen sind anscheinend die Führungsmethoden der Ministerin.“ Natürlich erinnert sich Kellner nicht daran, dass während seiner Anwesenheit als Habecks Staatssekretär, Habeck Mitarbeiter des BMWK vom Verfassungsschutz überprüfen ließ, weil sie fachliche Einwände mit Blick auf die Energiesicherheit äußerten. Dürfte Herrn Kellner entfallen sein, wie ihm auch entfallen sein dürfte, dass er keinen geringen Anteil daran hat, dass das PCK Schwedt in der Uckermark in Schieflage geriet.

Um für ein Buchprojekt u.a. den Fall des PCK Schwedt und Habecks und Kellners Anteil daran aufzuarbeiten, habe ich Antrag auf Akteneinsicht beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt. Bin gespannt, ob das BMWE transparent vorgeht oder lieber vertuscht und mir die Akteneinsicht verweigert.

Habecks Erziehung im Ministerium dürfte, wie man sieht, funktioniert haben. Am Dienstag fand eine Personalversammlung im BMWE statt, auf der Personalratschefin Viktoria Ludwig in einer 20-minütigen Anklagerede Reiches Führung des Ministeriums anprangerte. Von Arbeitsbelastung, ohje!, von Misstrauen und von Unmut über die Stellenbesetzungen durch Externe war in Viktoria Ludwigs Philippika die Rede. Ludwig führte aus, dass die hochbezahlten Beamten des Ministeriums die Entwicklung schwer belasten würde, dass es „zunehmend … zu gesundheitlicher Betroffenheit“ führe, dass „Mitarbeiter aus dem Wirtschaftsministerium … wegen der Situation dort krank“ werden würden.

Die Zartbesaiteten! Die Sensiblen! Sensibel wie Merz oder Klingbeil. Ganz Deutschland sollte spätestens jetzt für eine Minute die Arbeit ruhen lassen, und den überaus belasteten und sensiblen Beamten im BMWE danken, danken für das GEG, danken für die Novellen des EEG, für ihre großartige Arbeit für die Energiewende, die doch so effektiv hilft, Deutschland zu deindustrialisieren.

Doch besonders erregt sich Viktoria Ludwig über die Einstellungspraxis, darüber, dass immer mehr Stellen mit externen Fachleuten besetzt werden und dadurch die Aufstiegschancen langjähriger Mitarbeiter, die schon unter Altmaier und unter Habeck an der Energiewende und an der Schleifung des Wirtschaftsstandorts Deutschland einsatzfreudig und womöglich mit Überzeugung mitgearbeitet haben, einschränkt.

Über Jahrzehnte haben die Rotgrünen auch mithilfe der Union ihren Marsch durch die Institutionen erfolgreich durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass viele Stellen im Staat, auch in Ministerien, auch in der Verwaltung mit Leuten rotgrüner Gesinnung besetzt sind. Im Außenministerium wird das deutlich, im Bundeswirtschaftsministerium auch. Blickt man auf das Durchstechen von Entwürfen zur Energiepolitik, die Reiche ändern will, stellt sich die Frage der Loyalität.

Es ist verlogen, wenn ausgerechnet diejenigen etwas von Staatsstreich faseln, die zuvor im Rahmen des langen Marsches durch die Institutionen oder roter, geradezu stalinistischer Kaderpolitik sich den Staat zur Beute gemacht und immer mehr Stellen mit ihren Gefolgsleuten besetzt haben, damit trotz Wahlen keine Änderung rotgrüner Politik vorgenommen werden kann.

Die Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan, die nicht nur in den Jemen, sondern generell nicht genügend deutsches Geld ins Ausland schaffen kann, während deutsche Rentner, anders als Ministerialbeamte, aufgrund von Altersarmut im Müll nach Pfandflaschen suchen, besetzt Stellen im BMZ laut Presseinformationen nach rotem Parteibuch. Bild schreibt: „Intern ist von ‚Genossenfilz‘ und ‚Zuständen wie in einer Bananenrepublik‘ die Rede.“ Bei Katherina Reiche hingegen geht es hingegen nicht um Ideologie, nicht um das Parteibuch, sondern um Kompetenz.

Politiker, die heute Landes- oder Bundesminister werden und etwas verändern wollen am rotgrünen Niedergang Deutschlands, die Freiheit, Demokratie, Bildung, Sicherheit, Wohlstand für das deutsche Volk und wirtschaftlichen Erfolg durchzusetzen wünschen, dürfen sich nicht wundern, wenn sie dafür die größten Widerstände im eigenen Haus vorfinden. Sie werden mit externen Fachleuten arbeiten und eine faire, aber harte Personalpolitik durchführen müssen.

Wie abgehoben man im BMWE am Hof von Neu-Versailles bereits zu sein scheint, verdeutlicht eine Episode. Vielleicht nicht allzu geschickt sagte Reiche am Ende der Personalversammlung, dass sie natürlich nicht dauernd mit allen 2000 Beamten des Hauses im Austausch sein könne. Eine Beamtin aus der Abteilung „Wirtschaftspolitik“ antwortete darauf mit dem Satz: „Da fühle ich mich nicht ernst genommen.“

Dient diese Beamtin Deutschland oder Deutschland dieser Beamtin?


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Kommentare ( 58 )

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Koepenicker
1 Monat her

Frau Reiche kommt mir als die vernünftigste Person in der Bundesregierung überhaupt vor.

Emanreztuneb
1 Monat her

Nein, die eigentliche Frage lautet: was machen 2500 „Mitarbeiter“ im Bundeswirtschaftsministerium den ganzen Tag? WAS MACHEN DIE DEN GANZEN TAG? Ich bin Diplom-Kaufmann und kann noch nicht einmal die Frage beantworten, mit welchen Tätigkeiten ein Wirtschaftsminister in einer angeblich freien Marktwirtschaft 8 Std. am Tag ausfüllt? 252 Tage im Jahr?!? 2500 Beatme?!? Ich kann noch nicht einmal EINE EINZELNE Tätigkeit aus dem Stegreif nennen, die diese 2500 Vollzeitbeschäftigten sinnvollerweise täglich erledigen könnten. Nicht eine. WAS MACHEN DIE DA?!? Dieses Land ist in jeder Hinsicht komplett im Ar….

Willi4
1 Monat her
Antworten an  Emanreztuneb

Diese Tausende von i. d. R. verbeamteten Mitarbeitern haben einen Status, den man mit „ZKV“ (zum Kaffeetrinken verurteilt) beschreiben kann. Soll es auch in manchen Grossbetrieben geben. Man nennt diese Leute auch „Wasserköpfe“.

Gert Lange
1 Monat her
Antworten an  Emanreztuneb

Sie ruinieren die Wirtschaft, oder?

November Man
1 Monat her

Auch Beamte dürfen wählen. Und sie wählen in der Regel ihren Arbeitgeber, der sie umhegt und mit unserem Steuergel ein Leben lang bis zur Luxuspension durchfüttert.  

St.Elmo
1 Monat her

Beamte genau das ist das Problem, wieso müssen das alles Beamte sein?
Ist schon schwer genug in einem Normalen Unterneher Low-Performer loszuwerden, aber wie will man Beamte loswerden die nichts leisten, bzw. weil ihnen der Minister nicht gefällt nichts leisten?

D. Harry
1 Monat her
Antworten an  St.Elmo

Die Bundeswehr sucht Personal und Bundesbeamte können bundesweit eingesetzt werden. 😉

Gert Lange
1 Monat her
Antworten an  D. Harry

Wollen Sie den nächsten Krieg verlieren, oder?

Albert Pflueger
1 Monat her

Das ist nur eine kleine Kostprobe von dem, was einer AfD-geführten Regierung dereinst bevorsteht. Das ist auch der Hintergrund von Siegmunds kürzlicher Äußerung, er werde als Ministerpräsident eine Reihe von Leuten entlassen.

Biskaborn
1 Monat her
Antworten an  Albert Pflueger

Sie bringen es auf den Punkt! Wer hier noch glaubt die AfD könnte mal eben einen Politikwechsel herbeiführen, soweit überhaupt die Mehrheit im Parlament erreicht wird, irrt gewaltig! Da sitzen Beamte die über Jahre einer roten Ideologie , auch CDUler, gefolgt sind! Schalten die jetzt plötzlich um? Niemals, das können die intellektuell schon gar nicht mehr!

Docgl
1 Monat her
Antworten an  Biskaborn

Trump hat es aber auch irgendwie geschafft!

Chrisamar
1 Monat her
Antworten an  Docgl

Es ist auch absurd, diese Wasserköpfe lebenslang zu alimentieren. Niemand braucht die. Also sollte man die auch nicht mehr bezahlen müssen!

Chrisamar
1 Monat her
Antworten an  Biskaborn

Der Beamtenstand muss abgeschafft werden. Das duldet keinen Aufschub.
Auch die Körperschaften des öffentlichen Rechts müssen aufgelöst / privatisiert werden.
Ebenso die absurden Gebilde, wie z.B. das GIZ, als gGmbH, dessen alleinige Gesellschafter / „Zahlmeister“, das Bundeswirtschaftsministerium und das Entwicklungshilfeministerium sind.
Statt immer mehr Beamte wie z.B. Staatsanwälte zu fordern, könnte deren Job sehr gut die KI übernehmen. Das würde nicht nur Geld sparen und schneller gehen, sondern auch das menscheln / Fehler, unterbinden.
Ein moderner Staat braucht diese Wasserköpfe nicht.

Sonny
1 Monat her

Es wird allerhöchste Zeit für einen echten Systemwechsel.
Dieser nichtsnutzige und abzockende Beamten-Altparteien-Staat hat sich selbst überholt und demaskiert. Außerdem ist er unterwandert von Linksterroristen, die nur eins im Blick haben: Ihre eigene Selbstbedienung.
Wenn diese Abrissbirne Altparteienkartell endlich abgewählt wurde, muss gelten: Ein Viertel des Beamtenapparates und der Zwangsmedien in Deutschland darf weiter arbeiten, sofern dort Fachkompetenz und Objektivität vorhanden ist, für alle anderen gilt:
Sofort entlassen! Und zeitgleich: Sämtliche Verträge und Abkommen mit NGO´s mit Verbindung zum bisherigen deep state sofort beenden (siehe Donald Trump) .
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Last edited 1 Monat her by Sonny
Chrisamar
1 Monat her
Antworten an  Sonny

Beamtenstand abschaffen. Dann ist Schluss mit diesem teurem Unsinn!

Nibelung
1 Monat her

Ein ganz einfaches Rezept: Die dagegen agierenden Köpfe auswechseln und auf andere Posten versetzen, wovon sie keine Ahnung haben, denn der Gelder haben sie ehedem schon zuviel rausgeworfen und dann kommt es auf einen Wechsel mit Kosten verbunden auch nicht an und ganz halsstarrige in den Ruhestand versetzen, denn dort können sie nichts mehr anstellen. Dem Fähigen ist nichts zu viel um seine eigenen Ideen umzusetzen, denn wo kommen wir hin, wenn Anordnungen nicht befolgt oder verschleppt werden, was nicht im Interesse dieser Ministerin sein kann, wenn sie daran nicht selbst scheitern will, denn es gibt nichts, was nicht umsetzbar… Mehr

Vallis Blog
1 Monat her

Meine erste Amtshandlung als Minister wäre gewesen, einige der größten parteipolitischen Fehlbesetzungen zum Kohlenputzen in den Keller zu delegieren. Bestrafe einen, erziehe hunderte.

Endlich Frei
1 Monat her

Nach dem Lesen des Berichtes wird abermals deutlich, wie wichtig ein Kippen der unsinnigen, Deutschland schädigenden Brandmauer ist, um auf einer neuen Gesetzeslage gegen diese parasitären, destruktiven Zustände vorgehen zu können. Es muss Schluss sein mit der bedingungslosen Versorgung von unproduktiven, aus der Zeit gefallenen Beamten und sonstigen Minesterial-Mitarbeitern. Der deutsche Staat muss diese Leute austauschen können, wenn es die Politik erfordert. Und auch eine Rückstufung bis hin zur vollstndigen Entlassung dürfen kein tabu mehr sein.
All dies wäre mit einer Mehrheit bzw. Zweidrittel-Mehrheit möglich. Die aktuellen Zustände sind der wahre Krankheitsbefund unserer untergehenden Volkswirtschaft und Gesellschaft.

Gerhard-66
1 Monat her

Zypries.. War das nicht die.. die Neben einem anderem Gewissen Herren.. Während ihrer Studienzeit gehörte sie gemeinsam mit Frank-Walter Steinmeier zur Redaktion der linken Quartalszeitschrift Demokratie und Recht (DuR) des DKP-nahen Pahl-Rugenstein Verlags.[3 Quelle:-) https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Zypries#cite_note-3 Während seiner Studienzeit gehörte er gemeinsam mit Brigitte Zypries zur Redaktion der linken Quartalszeitschrift Demokratie und Recht (DuR), die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand.[8] Die Zeitschrift erschien im Pahl-Rugenstein Verlag, von dem sich später herausstellte, dass er von der DDR mitfinanziert wurde.[9][10 Wusten Sie Natürlich Nicht.. Wer dieRechnungen bezahlte damals..:-) Traue ich Ihnen sogar was.. Zu..:-) Das die damals was.. Genauso viel wie Heute Gerafft… Mehr